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Zu spät
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Zu spät

Gedicht
Zu spät


von Annegret Kronenberg


Hast meine Kindheit eingefangen,
du altes und geliebtes Haus.
Ich bin einfach fortgegangen,
hielt’s irgendwann mal nicht mehr aus.

Die große Welt stand mir nun offen,
hab viel erlebt und viel geschaut;
doch nichts, was ich hier angetroffen,
war mir so wie du vertraut.

Als ich dann nach vielen Jahren
kehrte heim, zu dir zurück,
musste bitter ich erfahren,
zerbrochen war mein Traum, mein Glück.

Nichts mehr war von dir erhalten,
keine Mauer, keine Wand;
und auch niemand von den Alten
bot mir noch zum Gruß die Hand.

Wo sind sie alle nur geblieben,
die lieben, guten Menschen mein?
Ich fühl’ mich einsam und vertrieben,
kann niemals mehr zu Hause sein.


 


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