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Norderney
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Norderney

Gedicht
Norderney


von Annegret Kronenberg


                            Heut’  treibt es mich wieder zur Insel hin,

nach Freiheit und Freude sehnt sich mein Sinn.

Zulange hielt mich Kummer gefangen,
der auf der Insel längst wäre vergangen.

Die gestutzten Flügel will ich schwingen,
die Seele befrei’n von Fesseln und Schlingen.

Stürmisch umarmt mich der Nordseewind,
fegt mir durchs  Haar und zerzaust es geschwind.

Er bläst mir frech seinen Charme ins Gesicht.
Zimperlichkeiten liegen ihm nicht.

Der Donner des Meeres grollt ohne Ruh’,
schrill gellen die Schreie der Möwen dazu.

Schnaubend erreichen die Wellen den Strand,
bäumen sich auf und erobern das Land.

Ich halt’ ein paar Muscheln in meiner Hand,
was sie wohl erlebten, bevor ich sie fand?

Ja, diese Wildheit, die lieb ich so sehr,
die Freiheit des Windes, die Kraft aus dem Meer.

Sie lässt mich erleben, wie strahlend erwacht
die Sonne am Morgen nach stürmischer Nacht


 


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