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  Gedichte  -  Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
rita
BeitragVerfasst am: 18.03.2009, 10:32  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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In der Frühe

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir ,
dort gehet schon derTag herfür
an meinem Kammerfenster .
Es wühlet mein verstörter Sinn
noch zwischen Zweifeln her und hin
und schaffet Nachtgespenster .
- Ängste , quäle
dich nicht länger meiner Seele !
Freu dich ! Schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.
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rita
BeitragVerfasst am: 18.03.2009, 10:42  Neue Antwort erstellen
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Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Das verlassene *ägdlein

Früh , wann die Hähne krähn ,
eh ' die Sternlein schwinden ,
muss ich am Herde stehn ,
muss Feuer zünden .

Schön ist der Flamme Schein ,
es springen die Funken ;
ich schaue so drein ,
in Leid versunken .

Plötzlich , da kommt es mir ,
treuloser Knabe ,
dass ich die Nacht von dir
geträumet habe .

Träne auf Träne dann
stürzet hernieder ;
so kommt der Tag heran -
o ging er wieder !
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rita
BeitragVerfasst am: 18.03.2009, 10:53  Neue Antwort erstellen
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Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Auf das Grab von Schillers Mutter .

(Kleversulzbach,im Mai 1859)

Nach der Seite des Dorfs ,wo jener alternde Zaun dort
ländliche Gräber umschliesst ,wall ich in Einsamkeit oft .
Sieh den gesunkenen Hügel ;es kennen die ältesten Greise
kaum ihn noch ,und es ahnt niemand ein Heiligtum hier .
Jegliche Zierde gebricht und jedes deutende Zeichen ;
dürftig breitet ein Baum schützende Arme umher .
Wilde Rose ! Dich find ich allein statt anderer Blumen ;
Ja , beschäme sie nur , brich als ein Wunder hervor !
Tausendblättrig eröffne dein Herz ! Entzünde dich herrlich
am begeisternden Duft ,den aus der Tiefe du ziehst !
Eines unsterblichen Mutter liegt hier bestattet ; es richten
Deutschlands *änner und Fraun neben den Marmor ihm auf .
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rita
BeitragVerfasst am: 17.10.2009, 18:49  Neue Antwort erstellen
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Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Rat einer Alten

Bin jung gewesen ,
kann auch mitreden ,
und alt geworden ,
drum gilt mein Wort .

Schön reife Beere
am Bäumchen hangen :
Nachbar , da hilft kein
Zaun um den Garten ,
lustige Vögel
wissen den Weg .

Aber , mein Dirnchen ,
du lass dir raten :
halte dein Schätzchen
wohl in der Liebe ,
wohl im Respekt !

Mit den zwei Fädlein ,
in eins gedreht ,
ziehst du am kleinen
Finger ihn nach .

Aufrichtig Herze ,
doch schweigen können ,
früh mit der Sonne
mutig zur Arbeit ,
gesunde Glieder ,
saubere Linnen ,
das machet *ädchen
und Weibchen wert .

Bin jung gewesen ,
kann auch mitreden ,
und alt geworden ,
drum gilt mein Wort .

Eduard *örike
1804 - 1875


Zuletzt bearbeitet von rita am 26.12.2009, 12:21, insgesamt einmal bearbeitet
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rita
BeitragVerfasst am: 17.10.2009, 19:21  Neue Antwort erstellen
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Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

[quote="Ann"]An Karl Mayer

Dem gefangenen, betruebten Manne
Hinter seinen dichten Eisenstaeben,
Wenn ihm jemand deine holden Lieder
Aufs Gesimse seines Fensters legte,
Wo die liebe Sonne sich ein Stuendlein
Taeglich einstellt, handbreit nur ein Streifchen:
O wie schimmerten ihm Wald und Auen
Sommerlich, die stillen Wiesengruende!
O wie hastig irrten seine Schritte
Durch die tausend Lieblichkeiten alle,
Ohne Wahl, was er zuerst begruesse:
Ob das Doerflein in der Sonntagfruehe,
Wo die frische Dirne sich im Gaertchen
Einen Busenstrauss zur Kirche holet;
Ob die Truemmer, wo das Laub der Birke
Herbstlich rieselt aufs Gestein hernieder,
Drueberhin der Weih im Fluge schreiend;
Und den See dort einsam in der Wildnis,
Uebergruent von lichten Wasserlinsen.


Waer ich, waer ich selber der Gefangne!
Sperrten sie mich ein auf sieben Monde!
Herzlich wollt ich dann des Schliessers lachen,
Wenn er dreifach meine Tuer verschloesse,
Mich allein mit meinem Buechlein lassend.


Aber wenn doch endlich insgeheime
Eine tiefe Sehnsucht mich beschliche,
Dass ich trauerte um Wald und Wiesen?
Ha! wie sehn ich mich, mich so zu sehnen!
Reizend waers, den Jaeger zu beneiden,
Der in Freiheit atmet Waldesatem,
Und den Hirten, wenn er nach Mittage
Ruhig am besonnten Huegel lehnet!


Sieh, so seltsam sind des Herzens Wuensche,
Das sich muessig fuehlt im Ueberflusse.
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