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  Gedichte  -  Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 17:00  Neue Antwort erstellen
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Eduard *örike 1804-1875 deutscher Lyriker
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An Gretchen
Jüngst, als unsere *ädchen, zur Fastnacht beide verkleidet,
Im Halbdunkel sich scheu erst an der Türe gezeigt,
Dann sich die Blonde als Schäferin dir, mir aber die kleine
Mohrin mit Lachen zumal warf in den offenen Arm,
Und du, Liebste, von fern mein Gefühl nicht ahnend, ins Ohr mir
(Der ich verblüfft dasaß) flüstertest »lobe sie doch« - :
O wie gedacht ich der Zeit, da diese nicht waren, und wir uns
Beide noch fremd, ja du selber noch hießest ein Kind.
Einst und Jetzt im Wechsel - ein fliegender Blitz der Gedanken
Machte mich stumm, und hoch wallte vor Freuden mein Herz.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 28.03.2008, 11:46, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 17:01  Neue Antwort erstellen
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An die Geliebte
Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,
dann hör ich recht die leisen Atemzüge
Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.
Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
Auf meinen Mund, ob mich kein Traum betrüge,
Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt?

Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne
Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.

Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin,
Zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne;
Ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 17:01  Neue Antwort erstellen
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Er ist's
Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon
wollen balde kommen
horch,von fern ein leiser Harfenton
Frühling ja du bist`s
dich hab ich vernommen
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 17:02  Neue Antwort erstellen
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Jägerlied
Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,
wenn er wandelt auf des Berges Höh':
Zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand,
schreibt ein Brieflein mir in ferne Land'.
In die Lüfte hoch der Reiher steigt,
dahin weder Pfeil noch Kugel fleugt:
Tausendmal so hoch und so geschwind
die Gedanken treuer Liebe sind.
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Ann
BeitragVerfasst am: 23.09.2004, 15:02  Neue Antwort erstellen
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Nimmersatte Liebe

So ist die Lieb! So ist die Lieb!
Mit Küssen nicht zu stillen:
Wer ist der Tor und will ein Sieb
Mit eitel Wasser füllen?
Und schöpfst du an die tausend Jahr,
Und küssest ewig, ewig gar,
Du tust ihr nie zu Willen.

Die Lieb, die Lieb hat alle Stund
Neu wunderlich Gelüsten;
Wir bissen uns die Lippen wund,
Da wir uns heute küßten.
Das *ädchen hielt in guter Ruh,
Wie's Lämmlein unterm Messer;
Ihr Auge bat: nur immer zu,
Je weher, desto besser!

So ist die Lieb, und war auch so,
Wie lang es Liebe gibt,
Und anders war Herr Salomo,
Der Weise, nicht verliebt
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Ann
BeitragVerfasst am: 23.09.2004, 20:42  Neue Antwort erstellen
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Denk es, o Seele!

Ein Tännlein grünet wo,
Wer weiß, im Walde,
Ein Rosenstrauch, wer sagt,
In welchem Garten?
Sie sind erlesen schon,
Denk es, o Seele!
Auf deinem Grab zu wurzeln
Und zu wachsen.

Zwei schwarze Rößlein weiden
Auf der Wiese,
Sie kehren heim zur Stadt
In muntern Sprüngen.
Sie werden schrittweis gehen
Mit deiner Leiche;
Vielleicht, vielleicht noch eh
An ihren Hufen
Das Eisen los wird.
Das ich blitzen sehe!
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Ann
BeitragVerfasst am: 09.10.2005, 16:57  Neue Antwort erstellen
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Lebe wohl

"Lebe wohl!" - Du fühlest nicht,
was es heißt, dies Wort der Schmerzen;
mit getrostem Angesicht
sagest du's und leichtem Herzen.

Lebe wohl! - Ach, tausendmal
hab' ich mir es vorgesprochen ,
und in nimmersatter Qual
mir das Herz damit gebrochen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 19:53  Neue Antwort erstellen
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An meine Mutter
Siehe, von allen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter!
Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich.
Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen,
Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt,
Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam
Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt.



An dieselbe
Ach wie liebreich warst du der Welt und dienetest allen!
Und wie klein doch, wie plump hat sie dich endlich verkannt,
Da entsagtest du ihr; doch lächelnd wehren die Deinen
Heute wie gestern der Hand, die sich in Liebe vergißt
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 20:13  Neue Antwort erstellen
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Der Feuerreiter

Sehet ihr am Fensterlein
Dort die rote Muetze wieder?
Nicht geheuer muss es sein,
Denn er geht schon auf und nieder.
Und auf einmal welch Gewuehle
Bei der Bruecke, nach dem Feld!
Horch! das Feuergloecklein gellt:
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennt es in der Muehle!


Schaut! da sprengt er wuetend schier
Durch das Tor, der Feuerreiter,
Auf dem rippenduerren Tier,
Als auf einer Feuerleiter!
Querfeldein! Durch Qualm und Schwuele
Rennt er schon, und ist am Ort!
Drueben schallt es fort und fort:
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennt es in der Muehle!


Der so oft den roten Hahn
Meilenweit von fern gerochen,
Mit des heilgen Kreuzes Span
Freventlich die Glut besprochen -
Weh! dir grinst vom Dachgestuehle
Dort der Feind im Hoellenschein.
Gnade Gott der Seele dein!
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Ras't er in der Muehle!


Keine Stunde hielt es an,
Bis die Muehle borst in Truemmer;
Doch den kecken Reitersmann
Sah man von der Stunde nimmer.
Volk und Wagen im Gewuehle
Kehren heim von all dem Graus;
Auch das Gloecklein klinget aus.
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennts! -
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.10.2005, 20:22  Neue Antwort erstellen
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Schön-Rohtraut

Wie heißt König Ringangs Töchterlein?
Rohtraut, Schön-Rohtraut.
Was tut sie denn den ganzen Tag,
da sie wohl nicht spinnen und nähen mag?
Tut fischen und jagen.
O daß ich doch ihr Jäger wär'!
Fischen und jagen freute mich sehr.
- Schweig stille, mein Herze!


Und über eine kleine Weil',
Rohtraut, Schön-Rohtraut,
so dient der Knab' auf Ringangs Schloß
in Jägertracht und hat ein Roß,
mit Rohtraut zu jagen.
O daß ich doch ein Königssohn wär'!
Rohtraut, Schön-Rohtraut lieb' ich so sehr.
- Schweig stille, mein Herze!


Einsmals sie ruhten am Eichenbaum,
da lacht Schön-Rohtraut:
Was siehst mich an so wunniglich?
Wenn du das Herz hast, küsse mich!
Ach! erschrak der Knabe!
Doch denket er: mir ist's vergunnt,
und küsset Schön-Rohtraut auf den Mund.
- Schweig stille, mein Herze!


Darauf sie ritten schweigend heim,
Rohtraut, Schön-Rohtraut;
es jauchzt der Knab' in seinem Sinn:
Und würdst du heute Kaiserin,
mich sollt's nicht kränken!
Ihr tausend Blätter im Walde wißt,
ich hab' Schön-Rohtrauts Mund geküßt!
- Schweig stille, mein Herze!
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Ann
BeitragVerfasst am: 06.11.2005, 12:53  Neue Antwort erstellen
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Ach nur einmal noch im Leben!
Im Fenster jenes alt verblichnen Gartensaals
Die Harfe, die, vom leisen Windhauch angeregt,
Lang ausgezogne Toene traurig wechseln laesst
In ungepflegter Spaetherbst-Blumen-Einsamkeit,
Ist schoen zu hoeren einen langen Nachmittag.
Nicht voellig unwert ihrer holden Nachbarschaft
Stoehnt auf dem grauen Zwingerturm die Fahne dort,
Wenn stuermischer oft die Wolken ziehen ueberhin.


In meinem Garten aber (hiess' er nur noch mein!)
Ging so ein Hinterpfoertchen frei ins Feld hinaus,
Abseits vom Dorf. Wie manches liebe Mal stiess ich
Den Riegel auf an der geschwaerzten Gattertuer
Und bog das ueberhaengende Gestraeuch zurueck,
Indem sie sich auf rostgen Angeln schwer gedreht! -
Die Tuer nun, musikalisch mannigfach begabt,
Fuer ihre Jahre noch ein ganz annehmlicher
Sopran (wenn sie nicht eben wetterlaunisch war),
Verriet mir eines Tages - ploetzlich, wie es schien,
Erweckt aus einer lieblichen Erinnerung -
Ein schoeneres Empfinden, hoehere Faehigkeit.
Ich oeffne sie gewohnter Weise, da beginnt
Sie zaertlich eine Arie, die mein Ohr sogleich
Bekannt ansprach. Wie? rief ich staunend: traeum ich denn?
War das nicht "Ach nur einmal noch im Leben" ganz?
Aus Titus, wenn mir recht ist? - Alsbald liess ich sie
Die Stelle wiederholen; und ich irrte nicht!
Denn langsamer, bestimmter, seelenvoller nun
Da capo sang die Alte: "Ach nur einmal noch!"
Die fuenf, sechs ersten Noten naemlich, weiter kaum,
Hingegen war auch dieser Anfang tadellos.
- Und was, frug ich nach einer kurzen Stille sie,
Was denn noch einmal? Sprich, woher, Elegische,
Hast du das Lied? Ging etwa denn zu deiner Zeit
(Die neunziger Jahre meint ich) hier ein schoenes Kind,
Des Pfarrers Enkeltochter, sittsam aus und ein,
Und hoertest du sie durch das offne Fenster oft
Am gruenlackierten, goldbebluemten Pantalon
Hellstimmig singen? Des gestrengen Muetterchens
Gedenkst du auch, der Hausfrau, die so reinlich stets
Den Garten hielt, gleichwie sie selber war, wann sie
Nach schwuelem Tag am Abend ihren Kohl begoss,
Derweil der Pfarrherr ein paar Freunden aus der Stadt,
Die eben weggegangen, das Geleite gab;
Er hatte sie bewirtet in der Laube dort,
Ein lieber Mann, redseliger Weitschweifigkeit.
Vorbei ist nun das alles und kehrt nimmer so!
Wir Juengern heutzutage treibens ungefaehr
Zwar gleichermassen, wackre Leute ebenfalls;
Doch besser duenkt ja allen was vergangen ist.
Es kommt die Zeit, da werden wir auch ferne weg
Gezogen sein, den Garten lassend und das Haus.
Dann wuenschest du naechst jenen Alten uns zurueck,
Und schmueckt vielleicht ein treues Herz vom Dorf einmal,
Mein denkend und der Meinen, im Voruebergehn
Dein morsches Holz mit hellem Ackerblumenkranz.
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Ann
BeitragVerfasst am: 26.04.2006, 20:47  Neue Antwort erstellen
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Zu viel
Der Himmel glänzt vom reinsten Frühlingslichte,
Ihm schwillt der Hügel sehnsuchtsvoll entgegen,
Die starre Welt zerfließt in Liebessegen,
Und schmiegt sich rund zum zärtlichsten Gedichte.
Am Dorfeshang, dort bei der luftgen Fichte,
Ist meiner Liebsten kleines Haus gelegen -
O Herz, was hilft dein Wiegen und dein Wägen,
Daß all der Wonnestreit in dir sich schlichte!

Du, Liebe, hilf den süßen Zauber lösen,
Womit Natur in meinem Innern wühlet!
Und du, o Frühling, hilf die Liebe beugen!

Lisch aus, o Tag! Laß mich in Nacht genesen!
Indes ihr sanften Sterne göttlich kühlet,
Will ich zum Abgrund der Betrachtung steigen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 09.02.2007, 17:11  Neue Antwort erstellen
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Frage und Antwort

Fragst du mich, woher die bange
Liebe mir zum Herzen kam,
Und warum ich ihr nicht lange
Schon den bittern Stachel nahm?


Sprich, warum mit Geisterschnelle
Wohl der Wind die Fluegel ruehrt,
Und woher die suesse Quelle
Die verborgnen Wasser fuehrt?


Banne du auf seiner Faehrte
Mir den Wind in vollem Lauf!
Halte mit der Zaubergerte
Du die suessen Quellen auf!
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 17:29  Neue Antwort erstellen
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Im Fruehling

Hier lieg ich auf dem Fruehlingshuegel:
Die Wolke wird mein Fluegel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag mir, all-einzige Liebe,
Wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe!
Doch du und die Luefte, ihr habt kein Haus.


Der Sonnenblume gleich steht mein Gemuete offen,
Sehnend,
Sich dehnend
In Lieben und Hoffen.
Fruehling, was bist du gewillt?
Wann werd ich gestillt?


Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
Es dringt der Sonne goldner Kuss
Mir tief bis ins Gebluet hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Tun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.


Ich denke dies und denke das,
Ich sehne mich, und weiss nicht recht, nach was:
Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
Mein Herz, o sage,
Was webst du fuer Erinnerung
In golden gruener Zweige Daemmerung?
- Alte unnennbare Tage!
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 17:32  Neue Antwort erstellen
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Alles mit Maß

Mancherlei sind es der Gaben, die gütige Götter den Menschen
Zum Genusse verliehn, sowie für die tägliche Notdurft.
Aber vor jeglichem Ding begehr ich gebratenen Schweinsfuß.
Meine Frau Wirtin, die merkt's, nun hab ich alle Tag Schweinsfüß.
Öfters im Geist ahnt mir: jetzt ist kein einziger Schweinsfuß
Mehr in der Stadt zu erspähn: was hab ich am Abende? Schweinsfüß!
Spräche der König nun gleich zum Hofkoch: Schaffe mir Schweinsfüß!
Gnade der Himmel dem Mann, denn nirgend mehr wandelt ein Schweinsfuß.
Und ich sagte zur Wirtin zuletzt: »Nun laßt mir die Schweinsfüß!
Denn er schmeckt mir nicht mehr wie sonst, der bräunliche Schweinsfuß.«
Aber sie denkt, aus Zartgefühl nur verbät ich die Schweinsfüß,
Lächelnd bringet sie mir auch heute gebratenen Schweinsfuß -
Ei so hole der Teufel auf ewig die höllischen Schweinsfüß!
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