Das Orthogravieh

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  Gedichte  -  Theodor Storm 1817-1888 Jurist Schriftsteller
Ann
BeitragVerfasst am: 30.07.2007, 20:10  Neue Antwort erstellen
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Theodor Storm 1817-1888 Jurist Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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In den Garten eingestiegen
Wär ich nun mit gutem Glück -
Wie die Fledermäuse fliegen!
Langsam weicht die Nacht zurück.

Doch indes am Feldessaume
Drüben kaum Aurora glimmt,
Hab ich unterm Lindenbaume
Hier die Fiedel schon gestimmt.

Sieh, dein Kammerfenster blinket
In dem ersten Morgenstrahl;
Heller wird's, die Nacht versinket;
Horch! Da schlug die Nachtigall!

Schlaf nicht mehr! Die Morgenlüfte
Rütteln schon an deiner Tür;
Rings erwacht sind Klang und Düfte,
Und mein Herz verlangt nach dir.

Zu des Gartens Schattendüster
Komm herab, geliebtes Kind!
Nur im Laub ein leis Geflüster -
Und verschwiegen ist der Wind.
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.07.2007, 20:13  Neue Antwort erstellen
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An diesen Blättern meiner Liebe

An diesen Blättern meiner Liebe hangen
Deine süßen Augen mit Innigkeit -
Sprich! Bangt dir vor keiner Zeit,
Wo du sie weit,
Weit weg aus deiner Nähe könntst verlangen?
Wo du Vergessenheit,
Vergessenheit für alles könntst verlangen,
Was jetzt dir lieb?
Für diese Hand, die dir die Lieder schrieb,
Für diese Stunde, die dann längst vergangen?
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.07.2007, 20:21  Neue Antwort erstellen
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In böser Stunde

Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe,
Das deiner Jugend Rebe trägt,
Das wachsend bald der Baum des Lebens
Mit seinen Ästen selbst zerschlägt.

Und drängtest du mit ganzer Seele
Zu allerinnigstem Verein,
Du wirst am Ende doch, am Ende
Nur auf dir selbst gelassen sein.
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Ann
BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 21:46  Neue Antwort erstellen
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Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

eingegeben von Steffen am 21.12.07
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rita
BeitragVerfasst am: 11.04.2008, 19:44  Neue Antwort erstellen
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Sturmnacht

Im Hinterhaus im Fliesensaal
über Urgroßmutters Tisch' und Bänke ,
über die alten Schatullen und Schränke
wandelt der zitternde Mondenstrahl .
Vom Wald kommt der Wind
und fährt an die Scheiben;
und geschwind , geschwind
schwatzt er ein Wort ,
und dann wieder fort
zum Wald über Föhren und Eiben .

Da wird auch das alte verzauberte Holz
da drinnen lebendig ;
wie sonst im Walde will es stolz
die Kronen schütteln unbändig ,
mit Ästen greifen hinaus in die Nacht ,
mit dem Sturm sich schaukeln in brausender Jagd ,
mit den Blättern in Übermut rauschen ,
beim Tanz im Flug
durch Wolkenzug
und dem Mondlicht silberne Blicke tauschen .

Da *üht sich der Lehnstuhl , die Arme recken ,
den Rokokofuß will das Kanape strecken ,
in der Komode die Schubfächer drängen
und wollen die rostigen Schlösser sprengen ;
der Eichschrank unter dem kleinen Troß
steht da , ein finsterer Koloß .
Traumhaft regt er die Klauen an ,
ihm zuckt's in der verlornen Krone ;
doch bricht er nicht den schweren Bann .

Und draußen pfeipft der Wind zum Hohne
und fährt an die Läden und rüttelt mit Macht ,
bläst durch die Ritzen , grunzt und lacht ,
schmeißt die Fledermäuse , die kleinen Gespenster ,
klitschend gegen die rasselnden Fenster .
Die glupen dumm neugierig hinein -
da drinn' steht voll der Mondenschein .

Aber droben im Haus
im behaglichen Zimmer
beim Sturmgebraus
sassen und schwatzten die Alten noch immer ;
nicht hörend , wie drunten die Saaltür sprang ,
wie ein Klang war erwacht
aus der einsamen Nacht ,
der schollend drang
über Trepp' und Gang ,
da drin in der Kammer die Kinder mit Schrecken
auffuhren und schlüpften unter die Decken .
- - - - - - -


Zuletzt bearbeitet von rita am 26.12.2009, 02:53, insgesamt einmal bearbeitet
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rita
BeitragVerfasst am: 11.04.2008, 19:54  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Das *ädchen mit den hellen Augen ,
die wollte keines Liebste sein ;
sie sprang und ließ die Zöpfe fliegen ,
die Freier schauten hinterdrein .

Die Freier standen ganz von ferne
in blanken Röcken lobesam .
>>Frau Mutter , ach so sprecht ein Wörtchen
und macht das liebe Kindlein zahm ! <<

Die Mutter schlug die Händ zusammen ,
die Mutter rief :>>Du töricht Kind ,
greif zu , greif zu ! Die Jahre kommen ,
die Freier gehn gar geschwind !<<(Freier ,altdeutsch ,werdender Bräutigam )

Sie aber ließ die Zöpfe fliegen
und lachte alle Weisheit aus ;
da sprang durch die erschrocknen Freier
ein toller Knabe in das Haus .

Und wie sie bog das wilde Köpfchen
und wie ihr Füßchen schlug den Grund ,
er schloß sie fest in seine Arme
und küßte ihren roten Mund .

die Freier standen ganz von ferne ,
die Mutter rief vor Staunenschier :
>> Gott schütze dich vor dem ungeschlachten ,
ohn Maßen groben Kavalier ! <<


Zuletzt bearbeitet von rita am 12.04.2008, 13:13, insgesamt 2-mal bearbeitet
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rita
BeitragVerfasst am: 11.04.2008, 20:29  Neue Antwort erstellen
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Abschied

Kein Wort , auch nicht das kleinste ,kann ich sagen ,
wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt ;
die Stunde drängt , gerüstet steht der Wagen ,
es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt .

Geht immmerhin - denn eure Tat ist euer -
und widerruft ,was einst des Herz gebot ,
und kauft , wenn dieser Preis euch nicht zu teuer ,
dafür euch in der Heimat euer Brot !

Ich aber kann des Landes nicht , des eignen ,
in Schmerz verstummte Klagen mißverstehn ;
ich kann die stillen Gräber nicht verleugnen ,
wie tief sie jetzt in Unkraut auch vergehn . -

Du , deren zarten Augen mich befragen -
der dich mir gab , gesegnet sei der Tag !
Laß nur dein Herz an meinem Herzen schlagen
und zage nicht ! Es ist derselbe Schlag .

Es strömt die Luft - die Knaben stehn und lauschen ,
vom Strand herüber dringt ein *övenschrei ;
das ist die Flut ! Das ist des Meeres Rauschen !
Ihr kennt es wohl , wir waren oft dabei .

Von meinem Arm in dieser letzten Stunde
blickt einmal noch ins weite Land hinaus ,
und merkt es wohl , es steht auf diesem Grunde ,
wo wir auch weilen , unser Vaterhaus .

Wir scheiden jetzt, bis dieser Zeit Beschwerde
ein andrer Tag , ein besserer gesühnt ;
denn Raum ist auf auf der heimatlichen Erde
für Fremde nur und was den Fremden dient .

Doch ist's das flehendste von Gebeten ,
ihr *ögt dereinst , wenn mir es nicht vergönnt ,
mit festem Fuß auf diese Scholle treten ,
von der sich jetzt mein heißes Auge trennt ! -

Und du , mein Kind , mein jüngstes , dessen Wiege
auch noch auf diesem teuren Boden stand ,
hör mich ! - Denn alles andere ist Lüge -
kein Mann gedeihet ohne Vaterland !

Kannst du den Sinn , den diese Worte führen ,
mit deiner Kinderseele nicht verstehn,
so soll es wie ein Schauer dich berühren
und wie ein Pulsschlag in dein Leben gehn !
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rita
BeitragVerfasst am: 11.04.2008, 20:42  Neue Antwort erstellen
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Du warst es doch .

In buntem Zug zum Walde ging's hinaus ;
du bei den Kindern bliebst allein zu Haus .
Und draußen haben wir getanzt , gelacht .-
und kaum ,so war mir ,hatt ' ich dein gedacht .-
Nun kommt der Abend , und die Zeit beginnt ,
wo auf sich selbst die Seele sich besinnt ;
nun weiß ich auch , was mich so froh ließ sein ,
du warst es doch , und du nur ganz allein .
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rita
BeitragVerfasst am: 12.04.2008, 12:57  Neue Antwort erstellen
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Gartenspuk

Daheim noch war es ; spät am Nachmittag.
Im Steinhof unterm Laub des Eschenbaums
ging schon der Zank der Sperlinge zur Ruh ;
ich , an der Hoftür ,stand und lauschte noch ,
wie Laut um Laut sich *ühte und entschlief .
Der Tag war aus ; schon vom Levkojenbeet
im Garten drüben kam der Abendduft ;
die Schatten fielen ;bläulich im Gebüsch
wie Nebel schwamm es .Träumend blieb ich stehn ,
gedankenlos , und sah den Steig hinab ;
und wieder sah ich - und ich irrte nicht -
tief unten , wo im Grund der Birnbaum steht ,
langsam ein Kind im hohen Grase gehen ;
ein Knabe schien's , im grauen Kittelchen .
Ich kannt es wohl ; denn denn schon zum öftern Mal
sah dort im Dämmer ich so holdes Bild ;
die Abendstille schien es herzubringen ,
doch näher tretend fand man es nicht mehr .
Nun ging es wieder , stand und ging umher ,
als freu es sich der Garteneinsamkeit .-
Ich aber ,diesmal zu beschleichen es ,
ging leise durch den Hof und seitwärts dann
im Schatten des Holunderzauns entlang ,
sorgsam die Schritte messend ; einmal nur
nach einer Erdbeeranke bückt ich mich ,
die durch den Weg hinausgelaufen war .
Schon schlüpft ich bei der Geißblattlaube durch ;
ein Schritt noch ums Gebüsch , so war ich dort ,
und mit den Händen mußt ich's greifen können .
Umsonst !- Als ich den letzten Schritt getan,
da war es wieder wie hinweggetäuscht .
Still war das Gras , und durch den grünen Raum
flog surrend nur ein Abendschmetterling ;
auch an den Linden , an den Fliederbüschen ,
die ringsum standen , regte sich kein Blatt.

Nachsinnend schritt ich auf den dem Rasen hin
und suchte töricht nach der Füßchen Spur
und nach den Halmen , die ihr Tritt geknickt ;
dann endlich trat ich aus der Gartentür ,
um draußen auf dem Deich den schwülen Tag
mit einem Gang im Abendwind zu schließen .
Doch als ich schon die Pforte zugedrückt ,
den Schlüssel abzog , fiel ein Sonnenriß ,
der in der Planke war , ins Auge mir ;
und fast unachtsam lugte ich hindurch .
Dort lag der Rasen , tief im Schatten schon ;
und sieh !Da war es wieder , unweit ging's ,
Grasrispen hatt' es in die Hand gepflückt ;
ich sah es deutlich ......In sein blaß Gesichtchen
fiel schlicht das Haar ;die Augen sah man nicht .
Sie blickten erdwärts ,gern , so schien's , betrachtend ,
was dort geschah ; doch lächelte der Mund .
Und nun an einem Eichlein kniet' es hin ,
das spannenhoch kaum aus dem Grase sah
- vom Walde hatt ' ich jüngst es heimgebracht - ,
und legte sacht ein welkes Blatt beiseit
und strich liebkosend mit der Hand daran .
Darauf - kaum nur vermocht ich's zu erkennen ;
denn Abend ward es ,doch ich sah's genau -
ein Käfer klomm den zarten Stamm hinauf ,
bis endlich er das höchste Blatt erreicht ;
er hatte wohl den heißen Tag verschlafen
und rüstete sich nun zum Abendflug .
Rückwärts die Händchen ineinanderlegend ,
behutsam sah das Kind auf ihn herab .
Schon putzte er die Fühler , spannte schon
die Flügeldecken aus , ein Weilchen ,und
nun flog er fort . Da nickt' es still ihm nach .

Ich aber dachte: Rühre nicht daran !
Hob leis die Stirn und ging den Weg hinab ,
den Garten lassend in so holder Hut .
Nicht merkt ich , daß einsam die Wege wurden ,
daß feucht vom Meere strich die Abendluft ;
erfüllet ganz von süßem Heimgefühl ,
ging weit ich in die Dunkelheit hinaus .

Da fiel ein Stern ; und plötzlich mahnt' es mich
des Augenblicks , da ich das Haus verließ ,
die Hand entreißend einer zarteren ,
die drin im Flur mich festzuhalten strebte ;
denn schon selbander hausete ich dort .-
Nun ging ich raschen Schritts den Weg zurück ;
und als ich spät , da schon der Wächter rief ,
heimkehrend wieder durch den Garten schritt ,
ging stumm die Finsternis in Halm und Zweigen ,
die Kronen kaum der Bäume rauschten leis .
Vom Hause her nur , wo im Winkel dort
der Nußbaum vor dem Kammerfenster steht ,
verstohlen durch die Zweige schien ein Licht .
Ein Weilchen noch , und sieh ! Ein Schatten fiel ,
ein Fenster klang , und in die Nacht hinaus
rief eine Stimme : >> Bist du's << - >>Ja , ich bin 's !<<

Die Zeit vergeht ; längst bin ich in der Fremde ,
und Fremde hausen , wo mein Erbe steht .
Doch bin ich einmal wieder dort gewesen ;
mir nicht zur Freude und den andern nicht .
Einmal auch in der Abenddämmerung
geriet ich in den alten Gartenweg .
Da stand die Planke ; wie vor Jahren schon
hing noch der Linden schön Gezweig herab ;
von drüben kam Resedaduft geweht ,
und Dämmerungsfalter flogen durch die Luft .
Ging's noch so hold dort in der Abendstunde ?-
Fest und verschlossen stand die Gartentür ;
dahinter stumm lag die vergangne Zeit .
Ausstreckt ich meine Arme ; denn mir war ,
als sei im Rasen dort mein Herz versenkt .-
Da fiel mein Aug auf jenen Sonnenriß ,
der noch , wie ehmals , ließ die Durchsicht frei .
Schon hat ich zögernd einen Schritt getan ;
noch einmal blicken wollt ich in den Raum ,
darin ich sonst so festen Fußes ging .
Nicht weiter kam ich . Siedend stieg mein Blut ,
mein Aug ward dunkel ; Grimm und Heimweh stritten
sich um mein Herz ; und endlich , leidbezwungen ,
ging ich vorüber . Ich vermocht es nicht .
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rita
BeitragVerfasst am: 12.04.2008, 15:30  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Verloren

Was Holdes liegt mir in dem Sinn ,
das ich vor Zeit einmal besessen ;
ich weiß nicht , wo es kommen hin ,
auch was es war , ist mir vergessen .
Vielleicht - am fernen Waldesrand ,
wo ich am lichten Junimorgen
- die Kinder klein und klein die Sorgen -
mit dir gesessen Hand in Hand ,
indes vom Fels die Quelle tropfte ,
die Amsel schallend schlug im Grund ,
mein Herz in gleichen Schlägen klopfte ,
und glücklich lächeln schwieg dein Mund ;
in grünen Schatten lag der Ort -
wenn nur der weite Raum nicht trennte ,
wenn ich nur dort hinüberkönnte ,
wer weiß!- Vielleicht noch fänd ich's dort .
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rita
BeitragVerfasst am: 19.08.2008, 18:31  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Weiter geht's und immer weiter !
Sieh , da kommt auf *üdem Fuß
noch ein Wandrer mir entgegen .
>>Bring dem Städtchen meinen Gruß !

Und am Tore , wenn des Zöllners
blonde Tochter schaut herfür ,
bring ihr diese wilde Rose ,
grüß sie einmal noch von mir << - !"

Weiter geht's und immer weiter -
ach , noch immer denk ich dein !
Vor mir stehn im Duft die Wälder ,
rückwärts brennt der Abendschein .

Einsam werden Weg' und Stege ,
ganz alleine wandr' ich bald ;
einen Falken seh ich kreisen -
über mir schon rauscht der Wald .


Zuletzt bearbeitet von rita am 08.04.2009, 17:54, insgesamt einmal bearbeitet
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rita
BeitragVerfasst am: 06.03.2009, 11:02  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Im Volkston ...

Als ich dich kaum gesehn ,
musst' es mein Herz gestehn ,
ich könnt ' dir nimmermehr
vorrübergehn .

Fällt nun der Sternenschein
nachts in mein Kämmerlein ,
lieg ich und schlafe nicht
und denke dein .

Is doch die Seele mein
so ganz geworden dein ,
zittert in deiner Hand ,
tu ihr kein Leid !
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2009, 17:52  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Die Heimat hier und hier dein erster Traum !
Das *ühlrad rauscht , so lustig stäubt der Schaum ,
Und unten blinkt der Bach in tiefem Schweigen ,
Ein Spiegelgrund , drin blau der Himmel ruht .
Vom Ufer rings mit ihren dunklen Zweigen
Taucht sich die Erle in die klare Flut .
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Sternchen
BeitragVerfasst am: 30.04.2009, 14:56  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 26.11.2004
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Wohnort: Gronau/Westf.

Walpurgisnacht

Am Kreuzweg weint die verlassene Maid,
Sie weint um verlassene Liebe.
Die klagt den fliegenden Wolken ihr Leid,
Ruft Himmel und Hölle zu Hülfe. -
Da stürmt es heran durch die finstere Nacht,
Die Eiche zittert, die Fichte kracht,
Es flattern so krächzend die Raben.

Am Kreuzweg feiert der Böse sein Fest,
Mit Sang und Klang und Reigen:
Die Eule rafft sich vom heimlichen Nest
Und lädt viel luftige Gäste.
Die stürzen sich jach durch die Lüfte heran,
Geschmückt mit Distel und Drachenzahn,
Und grüßen den harrenden Meister.

Und über die Heide weit und breit
Erschallt es im wilden Getümmel.
»Wer bist du, du schöne, du lustige Maid?
Juchheisa, Walpurgis ist kommen!
Was zauderst du, Hexchen, komm, springe mit ein,
Sollst heute des Meisters Liebste sein,
Du schöne, du lustige Dirne!«

Der Nachtwind peitscht die tolle Schar
Im Kreis um die weinende Dirne,
Da packt sie der Meister am goldenen Haar
Und schwingt sie im sausenden Reigen,
Und wie im Zwielicht der Auerhahn schreit,
Da hat der Teufel die Dirne gefreit
Und hat sie nimmer gelassen
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