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| Kurzgeschichten - Sklavenhandel |
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Verfasst am:
13.11.2009, 08:27

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Da ist Getümmel am Seehafen, da steigen feine Leute in das Schiff, da schuften Arbeiter an Seilen und man bringt Fässer an Board. Der Handel blüht! Und dann plötzlich so eine Kolonne, die aneinandergekettet ist.
Riesige muskulöse schwarze Männer steigen aus der Frachtluke (die Schwachen hat man gleich aussortiert und entweder totgeschlagen oder zurückgelassen); an Ketten laufen sie hintereinander her. Die Augen weit aufgerissen, voller Angst, Unsicherheit und Wut betreten sie zum ersten Mal englischen Boden! Links und rechts Wach-Offiziere mit aufgestecktem Bajonett! Dahinter ein schäbiger Sklavenhändler! Mit dreckigem Lachen zählt er sein Geld. So einer, bei dem man vor lauter Fett die Augen gar nicht richtig sieht.
Und dann ist da plötzlich William Wilberforce. Vielleicht wollte er eine nette Dame noch zum Schiff begleiten, seinen Besuch verabschieden, vielleicht ist er einfach nur aus Neugier zum Hafen gelaufen und war eben noch bestens gelaunt, in romantischer Stimmung, die Sonne scheint nämlich. Dann sieht er, wie die Peitschen der Treiber über die Rücken der Neger saust und wie sie wie Tiere aufschreien!
Von einer Sekunde auf die andere wird es dunkel in der Seele von William! Sein Weltbild bricht völlig zusammen. Er schämt sich zutiefst für seine Zeitgenossen und weiß, dass er es sich selbst in Ewigkeit nicht mehr würde verzeihen können, würde er hier noch länger untätig zusehen. Er entschliesst sich zum Kampf gegen den Sklavenhandel!
(c) teelicht23 |
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Sponsor
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Verfasst am:
13.11.2009, 10:01

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Sehr spannend, teelicht; es gibt hoffentlich noch eine Fortsetzung!
Liebe Grüße Juska |
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Verfasst am:
13.11.2009, 10:51

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Hallo teelicht,
spannend, das schreit nach Fortsetzung.
Liebe Grüße
Ann |
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Verfasst am:
15.11.2009, 08:54

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Offenbar sind die Sklaven schon vor der Landung
des Schiffes an einzelne Besitzer verkauft worden.
"Diese Heuchler", denkt Wilberforce. "Damit wollen sie
bestimmt kein Aufsehen in der Öffentlichkeit erregen,
diese feine englische Gesellschaft!" Den Sklaven, die
von Afrika nach Amerika verteilt wurden, ging es
nämlich meistens anders. Sie wurden gleich auf den
Märkten zum Verkauf angeboten und regelrecht zu
Höchst- oder Niedrigstpreisen verschachert.
Jetzt sieht er plötzlich, wie zwei der Schwarzen in
Richtung Anleger für Flussschiffe nach Hull gebracht
werden.
Seine Heimatstadt! Bislang war dieses Phänomen für
Wilberforce erst weit weg, dann kam es näher und nun?
Ahnungen eines bevorstehenden Albtraumes machen
sich in der Seele von William breit.
Er hatte schon öfters, von angereisten amerikanischen
Händlern, abfällige Bemerkungen über die dortigen
Sklaven gehört. Bemerkungen wie "Das sind wilde
Tiere, die man für die Arbeit zähmen muss", oder
Ähnliches.
William ist aber nicht einer von den einfachen Leuten,
die solchen Geschehnissen machtlos ausgeliefert sind,
sondern er war -als Mitglied des St. John's College,
bereits 1780- als Abgeordneter in das britische
Unterhaus gewählt worden. Er beschliesst daher, sich
genau zu erkundigen, wohin genau diese beiden
Sklaven, abgeführt in Richtung Hull, gebracht würden.
(c) Teelicht23 |
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Verfasst am:
03.12.2009, 07:48

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Wilberforce war schon als Kind fasziniert von der
Erweckungsbewegung der anglikanischen Kirche,
zu deren Gottesdienste Ihn seine Tante immer
mitnahm. Sein Glaube wurde Ihm so schon in jungen
Jahren zum Halt und Trost, vor allem, als sein Vater
-ein Händler im Baltikum-Geschäft- früh starb. William
war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 8 Jahre alt.
Durch sein Erbe bedingt, konnte er sich später politisch
betätigen. Bereits als Teenager wurde Wilberforce stark
mit der Kinderarbeit auf dem Land konfrontiert, die
damals noch nicht verboten war. So setzte er sich
später dafür ein, dass diese Kinder nicht von früh bis
in die Nacht schuften mussten, sondern wenigstens
eine geregelte Arbeitszeit hatten.
Diese Erfahrungen mit den Rechten von Minderheiten,
die keine eigene Lobby hatten, wurden
ausschlaggebend für Williams späteren Kampf gegen
den Sklavenhandel.
Und nun ist später. Die Situation steht direkt vor Ihm.
"Die beiden kommen zu Blackburns nach York",
hört er seinen Informanten flüstern.
Die Blackburns gehören zu einer reichen
Kaufmannsfamilie, deren Urahn einst Bürgermeister
dieser "ewigen Stadt" war.
Lady Blackburn ist in bürgerlichen Kreisen
für Ihre Vergnügungssucht und Ihre guten Kontakte
zu dem Erzbischof von York bekannt.
William steckt seinem Informanten ein paar Scheine
zu und bedankt sich. "Lady Blackburn also. Dieses
launische Weib voller Intrigen. Ich muss einen Kontakt
in dieser Gegend aufbauen. Sonst haben die beiden
Sklaven nicht die geringste Chance auf eine
menschenwürdige Behandlung"
(c) teelicht23 |
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Verfasst am:
04.12.2009, 10:00

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Hallo liebes Teelicht
Wer ist nun Sklave und das launische Weib?
Im Kampf um sein Leben und aus Angst was ist Sünde
wurden wir alle zu Sklaven, machen wir Brüder und Schwester draus
Alles hat seine Zeit und die Schlüsse daraus gezogen.
Es wurde viel von Anfang an falsch gemacht und kein einziger ist ohne Sünde. Wir sind in der Jugend immer taub und blind.
Doch die Auswirkungen der Vergangenheit baut sich mit ein.
Liebe Grüße |
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Verfasst am:
04.12.2009, 14:29

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Hallo Jacqueline,
die Story baut sich langsam auf,
wart's ab..
Schönen 2. Advent wünscht
Teelicht23 |
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Verfasst am:
04.12.2009, 15:51

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Sklavenhandel
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Vielen Dank
und ebenfals einen schönen 2. Advent
Liebe Grüße |
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Verfasst am:
05.12.2009, 09:11

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Sklavenhandel
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Wilberforce beschließt, eine Woche später, geschäftlich
selbst nach York zu reisen, um mit der inzwischen
ausfindig gemachten Schwester der Lady Blackburn,
die mit einem ebenfalls reichen Kaufmann verheiratete
Alison Klindworth, einen Nahkontakt aufzubauen und
dabei wichtige Informationen zu erhalten.
Gesagt getan. Die Blackburns sind in York für ihre
große Aalzucht und den Handel mit diesen bekannt.
Der Schwager von Bill Blackborn, Benjamin Klindworth
hat dabei die Rolle des Exporteurs für ganz Europa
übernommen. Seine Handelskette verkauft tausende
von Aalen jeden Monat an Hofküchen, feine bürgerliche
Restaurants, Hafenmärkte und nicht zuletzt an
Seeschiffe, die als das wichtigste Transportmittel
Englands in dieser Zeit gelten. So mancher Seeadmiral
oder Kapitän, sichert sich auf diese Weise, seinen
kleinen, lukrativen Nebenverdienst.
Das Hofgut der Klindworths befindet sich in
unmittelbarer Nachbarschaft zu den Besitztümern
von Bill Blackburn, auf dessen riesigem Grundbesitz,
Tag und Nacht, vier eigens für diesen Zweck
abgerichtete englische Bulldoggen patroullieren und
somit auch die großen Aalteiche bewachen, womit eine
der wichtigsten Handelsgrundlagen der Blackburns gesichert wird:
Der weltbekannte "Blackburn-Aal".
(c) teelicht23 |
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Verfasst am:
05.12.2009, 10:15

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Was wird nun mit der Maus?
Eine kleine Kirchenmaus
war für die Katz einst das Futter mal
nun tanzen die Mäuse auf dem Tisch
denn die Katz frisst nur noch Fisch
und am allerliebsten Aal
Ich ahne ein gruseliges Ende
oder gibt es immer wieder eine Wende
Und bleibt die Sucht nach Meer
wer hat es denn hier schwer?
Liebe Grüße |
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Verfasst am:
13.12.2009, 10:18

Kurzgeschichten
Sklavenhandel
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Als die leichte Personenkutsche am 2. April 1782
auf dem Hofgut der Klindworths ankommt, regnet es.
Die Bulldoggen haben schon Alarm geschlagen und
John, der Hausdiener, empfängt William höflich,
indem er dessen Mantel und Hut an sich nimmt und
Ihn zum Hauseingang geleitet.
"Die Lady erwartet Sie schon, Sir Wilberforce, darf ich
Ihnen einen Tee bringen?"
"Sehr gerne", antwortet William, während sich die
Mahagoni-Türe zum Zwischensaal langsam öffnet
und eine Damengestalt den Gästesaal betritt.
Alison Klindworth ist eine zarte anmutige Frau, die
schon beim ersten Anblick etwas ausstrahlt,
das William beeindruckt. "Westindisches Mahagoni,
purer Luxus zwar, aber Benjamin liebt es,
wenn seine Handelspartner aus aller Welt darüber
staunen, Sir Wilberforce, Guten Tag.."
Wilberforce erhebt sich und begrüßt Alison Klindworth
mit einer höflichen Geste.
William wagt einen direkten Vorstoß. "Ihr Schwager
liebt es ebenfalls, Wertvolles von anderen Kontinenten
zu holen.." Alison blickt etwas verlegen zur Seite "Sie
haben davon gehört?"
"Zwei schwarze Sklaven, die von Hull nach York
gebracht werden, erregen Aufsehen, Madam", antwortet
Wilberforce mit ruhigem gelassenen Tonfall.
Alison schiebt den Seidenvorhang eines großen
Westfensters zur Seite. "Bill benötigt Hilfskräfte für den
Ausbau und Erhalt weiterer Aalteiche..ich weiß nur von
Patricia, daß er die beiden Sklaven ausschließlich dafür
erworben hat.."
William nickt, ohne jedoch seine Zustimmung
auszudrücken.
"Es ist schon erstaunlich, daß wir als Europäer
einerseits die Verdienste Montesquieu's würdigen
und gleichzeitig den Sklavenhandel billigen,
finden Sie nicht auch, Madam?", stellt er provozierend
fest.
"Mein Schwager hält nichts von den Theorien dieser
französischen Philosophen. Für Ihn hat der Staat nur
die eine Funktion, den Besitz und das Eigentum
-von seinesgleichen- zu schützen".
William spürt die Anspannung und wechselt das Thema.
"Erzählen Sie mir doch bitte von den Vorzügen Ihres
weltbekannten Blackburn-Aals, Lady, ich habe vor,
einige dieser Exemplare -vielleicht vor meiner großen
Geburtstagsfeier im August- käuflich zu erwerben".
FF
(c) Teelicht23 |
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