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| Gedichte - Anna Ritter 1865-1921 Dichterin |
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Verfasst am:
25.09.2011, 20:55

Gedichte
Anna Ritter 1865-1921 Dichterin
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Vergänglichkeit
Wie die Blumen, die zwischen dem Grase stehn,
Verwelken, daß keine Spur mehr bleibt,
So wird die Zeit meine Noth verwehn
Und die Sehnsucht, die mich zum Blühen treibt,
Und wird von all meinem drängenden Leben
Kaum noch ein Hauch in den Lüften schweben.
Geht wohl ein Kind an der Stätte hin,
Darunter ich todt und vergangen bin,
Bricht Blumen von meinem Hügel und lacht:
– O sieh nur, Mutter, die bunte Pracht. –
Und die Mutter schmiegt um des Lieblings Wangen
Die Blüthen, die meinem Staub entsprangen. |
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Verfasst am:
25.09.2011, 20:55

Gedichte
Anna Ritter 1865-1921 Dichterin
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Wehe Liebe
Du sagst, ich sei jung –
Das nimmt mir die Ruh,
Du sagst, ich sei schön –
Ich weine dazu!
Was soll mir die Jugend,
Ich bin ja allein,
Was taugt mir die Schönheit -
Sie ist ja nicht dein!
Ich habe dich lieb –
Du fühlst nicht, wie sehr,
Ich trage ein Leid –
Du weißt nicht, wie schwer !
Ich hatte ein Hoffen,
Das ist nun todt…
Ach, Gott,
Erbarm' dich meiner Noth! |
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Verfasst am:
25.09.2011, 20:56

Gedichte
Anna Ritter 1865-1921 Dichterin
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Erwacht
Warum hast du's angerufen –
Schlief es doch so fest und still!
Da es nun in mir erwachte,
Weiß ich nicht, was werden will!
Mit den großen Sehnsuchtsaugen
Schaut's in jeden Tag hinein…
Lieder sing' ich, müde Lieder,
Doch es schläft nicht wieder ein! |
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Verfasst am:
25.09.2011, 20:56

Gedichte
Anna Ritter 1865-1921 Dichterin
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Abschiedsstunde
Ich stellte gern die alte Uhr zurück!
Die Zeiger machen hastend ihre Runde –
Wir aber haben nur die eine Stunde,
Dann mußt du gehn, und mir dir geht das Glück!
Wie leer wirds dann in meinem Stübchen sein!
Der Frühlingssturm wird an die Fenster klopfen,
Die Winternebel von den Scheiben tropfen –
Und immer bin ich einsam und allein!
So sieh mich an, so liebevoll und still!
Kein Abschiedsschmerz darf mir das Bild verwischen,
Nach Jahren noch soll's mir das Herz erfrischen –
Ich weiß ja nicht, wie ich's sonst tragen will. |
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Verfasst am:
25.09.2011, 20:57

Gedichte
Anna Ritter 1865-1921 Dichterin
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Wie ein Rausch ist deine Liebe,
Deine Küsse wie der Wein –
Trank ich mich an deinen Lippen
Selig satt, so schlaf ich ein.
Und dein Arm ist meine Wiege,
Heimlich singst du mir ein Lied,
Daß ein Glanz von Glück und Liebe
Noch durch meine Träume zieht. |
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