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| Gedichte - Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller |
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Verfasst am:
23.09.2004, 17:17

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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DIESE ROSE von heimlichen Küssen schwer:
Sieh, das ist unsre Liebe.
Unsre Hände reichen sie hin und her,
unsre Lippen bedecken sie mehr und mehr
mit Worten und Küssen sehnsuchtsschwer,
unsre Seelen grüßen sich hin und her -
wie über ein Meer - - wie über ein Meer - - -
Diese Rose vom Duft unsrer Seelen schwer:
sieh, das ist unsre Liebe. |
Zuletzt bearbeitet von Ann am 28.03.2008, 12:53, insgesamt einmal bearbeitet |
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Verfasst am:
20.08.2005, 17:13

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Stammgast

Anmeldungsdatum: 14.08.2005
Beiträge: 83
Wohnort: Bayern
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Das ästhetische Wiesel
Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.
Wißt ihr,
weshalb
Das Mondkalb
verriet es mir
im stillen:
Das raffinier-
te Tier
tats um des Reimes willen. |
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Verfasst am:
20.08.2005, 17:15

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Stammgast

Anmeldungsdatum: 14.08.2005
Beiträge: 83
Wohnort: Bayern
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Ein Lächeln irrt verflogen
durch einen lauten Saal,
bis es auf einem Bogen
von schillerndem Opal
sein kleines Leben endet,
den letzten Blick noch matt
zu der herabgewendet,
die es verloren hat. |
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Verfasst am:
01.01.2006, 18:12

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Die zwei Wurzeln
Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag. |
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Verfasst am:
01.01.2006, 18:14

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch. |
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Verfasst am:
21.03.2006, 19:09

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Die Unterhose
Heilig ist die Unterhose,
wenn sie sich in Sonn und Wind,
frei von ihrem Alltagslose,
auf ihr wahres Selbst besinnt.
Fröhlich ledig der Blamage
steter Souterränität,
wirkt am Seil sie als Staffage,
wie ein Segel leicht gebläht.
Keinen Tropus ihr zum Ruhme
spart des Malers Kompetenz,
preist sie seine treuste Blume
Sommer, Winter, Herbst und Lenz. |
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Verfasst am:
27.05.2006, 18:17

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Das Gedicht "Geh aus mein Herz" ist nicht von Christian Morgenstern, wie irrtümlich angegeben, sondern vor 350 Jahren (1656!) von Paul Gerhardt geschrieben worden.
Peter Kriz |
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Verfasst am:
27.05.2006, 19:42

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Hallo Herr Kriz,
vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ich habe es sofort in Ordnung gebracht..
LG Ann |
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Verfasst am:
12.07.2006, 19:11

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Von den heimlichen Rosen
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn -
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.
Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einm Wald -
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.
Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn -
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn. |
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Verfasst am:
04.03.2007, 13:38

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Hasengedicht
Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.
Doch, im Besitze eines Zeißes,
betrachtet voll gehaltnen Fleißes
vom vis-a-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.
Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm |
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Verfasst am:
16.01.2008, 16:30

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Glück
Nun hebt in banger Fülle meine Welt ,
der Jahre Gärten wollen Frühte tragen .
Und wie auf weichen Wiesenteppich oft
ein goldner Apfel , zart empfangen , rollt ,
so rührt den Plan der täglichen Gefühle
ein heimlich reif und süß geworden Lied . |
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Verfasst am:
16.01.2008, 16:40

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Friede
Wie weich sich Form und Farbe binden
in Sommermittags glühem Hauch :-
das Dach , Ein Wölkchen Rauch ;
Der Bergbach , desssen heitre Eile
sich glitzernd durch die Wiese webt ;
der Straße laubverhüllte Zeile ,
die ahndevoll zur Ferne strebt ;
Und all dies gültig eingeschlossen
von hoher Felder Gold und Duft ;
und alles flimmernd überflossen
von lerchenlauter Jukliluft
Ich schau des Herdrauchs fromme Kreise
zum hohen Blau erblassend zieh -
und meine Seele füllen leise
des Friedens süße Harmonien . |
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Verfasst am:
16.01.2008, 16:53

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Wohl kreist verdunkelt oft der Ball ..
doch über den paar Wolken droben ,
da blaut das sterndurchtanzte All
und läßt sich von den Göttern loben .
Die liegen auf den Wolkenbergen
wie Hirten einer Fabelwelt ,
und wissen kaum von all den Zwergen ,
die das Gebirg im Schoße hält .
Sie lachen mit den weißen Zähnen
den Göttern andrer Sterne zu -.
Komm , Bruder , laß die leeren Tränen ,
wir sind auch Götter , ich und du ! |
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Verfasst am:
28.02.2008, 22:27

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Weidenkätzchen
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
Wollen's gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt. |
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Verfasst am:
28.03.2008, 17:52

Gedichte
Christian Morgenstern 1871-1914 Schriftsteller
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Das Huhn
In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,
geht ein Huhn
hin und her ...
Wo, wo ist der Herr Stationsvorteh´r
Wird dem Huhn
man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
daß ihm unsere Sympathie gehört,
selbst an dieser Stätte, wo es - "stört"!
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