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  Gedichte  -  Ludwig Heinrich Hölty 1748-1776 volkstüml. Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:50  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Ludwig Heinrich Hölty 1748-1776 volkstüml. Dichter
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Grabe, Spaten, grabe

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
Dank' ich Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
Kommen einst zu mir.

Weiland groß und edel,
Nickte dieser Schädel
Keinem Gruße Dank.
Dieses Beingerippe
Ohne Wang' und Lippe
Hatte Gold und Rang.

Jener Kopf mit Haaren
War vor wenig Jahren
Schön, wie Engel sind.
Tausend junge Fäntchen
Leckten ihm das Händchen,
Gafften sich halb blind.

Grabe, Spaten, grabe!
Alles, was ich habe,
Dank' ich Spaten, dir!
Reich' und arme Leute
Werden meine Beute,
Kommen einst zu mir.
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:52  Neue Antwort erstellen
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Ludwig Heinrich Hölty 1748-1776 volkstüml. Dichter
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Apoll und Dafne


Apoll, der gern nach *ädchen schielte,
wie Dichter thun,
sah einst im Thal, wo Schatten kühlte,
die Dafne ruh'n.

Er nahte sich mit Stutzertritten,
mit Ach und Oh,
als Dafne schnell mit Zephirschritten
dem Gott entfloh.

Sie flog voran; Apollo keuchte
ihr hitzig nach,
bis er die Schöne fast erreichte
am Silberbach.

Da rief sie: Rettet mich, ihr Götter!
Die Thörin die!
Zeus winkt und starre Lorbeerblätter
umfliegen sie.

Ihr Füßchen, sonst so niedlich, wurzelt
im Boden fest;
Apollo kömmt herangepurzelt
und schreyet: Pest!

Dann lehnt er seine Wangen
ans grüne Holz:
Jüngst eine Nimfe, sein Verlangen,
der Nimfen Stolz!

Er girrt ein Weilchen, sinnt, und pflücket
sich einen Kranz,
der seine blonden Scheitel schmücket
bey Spiel und Tanz.

Du arme Dafne! Tausend pflücken
nun Kränze sich
von deinen Haaren, sich zu schmücken!
Du dauerst mich!

Die Krieger und die Dichter zausen
in deinem Haar,
wie Stürme, die den Wald durchbrausen!
Die Köche gar!

Ja, ja, die braunen Köche ziehen
dir Locken aus,
zum lieblichen Gewürz der Brühen
beym Hochzeitsschmaus!

Laßt, *ädchen, euch dieß Beyspiel rühren,
das Warnung spricht,
und flieht, solang' euch Reitze zieren
uns Dichter nicht!
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:53  Neue Antwort erstellen
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Holder klingt der Vogelsang

Holder klingt der Vogelsang,
Wenn die Engelreine,
Die mein Jünglingsherz bezwang
Wandelt durch die Haine.

Röter blühen Tal und Au,
Grüner wird der Wasen,
Wo die Finger meiner Frau
Maienblumen lasen.

Ohne sie ist alles tot,
Welk sind Blüt' und Kräuter;
Und kein Frühlingsabendrot
Dünkt mir schön und heiter.

Traute, minnigliche Frau,
Wollest nimmer fliehen;
Daß mein Herz, gleich dieser Au,
*ög' in Wonne blühen!
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:54  Neue Antwort erstellen
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Der Liebende

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wenn dein Gesicht
Voll Engellicht
Den Gruß des Friedens winket.

Ein süßer Blick,
Ein Wink, ein Nick,
Glänzt mir wie Frühlingssonnen;
Den ganzen Tag
Sinn' ich ihm nach,
Und schweb' in Himmelswonnen.

Dein holdes Bild
Führt mich so mild
An sanfter Blumenkette;
In meinem Arm
Erwacht es warm,
Und geht mit mir zu Bette.

Beglückt, beglückt,
Wer dich erblickt,
Und deinen Himmel trinket,
Wem süßer Blick
Und Wink und Nick
Zum süßern Kusse winket.
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:57  Neue Antwort erstellen
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Schale der Vergessenheit

Eine Schale des Stroms, welcher Vergessenheit
Durch Elysiums Blumen rollt,
Bring, o Genius, bring deinem Verschmachtenden!
Dort, wo Phaon die Sängerin,
Dort, wo Orpheus vergaß seiner Eurydike,
Schöpf den silbernen Schlummerquell!
Ha! Dann tauch' ich dein Bild, spröde Gebieterin,
Und die lächelnde Lippe voll
Lautenklanges, des Haars schattige Wallungen,
Und das Beben der weißen Brust,
Und den siegenden Blick, der mir im Marke zuckt,
Tauch' ich tief in den Schlummerquell.
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:59  Neue Antwort erstellen
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Freuden sonder Zahl
Blühn im Himmelssaal
Engeln und Verklärten,
Wie die Väter lehrten.
O da *öcht ich sein
Und mich ewig freun!

Jedem lächelt traut
Eine Himmelsbraut;
Harf und Psalter klinget,
Und man tanzt und singet.
O da *öcht ich sein
Und mich ewig freun!

Lieber bleib ich hier,
Lächelt Laura mir
Einen Blick, der saget,
Daß ich ausgeklaget.
Selig dann mit ihr,
Bleib ich ewig hier!
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:59  Neue Antwort erstellen
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Seufzer

Die Nachtigall
Singt überall
Auf grünen Reisen
Die besten Weisen,
Daß ringsum Wald
Und Ufer schallt.

Manch junges Paar
Geht dort, wo klar
Das Bächlein rauschet,
Und steht, und lauschet
Mit frohem Sinn
Der Sängerin.

Ich höre bang'
Im düstern Gang
Der Nachtigallen
Gesänge schallen;
Denn ach! allein
Irr' ich im Hain.
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rita
BeitragVerfasst am: 23.01.2008, 13:44  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Der alte Landmann an seinenSohn (andereVersion )
Üb immer Treu und Redlichkeit
bis an dein kühles Grab
und weiche keinen fingerbreit
von Gottes Wegen ab .(ok )
Dann:
Dann wirst du auf der grünen Aun
durchs Pilgerleben gehn,
dann kannst du sonder Furcht und Graun
dem Tod ins Auge seh n.

Dann wird die Sichel und der Pflug
in deiner Hand so leicht,
Dann singest du beim Wasserkrug ,
als wär dir Wein gereicht .
Dem Bösewicht wird alles schwer ,
er tue was er tu ,
der Teufel treibt ihn hin und her
und läßt ihm keine Ruh .

Der schöne Frühling lacht ihm nicht ,
ihm lacht kein Ährenfeld ;
er ist auf Lug und Trug erpicht
und wünscht sich nichts als Geld .
Der Wind im Hain , das Laub am Baum
saust ihm Entsetzen zu ;
er findet nach des Lebens Traum
im Grabe keine Ruh .

Dann muß er in der Geisterstund
aus seinem Grabe gehn
und oft als schwarzer Kettenhund
vor seiner Haustür stehn .
Die Spinnerinnen , die , das Rad
im Arm , nach Hause gehn ,
erzittern wie ein Espenblatt ,
wenn sie ihn liegen sehn .

Und jede Spinnestube spricht
von diesem Abenteur
und wünscht den toten Bösewicht
ins tiefste Höllenfeuer .
der alte Kunz war bis ans Grab
ein rechter Höllenbrand ;
er pflügte seinem Nachbarn ab
und stahl ihm vieles Land .

Nun pflügt er als ein Feuermann
auf seines Nachbars Flur
und mißt das Feld hinab , hinan
mit einer glühenden Schnur ;
er brennet wie ein Schober Stroh
dem glühenden Pfluge nach
und pflügt und brennet lichterloh
bis an den hellen Tag .

Der Amtmann , der im Weine floß ,
der Bauern schlug halbkrumm ,
trabt nun auf einem glühnden Roß
in jenen Wald herum .
Der Pfarrer , der aufs Tanzen schalt
und Filz und Wuchrer war ,
steht nun als schwarze Spukgestalt
am nächtlichen Altar.

Üb immer Treu und Redlichkeit,
bis an dein kühles Grab ,
und weiche keinen Finger breit
von Gottes Wegen ab ,
dann suchen Enkel deine Gruft
und weinen Tränen drauf ,
Und Sommerblumen , voll von Duft ,
blühn aus den Tränen auf .
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 11:21  Neue Antwort erstellen
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Frühlingslied

Die Luft ist blau, das Tal ist grün,
die kleinen Maienglocken blühn
und Schlüsselblumen drunter;
der Wiesengrund ist schon so bunt
und malt sich täglich bunter.

Drum komme, wem der Mai gefällt,
und freue sich der schönen Welt
und Gottes Vatergüte,
die diese Pracht hervorgebracht,
den Baum und seine Blüte.
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rita
BeitragVerfasst am: 16.03.2008, 12:20  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Liebe Ann . Auch mein liebstes Gedicht . Schon von Großeltern- Zeit her.
Üb immer Treu und Redlichkeit....

Damals lernte ich es bei den älteren Frauen , die bei der Ernte -
Arbeit , Hausarbeit usw sangen.Ob es Kartoffelschälen , draußen ,
oder Bohnen/ Erbsen auskrüllen , oder abdöppen von anderen Obstsorten war , man hörte und sang nebenbei .Schöne Grüße , wunderbar Rita
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rita
BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 20:33  Neue Antwort erstellen
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Ludwig Heinrich Christoph Hölty
geb.am 21. 12.1748 zu Mariensee in Hannover ,
studierte seit 1769 Theologie in Göttingen ,
gest. am 1. 09 .1776 in Hannover ,
aus 'Deutsche Gedichte ' 1921
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rita
BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 20:50  Neue Antwort erstellen
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Aufmunterung zur Freude
(1776)

Wer wollte sich mit Grillen plagen
solange uns Lenz und Hoffnung blühn?
Wer wollt in seinen Blütentagen
die Stirn in düstre Falten ziehn ?

Die Freude winkt auf allen Wegen ,
die durch dies Pilgerleben gehn ;
sie bringt uns selbst den Kranz entgegen ,
wenn wir am Scheidewege stehn .

Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle ,
noch ist die Laube kühl und grün ;
noch scheint der liebe Mond so helle ,
wie er durch Adams Bäume schien ,

noch macht der Saft der Purpurtraube
des Menschen krankes Herz gesund ;
noch schmecket in der Abendlaube
der Kuss auf einen roten Mund .

Noch tönt der Busch voll Nachtigallen
dem Jüngling süsse Fühlung zu ;
noch strömt , wenn ihre Lieder schallen ,
selbst in zerissne Seelen Ruh !

O wunderschön ist Gottes Erde ,
und wert , darauf vergnügt zu sein !
Drum will ich bis ich Asche werde ,
mich dieser schönen Erde freun !
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rita
BeitragVerfasst am: 30.03.2009, 10:09  Neue Antwort erstellen
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Das Landleben

Wunderseliger Mann , welcher der Stadt entfloh !
Jedes Säuseln des Baums , jedes Geräusch des Bachs,
jedes bkinkende Kiesel
predigt Tugend und Weisheit ihm !

Jeder dämmernde Hain ist ihm ein heiliger
Tempel , wo ihm sein Gott näher vorüberwallt ,
jeder Rasen ein Altar ,
wo er vor dem Erhabnen kniet !

Seine Nachtigall tönt Schlummer herab auf ihn ,
seine Nachtigall weckt flötend ihn wieder auf ,
wann das liebliche Frührot
durch die Bäume auf sein Bette scheint .

Dann bewundert er dich , Gott , in der Morgenflur ,
in der steigenden Pracht deiner Verkünderin ,
der allherrlichen Sonne ,
dich im Wurm und im Knospenzweig ;

ruht im wellenden Gras , wann sich die Kühl ergiesst ,
oder strömt den Quell über die Blumen aus ;
trinkt den Atem der Blüte ,
trinkt die Milde der Abendluft ,

sein bestrohetes Dach ,wo sich das Taubenvolk
sonnt und spielet und hüpft , winket ihm süssre Rast
als dem Städter der Goldsaal ,
als der Pollster der Städterin .

Und der spielende Trupp schwirret zu ihm herab ,
gurrt und säuselt ihn an . flattert ihm auf den Korb ,
picket Krumen und Erbsen ,
picket Körner ihm aus der Hand .

Einsam wandelt er oft , Sterbegedanken voll ,
durch die Gräber des Dorfs ,setzet sich auf ein Grab
und beschauet die Kreuze
und den wehenden Totenkranz .

Wunderseliger Mann , welcher der Stadt entfloh !
Engel segneten ihn , als er geboren ward ,
streuten Blumen des Himmels
auf die Wiege des Knaben aus .
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rita
BeitragVerfasst am: 30.03.2009, 10:17  Neue Antwort erstellen
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Auftag

Ihr Freunde hänget , wann ich gestorben bin ,
die kleine Harfe hinter dem Altar auf ,
wo an der Wand die Totenkränze
manches verstorbenen *ädchens schimmern .

Der Küster zeiget dann freundlich dem Reisenden
die kleine Harfe , rauscht mit dem roten Band ,
das , an der Hrfe festgeschlungen ,
unter den goldenen Saiten flattert .

Oft , sagt er staunend , tönen im Abendrot
von selbst die Saiten leise wie Bienenton ,
die Kinder , hergelockt vom Friedhof ,
hörten's und sahn , wie die Kränze bebten .
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2009, 16:28  Neue Antwort erstellen
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Ein Leben wie im Paradies
gewährt uns Vater Rhein .
Ich geb es zu : ein Kuss ist süss ,
doch süsser ist der Wein .
Ich bin so fröhlich wie ein Reh ,
das um die Quelle tanzt ,
wenn ich den lieben Schenktisch seh '
und Gläser drauf gepflanzt .

Was kümmert mich die ganze Welt ,
wenn's liebe Gläschen winkt ,
und Traubensaft , der mir gefällt ,
an meiner Lippe blinkt ?
Dann trink' ich wie ein Götterkind
die vollen Flaschen leer ,
dass Glut ,mir durch die Adern rinnt ,
und ford're taumelnd mehr .

Die Erde wär' ein Jammertal
voll Grillensang und Gicht ,
wüchs' uns zur Linderung unsrer Qual
der edle Rheinwein nicht .
Der hebt den Bettler auf den Thron ,
schafft Erd' und Himmel um
und zaubert jeden Erdensohn
straks ins Elysium .

Er ist ein wahrer Banace ,
verjüngt des Alten Blut ,
verscheuchet Hirn und Magenweh ,
und was er weiter tut !
Drum lebe das gelobte Land ,
das uns den Wein erzog !
der Winzer , der ihn pflanzt ' und band ,
der Winzer lebe hoch !

Und jeder schönen Winzerin ,
die uns die Trauben las ,
weih ' ich , als meiner Königin ,
dies volle Deckelglas .
Es lebe jeder deutsche Mann ,
der seinen Rheinwein trinkt ,
so lang ers Kelchglas halten kann ,
und dann zu Boden sinkt !
Hölty , 1789
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