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  Kurzgeschichten  -  Gefährliche Bonbons (erster Versuch einer Satire?)
Eintagsflatter
BeitragVerfasst am: 15.04.2010, 17:39  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Gefährliche Bonbons (erster Versuch einer Satire?)
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Stammgast
Stammgast


Anmeldungsdatum: 23.03.2010
Beiträge: 31

Ich gehe meinen kleinen Sohn Jonas vom Kindergarten abholen.
Rein zufällig laufe ich an zwei, sich erregt unterhaltenden Frauen, vorbei. Dabei schnappe ich, aus Versehen einen Wortfetzen auf: „ …, also DIE werden immer schlimmer! …“
Neugierig geworden verlangsame ich meine Schritte und komme nahe der beiden Frauen, an einem Klettergerüst zum Stehen. Von diesem Platz aus, kann ich das Gespräch perfekt belauschen, was ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, sehr gern tue. Ich höre angespannt weiter und bekomme folgendes, sehr interessantes Gespräch mit:
“Ja richtig, wie neulich meine Tochter. Wir kamen vom Einkauf aus der Stadt, hatten noch eine Runde im Park gedreht und traten gerade auf den Bürgersteig vor dem Park und somit auch an die Straße. Ich reiche meiner Tochter die Hand, um mit ihr über die Straße zu gehen, als sie wie wild geworden, blitzschnell über die Straße läuft.
Ich dachte, dass sie jetzt wohl vollkommen verrückt geworden sein musste, wo doch in fünfhundert Meter Entfernung ein Auto angefahren kam. Das hätte ziemlich schief gehen können.
Als sie auf der anderen Straßenseite angekommen war, brüllte ich zu ihr hinüber, sie solle sofort wieder zu mir kommen.
Was tat sie?
Sie grinste mich einfach an, frech wie Oskar und tat nicht dergleichen. Wutschnaubend stampfte zu ihr hinüber, wobei ich extra auf den Verkehr achtete um als gutes Beispiel voran zu gehen. In fünf Meter Entfernung, kam ein Auto an gebraust. Ich war schnell und schaffte es gerade noch so, rechtzeitig den Bürgersteig zu erreichen, bevor mir das Auto die Füße hat zermalmen können.
So baute ich mich vor ihr auf und fragte sie in erregtem Tonfall, was das eben gewesen sein sollte. Sie druckste herum und hielt ihre Hände hinter dem Rücken verborgen. Ich wollte sie wieder bei der Hand nehmen, doch wieder widerstrebte sie. Mit einer großen Kraftanstrengung konnte ich ihre Arme vom Rücken losreißen, wobei meine kleine Tochter lauthals protestierte. Doch das war mir reichlich egal.
Als ich ihre Arme frei hatte, wollte ich sie wiederum an die Hand nehmen, doch sie hatte ihre Hände zu einer Faust geballt.
Ich hatte eine schreckliche Vorahnung.
So bog ich, mit einer noch gewaltigeren Kraftanstrengung, ihre Finger auseinander,…
Und was schätzt du, befand sich in der kleinen unschuldigen Hand meiner Tochter?“
Die andere Frau:“ Keine Ahnung?!“
Die erste Frau: „ Ein kleines, gelbes, klebriges Bonbon, dass ihr der Man aus dem Eckladen in der Gäblerstraße zu gesteckt hatte, weil sie so begierlich auf das große Glas mit bunten Bonbons auf der Theke gestarrt hatte.
Das weiß ich, weil es mir meine Tochter nach einem gewaltigen Wutanfall von meiner Seite her, gesagt hat.
Ich dachte ich müsste zurück in den Laden gehen und den Verkäufer zur öffentlich Steinigung schleppen zulassen.
Er hatte meiner unbescholtenen Tochter ein BONBON gegeben.
Was, frage ich dich, kann ein kleines Kind wie sie, gegen solche Verlockungen unternehmen?
So eine Dreistigkeit des Verkäufers aber auch! Kleine Kinder in so jungem Alter auf den Weg der Fettsucht zu führen. In einem Bonbon ist ja soviel Zucker, davon können die Kinder dick und unbeweglich werden. Gerade in dem Alter ist es wichtig, auf die Ernährung der Kleinen zu achten, wo sie sich doch im Kindergarten sowie so kaum bewegen. „

Man hat mir ein kräftige Ohrfeige verpasst, jedenfalls bildlich gesehen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Bonbons in diesem Alter so gefährlich sein können. Schockiert gehe ich in Richtung Kindergartengebäude, hole meinen Sohn und gehe mit ihm zum Fleischer.
Dort wird es hoffentlich keine, so verführerischen, bunten Bonbons geben, die meinen Jungen in die Fettsucht treiben können.
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Ann
BeitragVerfasst am: 15.04.2010, 17:55  Neue Antwort erstellen
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Gefährliche Bonbons (erster Versuch einer Satire?)
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Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 34401
Wohnort: Gronau

"Magst du eine Scheibe Wurst?"

Hallo Eintagsflatter,

Eine gelungene Geschichte.

Liebe Abendgrüße
Ann :
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