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  Plaudern auf der Gartenbank  -  Suche ein Gedicht!
suswas
BeitragVerfasst am: 20.04.2010, 21:19  Neue Antwort erstellen
Plaudern auf der Gartenbank
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Neuling
Neuling


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 2

Wer kann helfen? Suche schon lange ein Gedicht mit dem Titel "Der Teufelsmaler" - im Inhalt geht es um einen "Peter von Brügge". Weiß leider nicht mehr, wer es geschrieben hat! Kennt jemand vielleicht den gesamten Text???
Wäre für Hilfe sehr dankbar!!!
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Ann
BeitragVerfasst am: 21.04.2010, 17:56  Neue Antwort erstellen
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Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 34401
Wohnort: Gronau

Hallo suswas,

ist es das folgende Gedicht?

Der Teufelsmaler

Karl Hans Strobl

Peter von Brügge, wo kommst du her?
Ich glaube, du kommst aus der Schenke,
lachst vor dich hin und wankst, wie schwer
beladen mit starkem Getränke;
von Mitternacht bis zum Hahnenschrei
streicht hier am Galgen der Teufel vorbei,
und er hasst dich, Peter von Brügge!

Und schon wuchs es vor ihm aus der Mitternacht,
ein Junker in Samt und Seiden:
„Nun frag ich dich, Peter, mit gutem Bedacht,
was magst du an mir nicht leiden?
Sieh mich doch nur genauer an;
bin ich nicht sauber und wohlgetan?
Was tat ich dir, Peter von Brügge?

Bin ich denn wirklich so missgestalt,
so scheußlich mit Hörnern und Klauen,
wie du mich hundertmal schon gemalt,
ein Weiberschrecknis und Grauen.
Und malst du mich künftig artig und fein,
so soll es, beim Teufel, dein. Schaden nicht sein,
bedenke dich, Peter von Brügge!"

Peter von Brügge, was sagst du jetzt?
Er tat einen mächtigen Lacher:
„Ich hab mein Heil auf die Jungfrau gesetzt -
und nicht auf den Widersacher.
Du feiner Junker, mich täuschest du nicht,
ich male auch künftig dein wahres Gesicht,
und bleibe der Peter von Brügge."

Da spuckte der Teufel Schwefel und Pech
und rauchte aus allen Gelenken:
„Fix Gramattanten, so mohrenfrech,
das will ich dir Pinsler gedenken!"
Da kam aus dem Dorfe ein Hahnenschrei,
und da war die Macht des Teufels vorbei,
und er ließ den Peter von Brügge.

Am dritten Tage rief ihn der Abt
und reicht ihm die fleischigen Hände:
„Schon lange hätten wir gerne gehabt
zum Schmuck für die kahlen Wände
die Jungfrau, wie sie zum Himmel schwebt,
sich über den alten Feind erhebt,
das malst du uns, Peter von Brügge!"

Peter von Brügge, schwindelt dich nicht
hoch oben auf schwankem Gerüste?
Er malte vom frühen ins sinkende Licht, -
als ob er kaum ruhen müsste;
stand heiß, mit ganz verdrehtem Genick
und hatte für anderes keinen Blick.
So malte der Peter von Brügge.

Die Jungfrau blühte im Heiligenschein,
der Himmel stand leuchtend offen,
die Heiligen saßen auf Wolkenreih'n
in kostbaren flandrischen Stoffen,
und mit der Jungfrau schwebte ein Chor
von rosenstreuenden Englein empor -
so malte sie Peter von Brügge.

Tief unten aber im Höllengraus
lag kettenrasselnd der Schwarze,
- Potz Flammberg, wie sah der im Bilde aus! -
mit Rüssel und Höcker und Warze
und Hörnern und Schweif und Pferdefuß,
und drunter stand: „Einen schönen Gruß!
Hoc feci! Peter von Brügge."

Peter von Brügge, hab acht, hab acht!
Wie kannst du der Drohung vergessen
am Galgenhügel um Mitternacht,
und bist du nicht allzu vermessen?
Ein Junker wollte der Satan sein -
und du malst ihn wieder als Warzenschwein -
Hüte dich, Peter von Brügge!

Und als das Gemälde vollendet war,
da wollt er dem Himmel danken:
„Gegrüßet seist du, Maria, klar..."
Da spürt' er den Boden wanken,
er griff um sich, das Gerüste brach,
dem Stürzenden gellte ein Lachen nach:
„Ho, ho, Herr Peter von Brügge!"

Noch stammelte er im Sturze hinab:
„O hilf, Maria, jetzunder
deinem Diener" - und schon begab
sich da das lieblichste Wunder:
Die Englein schwebten hervor aus dem Bild
und fingen ihn auf und trugen ihn mild
zu Boden, den Peter von Brügge ...

Und daraus zeigt sich, ein Maler darf
bei Nacht vorbeigehn am Galgen,
er darf bisweilen auch zechen scharf
und sich mit dem Teufel balgen,
nur muss er in seinem Herzensschrein
ein richtiger frommer Maler sein
wie dieser Peter von Brügge.

Liebe Grüße
Ann
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suswas
BeitragVerfasst am: 22.04.2010, 08:19  Neue Antwort erstellen
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Neuling
Neuling


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 2

Hallo Ann,

vielen lieben Dank für die tolle Hilfe! Hätte nicht gedacht, dass sich tatsächlich jemand die Mühe macht und mir das Gedicht schickt!!! Habe es vor Jahren in der Oberschule als Beitrag für den Deutschunterricht auswendig gelernt und es zu diesem Zweck von einem Verwandten aus Graz bekommen, der mittlerweile aber verstorben ist. In meinen Unterlagen konnte ich es nicht mehr finden, aber auch im Internet war es mir unmöglich es ausfindig zu machen, obwohl ich mir wenigstens beim Titel sicher war.
Ich freue mich echt riesig und hoffe, auch mal helfen zu können!

Alles Liebe
Susanne
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