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  Kurzgeschichten  -  Vielleicht beim Landgang - Kurzgeschichte
teelicht23
BeitragVerfasst am: 23.05.2010, 12:48  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Vielleicht beim Landgang - Kurzgeschichte
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 22.01.2008
Beiträge: 799

Neue Hoffnung, neues Glück?
====================
Nun ist schon der zweite Tag angebrochen.
Bruno Pany, 52 Jahre, geschieden, von
Beruf Trockenbauer, 3 erwachsene Kinder,
ist seit 2 Tagen auf der "Las Palmas",
wofür er eine 8 tägige Kreuzfahrt gebucht
hat.

Neben Ihm auf Deck 2 Süd, eine schon leicht
gebräunte Dame, in etwa 45 Jahre alt, im Badeanzug.
Wohl wegen dem Wind, der noch kühle Brisen mit sich
bringt, trägt Sie keinen Bikini.

Die Dame ist vertieft in ein Buch und Bruno
kann auch keine Augenbewegungen hinter
den großen Gläsern Ihrer Sonnenbrille orten.
Dennoch fühlt er sich merkwürdig angezogen,
ja geradezu hingezogen zu Ihr.
Deshalb nimmt er auf dem noch freien
Liegestuhl links neben der Dame Platz.

Sie reagiert in keinster Weise, nicht einmal
Ihr Buch bewegt sich, als er sich mit einem
"ahh" in den Stuhl zurückfallen lässt.
Neugierig versucht Bruno durch einen Blick
in Ihre Richtung den Titel des Buches
zu erkunden, was ihm jedoch nicht gelingt.

Die wohlgeformte Figur der Dame, deren
Beine er besonders anziehend fndet,
lassen seinen Blick immer wieder -scheinbar
zufällig- in Ihre Richtung abschweifen.
Die Dame reagiert in keinster Weise,
sondern weiterblättert nur ab und zu,
fast stoisch. Entweder Sie bemerkt ihn
überhaupt nicht, oder ignoriert jegliches
Lebenszeichen Brunos, bewusst.

"Nun, hier kann ich vielleicht noch ein
neues Spiel mit neuem Glück starten",
denkt Bruno sich, dessen Scheidung nunmehr
4 Jahre zurückliegt und dem vom
gemeinsamen Haus und Vermögen
nur wenig übrig geblieben war.
Für diese Kreuzfahrt hat er 2 Jahre
gespart.
Gelangweilt greift er nach dem
Reiseführer, der auf dem kleinen
Beistelltisch nebem ihm liegt und
überfliegt die Reisestationen:
Reisetag:

  1. Venedig
  2. Dubrovnik (Kroatien)
  3. Korfu (Griechenland)
  4. Piräus - Athen (Griechenland)
  5. Argostoli (Kefallinia, Griechenland)
  6. Kotor (Montenegro)
  7. Ancona (Italien)
  8. Venedig (Italien)


Ja, sie sollten heute gegen Mittag
im Hafen von Dubrovnik anlegen.
Vielleicht hätter er dann die Chance,
der Dame bei einem eventuellen Landgang
näher zu kommen. Bruno gibt noch nicht
auf, so schnell gibt Bruno niemals auf.

Die Dame hat das Buch inzwischen beiseite
gelegt und ihren Liegestuhl tiefer gestellt.
Bewegungslos aalt Sie sich nun in der Sonne,
welche ab und zu durch kleinere Zugwolken
verdeckt wird, um dann immer wieder
mit warmen Strahlen durchzubrechen.

Der Kabinenzwischenfall
=================
Bis Dubrovnik sind es noch circa anderthalb
Stunden. Bruno ist von seiner Kabinenwand
genervt. "Hier hat's doch 'mal gebrannt",
bemerkt er ärgerlich, als er die schwärzlichen
Streifen -hinter dem kleinen Zweiplattenherd
für Schnellgerichte- an der Wand bemerkt.
"Und für diese Bude zahle ich so einen Horrorpreis",
spricht er ärgerlich zu sich selbst.

Doch Bruno ist ein Mann der Tat und so verlässt
er die Kabine in Richtung Hochdeck, wo er
am gestrigen Abend einen Raum mit der
Aufschrift "Betriebsraum, Ersatzteile, Farben"
entdeckte.
Die Türe liegt Richtung Norden, so dass
kein Passagier oder jemand von der
Besatzung gerade in der Nähe ist, als
Bruno den Vierkant mit einer Kombizange
umdreht. Er führt auf jeder Reise einen
gewissen Mindestbestand an Werkzeug mit.
Man kann ja nie wissen!

Bruno knipst das Licht im Betriebsraum an
und befindet sich im Nu vor einem Regal
mit Waschbecken. Alle noch im Karton
verpackt. Dahinter befinden sich Armaturen,
Duschschläuche und Brauseköpfe,
Toilettensitze und Spiegel.
"Mann, die haben aber vorgesorgt",
brummt er in seinen bereits leicht
ergrauten Handwerkerbart.
Schliesslich stapft er ein paar Regale
weiter und findet endlich, wonach er
sucht: "Wandfarbe Innenweiss matt".
Bruno schnappt sich einfach eine 2,5 kg
Dose und daneben befindet sich ein
Blechschrank, in dem verschiedene
Pinsel und Rollen lagern.

Er greift sich einen 20cm breiten Pinsel,
eine Heizkörperrolle und einen
Abstreifer und macht sich so schnell
wie möglich wieder aus dem Staub.
In der Kabine angekommen,
stellt er den Abstreifer in's Wasch-
becken und los geht's.
Bruno streicht und streicht und
schliesslich stellt er sich auf die
kleine Bierkiste, um an die Decken-
ränder zu gelangen, als die
Schiffsirene zweimal laut ertönt.
"Shit, die haben es gemerkt!"

Bruno greift überstürzt nach der
Farbe, derweil die Bierkiste seitlich
wegknickt und er ausrutschend
den Farbtopf vom Waschbeckenrand
zieht. Dieser rollt nun am Kabinenboden
und entleert sich dabei.
"So eine Sch......... verdammt"
Bruno stellt den Farbtopf so schnell
wie möglich aufrecht und versucht
die bereits ausgelaufene Farbe
mit Zeitungsblättern zu binden.
Doch zu spät. Die Bodenfliesen
haben bereits zwei grosse Flecken
eingesaugt und damit den
Beweis für Brunos heimliches Treiben
gespeichert.

Er greift schell einen Müllsack aus
dem Wandschrank und verstaut
alles darin. Farbtopf, Rolle, Pinsel,
Abstreifer. "Das Zeug muss raus
hier, bevor die Kabinencheck
machen", denkt Bruno erregt.
Er öffnet die Türe vorsichtig,
um nachzusehen, ob die Luft
frei ist.
In diesem Moment kommt sein
Kabinennachbar heran und meint
"Habn Sie det ooch jesehen?
Gerade hat die Las Palmas die
Queen Victoria begrüsst mit
der Hupe dö. Die is uff'm Kreuzkurs
vorbeijeloofen".
Bruno stammelt "aber natürlich,
prima" und verabschiedet sich so
nett wie möglich in Richtung Innenkabine.
Er setzt sich erst einmal erleichtert und
beschwert zugleich von innen vor die Türe
und murmelt stoisch "Warum mir, warum mir"

Die Taufe
=======
Eine Durchsage ertönt durch den
Kabinen-Lautsprecher.
Bruno zuckt innerlich zusammen.
"Liebe Fahrgäste, planmässig erreichen
wir Dubrovnik gegen 11:00. Wir werden
einen kleinen Landausflug unternehmen,
zu dem wir Sie alle herzlich einladen.
Sie haben die Möglichkeit vor Ort ein
Mittagessen einzunehmen und anschliessend
einen kleinen Stadtbummel zu unternehmen.
Bitte seien Sie rechtzeitig um 15:00 wieder am
Anleger, da unser Schiff pünktlich um 15:30
ablegen wird. Auf verspätete Nachzügler können wir
leider keine Rücksicht nehmen. Ausserdem bieten
wir Ihnen an, zwischen 10:00 und 10:45 an
einem Bord-Gottesdienst teilzunehmen.
Die kleine Anna-Maria Schickel wird dabei getauft
werden. Sie finden den Gottesdienst auf Deck 5.
Vielen Dank.

Bruno blickt nervös auf die Uhr. Es ist
Sonntag 9:55 Uhr. Er verlässt seine Kabine und
schliesst hastig von aussen ab. Sein Nachbar verlässt
die Kabine zur gleichen Zeit.
"Na jehen Se ooch zum Jottesdienst?", fragt dieser
neugierig.
"Ich? Ähem, mal sehen, vielleicht...",
gibt Bruno unschlüssig zur Antwort.

Als Bruno über Deck 2 schlendert, sieht er die Dame
an der Reling stehen. Sie hat sich offensichtlich für
den Landausflug in Dubrovnik zurechtgemacht
und trägt ein blaues Kleid mit Spaghetti-Trägern,
dazu einen modischen Strohhut. Die Sonnenbrille
hält sie momentan in der Hand, während sie in die
Weite blickt.
Bruno nutzt die Gelegenheit und spricht die Dame an:
"Na guten Morgen.. auch ein wenig hier?"
Die Dame reagiert in keinster Weise. Sie wendet
nicht einmal ihr Gesicht zu Bruno.
Dieser räuspert sich und geht verstört und betont
gelangweilt weiter in Richtung Deck 3.
"So eine arrogante Ziege", denkt er.
"Die unterhält sich wohl nicht mit der Arbeiterklasse.
Da muss schon was besseres kommen, ein Herr
Doktor oder ein Herr Ingenieur..".

Auf Deck 3 kommt ihm ein junges Paar entgegen.
Ein kaugummikauender vielleicht Achzehnjähriger
zusammen mit seiner gut geschminkten Freundin,
höchstens 17.
"Glotz nicht so blöd Alter", schmettert ihm der
Achzehnjährige entgegen, als Bruno dessen
Freundin -wohl etwas zu sehr- anlächelt.
Bruno würde sich den Kerl liebsten vorknöpfen,
aber dann ist eine friedliche Reise hinfällig.
Also schluckt er und überhört die Beleidigung.
Schliesslich kommt er auf Deck 5 an.
Der Gottesdienst hat gerade begonnen.

Sein Nachbar steht in der hinteren Reihe
links. "Kommen se doch ooch ruff",
flüstert dieser ihm zu.
Bruno erklimmt die zwei Stahlstufen,
und steht nun auf einer Platform vor
der Reling, zusammen mit seinem
Nachbarn und ein paar anderen Besuchern.
Der Pastor übergiesst das Baby gerade mit
Taufwasser und spricht dabei:
"Nunmehr taufe ich Dich auf den Namen
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen
Geistes, Du gehörst zu Gott, gehe hin im
Frieden des Herrn.."

"So einfach is det also, man lässt sich
als Baby toofen und schon jiibt et den
Himmel quasi kostelos dazu, wat?"

Bruno versteht nicht viel von Kirche,
denn er kann sich kaum erinnern,
wann er zuletzt einen Gottesdienst
besucht hat. Dennoch flüstert er
zurück:

"Nun ja, das ist wahrscheinlich so
wie bei einer Hasentaufe."

"Wat meenen Sie denn damit?",
will sein Nachbar wissen.

"Ganz einfach", meint Bruno.
"Wenn man einen Hasen an
den Ohren packt und tauft,
und danach wieder laufen lässt,
dann sitzt er nicht auf dem Feld
und betet, sondern er rennt los
und schlägt wieder viele Haken".

Der Nachbar kann sich nicht
mehr beherrschen und lacht laut.

Zwei Besucher aus der Reihe vor den
beiden drehen sich verärgert um
"pschhhtt". Die Stimmung wird gedrückt.

Nach dem Gottesdienst kommt eine
Frau auf Bruno zu und meint
"Sie können ruhig spotten, aber Ihnen
wird das Lachen noch vergehen, wenn
eines Tages die Schafe von den Böcken
geschieden werden!"
Bruno erwidert gelassen
"Na denn hoffe ich 'mal, dass Sie bis
dahin die Bockigkeit verlernt haben".
Die Frau zischt und eilt in Richtung
Deck 3 zurück.

"Der haben se et aber jejeben, det
war schlagfertich, alle Achtung",
lobt der Nachbar.
"Was labert die Olle mich auch an",
erwidert Bruno genervt.
"Treffen wir uns nachher beim Landgang?",
fragt der Nachbar.
"Ja mal sehen, ich werde wohl etwas
an Land zu Mittag essen, im schönen
Dubrovnik", meint Bruno
"Ikke bin dabei", erwidert der Nachbar.

Dubrovnik
=======
Gegen 11:30 legt die Las Palmas im Hafen
von Dubrovnik an. Schon vorher stehen
viele Reisende an der Ost-Reling auf Deck 1,
um die wunderschöne Altstadt mit der unver-
wechselbaren Stadtmauer zu bewundern,
die man vom Meer aus schon gut sehen
kann.
Nach einer weiteren organisatorischen
Durchsage legt das Schiff am Übersee-Kai an,
der in einem speziellen Bereich mit Hafenvertiefung
liegt. Danach wird die Passagier-Brücke ausgefahren.
Bruno begibt sich mit seinem Nachbarn vom
Schiff und die beiden bleiben an einer
mehrsprachigen Informationstafel stehen.

Nach kurzer Zeit meint sein Nachbar:
"Also det wird wohl nescht mit unsrem jemeinsamen
Mittagessen, ik werd mir den Stradun mal zu Jemüte
ziehen, det is einfach zu interessant hier".
Bruno nickt und fühlt sich alleinegelassen,
nachdem der Nachbar lospilgert.
Gedankenverloren schlendert er in Richtung
Altstadt, als die Dame an ihm vorbeizieht.
"Klack, klack, klack", hört er Ihre Schuhabsätze
auf dem Straßenpflaster ertönen.
Inzwischen hat sie die Sonnenbrille wieder
aufgesetzt und bewegt sich ebenfalls in
Richtung Altstadt.
"Na wenn die mit den Pennigabsätzen mal
auf dem Altstadtkopfstein klarkommt, heisse
ich Heinz", denkt sich Bruno, während
er noch ein paar Sekunden auf die wohl-
geformten sich bewegenden Rundungen
der Dame blickt, bevor diese an einer Boutique
anhält und Bruno unauffällig vorbeischleichen
muss, um sich dieses Mal keine Deprieinheit
einzufangen.

Die Frau, von der Bruno beim Gottesdienst
angezischt wurde, geht ebenfalls mit ihrem
Mann in Richtung Altstadt. Allerdings scheint
es zwischen den beiden gerade Unstimmigkeiten
über eine Jacke zu geben, die der Mann wohl
überflüssig eingepackt hat. Aus ungefähr
zwanzig Metern Entfernung kann Bruno jedoch
orten, wie sie sich schließlich durchsetzt und
ihr Mann klein beigiebt, des lieben Friedens
willen.

In der Altstadt angelangt, gefällt Bruno ein
kleines Café, mit gemütlichen Sitzplätzen
in einem kleinen ummauerten Seitenbereich,
der mit großen Topfpflanzen geschmückt ist.
Er beschließt einzukehren und eine Kleinigkeit
zu bestellen. Die Kellnerin ist schnell da und
Bruno bestellt.

Als er eine Weile so sitzt, geht plötzlich
eine jüngere Frau auf seinen Tisch zu.
Sie ist ungefähr 25 Jahre alt und hat
brustlanges dunkles gelocktes Haar.
"Do you speak English?", fragt Sie freundlich.
"No, äh aim Tschörman", stammelt Bruno verlegen.
"Ah Du Deutsche, ich bin Amela, ich bin Kroatin,
darf ich setzen?"

Bruno ist sichtlich etwas verlegen, doch er kann
die Bitte dieser schönen Frau nicht ablehnen.
"Ja, bitte, gerne", fordert er Sie auf und rückt
einen Stuhl zurecht.
"Du kommen mit Schiff oder mit Auto?", will
Amela wissen
"Ich mit Schiff, ähm Las Palmas, Hafen"
"Ah, Las Palmas, ich kennen dieses Schiff,
ganz groß..", lacht sie Bruno an.
"Ja, sehr groß, viele Deutsche dort", lacht
Bruno zurück.

"Wo Deine Frau sein?", fragt Amela weiter.
"Ich keine Frau, ähmen, geschieden, verstehen?"
Bruno unterstützt sene Antwort durch einen
leichten Schlag mit der rechten Handkante in seine
rechte Handfläche.
"Oh, tut mir sehr leid, ich verstehe, geschieden,
Du haben auch Kinder?", fragt sie weiter.
"Ja, 3 groß". Er streckt die Hand nach oben aus.
"Meine Familie kaputt", sagt Amela traurig
"Krieg Du weisst, jugoslawische Armee haben
Bomben gemacht, Mamma und Papa tot ist"
"Das tut mir leid", erwidert Bruno bedrückt.

Ein Augenblick herrscht gedrückte Stille.
"Und was machen Sie seither, ähm ich meine
beruflich", unterbricht Bruno schließlich
"Ich eine Beruf?". Amela lacht auf.
"Ich verkaufe schöne Gefiehl..Du können kaufen.."
Bruno zuckt innerlich zusammen und kämpft
mit seinem Schweinehund.
Diese Frau ist mehr als eine Versuchung für ihn,
Sie erscheint als eine geradezu für ihn
zurechtgeschnittene Verlockung.

In diesem Moment klingelt sein Handy.
"Oh ich sehe, es ist meine Ex-Frau, sorry"
"Ja, Bruno hier"
"Wie? Welche Steuererklärung?"
"Die Angaben zur Hypothek stimmten nicht?"
"Aber das war doch vor der Scheidung?"
"Ich habe jetzt keine Zeit, ich bin im Urlaub"
"Nein in Kroatien, ich habe jetzt wirklich keinen
Kopf dafür"
"Das Haus ist doch längst verkauft, was wollen
die denn jetzt noch von Dir?"
"Wie 5.700 Nachzahlung, das kann doch
nicht Dein Ernst sein?!"
"Ich melde mich nächste Woche bei Dir"
"Nein jetzt nicht, aus und Schluß"

Bruno steckt sein Handy mit einem "puh"
in die Tasche.
Amela hat aufmerksam zugehört.
"Du Ärger hast?", will sie wissen
"Ja, äh ich meine nein, privat, meine
Ex-Frau, wegen Geld und so weiter"

Im gleichen Moment hört er jemanden rufen
"Och hier trebst Dich rum, gleisch Einhemische
angeboggerd, das sen mer de Rischtischn".
Sein Nachbar kommt an den Tisch und setzt sich.
"Gestatten Rolf und wie heißen Sie"?
"Ich Amela"

"Angenehm und jetzt habe ik eenen Durst,
Kellnerin, bitte een jroßes Bier"
Amela hat erkannt, dass jetzt keiner der
Männer vor dem anderen eine Blöße zeigen
wird und verschwindet genauso schnell wieder,
wie sie gekommen ist.
"Hob isch deer die Düür vermosslt?", äfft Rolf
auf sächsisch den Bruno an.
"Nein, im Gegenteil, vielleicht vor einer
großen Dummheit beschützt"
Die Kellnerin bringt ein großes Bier
"Na denn Prosit"

Bruno hat keine Lust, dem Nachbarn
beim Biertrinken Gesellschaft zu leisten
und verabschiedet sich hastig.
"Zahl Du, wenn wir schon jetzt auf
Du sind, ich gebe Dir das Geld nachher
zurück, ich muss noch einen orientalischen
Teppich klauen".
Der Nachbar schaut verdutzt und vergisst
sogar dabei, seine Schaumkrone von
der Oberlippe abzulecken.
"Is der bekloppt oder wat?", denkt
er sich kopfschüttelnd und begnügt
sich alleine mit seinem Bier.

Das Corpus Delicti
=============
Bruno hatte den Nachbarn absichtlich
provoziert. Er will diese festgelegten
ewig gleichen lauen Rollen des Alltages
bewusst hinter sich lassen. Zumindest
jetzt. Zimndest hier, wo das Abenteuer
der Geschichtsschreibung in jedem alten
Mauerstein eingeprägt ist, von denen
der ein oder andere bestimmt noch
in die byzantinische Zeit des 12.
Jahrhunderts zurückreicht.
Bruno schlendert an einem Restaurant
vorbei und sieht den "Jackenmann"
der "zischelnden" Frau vom Sonntag
alleine im Sommergarten sitzen.
Vor ihm eine Portion Pommes.
Eine Riesenportion. Und ein großes
Bier. Sonst nichts.

"Ob der sich gerade emanzipiert hat?",
denkt Bruno grinsend.
"Hoffentlich kennt diese Amela den
Laden nicht, hoffentlich für die Frau
von dem..haha", murmelt Bruno
vergnügt und spürt eine Lebenslust
aufkommen, die ihn an ferne Zeiten
im Lausbubenalter erinnert.
Rechts erscheint in der belebten
Fußgängerstraße eine Statue des
Schutzpatrones der Stadt, einem
gewissen Heiligen Blasius.
Typisch mittelalterlich, mit diesem
verklärten, leicht nach oben
blickenden blassfahlen Gesichtsausdruck,
und den Gips-Gewandfalten, die
jeden evtl. vorhandenen Bizeps natürlich
verdecken.

Aber vielleicht hatte Blasius
den Bizeps ja auch im Geist und damit
die Stadt beschützt. Bruno spielt mit
Gedanken und verbeugt sich demonstrativ
vor der Statue. "Das bringt bestimmt
Glück", sagt er zu sich.
Es ist inzwischen 14:30 und Bruno muss
sich langsam beeilen, will er rechtzeitig
wieder am Anleger sein.
Er findet einen türkischen Gemischthändler,
wo er tatsächlich einen kleinen Orientteppich
für 25 Euro kaufen kann. Woher der Teppich
ist, will Bruno nicht wissen, Hauptsache er
sieht nach wertvoll aus.
Schließlich soll der weisse Fleck auf dem
Boden seiner Kabine verschwinden und
somit kein Corpus Delicti seiner heimlichen
kleinen Schandtat mehr sichtbar sein.

Dicke Luft im Hafen
==============
Bruno kommt kurz vor 15:00
an den Hafen angehastet.
Die langsam trottenden Touristen
und Einheimischen nerven ihn zunehmend.
Das Schiff zu verpassen, wäre das Allerletzte
was er momentan gebrauchen könnte.
Den eingerollten Orient-Schnäppchenteppich
unter dem Arm, mit Paketband verklebt,
nähert er sich einem Seefangsverarbeitungsbetrieb,
der sich am Innenhafenende des südlichen
Altstadtmauerendes befindet. Auf mehreren
zur Touristenseite offenen Langtischen, werden
Fische ausgenommen, entschuppt, geköpft,
geschrubbt und gewaschen. Da der Wind von
vorne kommt, rumpft Bruno die Nase und
versucht an den fotografierenden Touristen
vorbeizueilen, als sich plötzlich eine Szene
ereignet.
Zwei Frauen fangen an, sich gegenseitig im
Parkplatzbereich des Hafens anzuschreien.

Der Lage nach, hat wohl eine Touristin mit
Ihrer Luxuslimousine der Verkäuferin
in weißer Schürze den Stamm-Parkplatz geklaut,
was diese laut protestierend zur Geltung brachte.
Die fein gekleidete Touristin hat sich wohl nichts
gefallen lassen und versuchte eine Polizeinummer
über ihr Handy anzurufen, worauf die Verkäuferin
ihr eine Ohrfeige verpaßte, so daß das Handy zu
Boden fiel. Soweit schilderd ein dabeistehender
Deutsch-Tourist dem neugierigen Bruno
netterweise die Lage.

Momentan ist die Szene auf gegenseitiges
Anschreien deeskaliert, wobei sich inzwischen
auch Passanten einmischen und ein Rollerfahrer
knatternd an der Limousine vorbeifährt, um ihr
einen Tritt mit dem Fuß zu verpassen. Er wird
von einigen Passanten applaudiert, während
andere wütend schreien und versuchen ihn
aufzuhalten, was jedoch nicht gelingt

Die vornrnehme Touristin kippt jetzt um und
muss -von mehreren Passanten gestützt-
den Parkplatbereich Ihres Wagens verlassen.
Ihre Nerven kollabieren wohl gerade.
Bruno kann sich nicht zu den Schaulustigen
stellen, zu wenig Zeit bleibt. Er muss zurück
auf das Schiff. Es ist schon 15:10 und die Las Palmas
macht sich zum Ablegen bereit.

"Bastardan!", hört er noch hinter sich rufen,
weil er einen Radfahrer mit seiner Teppichrolle
in der Hektik gestreift hat, so daß dieser seine
Obsttüte verliert und ein paar Äpfel auf die Straße
rollen. Aber Bruno ist jetzt Schwein und nichts
kann ihn mehr aufhalten, vor 15:30 noch auf das
Schiff zu gelangen.

Frei von faulen Kompromissen
=====================

Es herrscht Hektik am Anleger der Las Palmas.
Vor dem Passagiersteg hält sich eine Touristen-
gruppe auf, deren Reiseleiter anscheinend
etwas über das Schiff erklärt, dabei mit dem
Zeigefinger fuchtelt und alle versperren dabei
den abgehetzten Passagieren den Rückweg.

"Nun gegen Sie doch etwas zur Seite, wir
müssen auf das Schiff, hallo, wir müssen
auf dieses Schiff, gehen Sie bitte zur Seite",
bittet ein Mitreisender die Gruppe.
Diese verstehen nicht ganz, was er meint,
da es Italiener sind. Sie denken, er wolle
etwas über das Schiff erklären.
Dann kommt auch der 18-Jährige mit
seiner Freundin am Anlager an.
Bruno geht instinktiv zur Seite.

Wie richtig sein Instinkt ist, zeigt sich
unmittelbar. Ohne zu zögern schubst der
18 Jährige zwei italienische Touristen
zur Seite, so daß diese fast gegen die
Hafenmauer prallen. Nun gibt es Streß.
Der Reiseführer geht direkt auf den 18-jährigen
los und schlägt ihm mit der Faust in's Gesicht.
Die Nase des 18-jährigen blutet sofort.
Dieser geht darauf zwei Schritte zurück und
nimmt Anlauf. Mit einem Kampfsportfusstritt
trifft er den Reiseführer genau im Brustbereich,
so daß der sofort zu Boden geht und
sich luftschnappend krümmt.

Nun bricht die Hölle lös.
Mehrere Italiener gehen auf den jungen
Rowdie los, dessen Freundin inzwischen
mit Steinen bewaffent mitmischt und
einen italienischen Touristen am Kopf
trifft. Blutüberströmt setzt der Verletzte
sich auf eine nahe stehende Bank.
Irgendwer schreit "Polizei, Polizei."
Da kommen auch schon zwei Streifenwagen
und ein Mannschaftswagen der kroatischen
Polizei angebraust.

Fünf Polizisten mit Schlagstöcken bewaffnet
verlassen den Mannschaftswagen und
schnappen sich sofort den 18 Jährigen
und seine Freundin. Die Streifenpolizisten
nähern sich der aufgebrachten Gruppe,
um sie zu beruhigen und das Protokoll
aufzunehmen. Ein Krankenwagen und
ein Notarztwagen brausen mit tatütata
ebenfalls heran.
Sofort steigt ein Notarzt aus und beugt
sich über den am Boden winselnden
Reiseführer der italienischen Gruppe.
Nun hat sich auch der Kapitän der
Las Palmas an Land begeben, um
die Lage zu orten, deren Eskalation
er schon vom Schiff aus beobachten
konnte.

Klack, Klack, Klack, die Dame kommt
nun ebenfalls an den Platz des Geschehens.
Sie hat sich offenbar neue Manolos
im Zebralook, aus Kork mit 1 Eurocent
Hartholzstöckelabsätzen gekauft.
Die letzten Stöckelschuhe waren
jedenfalls rot-schwarz, erinnert sich
Bruno.
"Sie kommen aber spät, hier ist
Trubel. Ihr Glück, sonst hätte es
ein wenig eng werden können
mit der Zeit".
Die Dame reagiert in keinster
Weise, sondern versucht mit
wechselnden Kopfrichtungsbewegungen
eine Übersicht der Lage zu beommen.

Bruno bekommt einen dicken Hals
und was er nun gerade denkt, wird aus
Jugendschutzgründen nicht erwähnt.

"Die is eben frei von foolen Kompromissen",
lästert sein Nachbar, der diese Szene nahbei
mitbekommen hat und fast unbemerkt
hinter Bruno gestanden hat.

"Du willst wohl gleich auch mitfahren", antwortet
Bruno wütend und zeigt dem Nachbarn
den Krankenwagen.

Mit einer romantischen Reisestimmung auf der
Las Palmas scheint es schon am zweiten
Reisetag restlos vorbei zu sein. Gewalt und
Agression liegen in der Luft und niemand
weiß momentan, ob und wie es weitergehen
wird.
Die Polizei bittet nun Zeugen zum Verhör
in den Mannschaftswagen. Problematisch
wird die Sache dadurch, daß kein mehr-
sprachiger Dolmetscher vor Ort ist.

"Der Kapitän bittet nun um Ihre Aufmerksamkeit.
Meine Damen und Herren, leider ist
durch diesen tragischen Zwischenfall Anlaß
gegeben, daß wir später ablegen. Ich
warte noch die Ergebnisse der polizeilichen
Untersuchung ab. Leider haben mindestens
zwei unserer Passagiere offenbar schwere
Körperverletzungen begangen und es ist
derzeit noch nicht klar, ob sie wieder mit
auf das Schiff zurück können."

Die Stimmung in den Gruppen erhitzt sich
erneut. Der Polizei gelingt es nur mühsam
neue Handgreiflichkeiten zu verhindern.
"Na denn..", stöhnt Bruno und setzt sich
ebenfalls auf die Holzbank, direkt in die
kleine Blutlache des verletzten italienischen
Touristen, der inzwischen in einem zweiten
Krankenwagen behandelt wird.
Doch den roten Fleck im Gesäß seiner weißen
Hose wird Bruno erst später bemerken. Doch
wann ist später? Niemand weiß es, in diesem
Augenblick.

Die "Super-Nanny"
============
Zwei Stunden sind vergangen und die
Las Palmas liegt immer noch im Hafen
von Dubrovnik. Die polizeilichen Ermittlungen
dauern noch an. Nervös und genervt geht
Bruno auf und ab, bis schließlich der Kapitän
des Schiffes eine neue Ansage bringt.

"Liebe Schiffsgäste, vielen Dank für Ihre Geduld.
Leider hat sich unsere Abfahrt verzögert, da
zwei unserer Passagiere derzeit im lokalen
Polizeirevier verhört werden. Auch werden noch
mehrere deutsche und italienische Zeugen
verhört. Darunter befinden sich auch Mitglieder
unserer Schiffsreisgruppe. Dieser Umstand zwingt
uns leider, entgegen unserer planmäßigen Konditionen
zu handeln und noch auf unbestimmte Zeit hier
im Hafen von Dubrovnik zu ankern. Der Chef des
lokalen Polizeipräsidiums hatz jedoch versichert,
sich umgehend mit mir in Verbindung zu setzen,
sobald das weitere Vorgehen der Justiz bekannt ist,
ich bitte daher -auch im Namen unserer
Schiffsbesatzung- um Ihr weiteres Verständnis"

"Prost, oder soll ik besser saachen Amen?", raunzt
Brunos Kabinennachbar, ein paar Meter weiter.
Der Kapitän überhört dies und wendet sich einzelnen
Fragestellern zu, denen es wohl darum geht, ob noch
Zeit für einen zweiten Stadtbummel bleibt. Andere
telefonieren mit dem Handy.
Jetzt eilt ein Stewart vom Schiff. Offenbar hat er
eine Nachricht vom Vater des 18-jährigen, einem
angesehenen deutschen Industriellen mit engen
Kontakten zur Politik. Er bespricht sich kurz mit dem
Kapitän und zeigt diesem das Fax.
Am Gesichtsausdruck und dem Stirnrunzeln des
Kapitäns kann man erkennen, dass er über die
Zeilen nicht gerade erfreut, vielmehr gefrustet
scheint.

"Der hat se wohl nicht mehr alle", murmelt der
Kapitän zu seinem Stewart.
Und zitiert:
'Um jeden Preis meinen Sohn und seine Verlobte
wieder mitzunehmen, für eventuelle Kosten, wie
Kaution usw. komme ich auf.."

"Woher weiß der das?`", will der Kapitän wissen
"Nun, anzunehmen ist, daß die Verlobte, besser
gesagt, die minderjährige Verlobte noch ein
funktionierendes Handy hat und vermutlich
den Schwiegervater in Spe von der Wache
aus angesimst oder angerufen hat", meint
der Steward.

"So muß es gelaufen sein", ergänzt der
Kapitän
"Aber das macht es nicht leichter. Wir sollen
nur wegen diesem Bengel, der wahrscheinlich
nur Geldscheine in den Hintern, statt Liebe
in's Herz bekommen hat, den gesamten
Schiffsreiseplan umstellen, was denkt sich
dieser Industrieaffe eigentlich?"
"Ich habe vorhin etwas bei Forbes gegooglelt,
der Typ scheint ganz oben mitzumischen,
hier, sehen Sie sich 'mal den Ausdruck an";
der Steward reicht dem Kapitän ein Blatt.

Bruno bemerkt, daß etwas zwischen den
beiden vor sich geht, aber kann aus
zehn Metern Entfernung nicht genau orten,
worum es sich handelt.
Sein Nachbar kommt an und raunzt
"Na Brunou, nervt disch det Warten ooch sou?
Bruno antwortet genervt
"Bist Du nun ein Rolf-Sachse oder ein Rolf-Berliner,
oder ein Rolf-Berliner-Sachse oder ein Rolf-Berliner
mit Sachsen Marmelade dazwischen??"
"Ik bin allet und neescht, Brunou", erwidert dieser
amüsiert.
Jetzt kommt ein schwarzer Wagen mit einer blauen
Signallampe angefahren.
"Paß uff, jetzt kommt noch der Si-Äi-Ei", grunzt Rolf
Aus dem Wagen steigt ein uniformierter kroatischer
Beamter, wohl höheren Ranges, der zieldirekt auf
den Kapitän zugeht und mit diesem ein paar Sätze
in gebrochenem Englisch bespricht.

Die Dame stöckelt derweil rund um die Szene herum und
fotografiert das Geschehen von allen Seiten.
"Hat die keenen Kerl oder wat? Soll lieber kochen,
statt ihren Hintern hier knipsend durch de Jechend
zu schieben..", lästert Rolf
"Na Du bis wohl auch noch aus dem letzten
Jahrhundert", gibt Bruno spöttisch zurück
"Na ünd? Damals waren de Männer glücklischer und
mussten nöscht wie so en Dackel im Reschen alleine
schiffsreisen..da wussten de Frauen noch wo se hinjehören"

"Du Affe, Dich haben sie im Antiquariat vergessen zu
entsorgen", kommt von Bruno entgegengeflogen.
Und es reicht Bruno. Er geht auf die hohen Herren
zu und will wissen, was nun ist.

"Herr Kapitän, wissen Sie schon, wann es weitergeht?"
Der Kapitän dreht sich um .
"Entschuldigung, Sie waren Herr?"
"Pany, ich bin Bruno Pany"
"Herr Pany, so wie es aussieht, werden die beiden
jüngeren Mitreisenden gegen Auflage und Kaution
entlassen und dürfen weiter mitfahren. Die Auflage
sieht vor, eine Begleitung aus Deutschland einfliegen
zu lassen, so eine Art Super-Nanny und deshalb
werden wir mit weiteren Verzögerungen, wenn nicht
sogar einer Übernachtung rechnen müssen.",
erklärt der Kapitän.

Bruno explodiert nun
"Wegen so einem Drecksraudi und einer ollen Göre
macht Ihr so ein Theater? Jeder kleine Arbeiterarsch
würde eingebuchtet werden und vom Schiff würde
kein Hahn danach krähen, was haben die beiden
für eine Familie, damit das hier so klappt, bestimmt
wird hier gerade hin -und hergemauschelt deshalb.."

Der Kapitän unterbricht mit geschickter Diplomatie
"Herr Pany, ich kann Ihre Gefühle gewiss verstehen
und sogar zu einem gewissen Maß teilen, aber bitte
verstehen Sie auch unsere Entscheidung. Sie ist uns
wirklich nicht leicht gefallen.."

Bruno wendet sich aprupt ab und geht wortlos
in Richtung Altstadt. Rolf folgt ihm, ebenso
wortlos.

Enorm euphorische Schwingungen
==========================
Kaum ist Ruhe eingekehrt, hören die
beiden schon wieder ohrenbetäubenden
Sirenenlärm. Diesmal jagt die Feuerwehr
durch die Altstadt.
"Jetzt hat der 18 jährige Flegel bestimmt
die Wache angezündet", bemerkt Bruno
zu dem inzwischen neben ihm gehenden
Rolf.
"Mennste? den werden die doch nescht
allene lassen, na vielleischt hatter dem
Kommissar noch ne Lampe ins Jesicht
jedrückt..", spekuliert Rolf

Da sehen sie einen Gemüsehändler
auf die Straße rennen.
"Oh Coric Coric..", ruft er immer wieder.
Ein paar Straßen weiter erfahren die
beiden, daß der Feuerwehreinsatz einer
gewissen Frau Coric gilt, die ungefähr
einmal im Monat das Bratfett in der Pfanne
vergißt, weil sie immer so lange telefoniert.
Durch die Rauchentwicklung aufgeschreckt
rufen immer wieder Touristen -des Cafés
im Erdgeschoß- bei der Feuerwehr an.

Die rückt dann jedesmal aus,
denn die wenigsten Touristen sprechen
astreines Kroatisch und können bestenfalls
des Straßennamen und den Namen des
Cafés nennen. Zwar weiß die Feuerwehr schon,
daß es zu 99% blinder Alarm ist, jedoch hat
es auch schon einmal in der Küche des Cafés
gebrannt, weil die Leitung einer großen
Industriekaffeemaschine angeschmort war.
Und so bekommt Frau Coric jedesmal eine
Verwarnung, wegen "Auslösung eines Feuerwehr-
einsatzes aus nichtigem Grund". Umgerechnet
sind das ungefähr 50 Euro, jedoch mußte
sie noch nie etwas bezahlen, da Ihr Mann bei
der Stadtverwaltung von Dubrovnik beschäftigt
ist und man kennt sich bei der Stadt.

Dennoch regt er sich in der Mittagspause
danach immer darüber auf, daß die Kartoffeln
in schwarzen verbrannten Fettresten geröstet
wurden und beschuldigt seine Frau, Sie wolle
ihn mit angeschmortem Essen umbringen.
Dafür verweigert Sie sich wieder eine Woche
im Ehebett, worauf er oft unausgeglichen
zur Arbeit kommt.

Das alles erfahren Bruno und Rolf von
dem Cafébesitzer im Erdgeschoß des
Hauses, von dem die Feuerwehr gerade
wieder abrückt, während die beiden
ihren Cappuchino serviert bekommen.

Am Nebentisch nimmt eine ältere Frau
Platz und ihr Anhängsel -eine Mischung
aus Husky und irgendetwas- darf auch auf
den Stuhl sitzen. Da er noch nicht
so groß ist, paßt er gerade auf die Sitzfläche.
"Is det eklig", bemerkt Rolf
Und auch Bruno fühlt sich sichtlich angewidert
von der Vorstellung, daß anschließend dort
wieder Gäste Platz nehmen, wo zuvor der
Hund saß.

Bruno steht auf und geht auf Ihren Tisch zu.
Er will die Frau gerade zurechtweisen, als der
Kellner kommt und einen Eisbecher
serviert.
Diese Sitte wird offenbar in diesem Café
geduldet. Bruno räuspert sich und
dreht wieder um.

"Sie bluten am Hintern", hört er nun auf einmal
sagen.
Neben Ihm taucht eine Frau auf, circa
Mitte dreißig, ein Sommerkleid mit Hut
tragend, mit ungefähr fünf Halsketten
voller Steine behangen, zwei riesigen
Mondsichel-Ohrringen und einer Stofftasche,
auf der in Batikfarben so eine Art Regenbogen
erscheint.

"Ich bin die Moni, Sie kommen bestimmt auch
aus Deutschland, Sie sehen so deutsch aus
und strahlen auch deutsch, ich erkenne Deutsche
schon an der Ausstrahlung und Sie bluten außerdem
am Hintern."

"Ist das auch typisch deutsch?!" will Bruno wissen.
"Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Kram,
Sie Yogatante!"

Rolf ist kurz davor sich wegzudrehen und die
Flucht zu ergreifen. Er wittert dicke Luft.

Doch diese Moni bleibt noch ganz gelassen.

"Ihre Agressionen sind angestaut und bewirken
in Ihnen sicherlich Energieblockaden.
Sie sollten sich einmal aufstellen lassen,
aber da Sie mich als Yogatante bezeichnen,
denke ich wohl eher nicht, daß diese
Methode in Frage kommt", zickt Sie noch
ein wenig herum, bevor Sie an einem Tisch
neben der Frau mit dem Hund Platz nimmt
und hastig in Ihrer Regenbogentasche kramt.

Schließlich holt sie ein Glaspendel heraus,
hält es über den Tisch und zieht aus den
Bewegungen offenbar Schlüsse, ob dieser Platz der
geeignete sei, um für einen Kaffee zu verweilen.

"Isch gehör nescht dazu", zischelt Rolf,
als Bruno sich wieder auf seinen Platz
setzt.
"Wieso, die labert mich hier an und
hat selber einen an der Waffel.."
Die Stimmung entspannt sich etwas.

Aber nur für kurze Zeit denn nun
hört man plötzlich ein "Ihhhhhhhh
Roxie-Mäußchen, Du kleines Ferkelchen...
ihhhhh".
Rolf und Bruno drehen sich sofort in
Richtung Frau mit Hund,
um zu sehen, was los ist.
Der gekrümmte Urinstrahl verliert zwar an Druck,
dennoch ist er noch gut zu erkennen und
er reicht von der Stuhlsitzfläche Roxies, bis
hin zur Mitte des Tisches, dessen Decke
schon einen ziemlich großen Fleck
aufgesogen hat.

"Der Köder spielt Feuerwehr, dabei
jibt et hier gar nöscht zum Löschen",
lacht sich Rolf halb kaputt.

Nun mischt sich auch Moni ein
und verlegt ihren Pendelplatz
zum Tisch des Pinkel-Grauens.
"Wie ich höre sind Sie auch
Deutsche. Hunde reagieren auf
bestimmte Schwingungen mit
Inkontinenz ohne Vorwarnung,
Dubrovnik hat momentan enorm
euphorische Schwingungen, ich
habe mir letzte Woche ein Urlaubs-
Astrogramm legen lassen und mit
meiner Meisterin darüber meditiert.
Diese Schwingungen können auch
bei Tieren dermaßen Harndrang
auslösen, daß danach so etwas passieren
kann.
Aber machen Sie sich keine Sorgen,
es gibt da ein gutes homöophatisches
Mittel für Hunde, damit das unkontrollierte
Urinieren bei hoher Energieladung aufhört.

Die Frau hört aufmerksam zu,
während Sie mit Servietten versucht,
den "Schaden" zu lindern und
Bruno am Nebentisch den Kopf schüttelt
und meint "Da haben sich zwei
gesucht und gefunden!"

Frau Pany
=========
Bruno und Rolf unterhalten sich inzwischen
auf freundschaftlicher Ebene, zwei alleine
reisende Männer mit unterschiedlichen Schicksalen.
Bis zur Weiterfahrt des Schiffes, wird es noch dauern,
niemand weiß wie lange und insofern ist das
Verweilen in einem romantischen Altstadtcafé
erträglicher, als das Warten im Hafen.
Schließlich kommt das Gespräch auch auf
Brunos gescheiterte Ehe. Rolf will wissen,
weshalb er, der gestandene Handwerker,
auf diese Weise wieder in das Single-Leben
zurück mußte. Bruno fängt an zu erzählen.

"Ach, das ist eine lange Geschichte Rolf,
eine ganz lange. Es fing eigentlich schon
1980 an, als wir im Haus meines Schwiegervaters
den Keller für die noch jungen ersten beiden
Kinder ausbauten. Da verbündete Sie sich mit
Ihrem Vater und meine Ideen wurden verworfen.
'Sie wünsche sich einen starken Mann, der
draußen im Beruf Karriere macht und sich nicht
in die Kindererziehung einmischt'
, bekam ich
dann fast jeden Tag zu hören."

"Es ging schon damit los, wo denn das Bett
des Jüngsten stehen sollte und so weiter.
Und von Ihrem Vater bekam Sie natürlich
volle Unterstützung. Der sagte immer nur,
'Wem selber die Mittel zum Bauen fehlten,
der solle schweigen und froh sein, daß er
eine Frau bekommen hat, die wenigstens
Eigentum vorweist'
.

"Dann wor ja bei Eusch schon relativ frühe
der Wurm drinne, wenn man det so sachen
dörf", bemerkt Rolf


Bruno fährt fort
"Ja genau. Das ging dann so fast fünfzehn Jahre
weiter, bis die Schwiegermutter starb und
mein Schwiegervater sich nach einem Jahr
mit einer neuen Frau verheiratete. Diese wollte
den Kellerplatz für Ihre beiden Kinder nutzen
und damit begann der Streit von Neuem.
Inzwischen war die Cordula ja noch geboren
worden und die beiden Jungs waren auch noch
zu jung für eine eigene Wohnung.
Na und dann nahm ich einen Kredit auf
und wir kauften ein Endreihenhaus in der
Gegend, weil meine Ex darauf bestand.
Sie wollte nicht so weit fahren, wenn sie
mal am Sonntag Ihren Vater besuchen wollte."

"Aha, und weshalb hattet Ihr Eusch letztendlich
getrennt?", will Bruno wissen

Rolf fährt fort.

"Als das Internet kam, waren wir relativ
schnell am Netz und Gaby hatte sehr viel
Spaß an dieser neuen Möglichkeit.
Sie besuchte einen VHS-Kurs und wollte
alles wissen und alles können. In diesem
Kurs lernte sie dann denn anderen kennen.
Irgendso ein Lebenskünstler wie die Yoga-Tante
da drüben. Der hat Sie so lange bequatscht,
bis Sie glaubte, alles bisherige falsch gemacht
zu haben. Nach vier Wochen zog Sie zu ihm
und nahm die Kinder mit. Der lebt auf so einem
Bauernhof mit lauter Öko und so. Und seine
Schwester lebt auch dort.

Für die Kinder war das natürlich toll.
Viel Platz und dann immer was los,
am Wochenende Gäste, die hatten sich schnell
umgewöhnt. Sehen durfte ich die anfangs
nicht, weil Gaby der vom Jugendamt erzählt
hatte meine 'Schwingung' sei eine Gefährdung
für die Entwicklung der Jüngsten, dabei
war Sie diejenige, die anfangs nachts oft geweint hat,
weil sie Sehnsucht nach Ihrem Papa, also mir hatte.
Das hat Sie mir später einmal erzählt".

Danach erzählt Rolf seine Geschichte, wie es
Ihm ähnlich ging und seine Frau nach der
Wende mit einem Unternehmer durchbrannte.
Inzwischen leben die beiden in Australien
und Rolf hat keinerlei Kontakt mehr zu seinen
beiden inzwischen erwachsenen Töchtern.

"Kling, kling..", hört man es von der Straße.
Eine Frau hält eine Handglocke und ruft
in den Cafégarten "Sind hier Schiffsreisende
der Las Palmas anwesend? Bitte einmal
Hand hoch, wer von der Las Palmas ist?"
Rolf und Bruno halten die Hand hoch,
auch die Frau mit dem Hund und noch
ein paar andere Gäste tun es.

"Leider haben wir wieder eine traurige
Neuigkeit zu melden. Heute gegen Mittag,
ist ein Unfall passiert, in den Kapitän
Sommerberg verwickelt war. Er hat sich
wohl ein Fußballspiel auf Einladung des
Polizeikommissars hin angesehen, also
ich meine jetzt live vor Ort und sich
dabei mit dem Autoschlüssel im Ohr
gekratzt.

Leider kam gerade in dem
Moment ein Ball angeflogen und
nun ist sein Trommelfell durchstochen.
Er liegt momentan in der HNO-Abteilung
des Dubrovnik-Hospitales im Ortsteil
Pile. Jetzt muß ein neuer Kapitän erst
aus Deutschland eingeflogen werden,
was nicht so einfach ist, da alle verfügbaren
momentan auf eigenen Schiffen unterwegs
sind. Bitte kommen Sie gegen 19:00
alle zum Anleger, dort wird weiteres
bekanntgegeben.

"Na schöne Schoße, so wat havn wa gerne.
Als näschtes wird det Schiff von Torpedous
jetroffen, paß blous uff Brunou, so weit kommt
et noch..", kaspert Rolf

Bruno muss lachen. Diese Traumreise
hat er sich allerdings auch etwas anders
vorgestellt.

Aus der Traum
============
Gegen 19:00 finden sich Bruno und Rolf
am Schiffsanleger ein, um zu erfahren,
wie es nun weitergehen wird, mit der Reise.
Der 1. Offizier Udo Ahrends erscheint mit
dem Steward und der Frau, die am Nachmittag
das Info-Glöckchen geschwungen hatte und die
ebenfalls zur Schiffsbesatzung gehört.

Die Dame hat sich ebenfalls eingefunden
Sie trägt nun einen sommerlich-leichten grauen
Nadelstreifenanzug, mit dem Sie sich
wohl auf einen noch eventuellen Abendausgang
vorbereitet hat. Und noch immer hört man
es klacken, wenn sie
ein paar Schritte geht.

Herr Ahrends hält ein kleines Megaphon in der
Hand und beginnt seine Ansprache.
"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe
Reisegäste der Las Palmas.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß
aufgrund der Ihnen schon bekannten
unglücklichen Umstände, eine planmäßige
Weiterfahrt der Las Palmas nicht mehr möglich
ist. Obwohl ich als erster Offizier das Schiff
problemlos steuern könnte, ist es mir
nach geltendem EU-Seerecht nicht erlaubt,
ohne einen zweiten Mann mit ebensolcher
Qualifikation, das Schiff in Fahrt zu bedienen.

Einzige Ausnahme wäre ein Notfall auf offener
See, was nun aber hiermit nicht gegeben ist.
Außerdem haben die Häfen Korfu, Ancona
und Venedig uns vorhin über Funk eine
Absage erteilt, da wir frühestens mit
zwei Tagen Verspätung einlaufen würden
und zu diesem Zeitpunkt schon andere
große Touristenschiffe dort den entsprechenden
Landeplatz reserviert haben.
Auf gut deutsch wir können diese Reise knicken.

Aber..bitte einen Augenblick Aufmerksamkeit,
ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit, liebe Gäste
bitte um Ruhe...danke! Aber, wir kommen
Ihnen insofern entgegen, wenn Sie dies wünschen;
daß wir für die restliche Reisezeit von 5 Tagen
eine Ausnahmegenehmigung erhalten werden,
die Las Palmas hier im Hafen von Dubrovnik
zu ankern. Ihnen steht der volle Luxus auf dem
Schiff zur Verfügung, inkl. Abendveranstaltungen,
Sie können jederzeit an oder von Bord und wir
sprechen mit Ihren Reiseveranstaltern, damit
Ihnen 30% des Reisepreises gutgeschrieben
werden.

Wenn Sie dieses Angebot so akzeptieren möchten,
dann melden Sie sich bitte bei Frau Eriksson, das
ist die mit dem Glöckchen. Für alle anderen
Reisegäste bieten wir verbilligte Rückflüge bzw.
Bahnfahrten nach Deutschland an."

Da wird ein älterer Herr ungeduldig und raunzt
dazwischen.
"Och wat, Muttern, dat will ich nicht, dann
fliegen wir nach Afrika zur WM, wir sind doch
liquide, was sollen wir denn hier eine Woche
herumhängen und in der Altsstadt auf und
ab spazieren gehen? Wir erkundigen uns
nachher beim Fluchhafen.."
Und Muttern (seine Frau) nickt bedächtig.

Der erste Offizier setzt seine Ansprache fort
mit einem weiteren Manko, nämlich daß in
Deutschland derzeit ohnehin kein Schiffskapitän
für diesen Schiffstyp vorhanden sei und man sich
beim Veranstalter händeringend um einen Ersatz
bemühe, damit das Schiff in 5 Tagen wieder
ablegen darf.

Der 1. Offizier schließt nun ab mit den Worten

"Unserem Kapitän Manfred Staubnitz
geht es den Umständen entsprechend gut,
er wird morgen von einem HNO-Spezialisten
operiert werden. Heute geht das -aufgrund
von starken Schwellungen- noch nicht.

Danach muß man sehen, ob er zumindest als
krankgeschriebener Passagier wieder mit
auf dem Schiff zurück fahren kann, oder
was dann sein wird. Ich danke Ihnen für
die Aufmerksamkeit und bitte Sie nun,
alles weitere mit Frau Eriksson zu klären"
zschhp, macht es noch und das Megaphon
verstummt.

"Na denn Brunou, verschtau Deinen Teppisch-
Bisquit am besten gleisch aufm Schiff,
damit wir heute nacht ne Dour dursch
Dubrovnik machen können, isch bleib
doch nöscht aufm Schiff, bei der Meile
hier..", meint Rolf, während sie in
der Schlange von frau Eriksson anstehen.
Bruno nickt verschmitzt und voller Vorfreude.

Otto von Ochsenbein
==================
Rolf klopft gegen 19:45 an Brunos Kabinentür.
"Brunou, komm raus Zeit für den Swutsch hier,
Aldör gib Pandöffel.."
Klack, mit Schwung geht die Türe auf und
ein frischgestylter und parfümierter Bruno
erscheint in Abendgardarobe, weiße Jeans
und hellblaues Strandhemd, die andere
weiße Stoffhose mit dem Blutfleck hat er
im Wäschesack verstaut.

Die beiden beschließen, wieder dort
anzufangen, wo sie am Nachmittag
aufgehört haben und steuern das
Erdgeschoßcafé "Adria" an, in dessen
Gebäude Frau Coric wohnt, die immer
das Öl anbrennen lässt. während des
Telefonierens.

In der Altstadt beginnt jetzt das Abendleben.
Viele Touristen und Einheimische bewegen
sich durch die wunderschönen Kopfsteinpflaster
der Fußgängerzone und Möwen kreisen
über den Cafés und Restaurants. Manchmal
kommen sie auch im Sturzflug herabgeschossen
und entwenden schon einmal das eine oder
andere Stück Weißbrot, während ein Gast
gerade auf Toilette ist, oder telefoniert.

Die beiden Freunde schütten ihr Herz gegenseitig
aus und Bruno erzählt Rolf, wie sehr es ihn
oft schmerzt, wenn er sogar von Frauen die
älter sind als er, so sehr ignoriert wird, als
wäre er Luft.

"Seit meiner Scheidung steht das unsichtbare
L auf meiner Stirn, das können die alle lesen
Rolf und komm' mir jetzt ja nicht mit MFM
und wie se alle heißen, diese ganzen Partner-
börsen, da wimmelt es nur so von Leuten wie
mir, tausende von unterbelichteten Handyfotos
solcher einsamen Wölfe.
Ein Kumpel hat jetzt ne neue darüber gefunden,
aber frag' mich ja nicht, wie ich die finde.
Wenn seine Ex schon ne Eule war, dann ist
die Neue der Ober-Uhu."

In diesem Moment hört man Klack, klack,
klack, klack..

Die Dame geht an der kleinen Gartenmauer
des Cafés entlang und wirft kurz einen
Blick auf die Gäste. Bruno schaut demonstrativ
weg. Als die Dame die beiden erkennt, steuert
sie sofort eine andere Richtung an und
entfernt sich..klack..klack..klack..!

Rolf kontert sofort
"Gesten hab isch gelesen, daß Frauen, die Schuhe
mit Sieben-Zentimeter-Absätzen trachen, einen
intensiveren Höhebunkt habn sölln. Dat will so ne
Wissenschaftlerin von so ner Juniversidät herusjefunden habn.
Dursch de Fußhaltung werden angeblisch de Kontraktionskräfte
der Beckenboudenmuskln bössr trainiert."

Bruno muss laut lachen und verschüttet dabei seinen
Cappuchino.
"Du Trottel, wegen Dir ist die frische Hose jetzt auch
im Eimer, jetzt müssen wir irgendwohin wo's dunkel
ist.."

In diesem Moment betritt ein in vornehmer
Jagdkleidung gekleideter Herr die Runde.
"Die Herren sprechen deutsch, wie ich höre und
scheinen sich auch prächtig zu amüsieren. Gestatten,
Sie daß ich mich vorstelle, Enno von Ochsenbein,
Enkel des berühmten Otto von Ochsenbein, der
durch seine Heldentaten im ersten Weltkrieg
berühmt geworden war."

"Was gabs den dö für Höldentatn grouße, ausser
Abschlochtn?", will Rolf wissen

"Nun", fährt von Ochsenbein fort
"Mein Großvater verhinderte am 4. August 1914
die Kreuzigung von 25 Nonnen an einem Kirchentor
ungefähr 50km hinter der belgischen Grenze. Die
Nonnen waren zuvor im Innenhof des naheliegenden
Klosters zusammengetrieben worden. Die Nonnen
sollten immer paarweise und nacheinander gekreuzigt
werden Als man den Befehl gab, die Nonnen zu entkleiden,
schoß mein Großvater mit seinem Karabiner einmal in die
Luft und rief diesen berühmt gewordenen Satz:

'Soldaten, wir sind und bleiben auch im Krieg Menschen
und werden keine blutrünstigen Bestien. Diese
Nonnen stehen ab sofort unter meinem persönlichen
Schutz'.

Nun und somit rettete er das Leben
der Nonnen an diesem denkwürdigen Tag. Als
Anerkennung für seine Ehrentat errichtete man
Ihm nach dem Krieg im Klosterhof ein Denkmal."

"Na dör wor ja än ultra-döller Bringer, Ihr Opa",
ergänzt Rolf bewundernd

"In der Tat, meine Herren, das war er. Und seine
private Leidenschaft galt ganz der Schweinjagd.
Apropo Jagd, ich könnte noch zwei Begleiter für
die heutige Nachtjagd auf Wildschweine gebrauchen.
In Sisak-Moslavina wurde bei zwei kürzlich
erlegten Wildschweinen die Schweinepest festgestellt
und wir müssen deshalb den Bestand in den
angrenzenden Waldteilen reduzieren. Wir haben
noch zwei einachsige Pferdewagen mit hervorragenden
Schwarzwälder-Füchsen als Zugpferde übrig.
Sie werden Ihre Freude haben, meine Herren!"

"Brunou, jetzt beginnt det wirklische Abendeuer,
dat hab isch sou dör Blutbohn". Rolf klatscht sich
vor Freude in die Hände.

Und auch Bruno ist begeistert von der Idee
und möchte sofort wissen, wann es losgeht.
"Wenn Sie wollen, jetzt gleich, meine Herren,
wir fahren dort mit dem Jeep hinauf, wo mein Anwesen
liegt. Sie können dann schon einmal üben, mit den
Pferde-Wagen umzugehen und bekommen
vorher noch zwei Gewehre zum Übungsschießen dazu.
Alles weitere erkläre und zeige ich Ihnen noch",
erwidert Enno von Ochsenbein erfreut.

Wildschweinjagd
=============

Die beiden bezahlen schnell und begleiten
Enno von Ochsenbein zu seinem Jeep. Es
ist ein neueres Modell mit großen Profilrädern
und Vierradantrieb, zuschaltbar.

"Heilischer Koyote, det jefällt mir", muss Rolf
zugeben, als auf dem Rücksitz Platz nimmt.
Der Jeep findet schnell den Weg aus der Altstadt
und biegt in eine kleine Seitenstraße ein, an deren
Ende Enno aussteigt und eine kleine Schranke
öffnet. Dahinter befindet sich ein Feldweg und
es geht bergauf. Der Jeep nimmt locker 8 bis
10% Steigung kurzfristig in Kauf und zieht die
drei in eine schöne stadtnahe Berglandschaft.
Während der Fahrt erzählt Enno den beiden
aus der jügeren Geschichte Kroatiens und
wie er seit dem Zerfall Jugoslawiens Anfang
der 90-er gelebt hat.

"Während des Kroatien-Krieges, gab es
so gut wie keinen Tourismus in dieser Gegend.
Viele Hotels und auch das Café Adria
waren Flüchtlingslager. Kroaten und Bosniaken
kamen haufenweise über die Berge. Ich hatte
in meinem Anwesen auch zeitweise bis zu
50 Flüchtlinge beherbergt.."

Bruno und Rolf schweigen betroffen. Sie können
sich noch gut an die Schreckensmeldungen
in den Medien erinnern, obwohl man in
Deutschland nicht so direkt betroffen war.
Aber dennoch kamen dort auch traumatisierte
Flüchtlinge an, die teilweise mitansehen mussten,
wie man Ihre Verwandten erschoss.

Der Jeep rollt nun an den Hintereingang einer
großen Scheune, neben der eine Pferdewiese ist,
auf der vier Pferde grasen.

"So, hier sind wir", meint Bruno unternehmungslustig.

Enno öffnet das Scheunentor und man sieht zwei
einachsige Pferdewagen, wie sie auch in Deutschland
häufig für Freizeitfahrten benutzt werden.

Enno erklärt den Umgang.

"Das Steuern der Pferde ist einfach. Hier ziehen
und sie bleiben stehen. Etwas lockern und
sie laufen los. Rechts oder links ziehen und
sie biegen ab, alles klar?"

"Wir werden unser Glück versuchen", meint
Bruno etwas unsicher.

Enno fährt fort
"Sie können vor dem Essen tranieren. Auf
der Westseite der Scheune fängt ein langer
Kiesweg an. Nach ungefähr fünf Kilometern
kreuzt ein kleiner Gebirgsbach. Dort ist auch
eine Wiese, wo man wenden kann. Ich spanne
die beiden Füchse gleich an und dann können
Sie loslegen. Versuchen Sie ein Gefühl für
die Tiere zu bekommen, später fahre ich
dann mit dem dritten Einachser mit und
wir werden ungefähr 25 km von hier eine
Waldgrenze erreichen, wo wir dann die
netten Leckereien aus den 5 Eimern dort
auslegen und die Nacht auf dem Hochsitz
verbringen werden. Können Sie schießen?"

Rolf überlegt kurz
"Naja, bei dör NVA hab isch mal jelernt,
wie man sou een Teil bedient, aber dat
is lange her"

Bruno kratzt sich am Kopf, denn außer
einem Luftgewehr in seiner Jugendzeit,
hatte er noch nichts derartiges in der Hand
gehalten.

Enno verschwindet kurz in der Scheune
und kommt mit einem Gewehr zurück.
Das hier ist eine Tokarev Büchse,
Selbstlader, Kaliber 7,62x54. Wir
haben sie aus einem Restbestand von
ehemaligen serbischen Freischärlern
erworben. Sie haben 10 Schuss pro
Magazin, bevor Sie wieder nachladen
müssen.

Sie laden die Magazine so. Hier
ist die Patronenschachtel. Dann
einzeln nacheinander. Den Federschub
herunterdrücken. So, Magazin
rein und diesen Hebel rechts nach
hinten ziehen und schnappen lassen.
Jetzt ist die erste Patrone im Lauf.
Achtung, ab jetzt ist die Büchse
scharf.."

Enno von Ochsenbein nimmt das
Gewehr in den Anschlag und zielt
auf eine alte Blechgießkanne, die
neben einem Treckerpflug steht.
Drei Schüsse durchpeitschen die
Stille und die Gießkanne beginnt
im Takt dazu zu tanzen.

"Kimme ist hinten, versuchen Sie
den Korntunnel in die Mitte zu
bringen und Kimme und Korn
auf einer Ebene zu halten.
Finger vorher weg vom Abzug,
hier Sie können es zuerst
versuchen.."

Enno reicht Rolf das Gewehr.
Rolf zielt kurz und 5 Schüsse
peitschen durch die Luft.
Die Gießkanne tanzt inzwischen
fast zehn Meter von ihrem
Ursprungsort entfernt, denn
der Hang ist leicht abschüssig,
so daß sie sich nach jedem Treffer
ein oder zweimal um die eigene
Achse dreht.

"Nicht schlecht, Herr Specht",
ruft Bruno bewundernd
"Ooch, ein wenisch is noch
übrischjeblieben von de DDR.", raunzt Rolf
bescheiden zurück

Nun versucht auch Bruno sein Glück,
mag sich aber nicht mit der Waffe
anfreunden, so daß man beschließt,
nur Rolf nimmt eine Waffe mit.

Die Dämmerung setzt langsam ein
und Enno bereitet die Pferdewagen
vor. Er spannt 3 Pferde an und
holt noch Dinge aus der Scheune,
die für die Übernachtung auf dem
Hochsitz wichtig sind. Außerdem
bekommen Bruno und Rolf noch
je ein Jagdfernglas mit Nachtsicht-
aufsatz. Ebenfalls aus Restbeständen
des Jugoslawien-Krieges.

"Wir werden über Nacht nur anfüttern
und beobachten, wie die Schweine
sich um den Futterplatz sammeln.
Dann bei Morgengrauen feuern
wir los. Es können bis zu zehn
Schweine werden. Mit Chance
können fünf erlegt werden. Die
Reichweite zum Futterplatz beträgt
ungefähr fünfundsiebzig Meter.
Näher können wir nicht
heran, sonst bemerken sie uns.
Wir liegen unter dieser Tarnplane
und es darf kein Geräusch ertönen,
ich wiederhole kein Geräusch!
Die Waffen sind ab 4 Uhr scharf
und im Anschlag zu halten,
keiner redet, keiner hustet,
keiner niest. Ist das klar,
meine Herren?"

Die beiden nicken.

"Gut, ich lade Ihre Gespanne
komplett und dann können
Sie die Testfahrt unternehmen.
Ich komme in ungefähr einer
Dreiviertelstunde an die
Wegkreuzung und dann
fahren wir gemeinsam weiter.
Ich habe hier noch einen
speziellen Kleinanhänger
für die erlegten Wildschweine
anzuspannen, viel Spaß
meine Herren und bis bald."

Bruno und Rolf setzen
sich in ihre Einachser
und Enno gibt das Signal
für die Pferde, die augenblicklich
abziehen. Keiner ahnt in
diesem Augenblick, welcher
Gefahr die beiden gerade
entgegenfahren.

Gefahr aus dem Nichts
================
Die Abendsonne glüht wie
in einer afrikanischen Steppe,
als die beiden -langsam aber
sicher- die beiden Einachser mit den
Schwarzwälder-Füchsen, immer besser
lenken lernen.
Das Gehöft von Enno von Ochsenbein
ist noch in der Ferne ein klein wenig
zu erkennen, als der Fuchs von
Bruno plötzlich scheut und aprupt
abbremst. Rolf schafft es gerade
noch, seinen Gaul zu bremsen,
denn um ein Haar wäre er -samt
Pferd- bei Bruno aufgefahren.

"Hoooah, ganz ruhig", versucht
Bruno seinen Fuchs zu beruhigen.
Doch schon kommen zwei Kampfhunde
-wie aus dem Nichts- von vorne angerannt,
deren Distanz zum ersten Einachser
nur noch ungefähr 150m beträgt.

"So eine *, Brunou, wir müssen
schleunigst drehen, irgendso een
verrückter Jäscher hat seine tollwütigen Ködr
hier von der Schibbe springn lassn, nescht
wie wesch hier!!"

Doch schon ist es zu spät. Rolf Fuchs reißt
in Panik nach links aus und stürmt den
Wiesenabhang hinunter. Der Einachser dreht
sich dabei auf die rechte Seite und Rolf kann
gerade noch abspringen, bevor sich der Wagen
mehrmals überschlägt und den durchdrehenden
Fuchs mit sich reißt. Das Pferd liegt auf der Seite
und prustet verletzt.

Aber Glück im Unglück, denn nun haben die beiden
Bluthunde ein anderes Ziel anvisiert.
Rolf hangelt sich leicht verletzt zum Weg
hoch, während die beiden Hunde in Richtung
verletztes Pferd hetzen.
Die Tokarev Büchse ist auf Ennos Wagen,
so daß die beiden momentan unbewaffnet
sind.

Rolf kommt nun außer Atem an Brunos Einachser
an, dessen Fuchs ebenfalls kaum mehr zu
halten ist.
"Bruno gib mer die Handynummr von dem Enou
sofort, wir müssen hier wesch, un zwor plötzlisch"

Doch Bruno hat die Nummer im Hotel liegenlassen,
provisorisch auf einen Zettel gekritzelt und
vergessen.

Inzwischen haben die beiden Hunde den verletzten
Fuchs erreicht, der nun chancenlos in einem
grausamen Todeskampf zerfleischt wird.
Bruno zittert bei diesem Anblick so sehr,
daß er nicht in der Lage ist, seinen Einachser
zu wenden.
Auch Rolf kann den wilden Fuchs
nicht bändigen, der nur noch deshalb stehenbleibt,
weil das Maulgeschirr ihm den Kopf hochzieht.
So sehr reißen die beiden Männer daran.

Plötzlich steigert sich die Situation.
Weibliche Hilfeschreie, die von dem drehenden
Abendwind zu den beiden gelangen, sind der Auslöser.
"Hilfee, hilfeee", ertönt es, wie aus dem Nichts.

"Brunou, do is ne Frau in Jefahr, da drieben,
von da kommt es, bestimmt is dou noch en
Ködr unterwegs, gib mer en Feldschtescher,
isch halt den Gaul allene solang".
Bruno hat sein Fernglas in der Tasche und
kramt es schnell heraus.
Doch Rolf ist zu beschäftigt mit dem Fuchs
und bittet Bruno die Gegend mit dem Feld-
stecher abzusuchen und zwar in die Richtung,
aus der die Schreie kommen.

Es dauert nicht lange, da kann Bruno auf
dem gut überischtlichen Gelände etwas
erkennen. Hastig dreht er am Fokusrad
und nun zittert seine Stimme noch mehr.

"Die machen da ein Mädel alle Rolf, da
sind drei Männer und der eine schlägt
mit einem Stein auf ein Mädel ein, das
am Boden liegt, verdammter Wahnsinn,
die bringen da gerade eine um, wir müssen
etwas unternehmen, wo bleibt den dieser
verfluchte Enno?"

Genau in diesem Moment, kommt der dritte
Einachser mit dem weiteren Fuchs angetrabt..
..doch der Lenker sitzt zusammengesackt und
nach vorne übergekippt auf dem Bock.
Es ist Enno und er ist tot. An seinem Kopf
klafft eine große Fleischwunde. Als hätte
jemand mit einem spitzen Stein,
oder einer Machete zugeschlagen.

Der dritte Fuchs bremst geschockt ab, als er die
grausige Szene auf der unteren Wiese bemerkt.
Bruno muss sich beim Anblick des toten Enno
übergeben und läßt die Zügel dabei kurz los.
Der Fuchs schlägt sofort an und reißt den Einachser
fünf bis zehn Meter nach vorne.

"Hillfeeee, Hillfeee", ertönen die Schreie
immer verzweifelter. Jetzt springt Rolf ab
und geht langsam auf den Wagen zu,
in dem der leblose Körper Ennos hängt.
Er kann den Fuchs beruhigen und bindet
den Zügel mit einem Seil an einer kleinen
Lerche fest. Das Seil hat er zwischen den Füßen
Ennos hervorgezogen. Er wollte es wohl
zum Wildschweine schleifen benutzen.
Rolf bleibt nur noch die Ruhe der Verzweiflung,
und wie in Zeitlupe, öffnet er den langen
Blechkanister, auf der Rückseite des
Einachsers von Enno.

Die Tokarev Büchse ist geladen, ein zweites
volles Magazin, liegt ebenfalls daneben.
Rolf nimmt die Büchse und steckt das
Magazin in seine Jacke. Dann geht
er schnell zum Wagen Brunos zurück, der mit
aschfahlen Gesicht bemüht ist, die Zügel
des zitternden Fuchses anzuzerren.

"Brunou, komm runter, laß' ehn fohren,
wir müssn der Frau helfn".

Bruno läßt die Zügel los und springt vom
Bock. Das Pferd rast augenblicklich führerlos
weiter und niemand weiß wo es ankommen wird.
Rolf gibt Bruno Zeichen, so daß dieser mit
dem Feldstecher sehend, die Lage schildert.

"Zwei halten sie an Beinen und Armen fest
und der dritte schlägt mit einem Stein auf
sie ein, oder er will schlagen auf jeden
Fall bewegt er einen Stein in der Hand..", Bruno
überschlägt sich in der Stimme, als neben
ihm zwei Schüsse peitschen. Rolf hat zweimal
abgedrückt, im ungefähr dreißig Grad Winkel
in die Richtung, aus der die Schreie kommen.

"Die beiden Männer lassen sofort von ihrem
Opfer ab und auch der dritte richtet sich auf,
den Stein noch in der Hand haltend, mit dem
er wahrscheinlich die Frau gerade so verletzt
haben muss, daß sie nicht mehr schreien kann,
denn es ist totenstill.."

"Brunou, gib mer den Feldschtescher und
schau nach hinten, falls noch ener von den
Burschen von hinten kommt jib Bescheid,
kloar?"

Bruno nickt zitternd.

Rolf legt nun den Feldstecher an seine Stirn
und peilt kurz die Entfernung, anhand der
Umgebung. Bis zur Stelle, wo die Frau liegen
muss, sind es ungefähr dreihundert Meter.
Er verstellt das Kimme der Tokarev Büchse um
drei Stufen und legt sich auf den weichen Boden,
der neben dem Weg etwas anschüssig verläuft.

Der Schuß zerreißt die Stille und sofort greift
Rolf nach dem Feldstecher. Die Staubwolke
des Einschlages hat sich noch nicht verzogen,
doch sie liegt ungefähr fünfzehn Meter vor
dem dritten Mann, der jetzt merkt, was auf ihn
zukommt und den Stein im Schreck fallen läßt.
Doch zu spät. Der zweite Schuß fällt und trifft
ihn mitten in den Brustkorb. Er stakst noch vier Schritte
bevor er schließlich zusammenbricht. Die anderen
beiden Männer geraten nn in Panik. Einer flieht
und der andere greift nach etwas Kleinem,
wohl einer Hundpfeife und rennt ebenfalls los.

Doch er soll diese Hunde niemals mehr wieder
lebendig sehen. Denn nun richtet
Bruno seinen Lauf in die andere Richtung.
Dorthin, wo zwei Bluthunde gerade ein Zugpferd
zerfleischen, das davon nichts mehr
mitbekommt. Denn einer der Hunde, hat
dem Fuchs bereits die Gurgel durchgebissen.

Eine Reisegruppe, die nichts verbindet
=============================
Die Dame hat im Außenbereich eines kroatischen
Spezialitätenrestaurants Platz genommen und
beobachtet gerade den roten Sonnenuntergang
über dem Meer, als in der Ferne zwei Schüsse peitschen.
Doch Sie beachtet dies nicht besonders, denn in
der Gegend gibt es bestimmt Jäger, die nun
zur Dämmerung auf Braunwild- oder Hasenjagd
gehen.
Vielmehr ist Sie an einer Frauenzeitschrift in
deutscher Sprache interessiert, die direkt neben
Ihr an einem Haken hängt, wohl um deutschen
Touristen mit Heimweh, den Besuch etwas angenehmer
zu gestalten.
Das Magazin ist nicht mehr aktuell und auf der Titelseite
ist ein Maßband um einen nackten Bauch gespannt.
Hauptthema: "Abnehmen vor dem Sommerurlaub".

Doch da die Dame an und für sich schon sehr schlank
ist, interessiert Sie sich nicht für dieses Thema.
Stattdessen blättert Sie zur Seite 58. wo es um
etwas anderes geht.
~
Rolf hält d


Zuletzt bearbeitet von teelicht23 am 20.06.2010, 18:59, insgesamt 15-mal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 26.05.2010, 20:54  Neue Antwort erstellen
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Hallo teelicht,

eine lustige Geschichte, habe sie gern gelesen. Den Schluss habe ich nicht ganz verstanden.

Liebe Grüße
Ann
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teelicht23
BeitragVerfasst am: 27.05.2010, 06:32  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 22.01.2008
Beiträge: 799

Hallo Anne,

freut mich, danke!
Aber welchen Schluß meinst Du?
Bruno ist doch erst in Dubrovnik
und es ist erst der 2. Tag der
Reise. Also legt das Schiff bald wieder
ab und das Abenteuer geht weiter!

LG teelicht23 Auf den Arm nehmen
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.05.2010, 07:57  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Gibt es noch Fortsetzungen?
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teelicht23
BeitragVerfasst am: 28.05.2010, 05:55  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 22.01.2008
Beiträge: 799

solange mich die Inspiration
immer wieder ermutigt und trägt:
aber sicher! Lachen
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sonic.
BeitragVerfasst am: 28.05.2010, 06:14  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 1750

Liebes Teelicht!

Dazu muss man erst einmal geboren sein
und ohne geht es nicht
also schätzen wir beides.
Erfolg macht erotisch und
übermütig, doch Gott ist so so so gütig. Lachen

Sei ganz lieb gegrüßt treuer Freund
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teelicht23
BeitragVerfasst am: 28.05.2010, 06:59  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 22.01.2008
Beiträge: 799

Du sagst es, lieber Sonic!
Seit der Euroumstellung sind wir
doch allesamt soo erotisch..
Geschockt wor einer Woche war das doch noch weniger?!
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