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  Gedichte  -  Marie von Najmajer 1844-1904
Ann
BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 18:20  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Marie von Najmajer 1844-1904
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Abwehr.

Ihr wollt in meinen Sommertagen
Erlauschen neuer Lieder Schall?
Ertönte nicht in Lust und Klagen
Mein Lied mit Lerch‘ und Nachtigall?

Vom Lenz erwartet, was sein eigen,
Den Blütenduft, den Vogelsang;
Der Sommer mag gelassen schweigen,
Bis ihm ein tief’res Werk gelang.

Die Jugend trägt in’s eig’ne Sehnen
Oft ungestü* das All hinein,
Die Reise lernt in Lust und Tränen:
Das Leben muss g e t r a g e n sein.

Mag auch der Baum in Blüten stehen,
Vom ersten warmen Strahl gestreift –
Erst Sonnenglut und Sturmeswehen
Und zeit hat seine Frucht gereift!
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Ann
BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 18:20  Neue Antwort erstellen
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Marie von Najmajer 1844-1904
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44772
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Als Wandrer naht zu flüchtger Rast

Als Wand'rer naht zu flücht'ger Rast
- So meldet dieLegende -
Der Herr als ungeahnter Gast,
Auf das er Segen spende.

Die Stunde wird auch dir zu Theil,
- Laß kalt sie nicht verrinnen! -
Da ungeahnt dir naht das Heil
Und Einlaß heischt nach Innen.

Es bleibt gar leicht dir unerkannt
In wechselnden Gestalten -
Drum sorge, daß nicht abgewandt
Du seist bei seinem Walten.

Laß Frühlingsluft und Frühlingslicht
Zu dir in vollen Zügen,
Verscheuch' die holde Schwalbe nicht
Auf ihren Wanderzügen.

Sie will vielleicht an deinem Haus
Ihr warmes Nest erbauen,
Und Glück und Friede sollen draus
Auf dich herniederschauen.

Pocht dir an's Herz ein scheuer Gast,
Der starr im Froste bliebe,
So laß ihn ein zu trauter Rast -
Es ist vielleicht die Liebe.
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Ann
BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 18:22  Neue Antwort erstellen
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Marie von Najmajer 1844-1904
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Beiträge: 44772
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Bäumchen der Heide.

Du Bäumchen, entsprossen
Dem Felsengestein,
So fern den Genossen
Im grünenden Hain,

Wie magst du entfalten
Die Blättlein so lind,
So schutzlos im kalten,
Hinbrausenden Wind?

Er hat dir die Zweige
Gekrümmt und entlaubt,
Dass dorning sich neige
Dein leidendes Haupt,

Dass selber sich schütze
Dein wehrloses Sein
So schwach, sonder Stütze,
Verlassen, allein!

Du Bäumchen der Heide,
Ich *öchte dich sehn,
Wenn fern auf der Weide
Die Blumen erstehn,

Wenn wach küsst die Auen
Der Lenzsonnenschein
Und öd‘ ist zu schauen
Dies Steinfeld allein!

Da prangst du in zarten,
Weißblühendem Flor
Aus düsterem, harten
Gesteine hervor,

Ein Lenzgruß der Heide,
Der einzig sie schmückt,
Ein Lächeln im Leide,
Ein Traum, der beglückt!
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Ann
BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 18:33  Neue Antwort erstellen
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Marie von Najmajer 1844-1904
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44772
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Am Wasserfalle.

Entstürze dem Felsen in stürmender Luft,
Durchbricht all die hemmenden Schranken,
Wie sieghaft sich ringen aus menschlicher Brust
Die *ächtigen, kühnen Gedanken!

Erwecke die Erde, befruchte das Land,
Lass lächelnde Blumen erstehen,
Umschling als ein Segen verbreitendes Band
Die Welt, um im All zu vergehen!

Ein Hoch dir, due klares, du herrliches Nass,
Gegrüßt sei dein freudiges Rauschen!
Enteile in schimmernden Wellen und lass
Mein Herz und die Räume dir lauschen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 18:34  Neue Antwort erstellen
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Marie von Najmajer 1844-1904
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44772
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Ein Osterfest

Der starre Winter wich dem Sonnenkuß,
Im Hauch des Lenzes knospte Blüth' um Blüthe,
Da sandtest du mir einer Ostergruß
Aus mild versöhntem, freundlichen Gemüthe.

"Wie alles blühend jetzt entsproßt dem Grund,
Was stumm die Erde tief in sich getragen,
So werde meine Liebe neu dir kund
Im Frühling, in den hellen Ostertagen.

In deinem Sinne will ich auferstehn,
Denn immer schlägt mein Herz dir warm entgegen,
Und bis wir einst uns freudig wiedersehn,
Sei Gott mit dir auf allen deinen Wegen!"

- Und an des Osterfestes Morgenroth,
Als feierlich die ersten Glocken klangen,
Und deine Botschaft kam - - - da warst du todt!
Ich hatte deinen letzten Gruß empfangen.
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