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  Gedichte  -  Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:32  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Sommerwind

Sommerwind durch die Felder rennt,
Heupferdchen springt, die Sonne brennt.
Mittag schlug's auf der Dorfkirch schon,
Der Stunden Wege niemand kennt,
Das Herz läuft mit dem Wind davon.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.08.2006, 12:40  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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An deinen Lippen
Deine Küsse halten mich glühend wach,
Sie gehen wie feurige Sterne ums Dach.

Au deinen Lippen wird's Blut mir rot,
Mein Herz springt ins Feuer, mein Auge loht.

Deine Augen wie kleine Monde beim Küssen
Im letzten Himmel verschwinden *üssen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.08.2006, 12:42  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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An meinem Fenster in kahler Nacht
An meinem Fenster in kahler Nacht
Hat weiß wie ein Kätzchen der Mond gewacht.

Der Mond und mein Herz sie flackerten nur
Und folgten still einer glimmernden Spur.

Haben der Liebe nachgedacht,
Und keiner von beiden hat da gelacht.

Und heute bin ich durch Straßen gegangen,
Die Häuser saßen im Regen gefangen,

Und habe noch immer wie in der Nacht
Über die Liebe nachgebacht.

Stand hinterm Regen in Gittern drin,
Weiß, daß ich Gefangner der Sehnsucht bin.
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.11.2006, 10:53  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Ein altes Herbstblatt fliegt im Acker auf
Ein altes Herbstblatt fliegt im Acker auf,
Es raschelt laut, als ob es Leben hat,
Als will es wieder zu dem Baum hinauf.

Hell gleißt ein Schmetterling her übern Fluß,
Ist wie ein auferstandener Frühlingsgeist,
Der Blumenseelen schnell beschwören muß.

Bei meinem Fuß geht scheu mein Schatten mit,
Der ist mir wie die Sehnsucht treu;
Sie und mein Herz, die halten ewig Schritt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.06.2007, 14:40  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Die Amseln haben Sonne getrunken
Die Amseln haben Sonne getrunken,

Aus allen Gärten strahlen die Lieder,

In allen Herzen nisten die Amseln,

Und alle Herzen werden zu Gärten

Und blühen wieder.

Nun wachsen der Erde die großen Flügel

Und allen Träumen neues Gefieder,

Alle Menschen werden wie Vögel

Und bauen Nester im Blauen.

Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge

Und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,

In allen Seelen badet die Sonne,

Alle Wasser stehen in Flammen,

Frühling bringt Wasser und Feuer

Liebend zusammen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.06.2007, 14:45  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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In der Frühe
(Auf Java, 9. September 1916)
Große weiße Malvenblüten, frischbetaute,

Sah ich in der Frühe, da das Taglicht graute,

In dem Garten, und es schliefen noch die Laute.

Jede runde Blüte leuchtete und brachte

Hellen Schmelz dem Himmel, der erwachte,

Als das Gartendunkel noch der Nacht gedachte.

In der Ferne stand ein blauer Berg gehoben,

Lange Wolken sich am freien Gipfel schoben,

Und vom Licht lag dort die neue Spur gewoben.

Und ich dachte: Blüten, Berg und Licht, sie wissen,

Daß sie heut am hellen Tage nichts vermissen,

Und nur ich, nur ich bin heimatlos, zerrissen.
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 11:58  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Silberwollige Disteln am Wege ,
Farnkräuter gelb , schon an Fäule geknickt .
Rege dich , Herz , sammle Dir Wärme ,
bald ist der Sommer eingeknickt .

Schon jammern vom Wald herbstbleich die Winde ,
berge reich Sonne in deine Kammern ,
Sonne in Truhen und Spinde .
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 12:02  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Blau schwebt der Garten .
Die Mondenwelle hebt
weißentfacht ,
brennendes Silber
aus tiefsten Bergen .
Große , dunkle Flügel wachsen
einem kleinen Menschenzwergen ,
tragen ihn von Stern zu stern
unermüdlich durch die weiße , starke Nacht .
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 12:06  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

In meinem Zimmer Nachtstille .
Windegewimmer im Ofen .
Wie seltene Orchideen
stehen im schwarzen Nachtspiegel
fremde ,weiße Gedanken ,
schwanken vornehm mit ihren Kronen .
Getraue die Stille nicht zu brechen ,
Engel könnten drin wohnen .
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 12:10  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Hilf Gott wie ich mich quäle !
Totstill wird meine Seele .
Ich weiß schon längst von Lust nichts mehr .
Nie war die Welt so erdenschwer .
Mein Herz zuckt schmerzend Stund um Stund ,
nur Feinde , Feind , wandern rund .
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rita
BeitragVerfasst am: 26.05.2009, 10:05  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Du und ich !
Wunschlose Seligkeit
strömt deine Nähe über mich .
Der Alltag wird zur Sonntagszeit ,
unsterblich schlingt das Leben sich
um uns .Und Menschengöttlichkeit
fühl ich bei dir durch dich.

Was einst gewesen , weiss ich kaum .
die enge Welt wird weiter Raum .
Und Holz wird Eisen , Eisen Holz ,
und Stolz wird Demut , Demut Stolz .
Gar wunderbare Weisen
singt dann bei seinen Kreisen
mein Blut im Paradies für mich .
Es haben alle Wünsche Ruh -
ich weiss nicht mehr , wer bist dann du .
Ich weiss nicht mehr , wer bin dann ich .
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