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  Gedichte  -  Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
Ann
BeitragVerfasst am: 25.09.2004, 20:26  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Deine Schönheit ist meine Harfe

Auf den Apfelbäumen ist ein rosiges Gedränge,
Die Blüten sind weich wie dein Nacken
Und rund wie deine Wangen;
Die Apfelbäume haben es von dir gelernt,
Sich süß zu schmücken, sie verlernen es nie mehr.

Deine Schönheit ist meine Harfe,
Du bist unendlich schön, mein Lied sei ohne Ende.
Du schlägst die Wimpern nieder,
Sie sind mir eine neue Brücke in dein Herz.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 26.03.2008, 20:16, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 25.09.2004, 20:28  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Die Sehnsucht peitscht

Die Sehnsucht peitscht mit scharfem Dorn,
Sie reitet mich wild
Und gibt mir den Sporn,
Und ob mein Herz streitet,
Sie macht mir die Hände zu Hufen aus Horn
Und rennt mit mir durch die Wände.

Die Sehnsucht, sie ist wie Salz im Meer,
Die Zunge wird mir bitten,
Und Durst klebt schwer
In Gaumen und Brust.
Und wie der Schaum auf Wellen lebt,
So mir die Sehnsucht am Munde schwebt.
Wie Wellen, die sich erdrücken *üssen,
Erdrücken sich meine verlassenen Lippen
In Sehnsucht nach deinen Küssen.
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sommerzeit
BeitragVerfasst am: 05.12.2004, 14:53  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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AM SÜSSEN LILA KLEEFELD

Am süßen lila Kleefeld vorbei,
Zu den Tannen, den zwei,
Mit der Bank inmitten,
Dort zieht wie ein weicher Flötenlaut
Der sanfte Fjord,
Blau im Schilfgrün ausgeschnitten.

Gib mir die Hand.
Die beiden Tannen stehen so still,
Ich will dir sagen,
Was die Stille rings verschweigen will.
Gib mir die Hand...
Gib mir in der Hand dein Herz.
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sommerzeit
BeitragVerfasst am: 05.12.2004, 14:55  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Stammgast
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DIE LUFT SO SCHWER

Die Luft so schwer,
Wolken stehen weiß und still,
Der Himmel hohl und aschenleer,
Ein Rabenschrei-,
Und kreischt vorbei.
Die Bäume stehen kalt umher,
Es ist, als ob das letzte Herz gestorben sei.
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.12.2005, 21:20  Neue Antwort erstellen
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Max Dauthendey 1867-1918 Dichter Maler
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Alleingelassen bei Erinnerungen

Jetzt sitzt der weiße Schlaf vor allen Wintertüren,
Die Fenster sind gleich blassen Eierschalen,
Dahinter leben Straßen voll Gespenster
Und Stimmen, die uns ferne Menschen malen.

Man kann die Welt nicht sehen und nur spüren.
Wie Blinde ahnt man dunkel das Geschehen,
Alleingelassen bei Erinnerungen,
Die an den Türen wie die Bettler stehen,

Die bei den Ofenflammen warm sich rühren,
Erregt mit nimmersatten Hungerzungen.
Sie können uns an magern Händen führen
Und haben in der Asche noch nicht ausgesungen.

Max Dauthendey (1867-1918
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Ann
BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 21:02  Neue Antwort erstellen
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April spricht Geistersprache

April spricht Geistersprache.
Wie ein Vergoldermeister
Sitzt er am Nachbardache,
Spritzt Goldschaum auf Taube und Tauber,
Beklebt die Zimmer lichtsauber,
Belebt die Fenstergardinen,
Den Staub auf alten Tischen,
Vergoldet Falten und Mienen,
Sein Zauber will nie mehr verwischen.
Auf meinen Stühlen sitzt still,
Ich seh' ihn mit blumigen Gliedern,
Ein Geist von Liebesliedern,
Der dreist erlöst sein will.
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Ann
BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 21:04  Neue Antwort erstellen
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Am Berg wärmt die Sonne das Maiengrün

Am Berg wärmt die Sonne das Maiengrün
Und selbst der alltägliche Himmel will blühn.
Er wird stündlich größer und tiefer und kühn,
Zieht Bäume und Menschen zu sich hinauf.
Aller Sehnsucht fällt wie ein Schuß aus dem Lauf,
Und Keiner hält mehr die Liebe auf
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Ann
BeitragVerfasst am: 01.07.2006, 21:10  Neue Antwort erstellen
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Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht
Wie Blicke, die ins Dunkel fliehen,
Ist dort im Abendlaub ein sacht Gefunkel -
Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht.

Ich *öchte mich ins Gras hinknieen
Still wie ein Schäfer, der die Welt vergißt
Und nur ein Traum bei hellen Blicken ist,
Von denen keiner Dir am Tage lacht;
Die nur in vager Heimlichkeit entstehen
Und über schwüle Abendwiesen gehen,
Von einer heißen Nacht zur Welt gebracht.
Ich hab' zu jenen Blicken ein Gesicht erdacht
Von zager Schönheit, daß der Tag nicht wagt
Mehr aufzusehen, und allein die Nacht
Tastend mit sachten Lichtern sucht und fragt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:04  Neue Antwort erstellen
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Nachtstürme reiten die Bäume krumm
Statt der Blumen und Blätter, die sich sonst regen,
Steht Reisigholz stumm auf allen Wegen.
Am Himmel gehen Nebel und Nässe um,
Und Nachtstürme reiten die Bäume krumm.

Ich stehe hinter Fensterscheiben verloren.
Die alten Lieder sind nur Träume hinter sieben Toren,
Die Geliebte ging weit in den Nebel fort,
Nichts blieb in den Ohren als ihr Liebeswort.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:09  Neue Antwort erstellen
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Regenduft

Schreie. Ein Pfau.

Gelb Schwankt das Rohr.

Glimmendes Schweigen von faulem Holz.

Flüstergrün der Mimosen.
Schlummerndes Gold nackter Rosen
Auf braunem Moor.

Weiße Dämmerung rauscht in den Muscheln.

Granit blank, eisengrau.

Matt im Silberflug Kranichheere

Über die Schaumsaat stahlkühler Meere.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:12  Neue Antwort erstellen
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Ach, Lippen, haltet kaum Rast
Es quillt aus dem Abend hervor
Der Kräuter und Gräser Geruch,
Als duften Sträuße verdorrt
In einem uralten Buch.

Beim Weg am Berg empor
Dunstet das Heu gemäht,
Rauscht eine Sense noch spät,
Und Wolke bei Wolke lauscht.

Im Garten am Pflaumenbaum
Schütteln zwei Haube am Ast.
Ja, ein Sommer ist bald verpraßt.
Ach, Lippen, haltet kaum Rast,
Und küßt auch noch im Traum.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:17  Neue Antwort erstellen
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An deinen Lippen

Deine Küsse halten mich glühend wach,
Sie gehen wie feurige Sterne ums Dach.

An deinen Lippen wird's Blut mir rot,
Mein Herz springt ins Feuer, mein Auge loht.

Deine Augen wie kleine Monde beim Küssen
Im letzten Himmel verschwinden *üssen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:21  Neue Antwort erstellen
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Die Sehnsucht peitscht

Die Sehnsucht peitscht mit scharfem Dorn,
Sie reitet mich wild
Und gibt mir den Sporn,
Und ob mein Herz streitet,
Sie macht mir die Hände zu Hufen aus Horn
Und rennt mit mir durch die Wände.

Die Sehnsucht, sie ist wie Salz im Meer,
Die Zunge wird mir bitter,
Und Durst klebt schwer
In Gaumen und Brust.
Und wie der Schaum auf Wellen lebt,
So mir die Sehnsucht am Munde schwebt.
Wie Wellen, die sich erdrücken *üssen,
Erdrücken sich meine verlassenen Lippen
In Sehnsucht nach deinen Küssen.
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BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:23  Neue Antwort erstellen
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Die blaue Kornblum wohnt versteckt

Die blaue Kornblum wohnt versteckt,
So hab ich meinen Schatz entdeckt.
Sie kann nicht meinen Händen wehren,
Wiegt sie wie's Sommerfeld die Ähren,
Die Ähren sind jetzt körnerschwer,
Als lag schon Brot mannshoch umher,
Und nahrhaft wie im Bäckerhaus
Steht's au der langen Landstraß aus.
Mein Schatz die Ähren streicheln tut.
"Nach Leben riechen sie so gut,"
Sagt sie. Und schau ich roten Mohn,
So sang ich auch sein Feuer schon.
Ich gab gern alle Ähren her,
Und gern war mir die Hand brotleer,
Blieb mir am Lebensend davon
Liebe betäubend wie der Mohn.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.07.2006, 15:26  Neue Antwort erstellen
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Dort wucherte Mohn

Wir gingen in helle Kornfelder hinein.
Dort wucherte Mohn rotfleckig am Rain,
Fein klingen dort Ähren dem Ohr Melodein
Und wiegen die Köpfe leise und träge,
Und heiße Dinge liegen am Wege.
Nicht Körner allein im Kornfeld gedeihn,
Mohnrote Flecken, die lecken am Blut,
Die können im Feld ein Brennen anstecken;
Wir haben geküßt und nicht ausgeruht.
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