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| Gedichte - Karoline von Gründerode 1780-1860 deutsche Dichterin |
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Verfasst am:
18.09.2011, 12:48

Gedichte
Karoline von Gründerode 1780-1860 deutsche Dichterin
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Der Knabe und das Vergismeinnicht
Der Knabe
O Blümelein Vergismeinnicht!
Entzieh Dich meinem Auge nicht.
Ihr, Veilchen! Nelken! Rosen!
Auf euch verweilt der Sonne Licht,
Als wollt es mit euch kosen;
Doch wenn die Sonne tiefer sinkt,
Wenn Nacht die Farben all verschlingt,
Da reden süße Düfte
Von eurem stillen Leben mir
Und die vertrauten Lüfte
Die bringen eure Grüße mir.
Doch ach! Vergismeinnicht, von Dir
Bringt nichts, bringt nichts mir Kunde.
Sag, Blümlein, lebst dem Aug Du nur?
Flieht mit den Farben jede Spur
Mir hin von Deinem Leben?
Hast keine Stimm, die zu mir spricht
Wenn Schatten Dich umgeben?
Vergismeinnicht
Die Stimme, ach Süßer! die hab ich nicht.
Doch trag ich den Namen Vergismeinnicht,
Der, wenn ich auch schweige, dem Herzen spricht. |
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Verfasst am:
18.09.2011, 12:49

Gedichte
Karoline von Gründerode 1780-1860 deutsche Dichterin
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Des Knaben Morgengruß
Morgenlicht! Morgenlicht!
Scheint mir hell ins Gesicht!
Wenn ich Tag kommen seh,
wird mir leid und weh;
Denn im Grabe liegt
Ein jung Mägdelein;
Des Frühroths Schein
Sieht traurig hinein
In das enge Kämmerlein.
Mögt wekken das Jungfräulein,
Das kann vom Schlaf nicht erstehn,
Morgenlicht nicht sehn;
Drum wenn ich Frühroth kommen seh,
Wird mir leid und weh. |
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Verfasst am:
18.09.2011, 12:49

Gedichte
Karoline von Gründerode 1780-1860 deutsche Dichterin
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Des Knaben Abendgruß
Mitternacht! Mitternacht!
Ich bin erwacht,
Der Mondenschein
Schaut hell herein
In mein Kämmerlein,
Da muß ich traurig sein.
Denn sonst im Mondenschein
War mit mir am Fensterlein
Ein lieblich Mägdelein.
Nun muß ich traurig sein,
Weil jetzt im Mondenschein
Ich bin allein. |
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