Das Orthogravieh

> PLAUDERGARTEN

 

 


Neue Antwort erstellen
Neues Thema eröffnen
Autor Nachricht
  Gedichte  -  Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:39  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Kann ich im Herzen heiße Wünsche tragen?
Dabei des Lebens Blütenkränze sehn,
Und unbekränzt daran vorübergehn,
Und muss ich trauernd nicht in mir verzagen?

Soll frevelnd ich dem liebsten Wunsch entsagen?
Soll mutig ich zum Schattenreiche gehn?
Um andre Freuden, andre Götter flehn,
Nach neuen Wonnen bei den Toten fragen?

Ich stieg hinab, doch auch in Plutons Reichen,
Im Schoß der Nächte, brennt der Liebe Glut,
Daß sehnend Schatten sich zu Schatten neigen.

Verloren ist, wen Liebe nicht beglücket,
Und stieg er auch hinab zur styg'schen Flut,
Im Glanz der Himmel blieb er unentzücket.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 03.02.2015, 18:11, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Sponsor
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:40  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Der Kuß im Traume,

aus einem ungedruckten Romane

Es hat ein Kuß mir Leben eingehaucht,
Gestillet meines Busens tiefstes Schmachten,
Komm, Dunkelheit! mich traulich zu umnachten,
Daß neue Wonne meine Lippe saugt.

In Träume war solch Leben eingetaucht,
Drum leb' ich, ewig Träume zu betrachten,
Kann aller andern Freuden Glanz verachten
Weil nur die Nacht so süßen Balsam haucht.

Der Tag ist karg an liebesüßen Wonnen,
Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen
Und mich verzehren seiner Sonne Gluthen.
Drum birg dich Aug' dem Glanze irrd'scher Sonnen!
Hüll' dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen
Und heilt den Schmerz, wie Lethes kühle Fluthen.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:41  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Zueignung

Ich habe Dir in ernsten stillen Stunden,
Betrachtungsvoll in heil'ger Einsamkeit,
Die Blumen dieser und vergangner Zeit,
Die mir erblüht, zu einem Kranz gewunden.

Von Dir, ich weiß es, wird der Sinn empfunden,
Der in des Blüthenkelchs Verschwiegenheit
Nur sichtbar wird dem Auge, das geweiht
Im Farbenspiel den stillen Geist gefunden.

Es flechten *ädchen so im Orient
Den bunten Kranz; daß vielen er gefalle,
Wetteifern unter sich die Blumen alle.

Doch Einer ihren tiefern Sinn erkennt,
Ihm sind Symbole sie nur, äußre Zeichen;
Sie reden ihm, obgleich sie alle schweigen.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:41  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Adonis Tod

1.
Die Göttin sinkt in namenlosem Leide;
Den Jäger traf des Thieres wilde Wuth;
Die Rose trinkend von des Jünglings Blut,
Glänzt ferner nicht im weißen Liljenkleide.

Das Abendroth der kurzen Liebesfreude
Blickt traurig aus der Blume dunklen Gluth;
Adonis todt im Arm der Göttin ruht;
Das Schönste wird des kargen Hades Beute.

Verhaßt ist ihr des langen Lebens Dauer,
Das Götterlos wird ihrer Seele Trauer,
Die sehnsuchtskrank den süßen Gatten sucht.

Und still erblühet heißer Thränen Frucht;
Den stummen Schmerz verkünden Anemonen,
Den ew'gen Wunsch im Schattenreich zu wohnen.

2.
Den Liljenleib des Purpurs dunkler Schleier
Dem irren Blick der Göttin halb entzieht;
Der Trauer Bild, die Anemone, blüht
So weiß als roth zur stillen Todtenfeyer.

Erloschen ist in Ihm des Lebens Feuer,
Sein todtes Aug' die Blume nimmer sieht. -
Doch plötzlich schmilzt der Göttin Leid im Lied,
Die Klage tönt, die Seele fühlt sich freier.

Ein Kranker, der des Liedes Sinn empfunden,
Durch Ihrer Töne Zauber soll gesunden. -
Der Andacht gerne Liebe sich vertraut.

Und glaubig einen Tempel er sich baut,
Auf daß er pflege in dem Heiligthume
Der Sehnsucht Kind die süße Wunderblume.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:42  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Adonis Todtenfeyer

Wehe! daß der Gott auf Erden
Sterblich mußt gebohren werden!
Alles Dasein, alles Leben
Ist mit ihm dem Tod gegeben.
Alles wandelt und vergehet,
Morgen sinkt was heute stehet;
Was jetzt schön und herrlich steiget
Bald sich hin zum Staube neiget;
Dauer ist nicht zu erwerben,
Wandeln ist unsterblich Sterben.
Wehe! daß der Gott auf Erden,
Sterblich mußt gebohren werden!
Alle sind dem Tod verfallen,
Sterben ist das Loos von allen.
Viele doch sind die nicht wissen,
Wie der Gott hat sterben *üssen;
Blinde sind es, die nicht sehen,
Nicht den tiefen Schmerz verstehen,
Nicht der Göttin Klag und Sehnen,
Ihre ungezählten Thränen,
Daß der süße Leib des Schönen
Muß dem kargen Tode fröhnen.

Laßt die Klage uns erneuern!
Rufet zu geheimen Feyern,
Die Adonis heilig nennen,
Seine Gottheit anerkennen,
Die die Weihen sich erworben,
Denen auch der Gott gestorben.

Brecht die dunkle Anemone,
Sie, die ihre Blätterkrone
Sinnend still herunter beuget,
Leise sich zur Tiefe neiget,
Forschend ob der Gott auf Erden
Wieder soll gebohren werden!

Brechet Rosen; jede Blume,
Sei verehrt im Heiligthume,
Forscht in ihren Kindermienen,
Denn es schläft der Gott in ihnen;
Uns ist er durch sie entstanden
Aus des dumpfen Grabes Banden.
Wie sie leis hervor sich drängen,
Und des Hügels Decke sprengen,
Ringet aus des Grabes Engen
Sich empor verschloßnes Leben;
Tod den Raub muß wiedergeben,
Leben wiederkehrt zum Leben.
Also ist der Gott erstanden
Aus des dumpfen Grabes Banden.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:42  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Gebet an den Schutzheiligen

Den Königen aus Morgenlanden
Ging einst ein hell Gestirn voran,
Und führte treu sie ferne Pfade
Bis sie das Haus des Heilands sahn.

So leuchte über meinem Leben,
Laß glaubensvoll nach dir mich schaun,
In Qualen, Tod und in Gefahren
Laß mich auf deine Liebe traun.

Mein Auge hab' ich abgewendet
Von allem was die Erde giebt,
Und über Alles was sie bietet
Hab' ich dich, Trost und Heil, geliebt.

Dir leb' ich, und dir werd' ich sterben,
Drum lasse meine Seele nicht,
Und sende in des Lebens Dunkel
Mir deiner Liebe tröstlich Licht.

O, leuchte über meinem Leben!
Ein Morgenstern der Heimath mir,
Und führe mich den Weg zum Frieden,
Denn Gottes Friede ist in dir.

Laß nichts die tiefe Andacht stören,
Das fromme Lieben, das dich meint,
Das, ob auch Zeit und Welt uns trennen,
Mich ewig doch mit dir vereint.

Da du erbarmend mich erkohren,
Verlasse meine Seele nicht,
O Trost und Freude! Quell des Heiles!
Laß mich nicht einsam, liebes Licht!
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:43  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Die Malabarischen Witwen

Zum Flammentode gehn an Indusstranden
Mit dem Gemahl, in Jugendherrlichkeit,
Die Frauen, ohne Zagen, ohne Leid,
Geschmücket festlich, wie in Brautgewanden.

Die Sitte hat der Liebe Sinn verstanden,
Sie von der Trennung harter Schmach befreit
Zu ihrem Priester selbst den Tod geweiht,
Unsterblichkeit gegeben ihren Banden.

Nicht Trennung ferner solchem Bunde droht,
Denn die vorhin entzweiten Liebesflammen
In einer schlagen brünstig sie zusammen.

Zur süßen Liebesfeyer wird der Tod,
Vereinet die getrennten Elemente,
Zum Lebensgipfel wird des Daseins Ende.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:44  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Die eine Klage

Wer die tiefste aller Wunden
Hat in Geist und Sinn empfunden
Bittrer Trennung Schmerz;
Wer geliebt was er verlohren,
Lassen muß was er erkohren,
Das geliebte Herz,

Der versteht in Lust die Thränen
Und der Liebe ewig Sehnen
Eins in Zwei zu sein,
Eins im Andern sich zu finden,
Daß der Zweiheit Gränzen schwinden
Und des Daseins Pein.

Wer so ganz in Herz und Sinnen
Konnt' ein Wesen liebgewinnen
O! den tröstet's nicht
Daß für Freuden, die verlohren,
Neue werden neu gebohren:
Jene sind's doch nicht.

Das geliebte, süße Leben,
Dieses Nehmen und dies Geben,
Wort und Sinn und Blick,
Dieses Suchen und dies Finden,
Dieses Denken und Empfinden
Giebt kein Gott zurück.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:44  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Ägypten

Blau ist meines Himmels Bogen,
Ist von Regen nie umzogen,
Ist von Wolken nicht umspielt,
Nie vom Abendthau gekühlt.

Meine Bäche fließen träge
Oft verschlungen auf dem Wege
Von der durst'gen Steppen Sand,
Bei des langen Mittags Brand.

Meine Sonn' ein gierig Feuer,
Nie gedämpft durch Nebelschleier,
Dringt durch Mark mir und Gebein
In das tiefste Leben ein.

Schwer entschlummert sind die Kräfte,
Aufgezehrt die Lebenssäfte;
Eingelullt in Fiebertraum
Fühl' ich noch mein Dasein kaum.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:45  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Der Nil

Aber ich stürze von Bergen hernieder,
Wo mich der Regen des Himmels gekühlt,
Tränke erbarmend die lechzenden Brüder
Daß sich ihr brennendes Bette erfüllt.

Jauchzend begrüßen mich alle die Quellen;
Kühlend umpfange ich, Erde, auch dich;
Leben erschwellt mir die Tropfen, die Wellen,
Leben dir spendend umarme ich dich.

Theueres Land du! Gebährerin Erde!
Nimm nun den Sohn auch den liebenden auf,
Du, die in Klüften gebahr mich und nährte,
Nimm jetzt, o Mutter! den Sehnenden auf.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:45  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Eine persische Erzählung

Rasend am Altar des Feuers
Ormuzd Priester war geworden;
Aber als der Morgen helle
Gülden aus dem Osten blickte,
Kehrte Ruh in seine Seele.
Laut rief er dem Opferknaben:
»Siehe wie der Morgen pranget.
Licht hat endlich obgesieget,
Siegend werden nie zur Erde
Wieder sich die Schatten senken.«
Trost erfüllet sprachs der Alte,
Kniete nieder am Altare,
Betend auf zum Gott des Lichtes
Preißend ihn, des frohen Sieges,
Angethan in hellen Kleidern
Zwölf der Stunden täglich feiern.
Aber als die Zwölf im Weste
Trübe sich begunt zu färben,
Leis verglomm im Abendstrahle,
Ormuzd Priester ward da stille,
Sorgend blickt er auf zum Himmel
Forschend was die Zeit gebähre. -
Dunkel kam heran geschritten,
Zagend streift es, blaß und ängstlich,
Muthig ward's dann, dehnt sich *ächtig,
Wuchs und deckt mit Riesengliedern
Siegreich bald die niedren Thäler,
Reiht sich um den Stern des Tages,
Drängt ihn hastig hin zum Weste. -
Ormuzd Priester rief der Sonne,
Tapfer sich im Kampf zu zeigen,
Heftig rief er, Wahnsinn betend.
Aber das Gestirn des Lichtes
Bettet sich im Weste stille.
Rasend, zitternd, sah's der Alte
Raffte sich empor vom Boden
Eilte nach dem nahen Meere. -
Glänzend aus der Fluthen Spiegel
Luna kam heraufgeschritten;
Feucht ihr Haar, vom Meer noch träuflend,
Thaubeglänzt ihre Wange,
Blickte sie zur Erde nieder.
Da ergrimmte Ormuzd Priester,
Nahm den Bogen, nahm die Pfeile,
Eilte zu des Felsen Gipfel,
Achtet nicht der schroffen Höhe,
Drunten nicht des Meeres Brausen,
Nimmt der Pfeile schärfsten, zielet
Hoch zum Mond, dem Herz der Nächte;
Schwirrend reißt ihn da die Senne
Seines Bogens hin zur Tiefe,
Sterbend büßt er sein Erkühnen. -
Mitleidsvoll ihm Mitra lächlet;
Aber gütig nimmt das Dunkel
Auf in seinem heil'gen Schooße
Freundlich den verirrten Kranken,
Daß im Arm der Mitternächte
Schweren Wahnsinns er genese.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:46  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

Überall Liebe

Kann ich im Herzen heiße Wünsche tragen?
Dabei des Lebens Blüthenkränze sehn,
Und unbekränzt daran vorüber gehn
Und muß ich traurend nicht in mir verzagen?

Soll frevelnd ich dem liebsten Wunsch entsagen?
Soll muthig ich zum Schattenreiche gehn?
Um andre Freuden andre Götter flehn,
Nach neuen Wonnen bei den Todten fragen?

Ich stieg hinab, doch auch in Plutons Reichen,
Im Schooß der Nächte, brennt der Liebe Glut
Daß sehnend Schatten sich zu Schatten neigen.

Verlohren ist wen Liebe nicht beglücket,
Und stieg er auch hinab zur styg'schen Flut,
Im Glanz der Himmel blieb er unentzücket.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:47  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

[Zwei Augen wie Sterne]

Zwei Augen wie Sterne
Die sähen so gerne
Das wonnige Licht,
Und dürfen es nicht;
Die hellen Karfunklen
Die könnten verdunklen
Das sonnige Licht,
Und dürfen es nicht.
O Liebesverlangen!
In Kerker gefangen,
Sind die Augen so minniglich,
Die Lippen so wonniglich,
Die Worte die milden,
Die Locken so gülden,
Es bricht mir das Herz
Vor Leidmuth und Schmerz.
Ich sehe bis an den Tod
Die Lippen rosinroth
Und sollt ich nimmer genesen,
Dächt ich doch an ihr minniglich Wesen,
An ihr Blicken so mild,
An das schönste Frauenbild,
Und sollt ich Schmach und Tod erwerben
Das *ägdlein minnt ich und sollt ich sterben.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:47  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

[Liebst du das Dunkel]

Liebst du das Dunkel
Thauigter Nächte
Graut dir der Morgen
Starst du ins Spatroth
Seufzest beym Mahle
Stösest den Becher
Weg von den Lippen
Liebst du nicht Jagdlust
Reizet dich Ruhm nicht
Schlachtengetümmel
Welken dir Blumen
Schneller am Busen
Als sie sonst welkten
Drängt sich das Blut dir
Pochend zum Herzen.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 18.09.2011, 12:47  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Günderode 1780-1806 deutsche Dichterin
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44710
Wohnort: Gronau

An Clemens

Die Hirten lagen auf der Erde
Und schlummerten um Mitternacht,
Da kam mit freundlicher Geberde
Ein Engel in der Himmelspracht.
Mit Sonnenglanz war er umgeben,
Und zu den Hirten neigt er sich,
Er sprach geboren ist das Leben,
Euch offenbart der Himmel sich. -
Auch ich lag träumend auf der Erde,
Ihr dunkler Geist war schwer auf mir,
Da trat mit freundlicher Geberde
Die heil'ge Poesie zu mir,
In ihrem Glanz warst Du verkläret,
Vertrauet mit der Geisterwelt,
Den Becher hattest Du geleeret,
Der Dich zu ihrem Chor gesellt.
Dein Lied war eine Strahlenkrone,
Die sich um Deine Stirne wand,
Die Töne eine Lebenssonne,
Erleuchtend der Verheißung Land.
Der Liebe Reich hab ich gesehen
In Deiner Dichtung Abendroth;
Wie Moses auf des Berges Höhen,
Als ihm der Herr zu schaun gebot;
Er sah das Ziel des Erdenwallen
Und mochte fürder nichts mehr sehn.
Wohin, wohin soll ich noch wallen,
Da ich das Heilige gesehn? -
Nach oben
Sponsor
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Seite 1 von 2
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
gedichte-garten.de Foren-Übersicht  -  Gedichte

Neue Antwort erstellen

 

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Selma Meerbaum-Eisinger 1924-1942 deu... Ann Gedichte 44 12.02.2014, 19:58 Letzten Beitrag anzeigen
Charles Colton 1780-1832 engl. Kleriker Ann Zitate & Sprüche 17 17.05.2012, 12:30 Letzten Beitrag anzeigen
Franziska Gräfin zu Reventlow 1871 - ... Ann Zitate & Sprüche 20 01.01.2012, 17:52 Letzten Beitrag anzeigen
Charlotte von Kalb 1761-1843 deutsc... Ann Zitate & Sprüche 0 20.12.2011, 18:39 Letzten Beitrag anzeigen
Marie-Luise Weissmann 1899-1929 Deuts... Ann Gedichte 13 22.10.2011, 15:54 Letzten Beitrag anzeigen

Annegret Kronenberg © 2004-2006 | Alle Rechte vorbehalten | Inhalt | Lyrik | Liebesgedichte | Gedichte & Poesie | Adventskalender basteln | Internet Forensicherheit