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  Gedichte  -  Otto Erich Hartleben 1864-1905 Dt. Schriftsteller
Ann
BeitragVerfasst am: 09.01.2012, 20:00  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Otto Erich Hartleben 1864-1905 Dt. Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44818
Wohnort: Gronau

Als Knabe hab ich dich geliebt
und du, ein süsses Kind, auch mich:
wenn es auf Erden Reines giebt,
traf da die Gnade mich und dich.

Da schon ich heisse Lieder sang,
in mich verscheucht, fremd in der Welt,
noch stets in meinem Herzen klang
Erinnrung, phantasiegeschwellt. -

Seitdem hatt ich den Ton verlernt,
bei dem die Seele einst gebebt:
ich war dir nah und doch entfernt,
ich habe ohne dich gelebt.

Doch heut, heut sah ich dich im Traum
und küsste wieder deinen Mund.
Zwar, dich zu fühlen, wagt ich kaum,
und fühlte doch der Brüste Rund.

Das weiche, warme Braun des Haars,
der braunen Augen blitzender Schein,
das spöttische Kindeslachen wars ...
Und - bin erwacht und - bin allein.

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BeitragVerfasst am: 09.01.2012, 20:00  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Otto Erich Hartleben 1864-1905 Dt. Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44818
Wohnort: Gronau

Anstimmen wollt ich ehmals ehernen Rufes Ton,
singen das hohe Lied des Hasses meiner Zeit.
Doch wem der Blitz, das Rollen des Donners nicht
wohnt in der seelengebietenden Rechten,

der wage frevelnd niemals göttlich erhabnen Kampf!
Schau: mit des Kriegers Schwert spielt ernst erregt das Kind
und wills aufheben immer mit neuer *üh,
bis es beim Lachen der Eltern erröthet.

Auch meine Hand ist kraftlos: flattert im Morgensturm
wogend des Banners Tuch, bestrahlt vom Frührothglanz,
nicht taugt in meine Hand der bewegte Schaft,
Stärkere sollen dem Sturme begegnen!

Der süssen Freude Wohllaut lauschte mein junges Herz,
Lieder der Liebe sang ich froh mit heitrem Mund.
Noch streck ich aus, empor zu der Götter Thron
offen erhobene, freudebegehrende Hände.
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Ann
BeitragVerfasst am: 09.01.2012, 20:01  Neue Antwort erstellen
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Otto Erich Hartleben 1864-1905 Dt. Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44818
Wohnort: Gronau

In stiller Sommerluft


Das grüne Gold der Blätter, das die Sonne malt -
ich seh es noch, wie's dir vom weissen Kleide blitzt,
und fühle deine Hände noch auf meinem Haar ...
Die wilden Blumen dufteten rings so stark und süss.

Was sprachst du doch? - Ich höre deine Stimme nicht,
vergebens sinn ich ihrem fernen Klange nach.
Ich bin allein - in meine offnen Hände fällt
das grüne Gold der Blätter, das die Sonne malt
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