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  Gedichte  -  Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
Ann
BeitragVerfasst am: 28.02.2008, 20:27  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Administrator
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Der Duft der Rose
Hermann Hesse (1877-1962)

Der Duft der Rose nimmt dich
in einen süßen Bann
rührt Dich liebkosend leise
wie eine Liederweise
mit Ahnung voller Schönheit an;
ist ohne Gleichnis rein und zart:
Du kannst es nicht ermessen,
fühlst nur ein süß Vergessen
und eine süße Gegenwart.
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rita
BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 10:49  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Wie wenn am Feiertage , das Feld zu sehn
ein Landmann geht , des Morgens , wenn
aus heißer Nacht die kühlenden Blitze fielen .
Die ganze Zeit und fern noch tönet der Donner ,
in sein Gestade wieder tritt der Strom ,
und frisch der Boden grünt ,
von des Himmels erfreuenden Regen .
Der Weinstock trauft, und glänzend
in stiller Sonne stehn die Bäume des Hains .

So steht ihr unter günstiger Witterung ,
Ihr , die kein Meister allein , die wunderbar
allgegenwärtig erziehet in leichtem Umfangen .
Die *ächtige , die göttlichschöne Natur .
Drum , wenn zu schlafen sie scheint zu Zeiten des Jahrs
am Himmel oder unter den Pflanzen oder unter den Völkern .
So trauert der Dichter Angesicht auch ,
sie scheinen allein zu sein , doch ahnen sie immer .
Denn ahnend ruhet sie selbst auch .

Jetzt aber tagt's ! Ich harrt ' und sah es kommen ,
und was ich sah , das Heilige sei mein Wort ,
denn sie , sie selbst ,die älter denn die Zeiten
und über die Götter des Abends und Orients ist ,
die Natur ist jetzt mit Waffenklang erwacht ,
und hoch vom Äther bis zum Abgrund nieder
nach festem Gesetze, wie einst , aus heiligem Chaos gezeugt ,
fühlt neu die Begeisterung sich
die Allerschaffende , wieder .

Und wie im Aug ' ein Feuer dem Manne glänzt ,
wenn Hohes er entwarf , so ist
von neuem Zeichen , den Taten der Welt jetzt
ein Feuer angezündet in der Seele der Dichter .
Und was zuvor geschah , doch kaum gefühlt ,
ist offenbar erst jetzt,
und die uns lächelnd den Acker gebaut ,
in Knechtsgestalt , sie sind bekannt , die
Allebendigen , die Kräfte der Götter .

Erfragst du sie ? Im Liede wehet ihr Geist ,
wenn es von Sonn ' des Tags und warmer Erd '
entwächst , und Wettern , die in der Luft , und andern ,
die vorbereiteter in Tiefen der Zeit
und deutungsvoller , und vernehmlicher uns
hinwandeln zwischen Himmel und Erd ' und unter den Völkern .

Des gemeinsamen Geistes Gedanken sind
still endend in der Seele des Dichter .

Daß schnellbetroffen sie , Unendlichem
bekannt seit langer Zeit ,von Erinnerung
erbebt , und ihr , von heil'gem Strahl entzündet , die Frucht in Liebe geboren , der Götter und Menschen Werk ,
der Gesang , damit er von beiden zeuge , glückt .
So fiel , wie Dichter sagen , da sie sichtbar
den Gott zu sehen begehrte , sein Blitz auf Semeles Haus ,
und die göttlichgetroffne gebar ,
die Frucht des Gewitters , den heiligen Bacchus .

Und daher trinken himmlisches Feuer jetzt
die Erdensöhne ohne Gefahr .
Doch uns gebührt es , unter Gottes Gewittern ,
ihr Dichter ! Mit entblößtem Haupte zu stehn ,
des Vaters Strahl , ihn selbst , mit eigner Hand
zu fassen und dem Volk ins Lied
gehüllt die himmlische Gabe zu reichen .
Denn sind nur reinen Herzens ,
wie Kinder , wir , sind schuldlos unsere Hände ,
des Vaters Strahl , der reine , versengt es nicht ,
und tieferschüttert , eines Gottes Leiden
mitleidend , bleibt das ewige Herz doch fest .
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Sonnenschein
BeitragVerfasst am: 13.05.2008, 07:40  Neue Antwort erstellen
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Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Stammgast
Stammgast


Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 38

Menschenbeifall

Ist nicht heilig mein Herz,schöneren Lebens voll,
Seit ich liebe? warum achtet ihr mich mehr,
Da ich stolzer und wilder,
Wortreicher und leerer war?

Ach! der Menge gefällt, was auf dem Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
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rita
BeitragVerfasst am: 05.09.2008, 22:51  Neue Antwort erstellen
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Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

An die Parzen

Nur einen Sommer gönnt , ihr Gewaltigen !
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir ,
daß williger mein Herz , vom süßen
Spiele gesättigt , dan mir sterbe !

Die Seele , der im Leben ihr göttlich Recht
nicht ward , sie ruht auch drunten im Orkus nicht ;
doch ist mir einst das Heil'ge , das am
Herzen mir liegt , das Gedicht gelungen :

Willkommen dann , o Stille der Schattenwelt !
Zufrieden bin ich ,wenn auch mein Saitenspiel
mich nicht hinabgeleitet ;
einmal lebt ich wie Götter , und mehr bedarf's nicht .
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rita
BeitragVerfasst am: 04.12.2008, 11:40  Neue Antwort erstellen
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Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Der Spaziergang

Ihr Wälder schön an der Seite
am grünen Abhang gemalt ,
wo ich umher mich leite ,durch süsse Ruh bezahlt .
Für jeden Stachel im Herzen ,
wenn dunkel mir ist der Sinn ,
denn Kunst und Sinnen hat Schmerzen
gekostet von Anbeginn .
Ihr lieblichen Bilder im Tale ,
zum Beispiel Gärten und Baum ,
und dann der Steg der schmale ,
der Bach zu sehen kaum .
Wie schön aus heiterer Ferne
glänzt einem das herrliche Bild
der Kandschaft , die ich gerne
besuch' in Witterung mild .
Die Gottheit freundlich geleitet ,
uns erstlich mit Blau ,
hernach mit Wolken bereitet ,
gebildet wölbig und grau .
Mit sengenden Blitzen und Rollen
des Donners , mit Reiz des Gefilds ,
mit Schönheit , die gequollen
vom Quell ursprünglichen Bilds .
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rita
BeitragVerfasst am: 03.10.2009, 19:07  Neue Antwort erstellen
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Friedrich Hölderlin 1770-1843 Lyriker
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Gesang der Deutschen

O heilig Herz der Völker , o Vaterland !
Allduldend gleich der schweigenden Mutter Erd
und allverkannt , wenn schon aus deiner
Tiefe die Fremden ihr Bestes haben .
Sie ernten den Gedanken , den Geist von dir ,
sie pflücken gern die Traube , doch höhnen sie
dich ungestalte Rebe , dass du
schwankend den Boden und wild umirrest .

Du Land des hohen ernsteren Genius !
Du Land der Liebe ! Bin ich der deine schon ,
oft zürnt ich weinend , dass du immer
blöde die eigene Seele leugnest .

Doch magst du manche Schöne nicht bergen mir ,
oft stand ich überschauend das sanfte Grün
im weiten Garten hoch in deinen Lüften
auf hohem Gebirg und sah dich .

An deinen Strömen ging ich und dachte dich ,
indes die Töne schüchtern die Nachtigall
im Dunkel sang und still und klar
auf dämmerndem Grund die Sonne weilte .

Und an den Ufern sah ich die Städte blühn ,
die edeln , wo der Fleiss in der Werkstatt schweigt ,
die Wissenschaft , wo deine Sonne
milde dem Künstler zum Ernste leuchtet .

Kennst du Minervens Volk ? Es erwählete
den Ölbaum sich zum Lieblinge , kennst du dies ?
Noch lebt's ! Noch waltet der Athener Seele ,
die sinnende , still bei Menschen,

Wenn Platons frommer Garten auch schon nicht mehr
am stillen Strome grünt und ein dürft'ger Mann
die Heldenasche pflügt und scheu
der Vogel der Nacht auf der Säule trauert .

O heiliger Wald ! O Attika ! Traf der Gott
mit furchtbar sichrem Strahle so bald auch dich ,
und eilten sie , die dich belebt
die Flammen , entbunden zum Äther über ?

Doch wie der Frühling wandelt der Genius
von Land zu Land .Und wie ? Ist denn einer noch
von unsern Jünglingen, der nicht ein
Ahnen , ein Rätsel der Brust verschwiege ?

Den deutschen Frauen danket ! Sie haben euch
der Götterbilder freundlichen Geist bewahrt ,
und sühnet täglich nicht der holde Friede
das böse Gewirre wieder ?

Und wo sind Dichter , denen der Gott es gab ,
wie unsern Alten , freundlich und fromm zu sein ,
wo Weise , wie die unsern sind ,
die Kalten und kühnen , die unbestechbarn ?

Gegrüsst in deinem Adel , mein Vaterland ,
mit neuem Namen , reifeste Frucht der Zeit ,
du letzte und du erste aller Musen ,
Urania , sei gegrüsst mir !

Noch säumst und schweigst du ,
sinnest ein freudig Werk ,
das von dir zeuge , sinnest ein neu Gebild ,
das einzig , wie du selber ,
das aus Liebe geboren und gut , wie du sei .

Wo ist dein Delos , wo dein Olympia ,
dass wir uns alle finden am höchsten Fest ?
Doch wie errät dein Sohn ,
was du den Deinen , Unsterbliche , längst bereitest ?
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