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  Kurzgeschichten  -  Der Fall ist noch nicht abgeschlossen
achatscheibe
BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 09:35  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Der Fall ist noch nicht abgeschlossen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2011
Beiträge: 1278

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen


Er hatte genug vom Stadtleben, wollte lieber auf's Land und sein Rentnerdasein
in aller Ruhe geniessen.
Als dann vor zwei Jahren seine Frau an Krebs verstorben ist, ihm die
Eigentumswohnung zu groß war, verkaufte er diese und erwarb sich auf dem Lande ein kleines Häuschen. Es war nicht groß, siebzig Quadratmeter und ein kleiner Garten. Für ihn reichte das. Und dann erfüllte er sich noch einen Herzenswunsch,
er holte sich aus dem Tierheim einen acht Jahre alten Schäferhund. Er wollte schon immer einen Hund haben, jetzt war die beste Gelegenheit dazu. Mit ihm unternahm er jeden Morgen 7.00 Uhr einen ausgedehnten Waldspaziergang, eine Stunde wenigstens, und abends noch mal ca. dreißig Minuten.
Und so war es auch vergangenen Montag. Nach zweihundert Metern Landstraße bog links ein schmaler Feldweg ab und führte in den Wald, den man nach fünfhundert Meter erreichte. Es war ein herrlicher Sommertag, die Sonne schien es diesen Tag gut zu meinen. Er genoss diese Stille der Natur, obwohl es ja nicht still war. Wenn man genau hin hörte war es ein Wirrwarr von Tiergeräuschen.
Sein Hund, er hieß Winnetou, lief frei neben ihm. Es schien ein schöner Tag zu werden. Aber kaum hatten sie den Wald erreicht spielte Winnetou verrückt. Er rannte los, ihn zurück zu rufen war erfolglos. Nach zehn Minuten Weg entdeckte er
seinen geliebten Hund, vielleicht fünfzig Meter vom eigentlichen Waldweg entfernt.
Und da lag sie, die Leiche, Kopf und Beine fehlten ihr.
Er musste sich erbrechen, ihm wurde übel, musste sich an einem Baum festhalten.
Die Polizei, er muss die Polizei verständigen. Er muss wieder nach Hause, nahm nie ein Handy mit, warum auch.

***

Der Tatort war weiträumig abgesperrt, er stand abseits vom Sperrband und sah dem Treiben der Kripobeamten zu. Dann endlich kümmerte man sich um ihn. Man stellte ihm viele Fragen, erkundigte sich wie es ihm ginge, ob er es allein nach Hause schaffe. Klar, kein Problem.

****

Als sie, er und Winnetou, die Landstraße betraten rannte der Hund plötzlich wieder los, als ob er von einer Tarantel gestochen worden ist, blieb vor der Eingangstür des Häuschens stehen und bellte wie verrückt.
Dann sah auch er die Bescherung, die Tür war aufgebrochen worden.
"Verdammte *ße!"
Er öffnete die Tür ganz, betrat seinen Wohnraum, blickte sich ängstlich um.
Ich muss den Kripobeamten verständigen. Er kramte in seiner Tasche nach der Visitenkarte, er hatte sie von dem Kripobeamten erhalten, falls ihm noch etwas einfiele. Jetzt brauchte er nur noch sein Handy. Es lag in der Küche.
"Winnetou, was ist los mit dir?" Der Schäferhund stand vor der Küchentür und versuchte sie mit der Pfote zu öffnen.
Was er dann in der Küche sah krempelte seinen Magen total um. Was er im Wald noch nicht erbrochen hatte, hier fiel der Rest auf den Küchenboden.
Er glaubte einer Ohnmacht nahe zu sein.
Auf dem Küchentisch lag ein menschlicher Kopf, ganz bestimmt der von der Leiche.
Er musste an die frische Luft, musste einen klaren Gedanken fassen. Was sollte er tun? Rief er die Polizei, war er dann verdächtig? Und wieso brachte der Täter den Kopf zu ihm? Er hatte doch keinem was getan. Sollte er den Kopf vergraben, im Garten? Oder doch die Polizei verständigen ?
Er hat sich entschieden die Polizei zu informieren. Er saß in seinem Garten auf der Bank und konnte das alles nicht verarbeiten. Etliche Polizisten suchten in seinem Haus nach Spuren , vielleicht fanden sie irgendetwas. Den Toten kannte er nicht, also keiner aus dem Ort.

***

Am Freitag erfuhr er von der Polizei der Fall wäre abgeschlossen.
Es war ein Serienkiller, man suchte schon lange nach ihm, jetzt hätten sie
ihn endlich gefasst. Eigentlich wollte er die Leiche im Wald vergraben, aber er hat ihn kommen sehen und ist geflüchtet. Er hat ihn dann beobachtet, wie er wieder nach Hause ging um die Polizei zu verständigen. Somit wusste er wo er wohnte.
Er wollte sich wegen der Störung rächen und auch einen kleinen Jux daraus machen, also deponierte er den Kopf in seiner Wohnung. Fall abgeschlossen.
Ja, abgeschlossen für die Polizei, für ihn nicht.
So richtig konnte er keinen Appetit verspüren, musste beim Anblick von Essen würgen, er sah ständig die Leiche vor sich, und dann dieser Kopf auf seinem Küchentisch. Stand ihm da nicht eine Entschädigung zu? Er war doch ein Opfer!
Ach, vergiss es, bei diesen Bürokraten, man ärgert sich dann nur noch.

***
Am Samstag hatte es den ganzen Tag geregnet, da war er nicht ganz so lange mit Winnetou draussen. Aber heute, Sonntag, schien am frühen Morgen schon wieder die Sonne ganz schön kräftig. Das wird ein schöner Morgenspaziergang werden, für ihn und seinen Hund. Er öffnete die Haustür, wollte ins freie treten…
Nein, nicht schon wieder. Nein.
Auf der Türschwelle lag ein Kopf mit blutigem Rumpf.


Video:

http://youtu.be/Dw07uPs-GjE


Zuletzt bearbeitet von achatscheibe am 06.04.2012, 18:35, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 16:12  Neue Antwort erstellen
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Der Fall ist noch nicht abgeschlossen
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Administrator
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44816
Wohnort: Gronau

Hallo Bernd,

Deine Geschichte ist mir zu gruselig, das ist nicht mein Ding. Jetzt, im Frühling, wo alles auf Schönheit ausgerichtet ist, mag ich das nicht lesen.

Liebe Grüße
Ann
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Juska
BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 16:53  Neue Antwort erstellen
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Der Fall ist noch nicht abgeschlossen
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5979

hallo Bernd,
bis zu den ersten Sternchen wunderbar erklärt und beschrieben.
Doch dann wird es unübersichtlich. Ich wunderte mich, war die ganze Zeit der Meinung, jetzt liegt der Hund tot im Wald, doch es überschlagen sich die Ereignisse. Ist das nicht zu viel action?

Dein erster Krimi?

Ann hat recht, auch ich finde ihn zu gruselig.

Nicht böse sein auf mich.
Liebe Grüße Juska
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achatscheibe
BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 17:39  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2011
Beiträge: 1278

Nein, Juska, bin dir nicht böse,
liebe Grüße
Bernd
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Juska
BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 20:32  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5979

Ach so, noch etwas Bernd:
Es gibt ernst zu nehmende Sendungen im Fernsehen, bei denen auch ständig diese Worte fallen, die ich nicht aussprechen *öchte, geschweige denn schreiben. Diese Ausdrucksweise, die auch du hier benutzt, passt zu deinen Bildern und wohl auch zur Geschichte.

Es ist ja hoffentlich nur eine Geschichte und ruft keine bösen Geister hervor.

Nochmal liebe Grüße von Juska
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