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  Kindergedichte und Kinderlieder  -  Gedichte im Jahreskreis von Annegret Kronenberg
Ann
BeitragVerfasst am: 15.09.2012, 15:47  Neue Antwort erstellen
Kindergedichte und Kinderlieder
Gedichte im Jahreskreis von Annegret Kronenberg
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44818
Wohnort: Gronau

Gedichte im Jahreskreis



Januar



Januar schaut so traurig in die Zeit,

aus Schnee und Eis besteht sein Kleid.

Hat ein Sonnenstrahl sich durch die Wolken gewagt,

wird er vom Wind gleich fort gejagt.



Längst ist man Leid die glatten Straßen,

die Schneeromantik wir schnell vergaßen.

Die Arbeit hat uns in die Pflicht genommen,

jetzt heißt es, pünktlich anzukommen.



Doch lassen wir das Schimpfen, Klagen,

wir haben es noch stets ertragen.

Werden am Ende darüber lachen,

wenn wir uns warme Gedanken machen.





Schneeglöckchen im Februar



Der Winter hat noch voll im Griff,

im Februar das Wetterschiff.

Wenn Schneeglöckchen das Eis durchbricht,

schlägt ihm Kälte ins Gesicht.



Sein Läuten klingt noch sehr verfroren,

ist kein Schmaus für feine Ohren.

Doch seinen mut’gen Erdenkuss

erwidert stolz die Zaubernuss.



Der Winter will kein Ende finden,

verbrüdert sich nun mit den Winden.

Sie stürmen wild von Nord und Ost,

spielen klirrend mit dem Frost.



Doch seine Tage sind gezählt,

es ist egal, wie er sich quält.

Frühling scharrt schon mit dem Fuß,

schickt lautlos manchen Blumengruß.









*ärz



Im *ärzen der Bauer

kein Rösslein anspannt,

um zu setzen seine Wiesen

und Felder instand.



Er pflügt seinen Boden

mit großem Gerät,

fährt über den Acker

am Abend noch spät.



Die Scheinwerfer leuchten

und zeigen die Spur,

die Arbeit der Rösslein

ist ein *ärchen jetzt nur.






April, April





April, oh ja,

er ist so launisch.

Heute knallt uns die Sonne ins Gesicht

und morgen lässt die erwachten Knospen

einfach erfrieren, bitterlich.

Er ist unberechenbar,

man kann ihm nicht vertrauen,

und doch trägt er in sich

den jungen Frühling.







In einer Nacht im Mai


Die Luft wird getragen

von süßen Frühlingsdüften.

Seidiges Maigrün hüllt uns ein.

Ein zarter Windhauch lässt

weiße Blütenflocken schneien.

Wir tanzen verliebt, berauscht

durch die Maiennacht.




Juni-Rosenmonat





Rosen sprießen an allen Ecken,

fallen dir förmlich in den Weg.

Kletterrosen wagen den Blick

durchs Fenster, begrüßen dich

blutrot schon am frühen Morgen

und leiser Windhauch atmet

süßen Duft in den Raum.

Genieße das Bad in den Rosen

Blüten, schlürfe ihren Duft,

damit du dich auch im Winter

noch erinnern kannst.






Juli





Juli, schöne Ferienzeit,

der Lenz schlüpft jetzt ins Sommerkleid.

Blütenpracht, so weit man schaut,

die Sonne brennt uns auf der Haut.



Mit dem Fahrrad über Felder

oder wandern durch die Wälder,

schwimmen in dem blauen See,

keine Sorge drückt, es tut nichts weh.



Blutrot sinkt die Sonne in die Nacht,

hat ein prächtiges Abendrot gebracht.

Unbemerkt hüllt Dunkelheit uns ein,

so *ärchenhaft kann nur der Juli sein.









August


August, deine dröhnende Hitze

lässt die ersten Äpfel reifen,

verführt so manchen am Wegesrand

mal über den Zaun zu greifen.



Blumen quellen in voller Pracht

dem bestaunenden Betrachter entgegen.

Die Birke streut schon Samen aus,

für die Spatzen ein gütlicher Segen.



August, du Gutelaunemonat,

zeigst uns mal was Sommer heißt.

Bringst Sonne, Freude, Badewetter,

auch wenn uns mal ‚ne *ücke beißt



September


Der Sommer war ein einz’ger Traum,

doch jetzt legt sich auf Blatt und Baum

ein zarter Abschiedskuss,

der ausgehalten werden muss.



Noch sammeln fleiß’ge Bienen

den letzten Nektar ein

und bunte Schmetterlinge

tanzen im lauen Sonnenschein.



Ins Gras die saft’ge Birne kracht,

im Rebenlaub die Traube lacht.

Rot die Beeren an Sträuchern prangen,

Früchte die letzte Reife erlangen.



Über gelbe Stoppelfelder

streicht merklich kühl ein leiser Wind.

*üde rauschen bunte Wälder

und Rosen längst vergangen sind.




Oktober


Ein goldener Oktobertag,
so wie ich selten einen sah.
Der Himmel blau, die Sonne lacht,
als hätt’ ein Maler sich’s erdacht.

Im schönsten Kleid der Blätterwald
uns anlockt, uns gar staunen lässt.
Die Spatzen zwitschern froh ihr Lied
und sonnen sich auf Strauchgeäst.

Bei aller Schönheit, aller Pracht,
liegt doch schon Abschied in der Luft.
Auch wenn er sich nur ahnen lässt,
beschleicht das Weh schon uns’re Brust.

In dieser Zeit wir träumen
von glücklichen Sommertagen,
von seligen Stunden der Liebe,
die helfen, den Winter zu ertragen.




November


Ein Ahornblatt am Boden lag,

es war wie Blut, so rot,

aus Raureif einen Silberkranz,

bezaubernd, selbst im Tod.







Dezember



Zugefroren sind Bach und See,

alles wirkt so trist, so tot.

Vielen tut die Kälte weh

und manche Tiere leiden Not.



Die nackten Äste streckt der Baum

ins blässliche Dezemberlicht.

Der Igel träumt den schönsten Traum,

Vogelstimmen hört man nicht.



Manchmal wandelt über Nacht

Raureif die Welt zum *ärchen,

als hätt’ das Christkind uns gebracht

vom Himmel die glitzernden Sternchen.



Geheimnisvoll ruht die Natur –

Schnee deckt warm die Erde zu.

Leise verweht der Wind die Spur,

so ist wohl gemeint die Winterruh.
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