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  Kindergedichte und Kinderlieder  -  Das Regenbogenland – Teil I von Michael Thum
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BeitragVerfasst am: 02.12.2013, 14:40  Neue Antwort erstellen
Kindergedichte und Kinderlieder
Das Regenbogenland – Teil I von Michael Thum
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Oberg
Oberg


Anmeldungsdatum: 26.11.2004
Beiträge: 310
Wohnort: Gronau/Westf.

Das Regenbogenland – Teil I

Wer hat noch nie einen Regenbogen am Himmel gesehen?
Wer hat noch nie darüber nachgedacht, wo der Regenbogen herkommt oder wo er enden mag?
Wünsche und Träume werden berührt, wenn wir einen Regenbogen in seiner Pracht am Himmel sehen.

Farben. wie mit einem Pinsel gemalt am Horizont, wie das satte Grün der Wiese, das wunderbare Gelb der Sonne oder das Orange der Dahlie.
Der Regenbogen strahlt auch Farben aus, die wir mit unserem Auge nicht sehen können.
Wir fühlen sie mit unserem Herzen, sie berühren uns im Inneren, sie berühren unsere Träume und Wünsche.

So, wie es ein Weihnachtsland gibt oder ein Land, wo Geschichten entstehen, so gibt es auch ein Regenbogenland.
Es leben dort Mama Regenbogen und Papa Regenbogen mit den Kindern Regenbogen Alessio und Regenbogen Viola.
Natürlich lebten sie nicht alleine. Sie hatten auch viele Tiere um sich herum. Glückliche Tiere, die eigentlich sehr menschlich waren, denn sie konnten auch reden. Nicht so wie manche Papageien, die nur nachsprechen können.
Ein besonderes Wesen war das große und stolze, aber dabei sehr liebevolle Pferd.
Die Familie nannte es Anna. Einfach nur Anna und es war ein Weibchen. Anna lebte im Hause der Familie und war sehr klug, wenn auch manchmal sehr eigensinnig.

Unerkannt gehen sie manchmal unter Menschen, in Städte und Dörfern. Sie sehen aus wie du und ich. In den Wintermonaten, dann, wenn wir alle auf den Schnee warten, dann, wenn wir die Sonne nur noch selten sehen durch diese manchmal arg dunklen Wolken, dick gefüllt mit all dem Schnee, dann ist die Zeit der Ruhe für die Regenbögen. Wir sehen sie selten am Himmel. In dieser Zeit aber geht die Regenbogenfamilie öfter zu den Menschen, unerkannt, aber doch berührend im Herzen, wenn wir ihr begegnen.
Jeder kleine Glücksmoment, den die Menschen erfahren, ist wie ein Regenbogen, der entsteht im Herzen, der sich teilt und andere berührt.

So ein Tag, den haben wir gerade jetzt.
Familie Regenbogen geht durch die Stadt, es ist kalt und die Menschen in der Stadt eilen durch die Geschäfte. Nur schnell einkaufen und was noch so alles fehlt für die kommende Advents- und Weihnachtszeit.
Mama Regenbogen sah sich um und sagte dann: „Warum sind die Menschen nur so hektisch? Es ist doch bald Weihnachten und das ist das fest der Liebe und der Freude.“
Regenbogen Viola sagte: „Ja Mama, die Menschen glauben, dass der Weihnachtsmann, wenn er die Geschenke an die Kinder verteilt, alle damit glücklich macht.“
„Und dann“, sagte Regenbogen Alessio „kaufen manche Erwachsene noch zusätzlich Geschenke, weil sie glauben, dass es vielleicht nicht ausreichen mag um glücklich zu sein.“

Regenbogen Mama seufzte laut „Achhh, wie einfältig und dumm. Glück und Zufriedenheit bekommt man doch nicht mit der Menge an Geschenken. Das hat man doch im Herzen. Die Kinder wissen das, aber die Erwachsenen haben es vergessen.“
„Wenn wir doch nur einen großen Regenbogen über die Stadt senden könnten“, sagte Regenbogen Papa, „damit die Menschen sich erinnern, der Freude und des Glückes im Herzen.“

Während die Familie Regenbogen weiter durch die Stadt ging, die voller Autos und herumeilenden Menschen war, kam ihnen alles trübe und leblos vor. Kinder an den Händen der Erwachsenen wurden einfach mitgezogen, vorbei an den erleuchteten Schaufenstern, keine Zeit, um das Leuchten der Lampen aufzunehmen, die die Menschen vor der Weihnachtszeit in den Straßen aufgehangen haben.

„Das ist doch keine richtige Weihnachtszeit“, sagte Regenbogen Mama und die Regenbogenkinder schüttelten beide mit den Köpfen uns sagten: „Nein, Mama, das ist es nicht.“

Sie dachten an ihr Regenbogenland, dort, wo die Sonne immer scheint, das Wasser durch die Lüfte schwebt, und immer wieder entstehen dort neue Regenbögen mit einer Leichtigkeit und Freude.
Aber die Brücke zu der Welt der Menschen ist in den Wintermonaten geschlossen und kein Regenbogen kann diese überqueren, ohne dass er an den dicken Wolken vorbei muss, an diesen Wolken voller Schnee, die darauf warten, dass die Zeit kommt, wo sie zur Erde fallen dürfen.

„Ich hab’s!“, rief da Regenbogen Viola laut. „Ich hab’s!“ „Was hast du?“, fragte Regenbogen Mama.
„Na ich weiß, wie wir unsere Regenbögen zu den Menschen senden können. Jetzt, in dieser Zeit, wo es nicht regnet und wo die Sonne nicht durch die Wolken scheinen kann.“
„Und wie willst du das machen?“, kam direkt die Fragte von Regenbogen Papa, der mal wieder träumerisch auf eine bunte Laterne schaute, die über der Straße aufgehangen war.

„Na, lasst uns doch kleine, klitzekleine Regenbögen machen in unserem Regenbogenland. So kleine, dass auf jede Schneeflocke ein Regenbogen passt. Dann werden die Schneeflocken dick und schwer, so schwer, dass die Wolken sie nicht mehr festhalten können. Es schneit dann.“ „Genau!“, rief Regenbogen Alessio und lachte laut. Er wusste sofort, was seine Schwester meinte und dann geschehen wird.
Ein Regenbogenfunkeln ging durch aller Augen, nachdem sie verstanden, welche Idee sie im Kopfe hat. Das Regenbogenlachen der Familie war weit zu hören in den Straßen der Stadt und die Menschen, die es hörten, wunderten sich schon über das seltsame Glitzern an den Hauswänden und Mauern.

Zurück im Regenbogenland arbeitete die Regenbogenfamilie an kleinen, wirklich klitzekleinen Regenbögen, so dass jede Schneeflocke einen Regenbogen bekam.
Die Schneeflocken wurden immer schwerer und dicker. Dabei wurden die Regenbögen immer etwas größer, sie wuchsen mit den Flocken.
Letztlich kam es so, wie Familie Regenbogen es sich gewünscht hat. Die Flocken lösten sich aus den Wolken und fielen auf die Erde, in die Städte und Dörfer der Menschen.
Nur dieses Mal waren es besondere Schneeflocken. Jede Flocke glitzerte und funkelte im Licht und aus sich heraus, von innen gefüllt mit den schönsten Regenbögen, die man sich vorstellen kann.
Ganz sanft fiel Flocke um Flocke herab. Schnee kannten die Menschen, aber so einen Schnee, den hatten sie noch nie gesehen. Die Augen der Kinder wurden groß und leuchteten. Die Erwachsenen wunderten sich und blieben stehen, Autos fuhren langsam. Durch das Licht der Scheinwerfer und der Laternen wurde weißer Schnee zu einem funkelnden Lichtermeer. Alle Farben, die so ein Regenbogen in sich hat, waren zu sehen.

Was ist das nur, wunderten sich alle, Schnee und Regenbögen, wer hat so etwas jemals erlebt?
Das Besondere daran war, dass der Schnee auch Farben dazu gab, die man sonst nicht zu sehen vermag. Die Farben Gold und Silber in einem Regenbogen, diese Farben sehen wir nur mit unserem Herzen, und jetzt, ja jetzt konnten es alle sehen die Farben, die uns leise sagen, es weihnachtet sehr. Seid nett zu euch und nett zu allen Menschen, denn uns vereint mehr, als wir mit den bloßen Augen zu sehen vermögen.
So, wie die Regenbögen in jeder Schneeflocke aufgingen, so gingen sie auf in den Herzen der Menschen. Das Lachen und die Freude kehrten zurück, spiegelten sich in den Augen der Kinder und in manchem Erwachsenen. Es kehrte Ruhe und Besinnlichkeit ein in die Städte.
Wenn diese Kinder einmal große Erwachsene sind und es wieder einmal so dunkel werden sollte, dann werden die Lichter der Lampen in diese Herzen scheinen und alle werden sich daran erinnern, an die Schneeflocken mit den Regenbögen aus dem Regenbogenland.

Und hier noch ein kleines Geheimnis, wenn ihr einen Menschen trefft, der noch nie eine Regenbogenschneeflocke gesehen hat:
Dann schickt ihm einen Strahl des Regenbogens in Gedanken zu und vertraut auf das Land des Regenbogens, denn es schwebt über uns allen.

Story by Michael Thum
Copyright Michael Thum
25. November 2013
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.12.2013, 16:10  Neue Antwort erstellen
Kindergedichte und Kinderlieder
Das Regenbogenland – Teil I von Michael Thum
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Administrator
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44771
Wohnort: Gronau

Hallo Michael,

eine wunderschöne Geschichte, vielen Dank, dass wir sie lesen dürfen.

Herzliche Grüße
Ann
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