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  Gedichte Weihnachten - Advent  -  Weihnachtsgeschichte von Waltraud Behrnhard
Ann
BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 15:51  Neue Antwort erstellen
Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsgeschichte von Waltraud Behrnhard
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Es war nicht immer einfach auf dem Weg zu bleiben, der ihr ins Herz gezeichnet wurde,
als es diesen Abschied für immer gab. So manches Mal geriet sie ins Schwimmen, weil ihre Tränen den Pfad der Liebe wieder unter Wasser gesetzt hatten, dann stärkte auch das Lächeln auf dem Foto nicht und das Tor der Träume blieb verschlossen.

Bald ist Heilig Abend. Alle Vorbereitungen sind getroffen und das Bäumchen auf der Terrasse wartet schon darauf, geschmückt zu werden. Die Weihnachtsfreude aber will in ihr beim besten Willen nicht aufkommen. So geht sie noch einmal ins Zentrum der kleinen Altstadt, bummelt durch die geschmückten Gassen und hofft auf das Fühlen von Weihnachtsfreude. Die Lichter und Kerzen erreichen ihre Augen, aber sie widerspiegeln das Strahlen nicht. Die Weihnachtslieder aus den Lautsprechern erreichen ihre Ohren, aber nicht ihr Herz. Traurigkeit steigt in ihr auf und sie bleibt vor einem Fenster stehen, ohne zu sehen, was dort geboten wird. Plötzlich taucht in der Scheibe die Gestalt eines alten Mannes auf. Sie hat ihn nicht kommen sehen. Er ist einfach da. Sie schaut zu ihm, direkt in seine gütigen weisen Augen, deren Blicke auf ihr ruhen. „Du siehst nachdenklich aus“ spricht er sie an. „Ja“ erwidert sie. „Ich bin durch die Gassen der Stadt gegangen mit all den Menschen, zwischen den Tannenzweigen, Düften, Weihnachtsliedern und Beleuchtungen. Alles ist wunderschön, aber ich vermisse dieses Jahr die Freude in mir.
Seine tiefe Stimme klingt leise: „Der Zauber von Weihnachten findet nicht in den Straßen und Gassen statt, nicht in den Geschäften und auch nicht in den Häusern und Kirchen. Weihnachten ist in den Herzen der Menschen zuhause. Öffne dein Herz und Weihnachten wird dich finden.“ Nickt, lächelt und stapft davon.
Versonnen schaut sie ihm nach, bis er um die nächste Ecke verschwunden ist. Sekunden später hört sie das Klappern von Hufen, das Knarren von Zaumzeug und das silberne Klingen von Schellen. Still und in sich gekehrt tritt sie den Heimweg an, der sie über einen kleinen Friedhof führt, auf dem sie die Kerzen zum vierten Advent anzündet und hofft, dass die Lichter ihre Liebe und ihre Gedanken weiter tragen, hinauf zu den Perlen der Nacht.

Just in diesem Moment tanzen die ersten Schneeflocken vom Himmel. Da öffnet auch ihr Herz sein Türchen, um dem sanften Weihnachtsklopfen Einlass zu gewähren.
Schnell setzen sich die Flöckchen zu einem dichten Schneekranz auf ihre Wimpern, um die Tränen zu halten, als ihr Blick sich nach oben wendet.
Leise, doch süß wie das Lied der Nachtigall klingt ihr Gruß himmelwärts . . .


„Frohe Weihnachten“
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