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  Gedichte  -  Richard von Wilpert 1862-1918 deutscher Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 19.03.2014, 10:57  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Richard von Wilpert 1862-1918 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Wohnort: Gronau

Nur einmal bringt des Jahres Lauf

Nur einmal bringt des Jahres Lauf
uns Lenz und Lerchenlieder.
Nur einmal blüht die Rose auf,
und dann verwelkt sie wieder;
nur einmal gönnt uns das Geschick
so jung zu sein auf Erden:
Hast du versäumt den Augenblick,
jung wirst du nie mehr werden.

Drum lass von der gemachten Pein
um nie gefühlte Wunden!
Der Augenblick ist immer dein,
doch rasch entfliehn die Stunden.
Und wer als Greis im grauen Haar
vom Schmerz noch nicht genesen,
der ist als Jüngling auch fürwahr
nie jung und frisch gewesen.

Nur einmal blüht die Jugendzeit
und ist so bald entschwunden;
und wer nur lebt vergangnem Leid,
wird nimmermehr gesunden.
Verjüngt sich denn nicht auch Natur
stets neu im Frühlingsweben?
Sei jung und blühend einmal nur,
doch das durchs ganze Leben!
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Ann
BeitragVerfasst am: 19.03.2014, 11:03  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Richard von Wilpert 1862-1918 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44744
Wohnort: Gronau

Das ist für uns ein Tag der Freude,
an dem dereinst der feste Grund
errichtet ward zu dem Gebäuce,
daraus emporwuchs unser Bund,
Drum lasst die Lieder voll ertönen
und ruft es trotz der Feinde Neid:
Ein ewig Blüh´n dem Reich des Schönen,
dem unser Streben wir geweiht.

Wenn vor des Lebens Sturmgewalten
das Ideal kein Obdach fand:
wir haben treu dran festgehalten
und nimmer uns der Mut entschwand.
Wir schirmten stets, so eng verbündet,
des Lebens höchstes, schönstes Gut:
das Feuer, das in uns entzündet,
gibt uns den rechten Lebensmut.

Und wie wir hier in schönem Bunde
noch fest vereint zusammensteh´n,
wer weiß, wie bald schon naht die Stunde,
da wir uns nimmer wiederseh´n.
Doch folgt uns ein´s, das ist die Treue,
wohl übers ganze Erdenrund;
stoßt an und ruft es stets aufs neue:
Ein ewig Blühen unserm Bund.
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