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  Gedichte Weihnachten - Advent  -  Advents- und Weihnachtagedichte von Roman Herberth
Ann
BeitragVerfasst am: 26.11.2015, 11:59  Neue Antwort erstellen
Gedichte Weihnachten - Advent
Advents- und Weihnachtagedichte von Roman Herberth
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44687
Wohnort: Gronau

Advent

Der Mensch begeht die stille Zeit
mit Hektik und Terminen.
Und Plätzchen stehen griffbereit,
dazu gibts Mandarinen.

Ob Barmann oder Stewardess,
von Rügen bis nach Bayern,
wird jeder Tag zum Dauerstress,
der Grund sind Weihnachtsfeiern.

Geschenke werden hübsch verpackt.
Und junge Tannenbäume,
die werden einfach abgehackt
als Schmuck für triste Räume.

Mir tun die kleinen Bäume Leid,
dass sie so enden *üssen,
sie nadeln schon nach kurzer Zeit
und werden fortgeschmissen.

Was mir noch auf den Nägeln brennt,
das schreib ich dir vertraulich.
Am liebsten mag ich den Advent,
besinnlich und beschaulich.




Am (h)eiligen Abend

Die Kinder stürzen auf die Gaben,
zerrissen wird das Glanzpapier.
Es fehlt die Zeit, Geduld zu haben.
es berstet laut die Wissbegier.

Es röten sich die Kinderwangen.
Ein Fieber ohne Krankheitsherd.
Es konnte schnell zum Ziel gelangen,
der Weihnachtsmann hat es beschert.

Im Einsatz ist die Spielkonsole.
Das nächste Level wird erreicht.
Beim Handy drückt man die Symbole,
wo keines einem andren gleicht.

Ins Schwarze trafen alle Gaben.
Der Weihnachtsmann hat gut gezielt,
und auch die lieben Eltern haben
sich lange nicht so gut gefühlt.


***
An allen Weihnachtstagen

Man soll an allen Weihnachtstagen,
sich mit den Nachbarn gut vertragen.
Für die Versöhnung wäre Zeit,
dann macht sich auch der Frieden breit.

Man soll nicht frech den Schnabel wetzen
und Menschen aufeinander hetzen.
Es wird der Weihnachtssinn verfehlt,
wenn einer seinen Nächsten quält.

Man soll nicht neiden, Missgunst schüren.
Verwerflich wären Starallüren.
Wir sitzen doch im gleichen Boot,
vom Untergang sind wir bedroht.

Man sollte an die Armen denken
und nicht nur einen Trostpreis schenken.
'Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.'
Er trinkt auch gern ein Gläschen Wein.

Man hofft, und lässt sich alles bieten,
doch mit uns sei der Weihnachtsfrieden.
Dann wird, und das ist nicht verkehrt,
das Allerschönste uns beschert.




Augen für Präsente

Man hastet durch die Innenstadt,
die stille Zeit geht nun zu Ende.
Man schaut voraus und jeder hat
die Augen nur noch für Präsente.

Zum Spielball wird das Weihnachtsgeld.
Ein Kaufhaus ist gut vorbereitet,
es freut sich, wenn der Groschen fällt,
und wenn ein Käufer sich entscheidet.

Man lockt mit Gaben und mit Waren.
Sie sind nicht länger reduziert.
Die Christenwelt ist sich im Klaren,
dass man sehr bald den Kopf verliert.

Es bleibt nicht aus, der Kaufrausch wütet.
Er wird bestimmt nicht mehr vertagt,
ein Stück, das sonst den Laden hütet,
wird plötzlich wieder nachgefragt.

Der Rubel rollt, wir rollen mit.
Und unabsehbar ist das Ende.
Und nur das Kaufhaus macht Profit.
Und deshalb reibt es sich die Hände.





Das Fest der Feste

Jetzt geht es in die letzte Runde.
So manches ist schon ausverkauft.
Es kommt der Tag, mit ihm die Stunde,
wo jeder sich die Haare rauft.

Man sucht verzweifelt nach Geschenken
und greift nach Waren im Regal.
Allmählich schwinden die Bedenken,
man akzeptiert die zweite Wahl.

Man hetzt und eilt durch die Geschäfte,
denn Weihnachten hält uns auf Trab.
Verschwendet werden viele Kräfte,
da beißt die Maus den Faden ab.

Es dämmert und die Läden schließen.
Die letzten Chancen sind vertan.
Dann wird man Öl ins Feuer gießen,
das wirft uns völlig aus der Bahn.

Jetzt ist es da, das Fest der Feste.
Es kugelt sich der Weihnachtsbaum.
Man wünscht sich allseits nur das beste
und schenkt dem Frieden endlich Raum.










Der Advent steht vor der Tür

Man hatte ihn schon fast vergessen.
Doch Tannen stehen stolz Spalier.
Es folgt ein erstes Kräftemessen,
denn der Advent steht vor der Tür.

Noch gönnt man sich die lange Weile.
Noch macht sich keine Hektik breit.
Kein Weihnachtsmann mahnt uns zur Eile.
Man lässt sich noch, verdammt viel Zeit.

Doch schwingt der Nikolaus die Rute,
verprasst man schon sein Weihnachtsgeld.
Den meisten ist nicht wohl zumute,
weil unentwegt ein Groschen fällt.

Man braucht noch einige Präsente
und täglich setzt man sich in Trab.
Das Schlimmste wären leere Hände,
doch unsre Mittel werden knapp.

Die Hausbank kann uns alles bieten.
Den Schuldzins und das Kapital,
und das beschert den Weihnachtsfrieden.
genauso wie beim letzten Mal.







Die erste Kerze brennt

Die Welt mit andren Augen sehen,
weil eine erste Kerze brennt.
Gefragt sind nun Geschenk-Ideen
und allgemein ist dieser Trend.

Nun *üssen die Gedanken reifen.
Es lohnt sich meist ein Preisvergleich,
denn man versucht uns 'einzuseifen',
als wären wir ein Wüstenscheich.

Noch schaut man, keiner hat es eilig.
Die Disziplin, so groß wie nie.
Doch dann verspricht man hoch und heilig,
gewährt wird eine Garantie.

Nun wird uns die Versuchung locken,
was man sich nicht entgehen lässt.
Es gilt, nicht länger abzublocken,
denn näher rückt das Weihnachtsfest.

Bald sind wir hoffnungslos verloren,
denn vorwärts hastet der Advent.
Man bleibt davon nicht ungeschoren,
denn man braucht dringend ein Präsent.




Die Jagd beginnt

Die Chrisstenwelt jagt nach Geschenken,
durchforstet wird der Blätterwald.
Am Anfang hat man noch Bedenken,
das lässt uns später völlig kalt.

Nun taucht man ein in die Reklame,
die setzt sich immer gut ins Bild.
Gefragt ist meist ein Markenname,
weil er uns jeden Wunsch erfüllt.

Die Menschheit liegt nun auf der Lauer
und einzukaufen wird zum Trend.
Das Phänomen ist nicht von Dauer,
jedoch es wütet im Advent.

Das schlimmste wären leere Hände,
doch es erlöst uns ein Prospekt.
Die Jagdsaison hat nun ein Ende,
denn plötzlich hat man Land entdeckt.

Die Werbung lässt man nun links liegen,
uund auch das Werbematerial.
Der Kaufpreis ist zwar kein Vergnügen,
das ist uns aber piepegal.




Die stille Zeit

Wir fahnden nach der stillen Zeit.
Man muss sich auf die Lauer legen.
Im Tannenwald macht sie sich breit
und auf den tief verschneiten Wegen.

Der gut durchdachte Plan gelingt.
Man lauscht, und kann die Stille 'hören'.
Das kleine Opfer, das man bringt,
das soll nicht ihre Ruhe stören.

Die Stille eine Rarität.
Bald stirbt sie aus, sie wird uns fehlen.
Und während sie zu Grunde geht,
muss sie sich durch die Menge quälen.

In tiefster Nacht liegt sie noch wach.
Sie träumt von guten, alten Zeiten.
Natürlich macht sie keinen Krach.
Bald wird sie uns nicht mehr begleiten.

Ganz lautlos schleicht sie sich davon.
Wir *üssen es mit Fassung tragen.
Die Dummheit hat nur Spott und Hohn
und wird sie unerbittlich jagen.




Die Tannen

Die Tannen fürchten um ihr Leben.
Von allen Seiten droht Gefahr.
Es wäre falsch, jetzt aufzugeben,
vielleicht wird doch ein Wunder wahr.

Ganz viele hat man schon geschlagen.
Die Nachbarn waren tief entsetzt.
Den Bäumen ging man an den Kragen
und eine Axt hat sie verletzt.

Am Boden lagen ihre Träume.
Der Aufprall, ungeheuer hart,
und deshalb weinten Tannenbäume,
mit Tränenharz wird nicht gespart.

Jetzt dienen sie als Kerzenständer,
als Halt für weihnachtlichen Schmuck.
Verwaist ist der Adventskalender,
vorüber ist sein Leistungsdruck.




Die Weihnachtsgans

Ich bin als Weihnachtsgans geboren
und bin die Krönung bei dem Fest.
Ich bin gerupft und kahl geschoren,
damit die Haut sich bräunen lässt.

Man schiebt mich meist in eine Röhre
und heizt mir unaufhörlich ein.
Es nützt nichts, wenn ich mich empöre.
Der Koch behauptet, das muss sein.

Dann schwitze ich aus allen Poren
und gare nur im eignen Saft.
Den Überblick hab ich verloren.
Auf jeden Fall: ich bin geschafft.

Bald riecht man meine Wohlgerüche.
Die Gänsebrust wird langsam braun.
Es duftet durch die ganze Küche.
der Koch beginnt an mir zu kaun.

Mit Rotwein werde ich entschädigt.
Vier Kerzen brennen auf dem Kranz.
Nun bin ich 'gans und gar' erledigt.
Man *ästet sich mit Weihnachtsgans.



Die Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür.
Man deckt sich ein mit schönen Dingen.
Man weiß warum, man weiß wofür.
Man *öchte andren Freude bringen.

Man denkt an den geschmückten Baum,
der Schmuck stammt aus Verkaufsregalen.
Und man erfüllt sich einen Traum,
die Kinderaugen werden strahlen.

Man freut sich vorher meistens mehr.
Das Weihnachtsfest wird nie Routine.
Und kommt ein Missgeschick daher,
dann wahrt man dennoch gute Miene.

Es ist so weit, die Tanne schaut
fast neidisch auf den Tisch der Gaben.
Und eine Stimme juchzt jetzt laut,
'Das wollte ich schon immer haben.'

Die Ehefrau reicht ihrem Mann
ein GPS anstatt Atlanten,
und überwältigt dankt er dann,
und sein Präsent sind Diamanten.




Reif für den Advent

Die Innenstadt platzt aus den Nähten.
Geschäfte sind gerammelt voll.
Man sichtet die Geschenkeläden.
Ein Teil führt Buch und Protokoll.

Noch hat man Zeit sich umzuschauen,
erst in vier Wochen der Termin.
Besonders eifrig sind die Frauen,
sie strotzen nun vor Disziplin.

Denn ellenlang die Einkaufsliste.
Was immer zählt, das ist der Preis,
vom Spielzeug bis zur Werkzeugkiste,
für Wickelkinder und dem Greis.

Das Kaufhaus hat sich vorbereitet,
mit Waren ist es eingedeckt.
Oft wird die Frau vom Mann begleitet.
Natürlich wirkt er leicht verschreckt.

Die Gassen schmücken sich mit Lichtern
und eine erste Kerze brennt.
Ein Strahlen liegt auf den Gesichtern.
Die Zeit ist reif für den Advent.



Drei Kerzen

Man kommt so langsam in die Gänge.
Drei Kerzen flackern auf dem Kranz.
Es lauern auf uns, tausend Zwänge,
wie Glanzpapier und Firlefanz.

Man macht sich täglich auf die Suche
und stöbert durch ein Warenhaus.
Doch ein Erfolg steht nicht zu Buche,
das halten wir 'im Kopf nicht aus'.

Noch fehlen allerlei Präsente.
Man prophezeit, bald gibt es Krach.
Es nimmt bestimmt ein böses Ende,
der Weihnachtsfrieden, der fällt flach.

Man *öchte liebend gerne schenken.
(Die Wünsche sind uns unbekannt.)
Sein Großhirn wird man sich verrenken,
und es hat einen schweren Stand.




Durch die City

Bald wird man durch die City hetzen.
Dort geht man auf die Schäppchen-Jagd.
Und keiner kann sich widersetzen,
denn der Advent ist angesagt.

Gesucht sind Dinge für die Lieben,
und keiner, der sich lumpen lässt.
Sonst würde man die Stimmung trüben
an dem beliebten Weihnachtsfest.

Die kleinen Kids kann man erfreuen
mit einer Eisenbahn aus Holz.
Doch keine Kosten soll man scheuen,
beschenkt man einen Teenie-Stolz.

Die Mutter schenkt die warmen Socken,
und sie erhält ein Badesalz.
Kein Atem kommt dabei ins Stocken.
Und jedem hängt es aus dem Hals.

Das gilt in allen Bundesländern,
man macht es mit, und außerdem,
man will doch nicht die Welt verändern,
sonst wird die Sache unbequem.





Ein großer Seufzer

Man hat verkostet und geschlemmt
und man genoss die Feiertage.
Jetzt spannt sogar das Unterhemd.
Bekümmert schaut im Bad die Waage.

Gerechnet wird nicht mehr in Pfund.
Ein Kilogramm liegt auf der Lauer.
Beengt zeigt sich der Hosenbund
und wir empfinden tiefe Trauer.

Die Torte hat uns zugesetzt,
die Weihnachtsgans, die Rindsroulade.
Es kneift nun alles, und es pfetzt.
Klamotten kennen keine Gnade.

Wir stöhnen laut und seufzen tief.
Die Kleider platzen aus den Nähten.
Und davon wird man 'depressiv',
jetzt helfen nur die Null-Diäten.

Man hört sich um, man liest sich satt.
Ein Wundermittel seien Gurken.
So steht es im Revolverblatt.
Doch schneller helfen Chefchirurgen.



Ein kleines Kind

Ein kleines Kind zählt schon die Tage.
Obwohl es keiner dazu zwingt.
Und täglich stellt es sich die Frage,
'was wohl das liebe Christkind bringt'.

Die Neugier *öchte alles wissen.
Die Wissbegier wird nicht gestillt.
Es wird nur auf Granit gebissen.
Kein Elternteil setzt es ins Bild.

Es fahndet heimlich nach Geschenken.
Die Sucherei hat keinen Zweck.
Es kramt im Keller und in Schränken,
doch gut gewählt ist das Versteck.

Es muss sich seinem Schicksal fügen,
gefoltert wird die Ungeduld.
Das ist kein himmlisches Vergnügen,
doch daran ist es selber Schuld.



Ein passendes Präsent

Durch jedes Kaufhaus wird man hetzen.
Uns fehlt ein passendes Präsent.
Und glücklich wird man sich nicht schätzen,
denn fortgeschritten der Advent.

In Augenschein nimmt man die Waren.
Man findet nicht, wonach man sucht.
Und dabei ist man sich im Klaren,
so schnell wird kein Erfolg verbucht.

Gepfeffert sind zudem die Preise.
Den Pfifferling sind sie nicht wert.
Und endlos zieht man seine Kreise.
Nichts Gutes wird uns da beschert.

Man ist verdammt, denn man muss finden.
Und es genügt kein: Tut mir Leid.
Kein Mitmensch fragt wohl nach den Gründen
in Anbetracht der Weihnachtszeit.

Und ohne weitere Erklärung
genügt man schließlich seiner Pflicht.
Ein Ladenhüter zur Bescherung,
und dadurch wahrt man sein Gesicht.


****
Ein Schlitten

Am Weihnachtsabend fährt ein Schlitten
von Tür zu Tür, von Haus zu Haus.
Und liefert dort, so sind die Sitten,
die Päckchen und Geschenke aus.

Schon gehen Wünsche in Erfüllung
unter dem Schmuck vom Tannenbaum.
Und Plätzchen teils mit Schokofüllung,
die duften durch den ganzen Raum.

Die Väter mit den Söhnen bauen
die Strecke für die Eisenbahn.
Und hübsche Puppenkleider schauen
sich das Gewirr aus Schienen an.

Der Opa stopft die neue Pfeife
mit auserlesenem Tabak.
Denn ein Parfum und Edelseife,
das wäre gar nicht sein Geschmack.

Man fühlt sich wie im Spielzeugladen.
Aus Kinderaugen strahlt ein Glanz.
Die Mutter holt den Festtagsbraten
und zwar gefüllte Weihnachtsgans.



****
Ein schwerer Schlitten

Ein Rentier zieht den schweren Schlitten,
Am Rücksitz sitzt der Weihnachtsmann.
Sie bilden, das ist unbestritten,
ein sehr beliebtes Zweigespann.

Durch Wattewolken wird geflogen.
Vom Wind verweht, der weiße Bart.
Dann wird zur Erde abgebogen,
die Glöckchen bimmeln auf der Fahrt.

Von Kindern sehnsuchtsvoll erwartet,
von Wünschen links und rechts bedrängt.
Bevor das Rentier heimwärts startet,
wird alles weihnachtlich beschenkt.



****
Einkehr im Advent

Wir halten Einkehr im Advent.
Man nimmt sich für die Stille Zeit.
Und nichts, was auf den Nägeln brennt.
Ein Licht verdrängt die Dunkelheit.

Man wartet auf das hohe Fest
und nimmt sich dabei ins Gebet.
Dem Stress erteilt man Hausarrest,
weil man viel lieber Däumchen dreht.

Geflochten wird ein grüner Zweig.
Man bastelt einen Stern aus Stroh.
Die Küche rührt den Plätzchenteig
und man wird seines Lebens froh.

Der langen Weile schenkt man Raum.
Man meidet ganz bewusst die Hast.
Im Wald lässt man den Nadelbaum,
weil er am besten dorthin passt.

Man schlachtet keine dumme Gans,
denn fleischlos ist der Speiseplan.
Zum angesagten Freudentanz
genießt man feines Marzipan.



****
Es geht um den Frieden

Es geht vor allem um den Frieden,
das weitere nur sekundär.
Die Wege dazu, grundverschieden,
und zahlreich wie der Sand am Meer.

Auch du sollst deinen Beitrag leisten.
Sei deinem Nachbarn wieder gut.
Verzeihe Flüchen, den entgleisten.
Und bremse dich und deine Wut.

Nur so kann Weihnachten gelingen,
das prophezeit ein Anti-Christ.
Im Kirchenchor wird er nicht singen,
jedoch er ist ein Optimist.

Gemeinsam soll man Frieden stiften,
dann wären wir den Ärger los.
Um Atmosphären zu entgiften,
wird Weihnachten zum Denkanstoß.




Es wäre Zeit

Es wäre Zeit um nachzudenken.
Das Christkind steht bald vor der Tür.
Man jagt stattdessen nach Geschenken.
Und erntet fast ein Bauchgeschwür.

Im Kaufhaus klingeln schrill die Kassen.
Die Star-Verkäufer sind genervt.
Im Vormarsch sind die Menschenmassen.
Bald wird die Lage noch verschärft.

In den Geschäften rollt der Rubel.
Die Innenstadt ist zugeparkt.
Es herrscht ein ungezähmter Trubel,
bei Kitsch und Kram am Weihnachtsmarkt.

Der Glühwein fließt. Der Kaufrausch wütet.
Die Einkaufstüten: prall gefüllt.
Ein 'Staats'geheimnis wird gehütet.
Die Wissbegier wird nicht gestillt.


****
Flockenwirbel

Der Wintereinbruch bringt uns Schnee,
das lässt die Schlote rauchen.
Noch können Enten auf dem See
den Kopf ins Wasser tauchen.

Der dicke Mantel ist gefragt.
Es frösteln leicht die Hände.
Ein Ohrenschutz ist angesagt,
und das seit Wochenende.

Den Einzug findet auch der Frost.
Es klirrt auf allen Wegen.
Erledigt wird die Weihnachtspost,
die wir seit Jahren pflegen.

Ein heißer Glühwein oder Punsch
wärmt Seele, Geist und Magen.
Und man erfüllt sich diesen Wunsch
an kalten Wintertagen.

Was man sonst nur aus Bildern kennt,
das lässt uns nun frohlocken.
(Zur rechten Zeit und im Advent.)
Vom Himmel fallen Flocken.




Frische grüne Tannenzweige

Die frischen, grünen Tannenzweige
erobern jede Innenstadt.
Sie spielen nun die erste Geige.
Und man ist froh, dass man sie hat.

Das Meer aus bunten Lichterketten
verbreitet stimmungsvollen Glanz.
Und keiner kann sich davor retten,
denn dass erfasst uns voll und ganz.

Es duftet Wein aus Heidelbeeren.
Ein äußerst köstlicher Geruch.
Man kann sich nicht dagegen wehren,
und startet einen Selbstversuch.

Nun gilt das, 'Alle Jahre wieder'.
Und keiner kommt daran vorbei.
Der Ohrwurm trällert Weihnachtslieder
und laut erklingt sein Jubelschrei.

Es weihnachtet, doch oft fehlt Frieden.
Die Kriege kosten ihren Preis.
Man sollte dem Paroli bieten,
doch keiner stoppt den Teufelskreis.



****
Geschmückter Weihnachsbaum

Geschmückt ist jeder Weihnachtsbaum.
Geschenke tragen rote Schleifen.
Die Kinder haben einen Traum,
sie können ihn mit Händen greifen.

Es biegt sich leicht der Gabentisch.
Es funkeln Kugeln samt den Kerzen.
Der Anblick ist verführerisch.
Ein Stimmungshoch erhellt die Herzen.

Ein Weihnachslied wird angestimmt.
Es lautet: Alle Jahre wieder.
Und wer es sinn- und wörtlich nimmt,
dem fährt ein Ohrwurm in die Glieder.

Es raschelt das Geschenkpapier
und ohne weitere Erklärung.
Kein Danke-schön, kein Danke-dir,
und somit hat man die Bescherung.

Es endet die Geschenke-Schlacht.
Das Glanzpapier liegt in der Ecke.
Ich habe leise den Verdacht,
der wahre Sinn blieb auf der Strecke.



Gottes-Sohn

Erwartet wird der Gottes-Sohn
vom Banker und vom Leiharbeiter.
Von Menschen mit geringem Lohn,
sowie von dem Abteilungsleiter.

Geschnürt ist jedes Wunschpaket.
Und jeder hofft auf reiche Gaben.
Die Kinder sind schon aufgedreht.
Man muss mit ihnen Nachsicht haben.

Dem einen geht es viel zu schnell,
wie sich die Tage überschlagen.
Dem andren juckt kein dickes Fell,
denn er wird es mit Fassung tragen.

Für kurze Zeit hat man sich gern.
Ein Streitgespräch wird jetzt vermieden.
Es leuchtet uns ein Weihnachtsstern.
Und über allem wacht der Frieden.


****
Höchste Zeit

Der Weihnachtsmann fängt an zu schwitzen.
Er weiß, es ist jetzt höchste Zeit.
Und jeder Handgriff muss nun sitzen.
Geschenke stehen griffbereit.

Der kleine Stall ist auszumisten,
und in der Krippe fehlt noch Stroh,
sonst meckern aufgebrachte Christen.
Und er wird nicht des Lebens froh.

Der Ochse und der Esel weiden.
Sie *üssen heim in ihren Stall.
Um sich wie Fürsten einzukleiden,
als ginge es zum Opernball.

Der Weihnachtsmann schaut in die Runde.
Er ist zufrieden mit der Welt.
Es kommt der Tag, mit ihm die Stunde,
der allerletzte Vorhang fällt.

Das erste Wunder ist geschehen,
Die kalten Herzen werden warm.
Warum? Das wirst du gleich verstehen,
Maria hält das Kind im Arm.


****
Im Anmarsch der Advent

Im Anmarsch ist schon der Advent.
Es fürchten sich die Nordmann-Tannen.
Die grünen Nadeln, voll im Trend,
und die Gefahr ist nicht zu bannen.

Es kommt zu keinem Freudentanz,
denn auch das Harz muss manchmal bluten.
Und der Advent braucht einen Kranz.
Und wer ihn bindet, muss sich sputen.

Bald leuchtet uns ein Kerzenschein.
Unendlich, die gefühlten Wochen.
Die Kinder *üssen tapfer sein,
denn Wünsche kommen angekrochen.

Knecht Ruprecht und der Nikolaus,
sind unterwegs und frohen Mutes.
Sie kehren ein in jedes Haus.
Es winkt die Rute, oder Gutes.

Bald raschelt das Geschenkpapier.
Die Kinder sind nicht zu beneiden.
Das Weihnachtsfest rückt ins Visier.
Bis dahin *üssen Kinder leiden.


****
Im Tannenwald

Im Tannenwald herrscht Hochbetrieb,
die Bäume fürchten um ihr Leben.
Sie haben Angst. Ein Seitenhieb
kann ihnen keine Hoffnung geben.

Sie flüchten in ein Waldversteck
und meiden selbst die kleinste Lichtung.
Man findet sie an jedem Fleck.
Ein Großangriff, aus jeder Richtung.

Ist eine Tanne gut gebaut,
dann zeigt sie einen krummen Rücken.
Doch dieser Trick wird meist durchschaut,
fast keine kann sich deshalb drücken.

Dem Förster wird es jetzt zu bunt.
Er ist der Chef der edlen Tannen.
Er stoppt den Kahlschlag ohne Grund.
Der Nadelwald kann sich entspannen.

Noch hat man Angst, das legt sich bald,
und man genießt die Feiertage.
Vergessen wird die Axt im Wald.
Zumindest bis zur nächsten Plage.




****
In den Einkaufsgassen

Weihnachsschmuck in Einkaufsgassen.
Eine erste Kerze brennt.
Ellenbogen, Menschenmassen.
Einzug hält nun der Advent.

Leise Weisen, Weihnachtslieder,
schmettert der Posaunenchor.
Das kehrt alle Jahre wieder,
manchmal hat man Angst davor.

Glanzpapier und rote Schleifen.
Puppenkleider, Eisenbahn.
Süße Düfte, Edelseifen
Lebgekuchtes, Marzipan.

Tannenwedel, Lichterketten.
Glühweinduft am Weihnachtsmarkt.
Doch es droht den Innenstädten,
sicher bald ein Herzinfarkt.

Der Advent hat viel zu bieten.
Nachgefragt wird ein Präsent.
Noch fehlt uns der Weihnachtsfrieden,
wenn die erste Kerze brennt.





****
Morgen kommt der Nikolaus

Der eine ist ein Unschuldslamm,
und morgen erntet er das Gute.
Man zieht ihm nicht die Hosen stramm,
es drangsaliert ihn keine Rute.

Ein andrer ist aus andrem Holz.
Er ist oft träge, nicht auf Zack.
Und darauf ist er auch noch stolz,
dann heißt es, Knüppel aus dem Sack.

Der Nikolaus, ein braver Mann,
denn er schenkt allen Mandarinen.
Das kommt bei allen sehr gut an,
obwohl es manche nicht verdienen.

'In jedem schlummern gut und schlecht.
Und täglich können wir entscheiden.
Wer klug ist, handelt immer recht.
Und Böses sollte man vermeiden.'


****
Man liebt die Stille

Man liebt die Stille, nimmt sich Zeit,
und freut sich, wenn die Kerzen brennen.
Die Beine hoch und Schweigsamkeit.
So kann man sich von Sorgen trennen.

Kein Thema wird jetzt angepackt,
und ganz bestimmt kein heißes Eisen.
Die Seele baumelt brav im Takt.
Und wahres Glück ist uns verheißen.

Kein Buch, und auch kein Internet.
Kein Spielfilm, keine Illustrierte.
Sogar der Staub auf dem Parkett,
der weckt nicht unsre Putzbegierde.

Man fühlt sich wohl und ist entspannt.
Momente, die so häufig fehlen.
Nun ist man zu sich tolerant,
kein Seelenkummer kann uns quälen.

Was sonst auf unsren Nägeln brennt,
das kann uns nicht den Atem nehmen,
wir halten Einkehr im Advent.
und wer uns nervt, der soll sich schämen.



****
Nach innen lauschen

Man lauscht nach innen im Advent
und überhört das Weltgetriebe.
Man fügt sich nicht dem Modetrend
und man vertraut auf Gottes Liebe.

Man kommt sich näher, hört sich zu
und die Gedanken dürfen kreisen.
Man hat mit sich ein Rendezvous.
Die Seele wird uns Dank erweisen.

Man nimmt sich selbst viel besser wahr.
Und man taucht ein in tiefe Stille.
Nun sieht man endlich wieder klar
und dazu braucht man keine Brille.

Man denkt nicht nur ans eigne Bier,
denn man steht da mit 'vollen Händen'.
Die andren nimmt man ins Visier,
man braucht nur richtig zu adventen.



****
Rote Kugeln

Rote Kugeln, Tannenzweige.
Lichterketten, Kerzenschein.
Weihnachtslieder auf der Geige.
Und im Freien glüht der Wein.

Haselnüsse, Kokosplätzchen.
Mandarinen, Spritzgebäck.
Und am Ofen schnurrt das Kätzchen.
Und es rührt sich nicht vom Fleck.

Weihnachtsgeld, und milde Gaben.
Und ein Stern erstrahlt in Gold.
Noch verbuchen wir ein Haben,
bis dann doch der Rubel rollt.

Nordmanntannen, Weihnachtsfrieden.
Esel, Ochse, Jesuskind.
Mehr kann Weihnachten nicht bieten
und das wahre Glück beginnt.



****
Ruhe bewahren

Die Ruhe sollte man bewahren,
wenn eine erste Kerze brennt.
Und jeder sei sich nun im klaren,
das Augenmerk gilt dem Advent.

Er lädt uns ein, sich zu besinnen.
Doch Einkehr ist man nicht gewohnt.
Man jagt, den Lorbeer zu gewinnen.
Ein Nervenkleid wird nicht geschont.

Selbst ein gepflegter Einkaufsbummel,
der artet aus zur Schnäppchenjagd.
Man stürzt sich in den Weihnachtsrummel
der sich in jede City wagt.

Man zeigt Erhabenheit und Größe
im Weihnachtsrausch am Glühweinstand.
Man gibt sich dennoch eine Blöße,
und die nimmt leider überhand.


****
Schwerer Schlitten

Ein Rentier zieht den schweren Schlitten.
Es macht die Nebelleuchte an.
Die Tage sind schon fortgeschritten.
In Eile ist der Weihnachtsmann.

Am Rücksitz stapeln sich Pakete,
die Weihnachtskarten mit Motiv,
die lang ersehnte Dankesrede,
ein parfümierter Liebesbrief.

Die weiße Pracht für Fräulein Holle,
der Smoking für den Pinguin,
das schwarze Schaf braucht dringend Wolle,
ein alter Mann die Medizin.

Dem Pfarrer fehlen noch die Worte,
mit denen er dem Schöpfer dankt.
Der Himmel öffnet seine Pforte,
und schenkt, was man ihm abverlangt.

Der Weihnachtsmann, der ist der Bote.
Er liefert, was das Herz begehrt.
Den Armen zuckert er die 'Brote',
bevor sein Rentier heimwärts fährt.


****
Tannengrün

Tannengrün und Lichterketten.
Glanzpapier und Weihnachtsschmuck.
Davor kann sich keiner retten.
Alle stehen unter Druck.

Menschenleer die Parkanlagen.
Überfüllt die Innenstadt.
Spekulatius für den Magen,
doch den Glühwein hat man satt.

Spritzgebäck und Plätzchendosen.
Weihnachtskugeln, Nikolaus.
Nachgeahmt von Arbeitslosen.
ziehen sie von Haus zu Haus.

Strahlend große Kinderaugen.
Wünsche auf dem Pergament.
Mit Trompeten und mit Pauken,
starten wir in den Advent.



****
Vor langer Zeit

Vor langer Zeit in einem Stall
hat man im Stroh ein Kind gebettet.
Und das hat später überall,
den Sündenfall der Welt gerettet.

Ein Ochse und ein Esel stand
der Futterkrippe gegenüber.
Sie schwiegen, doch ein jeder fand,
im Herzen großes Lampenfieber.

Erleuchtet war die alte Scheune.
Die Neugier trieb die Hirten an.
Sie überwanden Weidezäune.
Das Licht zog alle in den Bann.

Sie knieten ohne Zögern nieder.
Und huldigtem dem kleinen Kind.
Die Hirten waren brav und bieder,
doch ihre Hoffnung war nicht blind.

Es hat sich schnell herumgesprochen.
Den Sternen war es auch bekannt.
Es kamen schon nach ein paar Wochen
drei Weisen aus dem Morgenland.

Sie überhäuften diesen Knaben
mit Weihrauch, Myrrhe und mit Gold.
Und haben mit den Königs-Gaben,
dem Gotteskind Respekt gezollt.



****
Wünsche werden wahr

Der Weihnachtsmann hat viel zu bieten.
Und deine Wünsche macht er wahr.
Und hinterher bist du zufrieden.
Und das ist dir schon vorher klar.

Er wird dich sicher reich beschenken.
Das führt dazu, der Rubel rollt.
Mit Freude wirst du daran denken.
Dem Mammon wird Tribut gezollt.

Und wenn er auftaucht, klingeln Kassen.
Zum Einsatz kommt das Weihnachtsgeld.
Trotz Wucherpreis bleibt er gelassen,
und er greift zu, der Groschen fällt.

Der Weihnachtsmann hat viel zu bieten,
und riesengroß sein Repertoire.
Er knausert nur mit Weihnachtsfrieden,
und das wird jährlich offenbar.




****
Zur Weihnachtszeit

Der Weihnachtsmann schnürt die Pakete,
denn auf der Erde herrscht Advent.
Die Wünsche und die Stoßgebete
entziffert er dem Pergament.

Er hat zu tun und ist in Eile.
Nun heißt es handeln: Zug-um-Zug.
Elf Monate der Langeweile
vergingen wieder mal im Flug.

Unglaublich lang ist seine Liste.
Die Wünsche werden immer mehr.
Was ich als Weihnachtsmann gern wüsste:
Wo nehme ich die Mittel her.

Es fehlt mir selbst an Wohl und Frieden,
und darauf käme es doch an.
"Ich kann es längst nicht jedem bieten!"
Das wurmt den lieben Weihnachtsmann.


Roman Herberth
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