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| Gedichte - Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:22

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Lied des Türmers
Zum Sehen geboren,
zum Schauen bestellt,
dem Turme geschworen,
gefällt mir die Welt.
Ich blick in die Ferne,
ich seh in der Näh
den Mond und die Sterne,
den Wald und das Reh.
So seh ich in allen
die ewige Zier,
und wie mir's gefallen,
gefall ich auch mir.
Ihr glücklichen Augen,
was je ihr gesehn,
es sei wie es wolle,
es war doch so schön |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:22

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Aus Faust
Prolog im Himmel
Raphael:
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
und ihre vorgeschriebne Reise
vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
wenn keiner sie ergründen mag;
die unbegreiflich hohen Werke
sind herrlich wie am ersten Tag. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:23

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Der Fischer
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
ein Fischer saß daran,
sah nach dem Angel ruhevoll,
kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
teilt sich die Flut empor;
aus dem bewegten Wasser rauscht
ein feuchtes Weib hervor.
Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
Was lockst du meine Brut
mit Menschenwitz und Menschenlist
hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wies Fischlein ist
so wohlig auf dem Grund,
du stiegst hinunter, wie du bist,
und würdest erst gesund.
Labt sich die liebe Sonne nicht,
der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
nicht her in ewgen Tau?
Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
netzt ihm den nackten Fuß;
sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
da war's um ihn geschehn:
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
und ward nicht mehr gesehn. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:24

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Was ist das Schwerste von allem?
Was dir das Leichteste dünkt:
Mit den Augen zu sehen,
was vor den Augen dir liegt. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:24

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Ich liebe mir den heitern Mann
am meisten unter meinen Gästen:
Wer sich nicht selbst
zum besten haben kann,
der ist gewiss icht von den Besten |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:25

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
denn das Glück ist immer da. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:26

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Klärchens Lied
(Aus Egmont)
Freudvoll
und leidvoll,
gedankenvoll sein,
hangen
und bangen
in schwebender Pein,
himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt-
glücklich allein
ist die Seele, die liebt. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:26

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Die Freuden
Es flattert um die Quelle
die wechselnde Libelle,
mich freut sie lange schon;
bald dunkel und bald helle,
wie der Chamäleon,
bald rot, bald blau,
bald blau, bald grün.
O daß ich in der Nähe
doch ihre Farben sähe.
Sie schwirrt und schwebet, rastet nie!
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab ich sie! Da hab ich sie!
Und nun betracht ich sie genau,
und seh ein traurig dunkles Blau-
So geht es dir, Zergliedrer deiner Freuden! |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:28

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Es gibt keine Lage,
die man nicht wandeln
könnte durch Leisten
oder Dulden.
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Jedes Jahrzehnt des Menschen
hat sein eigenes Glück,
seine eigenen Hoffnungen
und Aussichten.
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Auch aus Steinen,
die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man Schönes bauen.
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Wir hoffen immer,
und in allen Dingen
ist besser hoffen
als verzweifeln.
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Bei dem größten Verlust
müssen wir sogleich umherschauen,
was uns zu erhalten und zu leisten
übrig bleibt. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:28

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Wenn im Unendlichen dasselbe
sich wiederholend ewig fließt,
das tausendfältige Gewölbe
sich kräftig ineinander schließt,
strömt Lebenslust aus allen Dingen,
dem kleinsten wie dem größten Stern,
und alles Dränagen, alles Ringen
ist ewige Ruh in Gott dem Herrn. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:29

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Beherzigung
Ach, was soll der Mensch verlangen?
Ist es besser, ruhig bleiben?
Klammernd fest sich anzuhangen?
Ist es besser, sich zu treiben?
Soll er sich ein Häuschen bauen?
Soll er unter Zelten leben?
Soll er auf die Felsen trauen?
Selbst die festen Felsen beben.
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er's treibe;
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle! |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:29

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Datum:23.10.02 20:53 Antworten Empfehlen (annegret@rotermohn.de.)
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Bleibe nicht am Boden heften,
frisch gewagt und frisch hinaus,
Kopf und Arm mit heitern Kräften
überall sind sie zu Haus.
Wo wir uns der Sonne freuen,
sind wir jede Sorge los;
daß wir uns in ihr zerstreuen,
darum ist die Welt so groß. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:30

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Genieße mäßig Füll' und Segen!
Vernunft sei überall zugegen,
wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
das Künftige voraus lebendig,
der Augenblick ist Ewigkeit. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:30

Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Das Muss ist hart,
aber beim Muss kann
der Mensch allein zeigen,
wie es inwendig mit ihm steht.
Willkürlich leben kann jeder. |
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Verfasst am:
14.09.2004, 14:31

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Nähe der Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
in Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
der Staub sich hebt;
in tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Stene.
O wärst du da! |
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