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  Gedichte  -  Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
Ann
BeitragVerfasst am: 05.10.2004, 16:37  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Dichter Naturwissenscha
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Rastlose Liebe

Dem Schnee, dem Regen,
dem Wind entgegen,
im Dampf der Klüfte,
durch Nebeldüfte,
immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh!

Lieber durch Leiden
*öcht' ich mich schlagen,
also so viel Freuden
des Lebens ertragen.

Alle das Neigen
von Herzen zu Herzen,
ach, wie so eigen
schaffet das Schmerzen!

Wie - soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,
Liebe, bist du!
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Ann
BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 17:01  Neue Antwort erstellen
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Man sagt, der gäbe zweimal,
der schnell gibt; aber der
gibt zehnfach, der zur rechten
Zeit gibt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.02.2005, 13:45  Neue Antwort erstellen
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Abendsonne

(Faust: 1790)
Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut
Die grünumgebenen Hütten schimmern!
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldene Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten;
Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
Vor den erstaunten Augen auf.
Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
Allein der neue Trieb erwacht,
Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,
Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht!
Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
Doch ist es jedem eingeboren,
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt,
Wenn über schroffen Fichtenhöhen
Der Adler ausgebreitet schwebt
Und über Flächen, über Seen
Der Kranich nach der Heimat strebt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.02.2005, 13:51  Neue Antwort erstellen
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Amor und Psyche.

Den Musenschwestern fiel es ein,
Auch Psychen in der Kunst zu dichten
Methodice zu unterrichten;
Das Seelchen blieb prosaisch rein.
Nicht sonderlich erklang die Leier,
Selbst in der schönsten Sommernacht;
Doch Amor kommt mit Blick und Feuer,
Der ganze Cursus war vollbracht.
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.02.2005, 14:02  Neue Antwort erstellen
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Beruf des Storches

Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserm Teiche nähret,
Was nistet er auf dem Kirchenturm,
Wo er nicht hingehöret?


Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören;
Doch wagt es weder alt noch jung
Ihm in das Nest zu stören.


Wodurch - gesagt mit Reverenz -
Kann er sein Recht beweisen,
Als durch die löbliche Tendenz
Aufs Kirchendach zu . . .
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.02.2005, 14:06  Neue Antwort erstellen
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Der Abschied

Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.
Traurig wird in dieser Stunde
Selbst der Liebe süßstes Pfand,
Kalt der Kuß von deinem Munde,
Matt der Druck von deiner Hand.

Sonst, ein leicht gestohlnes *äulchen,
O wie hat es mich entzückt!
So erfreuet uns ein Veilchen,
Das man früh im *ärz gepflückt.

Doch ich pflücke nun kein Kränzchen,
Keine Rose mehr für dich.
Frühling ist es, liebes Fränzchen,
Aber leider Herbst für mich!
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Ann
BeitragVerfasst am: 24.04.2005, 16:55  Neue Antwort erstellen
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Nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein.
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein.
Du mußst steigen oder sinken,
du musst herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.
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Ann
BeitragVerfasst am: 24.04.2005, 16:57  Neue Antwort erstellen
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Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen;
denn das Glück ist immer da.
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Ann
BeitragVerfasst am: 24.04.2005, 16:59  Neue Antwort erstellen
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Dass Glück ihm günstig sei,
was hilft's dem Stöffel?
denn regnet's Brei,
fehlt ihm der Löffel.
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Ann
BeitragVerfasst am: 24.08.2005, 18:59  Neue Antwort erstellen
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Täler grünen, Hügel schwellen,
buschen sich zu Schattenruh,
und in schwanken Silberwellen
wogt die Saat der Ernte zu.
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.06.2006, 11:33  Neue Antwort erstellen
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Wisset nur, daß Dichterworte,
Um des Paradieses Pforte
Immer leise klopfend schweben,
Sich erbittend ewges Leben.
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 14:50  Neue Antwort erstellen
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Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten

Früh, wenn Tal, Gebirg und Garten
Nebelschleiern sich enthüllen
Und dem sehnlichsten Erwarten
Blumenkelche bunt sich füllen;
Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet,

Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden,
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.08.2006, 16:40  Neue Antwort erstellen
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Danke

Du sorgest freundlich, mir den Pfad
Mit Lieblingsblumen zu bestreun.
Still tätig danke dir mein Leben
Für alles Gute, was du mir erzeigst.
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Ann
BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 17:42  Neue Antwort erstellen
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*ärz

Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.

Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.

Sollt ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.
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Ann
BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 18:08  Neue Antwort erstellen
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Mit einem gemalten Band

Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephir, nimms auf deine Flügel,
Schlings um meiner Liebsten Kleid;
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genug.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!
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