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| Gedichte - Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter |
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Verfasst am:
28.11.2004, 22:19

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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In der Winternacht
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
Weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat. –
Und deucht die Welt dir öd und leer,
Und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.
Friedrich Wilhelm Weber (1813– |
Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 22:19, insgesamt einmal bearbeitet |
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Verfasst am:
29.01.2008, 23:04

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Am Amboß
Mir griff des Lebens harte Faust
schon in die krausen Kinderlocken ;
den Knaben hat es derb zerzaust ,
hat ihn umsungen und umsaust ,
und wahrlich nicht mit Blütenflocken .
Und ''schaffen ''rief's. ,, die Stunde flieht !''
und trieb mich aus der Mutter Kammer .
,, Nur der hat recht , der recht sich müht ;
du selbst bist deines Glückes Schmied .''
Ich weint' und faßte Zang und Hammer .
Weit fuhr ich ,wie die Sehnsucht fährt ;
von Riesen lernt ich und von Zwergen ,
und braun und stark zurückgekehrt ,
bestellt ich frisch den eignen Herd
in meiner Heimat grünen Bergen .
Da hub ich an , mit Mut und Fleiß
zu ernsten Schlägen auszuholen ;
den spröden Stahl bezwang mein Schweiß ,
und mancher Tropfen , herb und heiß ,
fiel zischend in der Esse Kohlen .
Und ob im Lenz die Schwalbe sang ,
ob draußen Ros' und Lilie sprossen ,
ob fern vom stillen Waldeshang
der Herdenglocken Läuten klang :
ich stand am Feuer unverdrossen .
Un wenn im kalten Januar
die Winterstürme ruhten ,
ob spiegelblank das Eis , ob klar
im Schnee des Gablers Fährte war :
ich schürte trotzig meine Gluten .
So Mond auf Mond , jahraus , jahrein ,
so tagelang und halbe Nächte !
Stets brannte meines Feuers Schein
wie Vestas Feuer hell und rein ,
und hoch den Hammer schwang die Rechte .
Wohl träumten wir im Herzen tief
viel wunderbare Melodien ,
ein Zauberwald , der schlief und schlief ,
den keine Frühlingssonne rief ,
in Frühlingsschönheit aufzublühen .
Mir war ein andres Ziel bestellt ,
mir blieb nicht Zeit zu süßen Weisen .
Oft war die Brust wohl hochgeschwellt ,
doch ,, schaffen , schaffen ! '' Rief die Welt ,
und rüstig griff ich nach dem Eisen .
Zuweilen nur erquoll mein Sang ,
wenn feuriger die Pulse glühten :,
zum ernsten Schlag der Kling und Klang ,
nur Funken , die beim heißen Drang
der Arbeit mir vom Amboß sprühten ;
Der Arbeit , die nützt und nährt
und vorwärts trägt der Menschheit Fahnen ,
die Mut verleiht und Manneswert
und Adel , trotz des Kaisers Schwert
und langen Reihn verschollner Ahnen !
Ob mir's gelang bei Tag und Nacht
mein Glück , mein eignes Glück zu schmieden ?
Oft hab ich andre froh gemacht
und stehts an mich zuletzt gedacht :
Ich diente - und mein Lohn ist Frieden !
Nur mählich wird die Hand mir müd ,
bald schlaf ich in der stillen Kammer .
Zu Häupten legt dem toten Schmied
den Amboß und sein letztes Lied ,
legt ihm zu Füssen Zang und Hammer . |
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Verfasst am:
30.01.2008, 12:58

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Eine Tat
Auf Adlerschwingen stürmt die Zeit ;
es naht ihr Schnitter dir , der Tod ,
auf leisem Schweben .
Dein Staub gehört dem Staub ;
dein beßres Leben Gott und der Welt
und beiden deine Tat .
Ihr Schuldner bist du längst , schon längst gewesen ;
was säumst du noch , dein altes Pfand zu lösen ?
O, Jüngling ,eine Tat , solang noch heiß
und ehrbegierig deine Pulse schlagen !
Mann , eine Tat , ein frommes , frisches Wagen !
O, eine Tat noch vor dem Sterben , Greis !
Und kannst du nicht durch Denken oder Dichten
auf deiner Bahn ein stolzes Mal errichten ,
und kannst du nicht durch Meißel oder Schwert
für späte Enkel in die goldnen Scheiben
der Weltgeschichte deinen Namen schreiben :
Bescheide dich ! Des Werks Verdienst und Wert
wird nach des Mannes Sinn und Kraft gemessen ;
Wer seinen Brüdern nützt , bleibt unvergessen .
Grab einen Quell aus dürrem Wüstensand ,
pflanz einen Baum in ödes Heideland ,
auf das ein Wanderer, der nach vielen Jahren
an deinem Born sich labt und Früchte bricht
von deinem Baume , froh dich segnend spricht :
,, Ein guter Mensch ist dieses Wegs gefahren .'' |
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Verfasst am:
30.01.2008, 13:14

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Der beste Orden
Gar manches Knopfloch ist geschmückt ,
weil machem Dies und Das geglückt
mit Klingen und mit Kielen .
Jedweder Leistung Ehr und Preis :
DER BESTE ORDEN , den ich weiß ,
ist eine HAND voll SCHWIELEN . |
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Verfasst am:
30.01.2008, 13:20

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Wer lustig leben kann nach seinem Kopf
und kochen , was er will , im eignen Topf ,
der heißt sein eigner Herr , mit größrem Recht
hieß er in manchem Fall sein eigner Knecht .
Sein eigner Herr ist nur der starke Mann ,
der sich befehlen und gehorchen kann . |
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Verfasst am:
30.01.2008, 13:25

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Harter Dienst
Gewinnt ein Knabe nicht den Mut ,
zu tun , was er nicht gerne tut ,
und ernster Arbeit ernst sich zu ergeben ,
der seufzt in schnöder Dienstbarkeit
von Laun und Lust in Sorg und Leid
und bleibt sein eigner Sklav sein ganzes Leben . |
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Verfasst am:
30.01.2008, 15:04

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Weltglück
Arm bin ich auf die Welt gekommen ,
all meine Mitgift Haupt und Hand ;
die hab ich dankbar hingenommen
als ein zum Dienst geborgtes Pfand .
So zog ich aus zum fernen Ziele
getrosten Mutes , bergab, bergan :
es gibt der Täler ja so viele ,
wo man sein Hüttchen bauen kann .
Und Arbeit fand ich , Bergeslasten ,
ein Tal , und Herzen , treu wie Gold ,
auch wohl ein Lied bei seltnem Rasten :
nun sagt , war mir das Glück nicht hold ? |
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Verfasst am:
26.12.2009, 13:04

Gedichte
Friedrich Wilhelm Weber 1813-1884 Arzt Politiker Dichter
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Alte Geschichten
Der Abend dämmert , es wirbelt der Wind
den Schnee von des Landhofs Dache ,
Grossmütterchen sitzt am warmen Kamin
mit den Kleinen im trauten Gemache .
> Erzähl uns nun Grossmütterlein ! <
> Recht gern ihr närrischen Dinger ,
ihr müsst nur brav und bescheiden sein ,<
Und mahnend hebt sie den Finger .
Dann fängt sie an : < Es war einmal , <
- und die Kinder , sie lauschen und lauschen ;
sie hören das Bellen des Hofhundes nicht
und des Sturmes Zischen und Rauschen ;
und nicht das Schlagen der Schwarzwälderuhr
und der Stunde rasches Verrinnen ,
sie sitzen und horchen mit Mund und Ohr ,
versenkt in Träumen und Sinnen .
Grossmutter weiss der Geschichten viel
aus fernen , vergangenen Tagen ,
von Riesen und Zwergen ,
von Burgen und Seen
seltsame Märchen und Sagen :
von Nixen und Elfen , von Rübezahl ,
Musikanten und Lumpengesindel ,
und wie Dornrös-chen in Schlaf versank ,
gestochen von giftiger Spindel .
Vom Weibe , das tanzt ' in feurign Schuhn ,
von sieben Raben und Schwaben ,
vom Aschenbrödel und Drosselbart
und Hans , dem glücklichen Knaben ;
von der grossen Stadt tief unter dem See ,
Vineta , der schlummernden Leiche ,
auch wohl zum Schlusse vom Meister Till
schalkhafte , lustige Streiche .
Grossmutter weiss der Geschichten so viel ,
als Blätter auf Büschen und Bäumen ,
die Kinder lauschen mit Ohr und Mund ,
versenkt in Sinnen und Träumen .
Und die kleine Marie , sie lächelt und - schläft .
Still wird es im trauten Gemache
und der Wind schläft auch , und die Sterne stehn
hell über des Landhofs Dache .
Friedrich , Wilhelm Weber
1813 - 1894 |
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