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  Gedichte  -  Blumengedichte verschiedener Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 20:31  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Blumengedichte verschiedener Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Wie willst du weiße Lilien
Zu roten Rosen machen?
Küß eine weiße Galathee:
Sie wird errötend lachen.

Friedrich von Logau
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 20:37  Neue Antwort erstellen
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Gefunden

Ich ging im Walde
so für mich hin,
und nichts zu suchen,
das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
ein Blümchen stehn,
wie Sterne leuchtend,
die Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
den Würzlein aus,
zum Garten trug ich's
am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
am stillen Ort;
nun zweigt es immer
und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 20:40  Neue Antwort erstellen
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Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie, für die mein Herz erglühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoss sie auf zu voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wusste mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen -
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süssen Toenen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren-
Geh ins Kloster, liebstes Kind,
Oder lasse dich rasieren

Heinrich Heine
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 20:44  Neue Antwort erstellen
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Die blauen Frühlingsaugen

Die blauen Frühlingsaugen
schau'n aus dem Gras hervor;
das sind die lieben Veilchen,
die ich zum Strauß erkor.

Ich pflücke sie und denke,
und die Gedanken all',
die mir im Herzen seufzen,
singt laut die Nachtigall.

Ja, was ich denke, singt sie
lautschmettend, daß es schallt;
mein zärtliches Gemeimnis
weiß schon der ganze Wald.


Heinrich Heine
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 20:47  Neue Antwort erstellen
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Du bist wie eine Blume

Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein;
ich schau dich an, und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt,
betend, daß Gott dich erhalte
so rein und schön und hold.


Heinrich Heine
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Ann
BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 15:33  Neue Antwort erstellen
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Hälfte des Lebens
Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.


Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde ?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.


Friedrich Hölderlin
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Ann
BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 15:36  Neue Antwort erstellen
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Schwarzschattende Kastanie
Schwarzschattende Kastanie
Mein windgeregtes Sommerzelt,
Du senkst zur Flut dein weit Geäst
Dein Laub es durstet und es trinkt,
Schwarzschattende Kastanie!
Im Porte badet junge Brut
Mit Hader oder Lustgeschrei
Und Kinder schwimmen leuchtend weiss
Im Gitter deines Blätterwerks,
Schwarzschattende Kastanie!
Und dämmern See und Ufer ein
Und rauscht vorbei das Abendboot,
So zuckt aus roter Schiffslatern
Ein Blitz und wandert auf dem Schwung
Der Flut, gebrochnen Lettern gleich,
Bis unter deinem Laub erlischt
Die rätselhafte Flammenschrift,
Schwarzschattende Kastanie!

Conrad Ferdinand Meyer
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Ann
BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 15:39  Neue Antwort erstellen
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Als der König sich herwandte,
gab meine Narde ihren Duft.
Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen,
das zwischne meinen Brüsten hängt.
Mein Freund ist mir eine Traube von Zyperblumen
in den Weingärten von El-Gedi.
Siehe, meine Freundin, du bist schön;
schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.
Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich.
Unser Lager ist grün.
Die Balken unserer Häuser sind Zedern,
unsere Täfelung Zypressen.

Aus dem Hohenlied König Salomons (Übersetzung Martin Luther)


Zuletzt bearbeitet von Ann am 13.08.2006, 17:34, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 10:36  Neue Antwort erstellen
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Die geheime Rose

Die Ros ist meine Seel, der Dorn des Fleisches Lust,
Der Frühling Gottes Gunst, sein Zorn ist Kält und Frost;
Ihr Blühn ist Gutes tun, den Dorn, ihr Fleisch, nicht achten,
Mit Tugenden sich ziern und nach dem Himmel trachten.
Nimmt sie die Zeit wohl wahr und blüht, weils Frühling ist,
So wird sie ewiglich für Gottes Ros erkiest.

Angelus Silesius
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BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 11:00  Neue Antwort erstellen
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Die Ros' ist ohn' warum,
sie blühet, weil sie blühet,
sie acht' nicht ihrer selbst,
fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius
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BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 11:08  Neue Antwort erstellen
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So viel,
was einzig mich beglückt,
warum versagt sichs mir?
Die Rose, die du nie gepflückt,
sie duftet ewig dir!


Emanuel Geibel
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BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 11:09  Neue Antwort erstellen
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Aus dunklem Wein
und tausend Rosen
rinnt die Stunde rauschend
in den Traum der Nacht.

Rainer Maria Rilke
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Ann
BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 12:31  Neue Antwort erstellen
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Lob des Frühlings

Saatengrün, Veilchenduft,
Lerchenwirbel, Amselschlag,
Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
braucht es dann noch große Dinge,
Dich zu preisen, Frühlingstag!


Ludwig Uhland
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Ann
BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 12:35  Neue Antwort erstellen
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Der Mohn

Wie dort, gewiegt von Westen,
Des Mohnes Blüte glänzt!
Die Blume, die am besten
Des Traumgotts Schläfe kränzt;
Bald purpurhell, als spiele
Der Abendröte Schein,
Bald weiß und bleich, als fiele
Des Mondes Schimmer ein.

Zur Warnung hört ich sagen,
Daß, der im Mohne schlief,
Hinunter ward getragen
In Träume schwer und tief;
Dem Wachen selbst geblieben
Sei irren Wahnes Spur,
Die Nahen und die Lieben
Halt' er für Schemen nur.

In meiner Tage Morgen,
Da lag auch ich einmal,
Von Blumen ganz verborgen,
In einem schönen Tal.
Sie dufteten so milde!
Da ward, ich fühlt es kaum,
Das Leben mir zum Bilde,
Das Wirkliche zum Traum.

Seitdem ist mir beständig,
Als wär es nur so recht,
Mein Bild der Welt lebendig,
Mein Traum nur wahr und echt;
Die Schatten, die ich sehe,
Sie sind wie Sterne klar.
O Mohn der Dichtung! wehe
Ums Haupt mir immerdar!

Ludwig Uhland
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Ann
BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 12:40  Neue Antwort erstellen
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Die Erlen


Wo hier aus den felsichten Grüften
Das silberne Bächelchen rinnt,
Umflattert von scherzenden Lüften
Des Maies die Reize gewinnt,

Um welche mein *ädchen es liebt
Das *ädchen so rosicht und froh
Und oft mir ihr Herzchen hier gibt,
Wenn städtisches Wimmeln sie floh;

Da wachsen auch Erlen, sie schatten
Uns beide in seliger Ruh,
Wenn wir von der Hitze ermatten
Und sehen uns Fröhlichen zu.

Aus ihren belaubeten Zweigen
Ertönet der Vögel Gesang
Wir sehen die Vögelchen steigen
Und flattern am Bache entlang.

O Erlen, o wachset und blühet
Mit unserer Liebe doch nur
Ich wette, in kurzer Zeit siehet
Man euch als die Höchsten der Flur.

Und kommet ein anderes Pärchen,
Das herzlich sich liebet wie wir
Ich und mein goldlockiges Klärchen,
So schatte ihm Ruhe auch hier.


Novalis
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