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  Gedichte  -  Blumengedichte verschiedener Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 13:11  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Blumengedichte verschiedener Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Mein Blumenkönig

Von Blumen trug er beide Händchen voll,
Drum nannten wir ihn scherzend Blumenkönig,
Dann goß er vor uns aus den bunten Zoll
Und meint', er trüge immer noch zu wenig –
Ach! unsern Liebling, unsern schönsten Knaben,
Wir mußten ihn im Blütenlenz begraben.

Glückselig er! er hat der schlimmen Welt
Nur Spiel und Scherz und Blumen abgewonnen,
Nie hat sich ihm des Lebens Nichts erhellt,
Nie ist ein Zauber ihm in Trug zerronnen:
Reich flog er weg mit allen Blütenscheinen,
Wir schauten arm ihm nach und mußten weinen.

O Rosenkönig! süßes Sternenkind!
Wann neu die Nacht die goldnen Lampen zündet,
Wann Lust und Leid voll Sehnsucht still und lind
Lauscht, was die ob're Welt geheim verkündet,
Dann scheinst auch du mit Millionen Lichtern
Und funkelst mit den Engelangesichtern.

O Rosenkönig, süßes Sternenkind!
Dann streust du bunte Himmelsblumen nieder,
Und wie an Tagen, die vergangen sind,
Erfreut uns jene Blumenwonne wieder:
Dann spielt es rings mit längst verschwundnen Scheinen
Wir spielen mit, wir träumen mit und weinen.
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Ann
BeitragVerfasst am: 24.08.2006, 19:29  Neue Antwort erstellen
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Im Herbst
Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kranke im Sonnenschein.
Im Acker *üh'n sich singend die Frau'n,
Die Klosterglocken läuten darein.
Die Vögel sagen dir ferne *är,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.

Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

Georg Trakl
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.08.2006, 14:58  Neue Antwort erstellen
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Geh aus, mein Herz, und suche Freud




Geh aus, mein Herz, und suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben;
Schau an der Schönen Garten Zier
Und siehe, wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
Das Erdreich decket seinen Staub
Mit einem grünen Kleide;
Narcissus und die Tulipan,
Die ziehen sich viel schöneran
Als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
Da Täublein fleugt aus seiner Kluft
Und macht sich in die Wälder;
Die hochbegabte Nachtigall
Ergetzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Paul Gerhartd
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 16:14  Neue Antwort erstellen
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Sie trinken Luft und Licht,
schmecken Sonnenschein
am Tage und Tau in der Nacht,
blühen, bekommen Besuch
von Bienen,
die nach der Mitgift,
dem Honig in der Blüte, suchen.

Hans Christian Andersen
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 16:17  Neue Antwort erstellen
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*ÄRZVEILCHEN

Der Himmel wölbt sich rein und blau,
Der Reif stellt Blumen aus zur Schau.
Am Fenster prangt ein flimmernder Flor,
Ein Jüngling steht, ihn betrachtend, davor,
Und hinter den Blumen blühet noch gar
Ein blaues, ein lächelndes Augenpaar,
*ärzveilchen, wie jener noch keine gesehn.
Der Reif wird, angehaucht, zergehn.
Eisblumen fangen zu schmelzen an,
Und Gott sei gnädig dem jungen Mann.

Hans Christian Andersen
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 16:20  Neue Antwort erstellen
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Vom Kirschbaum

Ist alles ganz kahl und still,
nicht mal im Grase sich's regen will.
steht alles geduckt,
klappert im Frost und muckt
mit dem Winter. Der putzt es mit Rauhreif auf,
aber keines gibt was drauf.

Doch im Garten
sagt einer: " Ich kann warten."
Ist jemand, du kennst ihn wieder kaum,
so dünn ist er worden: der Kirschenbaum.
Schläft er nicht?
Trau einer dem Wicht!
Heute Mittag, um Uhre eins
gab's mal ein Pröbchen Sonnenscheins:
Darin - ich habe
das deutlich gesehn -
mit seinen Knospen
fingerte der alte Knabe,
ein wenig vorsichtig und geziert,
wie man Badewasser probiert.
Und über seine Runzeln
ging ein Schmunzeln.


Ferdinand Avenarius
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Ann
BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 16:48  Neue Antwort erstellen
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Das Wunderblümchen

Ein Blümchen blüht an stillen Quellen
Und atmet süßen Lebensduft.
Es badet sich in klaren Quellen,
Und munter mit des Frühlings Schwellen
Regt sich die Knospe in der Luft.
Schon grünt die Flur mir süßem Prangen,
Und Freude färbt die zarten Wangen.

Es strahlt der Lenz auf tausend Zweigen;
Froh hat sich die Natur verjüngt.
Die Jugend schlingt den muntern Reigen.
Horch! wie dort durch des Haines Schweigen
Das süße Lied der Vögel klingt!
Doch schöner als der Klang im Liede
Färbt sich am Quell die zarte Blüte.

Und Sommer wird's im jungen Leben,
Und kürzer weilt die kühle Nacht,
Und feuriger wird jedes Streben;
Es keimt die Kraft in zarten Reben;
Es strahlt das Feld in goldner Pracht:
Die Knospe will die Hülle spalten,
Zur Blume herrlich sich entfalten.

Und höher steigt der Lauf der Sonnen;
Es glüht im dichtbelaubten Tal.
Des Nebels Dünste sind zerronnen;
Vertrocknend stirbt der klare Bronnen;
Der Quell versiegt im Sonnenstrahl.
Doch frischer noch in Jugendfülle
Entfaltet sich des Blümchens Hülle.

Des Spätjahrs Kühle kommt gezogen;
Reif glänzt der Traube Gold hervor.
Die Sonne sinkt am Himmelsbogen;
Es quillt, im Innern auferzogen,
Aus Blütentod die Frucht empor.
Doch ewig schön, im zarten Kleide,
Malt sich des Blümchens süße Freude.

Da zieht die Schwalbe durch die Felder;
Die Biene zehrt vom Frühlingsraub.
Es pfeift die Windsbraut durch die Wälder;
Die Purpurrebe färbt die Kelter,
Und raschelnd fällt das dürre Laub.
Doch frei vom ernsten Weltgesetze
Enthüllt das Blümchen seine Schätze.

Da stürzt sich mit der eh'rnen Kette
Hoch vom Gebirg' der Winter los.
Er macht die Welt zur Grabesstätte,
Und mit des Eises Silberglätte
Umfesselt er der Erde Schoß
Und mordet auf den kahlen Fluren
Des zarten Lebens letzte Spuren.

Doch wie vom Götterblut empfangen,
Regt sich des Blümchens süße Pracht:
Es strahlt empor mit Glutverlangen
Und schmückt die Welt mit Frühlingsprangen
Und lichtet die gewalt'ge Nacht,
Aufglühend in des Himmels Freie:
Das Blümchen "ew'ge Liebestreue".

Theodor Körner
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 18:25  Neue Antwort erstellen
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Man könnte sagen,
dass die Seele der Gerechten
wie die Blume
am Abend mehr Duft spendet.

Madame de Stael


Zuletzt bearbeitet von Ann am 04.09.2006, 18:28, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 18:26  Neue Antwort erstellen
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Kein Mensch kann
volle tausend Tage glücklich sein,
keine Blume vermag
hundert Tage zu blühen
.

Chinesisches Sprichwort
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 18:30  Neue Antwort erstellen
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Wenn auch die Worte
geschrieben sind:
"Nicht pflückt die Blüten!
Sind lebend Wesen!"
Die Zeichen vermögen nichts
wider den Wind.
Denn Wind kann nicht lesen.

Japanisches Gedicht
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 18:32  Neue Antwort erstellen
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Das menschliche Leben
gleicht dem Gras,
es blüht wie die Ackerblume,
doch kommt nur ein Windstoß,
so ist alles vorbei.

Die Bibel
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 21:08  Neue Antwort erstellen
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Als die Liebe zum ersten Mal
auf die Erde kam,
empfing der Frühling sie
mit einem Bett aus Rosen.

Thomas Campell
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 21:11  Neue Antwort erstellen
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Der beste Mensch wird einmal zornig,
kein Liebespaar kann immer kosen.
Die schönsten Rosen selbst sind dornig,
doch schlimm sind Dornen ohne Rosen.


Friedrich von Bodenstedt
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 21:14  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Wenn Zeus den Blumen
eine Königin geben wollte,
*üßte die Rose
diese Krone tragen.

Sappho
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Ann
BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 21:16  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Ärgere dich nicht darüber,
dass der Rosenstrauch
Dornen trägt,
sondern freue dich darüber,
dass der Dornenstrauch
Rosen trägt.

Arabisches Sprichwort
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