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| Balladen - Ein schwüler Garten (Georg Trakl) |
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Verfasst am:
30.08.2006, 10:32

Balladen
Ein schwüler Garten (Georg Trakl)
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Ein schwüler Garten stand die Nacht.
Wir verschwiegen uns, was uns grauend erfaßt.
Davon sind unsre Herzen erwacht
Und erlagen unter des Schweigens Last.
Es blühte kein Stern in jener Nacht
Und niemand war, der für uns bat.
Ein Dämon nur hat im Dunkel gelacht.
Seid alle verflucht! Da ward die Tat. |
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Verfasst am:
30.08.2006, 10:35

Balladen
Ein schwüler Garten (Georg Trakl)
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Ein Narre schrieb drei Zeichen in Sand,
Eine bleiche Magd da vor ihm stand.
Laut sang, o sang das Meer.
Sie hielt einen Becher in der Hand,
Der schimmerte bis auf zum Rand,
Wie Blut so rot und schwer.
Kein Wort ward gesprochen – die Sonne schwand,
Da nahm der Narre aus ihrer Hand
Den Becher und trank ihn leer.
Da löschte sein Licht in ihrer Hand,
Der Wind verwehte drei Zeichen im Sand –
Laut sang, o sang das Meer. |
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Verfasst am:
30.08.2006, 10:36

Balladen
Ein schwüler Garten (Georg Trakl)
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Es klagt ein Herz: Du findest sie nicht,
Ihre Heimat ist wohl weit von hier,
Und seltsam ist ihr Angesicht!
Es weint die Nacht an einer Tür!
Im Marmorsaal brennt Licht an Licht,
O dumpf, o dumpf! Es stirbt wer hier!
Es flüstert wo: O kommst du nicht?
Es weint die Nacht an einer Tür!
Ein Schluchzen noch: O säh' er das Licht!
Da ward es dunkel dort und hier –
Ein Schluchzen: Bruder, o betest du nicht?
Es weint die Nacht an einer Tür. |
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