Das Orthogravieh

> PLAUDERGARTEN

 

 


Neue Antwort erstellen
Neues Thema eröffnen
Autor Nachricht
  Kurzgeschichten  -  Ein fragliches Gespräch...
JD13
BeitragVerfasst am: 24.03.2007, 01:50  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Ein fragliches Gespräch...
Antworten mit Zitat
Neuling
Neuling


Anmeldungsdatum: 24.03.2007
Beiträge: 2

Ein Gespräch mit der Frage
Ich bin heute Morgen mit einer seltsamen und ziemlich aufdringlichen Frage in meinem Kopf aufgewacht. Doch wenn ich jetzt drüber nachdenke, kommt es mir so vor, als ob ich mit dieser Frage noch gestern eingeschlafen hatte. Oder vielleicht lebte sie schon länger in meinem Inneren und wartete bloß auf der Stunde, wo ich bereit wäre mich diese Frage zu stellen, wo ich genug Mut eingesammelt hätte einen Antwort auf sie zu suchen und vielleicht sogar einen zu finden? Oder wollte sie vielleicht sicher gehen, dass ich diese Antwort überhaupt gewachsen bin; ob ich sie wohl ertragen kann, fragte sie sich voller Sorge um meinen Verstand? Wer weiß es? Ich nicht…
Also, ungefähr nach 5 Minuten vollen von vergeblichen Versuchen diese Frage los zu werden, mich auf etwas anderem zu konzentrieren oder wieder ungestört einzuschlafen, meinte ich es letztendlich geschafft zu haben, die Frage unter dem unendlichen Kram meiner alltäglichen Überlegungen für immer und ewig zu begraben. Doch ausgerechnet in dem Moment, wo ich fest entschlossen war, meiner bisherigen ungestörten sorgenfreien Existenz einen weiteren Shance zu geben, erstand meine Rivalin absolut unerwartet auf und entflammte sich in meinem von den Kampf ermüdeten Gehirn mit neuer Intensität wieder. In dem Moment hab ich mich geschlagen gegeben; sie wollte einfach nicht verschwinden, als ob sie mir in der Minute einen grausamen Ultimatum gestellt hätte: „Entweder setzt du dich gleich mit mir auseinander,“ – meinte sie wie eine strenge gerechte alte Lehrerin, -„oder werde ich in deinem näheren Zukunft zu deiner ständigen unvermeidlichen Begleiterin“…
Tja, was sollte ich denn tun? So gesehen hatte ich ja sowieso keine andere Wahl. Eigentlich bin ich für gewöhnlich ein sehr kontaktfreudiger Mensch, doch irgendwie in Bereich der *öglichen, und laut meiner persönlicher Erfahrung- ohne meine Ruhe neige ich leider ganz schnell dazu, meine Kommunikationsbereitschaft so wie Kontaktfreudigkeit im Großen und Ganzen zu verlieren. Ob gerade das in meinem Fall ausschlaggebend wurde oder gab es auch andere wichtige Gründe für den endgültigen Entschluss, mich in diese ohnehin schon fragliche Geschichte einzulassen, lässt sich, denke ich mal, nur schwer beurteilen…
Während ich mich mit allen diesen schwerwiegenden Gedanken beschäftigte, hat sich die Frage ihrerseits, trotzt ihre zweifellos adlige Herkunft, in meinem eigentlich unordentlichen und einfach angerichteten Kopfraum scheinbar gemütlich gemacht und wartete nur darauf, mich und meine zu den Zeitpunkt noch fehlende Aufmerksamkeit in den gewissen von ihr ausgewählten Gedankenbahn anzulocken.
„Na gut“, -fing ich langsam und geduldig an, „Was willst du von mir eigentlich?! Wir sind nicht verwandt, soweit es mir bekannt ist, und Freunde sind wir auch kaum…Also wieso hast du es ausgerechnet auf mich abgesehen, *öchte ich wissen! Ich wage sogar zu behaupten, dass wir überhaupt nichts Gemeinsames mit einander haben können! Wärst du denn bitte so gütig, mir das zu verraten?! Wenigstens das schuldest du mir doch, da ich schon zu deiner unschuldigen Opfer geworden bin…“ Am Anfang meiner Rede gelangte es mir noch relativ leicht Ruhe zu bewahren, doch während ich sprach, mit jedem neuem aus meinem noch verschlafenen Verstand raus kommenden Word, steigerte ich mich irgendwie immer mehr in die Sache rein, also wurde ich wütender, wütender und noch ein bisschen wütender, bis ich bemerkt habe, dass meine Frage mich mit großen ängstlichen Augen ansieht, dann begann ich mich zu schämen, immerhin war sie doch mein Gast gewesen und eigentlich bin ich ein sehr höfflicher, wohl erzogener Mensch…
Die Frage (mich immer noch vorsichtig ansehend) hat scheinbar solche aggressive Reaktion nicht erwartet, unabsichtlich starrte sie mich an und hätte wahrscheinlich etwas gesagt, doch ich (war ja letztendlich meine Schuld, dass es soweit gekommen war ) übernahm die Initiative und mit einer freudigen Minne lud meinen unerwarteten Gast mit mir die Trapeze zu teilen. Jetzt war aber meine Reihe große Augen zu machen, da die Frage, die sich zu dem Zeitpunkt vom meinen plötzlichen Wutausbruch wiederzuerholen schien, hatte meine freundliche Geste bloß mehr in Verlegung gebracht. Von dem Moment an wusste ich wirklich nicht mehr weiter.
„Danke“,- erwiderte sie ruhig und verlegen, “aber gefrühstückt hab ich schon heute Morgen...“
„Schade“, - dachte ich mir, aber dann stellte es sich heraus, dass ich das Wort laut ausgesprochen haben musste, da die Frage, die mich zu meiner großen Erleichterung( da ich doch eigentlich ein sehr sensible und überhaupt nicht streitsüchtiger Mensch bin) schon beinah anlächelte, näherte sich mir zu und erwiderte mit gnädigen beruhigenden Ton :„Machen Sie sich bitte keine Sorgen deswegen, ich bleibe bestimmt lange genug, so dass wir noch eine ausgezeichnete Gelegenheit bekommen werden gemeinsam eine Mahlzeit zu genießen…“
„Na dann…“, - dachte ich …Oder sagte ich das etwa...Ach, da wusste ich aber wirklich nichts mehr genau …Und ehrlich gesagt kümmerte es mich auch nicht so richtig…
„Wissen Sie, ich kann mir ziemlich farbig vorstellen, wie Sie sich momentan füllen *üssen, und daher gebe ich auch zu, dass ich meinen Ankunft vorher ankündigen sollen hätte, doch ich flehe Sie an, haben Sie Verständnis mit einer alten vergesslichen Dame , ich konnte ja nicht ahnen, dass die Jugendlichen heutzutage so empfindlich geworden sind , sonst hätte ich ihnen einen Brief abschicken lassen, oder wenigstens hätte ich auf einen mehr oder weniger passenden Moment meines Erscheinens abgewartet. Wissen Sie, in früheren Zeiten waren die Junge Leute ein kleines bisschen anpassungsfähiger, was diese Angelegenheit betrifft…Also, mein lieber Freund, das Ganze werden Sie mir doch nicht böse nehmen können, nicht wahr? „ - mit den Worten beendete meinen Gast diese lange eindrucksvolle Tirade. Und obwohl sie mir ziemlich langweilig und nichts sagend erschien, habe ich bis zum Ende sehr aufmerksam zugehört (immerhin bin ich ein sehr geduldiger und großzügiger Mensch). Tja, wie konnte da jemand böse bleiben, ich auf jeden Fall konnte der Versuchung nicht widerstehen alle Missverständnisse sofort hinter uns zu bringen und die Dame auf der Stelle zu verzeihen.
Als Sie aber wieder zu sprechen anfing, war ich irgendwie gespannt darauf, was sie mir noch so alles zu sagen hatte, außerdem sollte grade in ein paar Minuten meine Lieblingsserie im Fernseher laufen, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte…
Also, lenkte ich meine unbeteiligte Aufmerksamkeit zu der Alten Dame in der Hoffung, dass Sie mit meinen Bedürfnissen auch Verständnis haben wird, in den Sie sich *öglichst kurz fasst. Die Dame aber hatte offensichtlich andere Pläne für die Entwicklung dieses Tages; die T atsache wurde mir klar, als sie ihr schwarzes veraltetes Pince-nez aus der Tasche herausnahm, es ganz langsam und nachdenklich auf ihren viel erfahrenen Nase setzte und mich durch trübe, altmodische Gläser ihrer Brille sehr besorgt betrachtete.
„Mein lieber Freund, „ – erklang leise und irgendwie bekannt ihre vorsorgliche Stimme, - „Wissen Sie, ich habe sehr lange nachgedacht bevor ich mich dazu entschlossen habe Ihnen einen Besuch abzustatten. Doch was würden Sie an meiner Stelle unternehmen, wenn Sie einen alten Freund hätten, der praktisch vor Ihren eigenen Augen wie ein armes vergessenes kleines Blumchen zu Gründe geht, in dem es ohne Wasser und Nahrung, ohne menschliche Vorsorge und freundliche Zuwendung nach und nach zu verwelken scheint ? „
„Tja…“-erwiderte ich, da das das Beste war was mir damals einfiel …
„Na sehen Sie doch! Das werden Sie bestimmten mit jedem Ihnen vorhandenen und nicht vorhandenem Mittel verhindern wollen! Ich habe es mir aber zu lange ansehen *üssen, denke ich jetzt! Noch viel früher sollte ich mich einmischen und Ihnen zu Hilfe eilen, doch, das werden Sie einer alten ungeschickten Dame nicht Böse nehmen können?! Ich habe hoffentlich noch rechtzeitig die drohende Gefahr erkennen können, daher rannte ich zu Ihnen wie ein Wind, natürlich so schnell wie meine alte Knochen es mir noch erlaubten, um Sie in diesen Kampf um Leben und Tod aus allen meinen Kräften unterstützen zu können und in diesen schwierigen Tagen Ihnen beizustehen! Das wäre doch das Geringste was ein Freund machen konnte, sehen Sie das auch so?!“
„Na ja…“- entgegnete ich nachdenklich.
„Ich wusste das! Wie konnte es auch anderes verlaufen?! Wie kennen uns doch schon so lange. Und, mein Junge, als Sie mir damals so leidenschaftlich vorgeworfen haben, dass wir beide in keiner freundschaftlichen Beziehung bestehen, haben Sie mich solchermaßen verwirrt, dass ich in ihren gesundheitlichen Zustand noch tiefer zweifeln musste! Aber dann habe ich es mir gründlich überlegt und bin letztendlich auf dem Gedanken gekommen, der meine Sorgen um Sie ein wenig verminderte. Mir ist nämlich eingefallen, wie lange wir mit einander nicht mehr gesprochen haben. Verstehen Sie, da wo ich existiere, wird die Zeit und Raum anderes empfunden als hier bei euch, außerdem hatte ich so viel zu tun , dass ich meine ganze Zeitgefühl anscheinend überhaupt verloren habe.“
Da konnte ich aber nicht mehr ruhig bleiben! „Wie, bitte schon, sollte ich Sie wieder erkennen, wo ich Sie, gnädige Frau, nie zuvor getroffen habe. Das kann ich nämlich mit absoluter Sicherheit behaupten, da ich eine ausgezeichnete Gedächtnis vermögen besitze und daher mir die Gesichte ganz gut merken kann; einmal gesehen –bleibt es bei mir für immer hängen! Und Ihr Gesicht, so Leid es mir auch tut, kommt mir ganz unbekannt vor!
„Na sicher doch, mein Junge“, - die Antwort ließ auf sich nicht lange warten, “ Selbstverständlich kann dir mein Gesicht über unsere gemeinsame Vergangenheit nicht besonderes viel aussagen! Das kommt aber nur daher, dass du es noch nie zuvor gesehen hast. Verstehst du was ich meine? Ehrlich gesagt bin ich mir auch nicht hundertprozentig sicher, dass falls ich irgendwann mal dazu kommen sollte, mein eigenes Bild im Spiegel betrachten zu können, ich mich dann selbst erkennen würde… Ach, verzeihe mir! Schon wieder spreche ich mit dir in diesen langen verstrickten Sätzen, wo es mir doch nicht unbekannt ist, dass du mit der Zeit ganz schon aus der Übung geraten musstest, stimmt’s, mein Junge?
Und dann(das werden Sie mir wahrscheinlich nicht glauben können) ganz auf einmal begann sie ohne einen besonderen Gründ zu lachen; dabei war es aber kein auslachendes, kein kicherndes oder verspottendes Lachen(und da kenne ich mich sehr gut aus); ganz rein, hell, unbesorgt und gleichzeitig sehr vorsorglich und ein kleines bisschen tadelnd erschien mir ihr Lachen. Doch das Ganze konnte mich nicht aus dem Gleichgewicht bringen, so wie es eine einzige Tatsache geschafft hat; die Tatsache, dass ich dieses Lachen schon irgendwann mal gehört haben muss. Aber wo, wann und vor allem wieso kann ich mich nicht mehr daran erinnern?!“ Nein, das Alles war entscheidend zu viel für meinen armen aus der Übung geratenen Kopf…
„Ich sehe schon, mein Junge! Ich habe offensichtlich mit dem Tempo etwas übertrieben, nicht wahr? Doch von diesem Moment an verspreche ich dir feierlich, dass ich zukünftig auf deine Empfindlichkeit mehr Rücksicht nehmen werde! Verbleiben wir so, mein Junge? Ausgezeichnet! Und da ich dir schon wirklich eine *öglichkeit schulde, die du benutzen könntest um dich auszusprechen, verstumme ich unverzogerlich!
Da saßen wir alle Beide; Ich und meine tausend Fragen, die ich aber aus irgendwelchem Grund nicht richtig aussprechen wagte oder vermochte und Sie, die, die mir auf meine jede einzelne Frage einen erschöpfenden Antwort geben konnte, und gerade in dem Moment wurde es mir wahrscheinlich zum ersten mal in meinem ganzen Leben so richtig bewusst; nur erstmal ausgesprochen können die Fragen beantwortet werden.
Und was, bitte schon, sollte ich jetzt tun? Da konnte ich wirklich Hilfe gebrauchen, ich bin ja schließlich nur ein einfacher Teenager, im Prinzip nicht Außergewöhnliches… Wie sollte ich da alleine zurecht kommen, wenn ich eigentlich nicht die geringste Ahnung hatte, wo ich anfangen sollte…
Während ich, in diesen deprimierenden Gedanken eingehüllt, in Selbstmitleid beinah schon ganz versank, habe ich auch selbstverständlich nicht bemerken können, dass die Dame, die sich grade noch vor ein paar Minuten an anderen Ende meines Zimmers befand, auf irgendwelche unerklärliche Art und Weise mir jetzt ganz nah wurde, doch, was mir immer noch unklar bleibt; als ich Sie anblickte, schien sie sich in der gleichen Position zu befinden wie zuvor, und sich gar nicht zu bewegen. Was sollte das alles? Was hat es zu bedeuten? Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand…
„Mein Lieber, du machst ja gewaltige Vorschritte, wie ich sehe! In deinen Fähigkeiten habe ich noch nie gezweifelt, aber dass du es so schnell wieder drauf haben wirst, da, wo man dafür für gewöhnlich jahreslanges Training braucht! Dieses Bewusstsein erfüllt mich mit einem unvergleichlichen Stolzgefühl. Du hast doch hoffentlich nichts dagegen, schließlich habe ich dir das Ganze vor einiger zeit selbst beigebracht? „
„Nicht das ich wusste,“ –folgte mein Antwort-„dabei bleibt es mir verborgen, worauf Sie da, mich bezüglich, stolz sein könnten, und überhaupt würden Sie mir bitte erklären, was Sie unter „jahreslangem Training“ gemeint haben. Ach ja, und wieso sprechen Sie denn auf einmal von „beibringen“, hatten Sie mich etwa schon mal unterrichtet?!“
„Ach, ich könnte von Freunde auf der Stelle losheulen, wäre nicht meine Angst dich zu schockieren; dein Reden, mein Junge, das ist wie Balsam für die Ohren einer alten Dame wie ich. Wie lange durfte ich das nicht mehr erleben, dass du so mit mir redest…Weißt du, als du noch ganz klein warst, wolltest du mich nicht loslassen. Wir waren damals unzertrennlich, du und ich, weißt du noch, ein starkes unbesiegbares Team! Wir konnten die ganze Welt um uns herum bloß in ein paar Minuten vollkommen verrückt machen. Ach, mein Junge, wenn ich jetzt drüber nachdenke, wird mir klar, dass wahrscheinlich niemand so stark unter unserer Partnerschaft gelitten hat, wie deine arme Eltern; kennst du noch, wie beschäftigt und besorgt sie waren, wenn wir zusammen durch die Gegend gehüpft haben, damals konnte ich noch hüpfen, weißt du…Es war uns damals gar nicht wichtig, wohin laufen, was machen, wie viel lachen und was die andere darüber denken. Es war uns überall interessant und niemals langweilig. Ach was für eine schöne unvergessliche Zeit! Weißt du noch, wie unbeschreiblich, wie grenzenlos glücklich wir damals waren?“
„Ich *öchte es wieder wissen!“ - rutsche mir plötzlich aus. Und wahrhaftig, in dem Moment gab es nichts in der Welt, was ich mehr wissen wollte. Wie gern würde ich wieder durch die Gegend hüpfen, wie gern wäre ich jetzt unbeschreiblich, grenzenlos glücklich!
„Aber du sagtest ja, dass ich mit dir in Zwischenzeit doch in Kontakt blieb.“ Sagte sie das wirklich? „Das würde doch heißen, dass ich mich von dir eigentlich niemals richtig abgewendet habe, dass wir die ganze Zeit irgendwie kommunizieren haben mussten? Stimmte es?“ – die Hoffnung in meiner Stimme war offensichtlich nicht zu überhören.
„Irgendwie, mein Junger! Irgendwie schon und irgendwie auch wieder nicht. Das ist der Punkt, das Schüsselwort, der geschafft hat uns beide von einander zu trennen, das selbstzufrieden zugesehen hat, wie wir uns nach und nach immer fremder wurden bis irgendwann mal du an mir vorbei gelaufen warst, ohne mich zu erkennen, ohne sich umzudrehen. Von dem Moment an wusste ich, du wirst erwachsen.“
„Ja, mag sein, dass ich erwachsen wurde, was auch unvermeidlich war. Daher kannst du mir auch nicht vorwerfen, dass ich dir nicht mehr so viel Zeit opfern konnte! Ich hatte doch so viel Neues vor mir! Aber irgendwelche Fragen habe ich doch immer gestellt! „-wollte ich nicht aufgeben.
„Das stimmt, mein Junge! Doch eins darfst du nie vergessen: Auf irgendwelche Fragen erhält man auch gewöhnlich nur irgendwelche Antworten. Nicht weniger aber auch nicht mehr…“ Was meinst du, falls du es mir glauben würdest, und das solltest du wirklich, erlaub mir bitte diese freche Behauptung, also, was denkst du, welche Art von Fragen du stellen solltest, um auf sie auch nicht irgendwelches, sondern relativ richtiges uns wahres Antwort zu erhalten?“
„Ich nehme an, eine richtige Frage sollte versichern, dass sich automatisch auch eine richtige Antwort auf sie findet“ –machte ich eine Vermutung.
„Nicht ganz, mein Junge, nicht ganz. Keine Frage auf der Welt, egal wie richtig sie von dir auch formuliert wurde, dir eine einzigrichtige Antwort versprechen kann, und was ich ganz genau weiß, wird es bestimmt nicht automatisch passieren. Aber wenn du schon so weit bist, wo du dir selbst klar wirst, was du wissen *öchtest und vor allem wo du es suchen solltest, was eine richtige Fragenstellung auch vermutet, dann, meinst du nicht, dass du dir das Ganze wesentlich erleichterst, in dem du schon praktisch die Halbe Strecke deines Weges hinter dir hast?“
„Darüber sollte ich mir auf jeden Fall noch Gedanken machen, bevor ich Ihnen Recht geben könnte.“ - erwiderte ich ungewöhnlich ernst. „Aber es kommt mir schon jetzt so vor, als ob an Ihren Worten was dran wäre…“
„Das freut mich, mein Junge. Du kannst dir wahrscheinlich nicht mal vorstellen, wie sehr es mich freut, dass du vor hast dir drüber Gedanken zu machen! Mehr habe ich von dir nicht erwartet, mehr wollte ich bei dir auch nicht erreichen. Denn alles braucht seine Zeit und die hast du noch, mein Junge. Nimm dir ruhig deine und bitte mach etwas draus. Nicht irgendetwas, sondern…“
„Ja ja. Ist mir schon klar. Was richtiges“ – unterbrach ich meine lalgerwartete alte Freundin. Aber als ich mich für diese nicht gerade meine höflichste Gewohnheit entschuldigen wollte, war ich gezwungen eine ziemlich unangenehme Entdeckung zu machen; das Raum, das ich grade noch mit ihr geteilt habe, gehörte jetzt auf einmal ganz mir alleine. Nein, nicht leer ist es geworden, immerhin was ich noch da geblieben, doch irgendwas neues, irgendwas aufregendes( hoffentlich wird mir meine liebe Freundin dabei nicht böse), irgendwas herrschte seitdem in der Luft, der mich umgab, irgendwas, was ich neulich entdeckt habe, irgendwas, was ich schon seit langem vermissen haben sollte…
Tja, was mag jetzt wohl auf mich als nächstes zukommen? Wer weiß es. Ich nicht…
Aber hoffentlich bleibt mir noch genug Zeit um das herausfinden zu können…


Ich.
Nach oben
Sponsor
Juska
BeitragVerfasst am: 24.03.2007, 11:07  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Ein fragliches Gespräch...
Antworten mit Zitat
Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Ich halte das für einen Tagebucheintrag, sehr persönlich und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Schade für den Platz, der den wirklichen Geschichten genommen wird. nicht böse sein
Weinen
sei trotzdem lieb gegrüßt
Juska
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Seite 1 von 1
gedichte-garten.de Foren-Übersicht  -  Kurzgeschichten

Neue Antwort erstellen

 

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Nach einem Gespräch mit meiner Frau z... Ann Eigene Gedichte von Gästen 1 29.05.2014, 20:11 Letzten Beitrag anzeigen
Inneres Gespräch … adler Kurzgeschichten 4 05.03.2010, 12:14 Letzten Beitrag anzeigen
Unser letztes Gespräch Peridot Eigene Gedichte von Gästen 5 24.09.2008, 18:47 Letzten Beitrag anzeigen
Gespräch mit der Jugend Juska Eigene Gedichte von Gästen 6 20.04.2008, 20:18 Letzten Beitrag anzeigen
R-Gespräch seelenfunken Eigene Gedichte von Gästen 1 30.03.2006, 02:45 Letzten Beitrag anzeigen

Annegret Kronenberg © 2004-2006 | Alle Rechte vorbehalten | Inhalt | Lyrik | Liebesgedichte | Gedichte & Poesie | Adventskalender basteln | Internet Forensicherheit