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  Kurzgeschichten  -  Der Holzfäller und die Fee Teil 1
Juska
BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 20:04  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Der Holzfäller und die Fee Teil 1
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Ein Holzfäller, der mitten im Wald lebte, hatte ein großes Geheimnis. Er besaß eine alte Holzhütte in der er immer, wenn es ihn langweilte schnitzte. Das war aber nicht sein Geheimnis, nein sein Geheimnis war etwas anderes: Immer, wenn er sein Schnitzmesser herausholte, besuchte ihn eine Fee. Sie sah sehr gut aus und sprach mit ihm. Was die Fee aber nicht wusste, der Holzfäller Bat, was eigentlich Bartholomäus heißt, war total scharf auf diese Fee.

Bat hatte eine Frau und vier Kinder und ging im Wald seiner Arbeit nach. Die kleine Fee lebte wie im Paradies, sie spazierte mal hierhin und mal dorthin und nachdem Bat herausgefunden hatte, dass sie immer dann bei ihm erschien, wenn er das Schnitzmesser aus seiner Tasche zog, wollte er den ganzen Tag nur noch schnitzen und überall, wo Bat sich aufhielt, tauchte natürlich auch die kleine Fee auf. Sie sang ein Lied, während er die schönsten Sachen schnitzte.
Nur leider vergaß er dabei, seine Arbeit zu verrichten und für sein Brot und seine Familie zu sorgen. Wenn er abends vortäuschte, *üde von der Arbeit zu sein, schaute seine Familie ihn erstaunt an, denn nirgendwo konnte man die Ernte seiner Arbeit bewundern.

Eines Tages beschloss seine Familie ihn zu beobachten. Die Kinder schwänzten die Schule und legten sich auf die Lauer. Kaum hatten sie den Weg zur Schule eingeschlagen, verschwand ihr Vater im Wald. Sie kehrten unbemerkt wieder um und versteckten sich im Gestrüpp.

Vater setzte sich auf einen umgestürzten Baumstamm und holte sein Schnitzmesser heraus. Kaum hatte er es aus seiner Tasche gezogen, erschien die kleine süße Fee und sang für ihn
ein Lied.
„Heute sollte es sein“, dachte Bat, „heute werde ich sie betören.“ Er legte sich entspannt auf den Rücken, schaute in den Himmel und lugte um die Ecke, wie die Fee darauf reagieren würde. Sie machte es ihm nach, legte sich neben ihn und ließ sich von ihm die Sonne erklären.

Mit einem Schwung lag er plötzlich auf ihr. Er war ihr natürlich viel zu schwer und sie beschwerte sich darüber. Bat machte sich daran, sie zu streicheln und anzugrabschen. Das gefiel ihr nicht. Zwischen seinen Fingern löste sie sich in Luft auf. Naja, sie war halt eine Fee!

Bat konnte es noch nicht richtig glauben, dass sie nicht auf ihn stand. Sie hatte sich doch immer so nett mit ihm unterhalten. Da sprangen plötzlich seine vier Kinder aus dem Gebüsch und lachten ihn aus. „Du weißt wohl nicht, dass man Feen nicht festhalten kann!“ Bats Kopf wurde vor Zorn puterrot. Er fühlte sich ertappt und jagte seine Kindern, einen Stock hinter ihnen her werfend, zur Schule.

Kaum waren sie verschwunden, kam ihm Marie entgegen. Marie sammelte im Wald Holz. Sie war eine ältere Dame, mit einer Kiepe auf dem Rücken in die sie die trockenen Äste sammelte. Der Winter war hart und da konnte man nicht genug Holz vor der Hütte haben. Und das hatte sie. Sie hatte sogar *ächtig viel Holz vor der Hütte und wenn die kleine Fee für ihn nicht zu haben war, so reizte ihn das Holz vor der Hütte von Marie.
Er bot sich an, ihr beim Tragen behilflich zu sein und so kamen sie doch schon recht früh bei Maries Hütte an.

Sie kochte eine Kanne Kaffee und lud Bat zum Bleiben ein. Bat ließ sich nicht zweimal bitten. Er machte es sich gemütlich, legte die Beine hoch und ließ sich von Marie die Stiefel
ausziehen, dabei konnte er ihr wunderbar in den Ausschnitt schauen. Donnerwetter, welch ein Anblick. Es juckte ihn in den Fingern. Diese Kürbisse waren doch etwas anderes, als seine Frau ihm bieten konnte.

Da Marie allein lebte, waren Bats Finger auch bald dort, wo sie hin wollten. Sie grapschten in den Ausschnitt und unter dem Rock und schon bald lag Marie unter ihm, wie vorher die kleine Fee.
Doch Bat hatte nicht mehr an sein Schnitzmesser gedacht und gerade, als er die Hose auszog, fiel es aus seiner Hosentasche. Er fasste es an, um es auf den Stuhl zu legen, aber da stand schon die Fee im Raum. Das war ihm jetzt aber peinlich. Er zog sich die Hose gleich wieder an, schnappte sich das Messer und ging zur Tür heraus.

Er hatte es so eilig, dass er dabei die Tür der Fee vor der Nase zuschlug. Das machte ihr aber gar nichts aus, denn sie kam ihm durchs Schlüsselloch hinterher. Nun hatte Bat jedoch die Nase voll. Er schimpfte mit ihr. Sie würde ihm jedes Vergnügen missgönnen, sie wäre eine elende Hexe, er würde sie hassen und sie solle ihn in Ruhe lassen.
Die Fee lachte und meinte: „Dann lass du das Schnitzmesser in Ruhe, dann komme ich nicht mehr.“. Das wollte Bat aber nicht. Ein Leben ohne Schnitzmesser, also ohne Fee, das war unvorstellbar für ihn. Auch wenn er es nicht wahrhaben wollte. Er hatte sie so lieb gewonnen, dass er sie nicht mehr missen wollte.
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Ann
BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 12:49  Neue Antwort erstellen
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Der Holzfäller und die Fee Teil 1
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Administrator
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45133
Wohnort: Gronau

Hallo Juska,
das ist eine sehr schöne Geschichte, geht sie weiter? Sie erweckt bei mir Neugier.

Schöne Ostertage!
Einen lieben Frühlingsgruß von
Ann
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Juska
BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 19:24  Neue Antwort erstellen
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Der Holzfäller und die Fee Teil 1
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Ja, Ann. Sie hat schon noch ein paar Teile. Aber ich will es spannend machen und mit dem Einstellen noch etwas warten.

Ich wünsch dir schöne Ostertage! Ist das nicht ein herrliches Wetter?
(Viel zu schade, um im Haus Geschichten zu lesen)

liebe Grüße Juska
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