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  Gedichte  -  Novalis (Friedrich von Hardenberg) 1772-1801 Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:47  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Novalis (Friedrich von Hardenberg) 1772-1801 Dichter
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Wenn alle untreu werden

Wenn alle untreu werden,
so bleib ich dir doch treu,
daß Dankbarkeit auf Erden
nicht ausgestorben sei.
Für mich empfing dich Leiden,
vergingst für mich in Schmerz,
drum geb' ich dir mit Freuden
auf ewig dieses Herz.

Oft mußt ich bitter weinen,
daß du gestorben bist,
und mancher von den Deinen
dich lebenslang vergißt.
Von Liebe nur durchdrungen,
hast du so viel getan,
und doch bist du verklungen,
und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
noch immer jedem bei,
und wenn dir keiner bliebe,
so bleibst du dennoch treu;
die treuste Liebe sieget,
am Ende fühlt man sie,
weint bitterlich und schmieget,
sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
o lasse nicht von mir!
Laß innig mich verbunden
auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
auch wieder himmelwärts
und sinken liebend nieder
und fallen dir ans Herz.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 18:07, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:47  Neue Antwort erstellen
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Nachspruch

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen
mehr als die Tiefgelehrten wissen,
wenn sich die Welt ins freie Leben
und in die Welt zurückbegeben,
wenn dann sich wieder Licht und Schatten
zu echter Klarheit wieder gatten
und man in *ärchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeshichten,
dann fliegt vor einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort.
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:48  Neue Antwort erstellen
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Wem danken alle *änner beinahe,
die etwas Großes
für die Menschheit wagten, Ihre Kräfte?
Keinem als ihren *üttern!
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:48  Neue Antwort erstellen
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Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte -
das Amen des Universums.
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:49  Neue Antwort erstellen
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Wenn man einen Riesen sieht,
so untersuche man erst den
Stand der Sonne - und gebe acht,
ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist.
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.09.2004, 16:50  Neue Antwort erstellen
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Hymne an die Nacht

Du kommst, Geliebte -
Die Nacht ist da -
Entzückt ist meine Seele -
Vorüber ist der irdische Tag
Und du bist wieder mein,
Ich schaue dir ins tiefe dunkle Auge.
Sehe nichts als Lieb und Seligkeit,
Wir sinken auf der Nacht Altar
Aufs weiche Lager -
DieHülle fällt,
Und angezündet von dem warmen Druck
Entglüht des süßen Opfers
Reine Glut.
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 15:07  Neue Antwort erstellen
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Arkadien
1

Auch ich bin in Arkadien geboren;
auch mir hat ja ein heißes volles Herz
die Mutter an der Wiege zugeschworen
und Maß und Zahl in Freude und in Schmerz.

Sie gab mir immer freundlich himmelwärts
zu schaun, wenn selbst die Hoffnung sich verloren;
und stählte mich mit Frohsinn und mit Scherz;
auch ich bin in Arkadien geboren!

Komm, reiche mir die brüderliche Hand!
Zu Brüdern hat uns die Natur erkoren,
und uns gebar ein *ütterliches Land.

Ich habe dir längst Liebe zugeschworen.
gern folgsam meinen bessern Genius.
Gib mir die Hand, und einen Bruderkuß!

4

Auch ich bin in Arkadien geboren,
auch mir hat mancher gute Genius
am Mutterbusen Liebe zugeschworen
und manchem freundlichen Genuß,

auch ich empfand in Ahndungen verloren
das leise Wehn von manchem Geisteskuß,
und fühlte oft im heiligen Erguß
mich zu der Sonne reinem Dienst erkoren.

Verzeih, wenn mich mein eignes Herz nicht trügt,
und mich auf Flügeln stolzer Träume wiegt,
daß ich so kühn in eure Reihen trete;

und fassest du mich auch so rein und warm,
wie ich dich liebe, mit dir Arm in Arm,
um Ewigkeit für unser Bündnis bete -
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.09.2004, 15:08  Neue Antwort erstellen
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Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen,
mehr als die Tiefgelehrten wissen,
wenn sich die Welt ins freie Leben
und in die Welt wird zurückbegeben,
wenn dann sich wieder Licht und Schatten
zu echter Klarheit werden gatten
und man in *ärchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeschichten,
dann fliegt vor einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort.
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BeitragVerfasst am: 17.04.2005, 15:26  Neue Antwort erstellen
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Was passt, das muß sich ründen,
was sich versteht, sich finden,
was gut ist, sich verbinden,
was liebt zusammen sein;
was hindert, muß entweichen,
was krumm ist, muss sich gleichen,
was fern ist, sich erreichen,
was keimt, das muß gedeihn.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 21:13  Neue Antwort erstellen
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Badelied

Auf Freunde herunter das heiße Gewand
Und tauchet in kühlende Flut
Die Glieder, die matt von der Sonne gebrannt,
Und holet von neuem euch Mut.

Die Hitze erschlaffet, macht träge uns nur,
Nicht munter und tätig und frisch,
Doch Leben gibt uns und der ganzen Natur
Die Quelle im kühlen Gebüsch.

Vielleicht daß sich hier auch ein *ädchen gekühlt
Mit rosichten Wangen und Mund,
Am niedlichen Leibe dies Wellchen gespielt,
Am Busen so weiß und so rund.

Und welches Entzücken! dies Wellchen bespült
Auch meine entkleidete Brust.
O! wahrlich, wer diesen Gedanken nur fühlt,
Hat süße entzückende Lust.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 21:15  Neue Antwort erstellen
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Ich weiß nicht was

Jüngst als Lisettchen im Fenster saß
Da kam Herr Filidor
Und küßte sie
Umschlang ihr weiches weißes Knie
Und sagt ihr was ins Ohr
Ich weiß nicht was.

Dann gingen beide fort, er und sie
Und lagerten sich hier
Im hohen Gras
Und triebens frei in Scherz und Spaß
Er spielte viel mit ihr
Ich weiß nicht wie.

Zum Spiele hat er viel Genie
Er triebs gar mancherlei,
Bald so, bald so
Da wars das gute *ädel froh,
Doch seufzte sie dabei
Ich weiß nicht wie?

Das Ding behagt den Herren baß
Oft gings da capo an?
Doch hieß es drauf
Nach manchen, manchen Mondenlauf
Er hab ihr was getan;
Ich weiß nicht was.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 21:18  Neue Antwort erstellen
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Schmetterlinge

wer schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie wolken schmecken.
der wird im mondschein,
ungestört von furcht,
die nacht entdecken. ...

der wird zur pflanze, wenn er will.
zum tier, zum narr, zum weisen.
und kann in einer stunde
durch das ganze weltall reisen. ...

der weiß, daß er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
nur weiß er, was die anderen,
und auch er noch lernen *üssen. ...

wer in sich fremde ufer spürt
und mut hat sich zu recken;
der wird allmählich, ungestört von furcht,
sich selbst entdecken.
abwärts zu den gipfeln seiner
selbst blickt er hinauf.
den kampf mit seiner unterwelt
nimmt er gelassen auf. ...

wer mit sich selbst in frieden lebt,
der wird genauso sterben:
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine erben.
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Ann
BeitragVerfasst am: 22.01.2006, 21:20  Neue Antwort erstellen
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Walzer

Hinunter die Pfade des Lebens gedreht
Pausiert nicht,
ich bitt euch so lang es noch geht
Drückt fester die *ädchen ans klopfende Herz Ihr wißt ja wie flüchtig ist Jugend und Scherz.

Laßt fern von uns Zanken und Eifersucht sein
Und nimmer die Stunden mit Grillen entweihn

Dem Schutzgeist der Liebe nur gläubig vertraut
Es findet noch jeder gewiß eine Braut
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Ann
BeitragVerfasst am: 27.04.2006, 18:07  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Und immer dunkler ward der Wald
Auch bunter Sänger Aufenthalt,
Es drang mir bald auf allen Wegen
Ihr Klang in süßen Duft entgegen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Daß alles *öchte lieblich scheinen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Vielleicht beginnt ein neues Reich
Der lockre Staub wird zum Gesträuch
Der Baum nimmt tierische Gebärden
Das Tier soll gar zum Menschen werden.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Wie ich so stand und bei mir sann,
Ein *ächtger Trieb in mir begann.
Ein freundlich *ädchen kam gegangen
Und nahm mir jeden Sinn gefangen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Sie ging vorbei, ich grüßte sie,
Sie dankte, das vergeß ich nie
Ich mußte ihre Hand erfassen
Und Sie schien gern sie mir zu lassen.
Ich wußte nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

Uns barg der Wald vor Sonnenschein
Das ist der Frühling fiel mir ein.
Kurzum, ich sah, daß jetzt auf Erden
Die Menschen sollten Götter werden.
Nun wußt ich wohl, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.
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rita
BeitragVerfasst am: 11.01.2008, 19:19  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Ich sag es jedem daß er lebt und auferstanden ist ,
daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist .

Ich sag es jedem , jeder sagt es seinen Freunden gleich ,
daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich .

Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland ;
ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand .

Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun ,
und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun .

Der dunkle Weg , den er betrat , geht in den Himmel aus ,
und wer nur hört auf seinen Rat , kommt auch ins Vaters Haus .

Nun weine keiner mehr allhie , wenn eins die Augen schließt ;
vom Wiedersehn , spät oder früh , wird dieser Schmerz versüßt .
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