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  Kurzgeschichten  -  Reiterferien, 3. Teil und Ende
Juska
BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 15:44  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Reiterferien, 3. Teil und Ende
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Beim Hinausgehen wendete er noch einmal den Kopf und riet: „Iss ruhig erst einmal zu Ende! In einer halben Stunde wirst Du abgeholt!“.

Nach einer halben Stunde stand Tina bereits auf dem Hof bereit. Sie hatte sich noch schnell eine Weste geholt und stieg in den Wagen des Kai Böhme ein, der sogleich das in ihrer Nähe befindliche Lokal ansteuerte.

Ein großer amerikanischer Straßenkreuzer stand vor dem Lokal geparkt. Kai Böhme ging mit ihr auf einen Tisch zu, an dem ein Mann mittleren Alters saß, der für Tina einwandfrei der Besitzer des amerikanischen Wagens sein musste. Der Mann war ihr auf Anhieb sympathisch. Er hatte so eine Art, die ihr gefiel. Er gab ihr die Hand zum Gruß, schaute ihr lange in die Augen, aber nannte nicht gleich seinen Namen. Dann begann Kai Böhme mit dem Gespräch:

„Tina, diesen Mann hier wirst du nicht kennen, doch sicher hast du ihn immer mal kennen lernen wollen, es ist nämlich dein Vater!“. Daraufhin stellte der sich so bezeichnete Vater erst mal richtig vor. „Andreas Hering!“ sagte er und machte eine tiefe Verbeugung vor ihr.

Tina schoss die Röte ins Gesicht. Wenn sie auf alles gefasst war, darauf wäre sie nie gekommen. Sie sah sich diesen Mann jetzt ganz genau an und ging auf ihn zu. Er breitete seine Arme aus und umarmte sie mit Tränen in den Augen. „Ach mein Kind, wie leid es mir tut, dass ich dich nie besucht habe!“. Tina wollte etwas sagen, aber sie brachte kein Wort heraus. Die Gefühle, die in ihr aufstiegen waren einfach zu stark.

„Sicher wirst du jetzt denken, dass ich die Situation nur ausnutze, wo deine Eltern in die Ferien gefahren sind, aber so ist es nicht .Ich wollte dich einfach nur kennen lernen, viel zu spät, das gebe ich zu!“. Er sprach mit einem amerikanischen Akzent und fragte Tina, was sie trinken wolle, dann beantwortete er diese Frage selbst und sagte: „Ich glaube, jetzt brauchen wir alle erst mal einen Schnaps!“


Sie saßen am Abend noch lange zusammen. Tina stellte Fragen und ihr Vater beantwortete sie. Sie sah sehr glücklich aus, denn dass sie ihn nicht kannte, war bisher für sie immer ein Problem gewesen.

Doch ihre Mutter wollte mit ihm nichts zu tun haben, weil sie befürchtete, er würde seine Tochter dann nach Amerika holen. Er quartierte sich ebenfalls in dem Reiterhof ein und sie verbrachten noch wunderschöne Ferien miteinander.
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Ann
BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 16:50  Neue Antwort erstellen
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Reiterferien, 3. Teil und Ende
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45133
Wohnort: Gronau

Hallo Juska,
eine wirklich sehr prachtvolle Geschichte, könnte noch mehr davon lesen.

Einen schönen Restsonntag wünscht Dir
Ann
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Juska
BeitragVerfasst am: 05.07.2007, 20:53  Neue Antwort erstellen
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Reiterferien, 3. Teil und Ende
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Tante Anna

Interessiert betrachtete Nadja, wie die alte Frau die Kaffeemühle zwischen ihre Beine geklemmt, den Drehknopf zwischen ihren Fingern, diesen immer wieder zum Drehen brachte. Es gab ein herrlich knisterndes Geräusch, wenn die Kaffeebohnen in dem Behälter zermahlen wurden. Nadja lugte in die Öffnung der *ühle. Es gefiel ihr, wenn die Bohnen sich knirschend teilten. Hier bei Großtante Anna war eben alles etwas altmodisch. Da gab es Dinge, die sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Zum Beispiel im Badezimmer das Massagegerät an der Wand. Riesengroße Bürsten steckten dort aufgereiht hintereinander und warteten auf Benutzung. Sie schrieen förmlich nach Benutzung. Nadja hörte sie rufen: „Na, benutzt uns denn keiner? Wozu sind wir denn da?“ .

„Wie mag es funktionieren?“, fragte sie sich. „Der Stecker wird in die Steckdose *üssen!“. Das war ihr schon klar. Dann den schweren Griff in die Hand und schon brauste das Ding los. Es surrte *ächtig laut. Das gefiel Nadja und sie lauerte um die Ecke, ob Tante Anna noch nichts bemerkt hatte.
Aber Tante Anna war ja schwerhörig. Auch so eine interessante Sache. Hier im Badezimmer auf der Ablage lagen die Teile des Hörgerätes herum. Nach dem Massagegerät war dieses an der Reihe von ihr näher untersucht zu werden. Mit gespreizten Fingern packte sie diese seltsamen Teile vorsichtig an und betrachtete sie etwas angeekelt. Tante Anna trug diese Gebilde an guten Tagen in ihrem Ohr mit sich herum. Ihre Eltern freuten sich immer, wenn Tante Anna mal das Hörgerät eingeschaltet hatte. Meist waren die Batterien leer oder sie hatte sich das Gerät falsch herum ins Ohr geklemmt. Großtante Anna bemerkte es noch nicht einmal, wenn es nicht funktionierte. Sie war auch so immer sehr zufrieden. Nur ohne funktionirendem Hörgerät schrie sie natürlich entsprechend lauter und das fanden die meisten Leute nicht sehr angenehm. Nun rief sie nach Nadja.

Das *ädchen wusste es schon, jetzt gab es für sie ein paar Kekse. Großtante Anna hielt ihr freundlich die Keksdose unter die Nase. „Such dir ein paar Leckerchen heraus! Kleine Nadja.“. Es war immer wieder der gleiche Kommentar, den Tante Anna dazu abgab und das war es, was Nadja so an ihr liebte. Sie wusste immer schon vorher, was Tante Anna jetzt sagen würde. Das machte sie ihr so sympathisch.

Nadja verging die Zeit wie im Fluge bei ihrer Großtante. Dabei hatte sie noch längst nicht alles besichtigt, was ihr interessant erschien. Doch da ging auch schon die Türglocke, die Tante Anna natürlich überhörte. Es waren Nadjas Eltern, sie wurde abgeholt, natürlich nicht ohne vorher noch ein Glas Marmelade mitzunehmen. „Mm, Brombeermarmelade!“
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