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  Kurzgeschichten  -  Vandalismus Teil 2
Juska
BeitragVerfasst am: 09.07.2007, 17:54  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Vandalismus Teil 2
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
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Gegen Abend besuchten sie Boutiquen, tanzten in der Disco und packten die Sachen für den bevorstehenden Landausflug am nächsten Tag. Das Schiff sollte bereits um 8.00 Uhr in der Früh in Kuba anlegen. Fast schon hatten sie den Vandalismus abgehakt. Es gab noch so viel zu sehen und zu erleben, dass ihnen der Vorfall inzwischen unwichtig erschien.

Als sie sich am Abend gemeinsam zur Bar begaben, trafen sie im Gang auf ihren Verdächtigen, der sich wieder einmal verdächtig verhielt. Er öffnete die Tür eines Raumes in der Nähe ihrer Kabine. Aber so, wie er sie öffnete, schien es nicht sein Zimmer zu sein.

Nach der Rückkehr von der Bar auf ihre Kabine klopfte Peer an die Tür, durch die der junge Mann hineingegangen war. Er wollte unter einem Vorwand in den Raum sehen, da er hier ebenfalls vermutete ein Durcheinander zu entdecken. Auf sein mehrmaliges Klopfen hin, öffnete aber niemand die Tür. Sie zogen weiter und verschwanden auf ihr Zimmer.

Am nächsten Morgen klingelte ihr Wecker schon recht früh und Peer konnte es nicht lassen, sich noch einmal an Kabine 113 heranzumachen. Nach dem Klopfen öffnete ein älterer Herr und schaute ihn verwundert an. Hinter ihm erschien seine Frau und jammerte über die Unordnung, die gestern in ihrem Zimmer geherrscht hätte, als sie reichlich spät von der Pool Bar angekommen wären. Peer entschuldigte sich, denn er wäre der Meinung gewesen, dass dieser Raum von einem jüngeren Mann bewohnt würde. Nein, hier wären nur sie beide.

Der ältere Herr schien etwas ratlos, da auch er keinen Verlust irgendeines Teils erkennen konnte. Er hängte sich ans Telefon, um dem Steward Mitteilung zu machen. Dann begab Peer sich zurück in seine Kabine und teilte Pia die Neuigkeit mit. Den älteren Herrschaften sagte er vorerst nichts davon, dass ihnen bereits das gleiche passiert war.

Gleich, als sie von Bord des Schiffes kamen, stiegen sie in einen Mietwagen und hielten Ausschau nach dem jungen Mann. Sie drehten im Hafen eine Ehrenrunde, um ihn zu entdecken. Er war nirgendwo zu finden. Eigentlich war diese Zeit des Landgangs für die meisten Leute des Kreuzers doch auch die ruhigste Zeit an Deck. Konnte man jetzt nicht ungestört in den unbewohnten Kabinen stöbern?

Sie schauten sich die nähere Umgebung von Havanna an, hielten, wo es ihnen gefiel und blieben dort, solange sie wollten, denn das Schiff lag drei Tage im Hafen. Sie konnten dort übernachten oder auch nicht. Gerade, als sie sich auf einer wunderschönen Halbinsel am Strand im Schatten der Bäume ausgestreckt hatten, begegnete ihnen wieder der junge Mann. Diesmal war er allerdings nicht allein. Er war in Begleitung eines anderen jungen Mannes mit dunkler Hautfarbe und Raster-Locken. Sie unterhielten sich angeregt in englischer Sprache und bemerkten die Anwesenheit von Peer und Pia nicht. Sie waren auf dem Weg zum Parkplatz. Offensichtlich hatte ihr Gespräch mit dem Durchsuchen der Räume zu tun. Sie unterhielten sich laut, so dass es kein Problem machte, ihrem Gespräch zu folgen.

Peer sprang sofort von der Decke auf und lief hinterher. Nach einer Stunde war er wieder da. Er hatte herausgefunden, dass der Dunkelhäutige ein bestimmtes Teil suchte, welches der junge Mann ihm zu besorgen hatte. Offensichtlich wurde es also noch nicht gefunden. Er sprach den jungen Mann mit „Rob“ an, den Schwarzen nannte Rob „Jim“. Jim zahlte Rob Geld aus, es war nicht wenig. Die Währung konnte Peer dabei nicht erkennen. Auf dem Parkplatz stieg Rob in einen hellblauen Mietwagen, sie redeten noch eine zeitlang miteinander und dann fuhr Rob davon.

Peer hatte noch nicht genug gesehen. Ihn interessierte jetzt Jim besonders. Er folgte ihm und entdeckte, dass er nicht allein hier war. In der Nähe seiner Decke hielten sich noch eine Frau und zwei kleine Kinder auf, die zu Jim gehörten. Peer beobachtete von seiner Decke aus diese kleine Familie. Es tauchten dort bei Jim immer wieder junge Leute auf.

Die Familie schien nur zur Tarnung dort zu sitzen. Jim unterhielt sich kaum mit ihnen. Die jungen Leute verschwanden immer nach kurzer Zeit, wobei ihnen meist etwas zugesteckt wurde und sie Jim Geld herüber schoben. Pia warf sich in die Fluten und genoss das herrliche Wasser, während Peer keine Langeweile mit seinen Beobachtungen hatte.

Die Decke verlegte er so, dass er auf dem Bauch liegend prima die kleine Familie im Auge hatte. Pia beschäftigte sich selbst und ließ Peer in Ruhe. Sie war später an der Reihe zu beobachten. Denn sie wollten, solange sie hier waren, diese Gruppe nicht aus den Augen lassen. Sie hatten den Verdacht, dass es sich bei Jim um einen Drogendealer handelte.

Peer und Pia hatten sich den Tag zwar etwas anders vorgestellt, nämlich sich umarmend und küssend unter Palmen in der Sonne zu liegen und die Welt um sich herum zu vergessen, aber das hier war jetzt wichtiger.

Nach einer Weile packte die kleine Gruppe ihre Sachen zusammen und machte sich auf, den Platz zu verlassen. Peer gab Pia zu verstehen, sie solle hier auf ihn warten. Er *üsse unbedingt der Gruppe folgen.

Die Gruppe lief Richtung Bushaltestelle. Peer verfolgte sie unauffällig. Doch während die kleine Familie tatsächlich in den Bus einstieg, blieb Jim zurück, grüßte kurz mit einem erhobenen Finger und begab sich Richtung Parkplatz.
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