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  Kurzgeschichten  -  Siggi, der Held
Juska
BeitragVerfasst am: 25.07.2007, 21:58  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Siggi, der Held
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
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Siggi, der Held
Siggi war ein Held, schon immer gewesen und jetzt saß er da, im Eckchen, die Knie schlotterten, der Magen drehte sich um und sein Herz klopfte wie wild.
Es muss erwähnt werden, dass Siggi ein Mann in den besten Jahren war mit einem athletischen Körperbau. Er tat auch einiges dafür um fit zu bleiben. Jeden Morgen, wenn es die Zeit erlaubte fuhr er mit seinem Fahrrad bis zum Trimm-Dich-Pfad um dann dort eine Runde zu joggen. So wie heute. Auf dem Rückweg beim Bäcker ein paar Brötchen und nach dem Frühstück ab ins Büro.
Doch was war heute geschehen, dass ihn so erbärmlich im Eckchen seines Büros hocken ließ?
Siggi war auf dem Weg zum Büro eine schwarze Katze über den Weg gelaufen. Das war ja auch weiter nicht so schlimm. Siggi war nicht abergläubisch.
Im Eingangsbereich der Finanzverwaltung, die schon jahrelang sein Arbeitgeber war, vom Paternoster aus sprang ihm direkt eine bildhübsche Frau entgegen, die ausgerechnet mit ihren hochhackigen Stöckelschuhen auf seinen dicken Zeh trat, noch bevor er einsteigen konnte und damit begann das Drama. „Oh, pardon", stammelte sie und verschwand schnellstens in der Drehtüre.
Zunächst bückte er sich, um seine Aktentasche, die ihm vor Schreck aus dem Arm gefallen war, aufzuheben. Was war nur heute für ein Betrieb? Dabei sprang der nächste Besucher des Paternosters heraus und stieß gegen seinen Kopf, den er gerade erhob. Auch dieser Besucher stammelte eine Entschuldigung. Dabei verlor er seine Kappe. Er bückte sich danach. Der Besucher bückte sich ebenfalls. Ihre Köpfe stießen zusammen. Höflich überreichte dieser ihm die Kappe.
Nun aber schnell in den Paternoster. Mit wirrem Kopf und einer Beule an demselbigen stieg er ein und ab ins Büro, welches im 6. Stock lag, bevor noch weitere Katastrophen passierten. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass ihm ausgerechnet jetzt noch sein Chef entgegen kommen musste und das ausgerechnet mit seiner Freundin. Sie fuhren gemeinsam im Paternoster abwärts, schienen sich zu *ögen, lachten miteinander und turtelten wie die Tauben.
Sie sah ihn an, sagte: „Ja, siehst du, so macht man das!". Sein Gesicht verdunkelte sich. Sein Chef blickte lediglich auf seine Armbanduhr und mit brummendem Schädel begab er sich hinter seinen Schreibtisch. Sein Blick fiel auf das Schreiben, was vor ihm lag. Es war eine Vorladung vor Gericht. Ankläger: Seine Freundin. Anklage: Unterlassene Hilfeleistung! Nun begann es in seinem Kopf bestialisch zu brummen.
Stimmt, Sie lag vor einiger Zeit ohnmächtig in seinem Bürostuhl, morgens, als er ins Büro eintrat. Er dachte, sie wird sich schon erholen und trank mit seiner Sekretärin einen Kaffee, nebenan. Während der Zeit musste dann wohl sein Chef ins Büro gekommen sein, nebenan.
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