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  Gedichte  -  Ludwig Thoma 1877-1926 deutscher Schriftsteller
Ann
BeitragVerfasst am: 20.08.2007, 18:25  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Ludwig Thoma 1877-1926 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45103
Wohnort: Gronau

Gleichgültigkeit

Als ich gestern lag in meinem Bette,
Klopfte es so gegen Mitternacht.
Meine Meinung war, es sei Jeannette,
Und natürlich hab' ich aufgemacht.
Leise kam es jetzt hereingeschlichen,
Setzte sich an meines Bettes Rand,
Hat mir über meinen Kopf gestrichen
Mit der ziemlich großen, dicken Hand.
Doch ich merkte bald an ihren Formen:
Dieses Weib ist ja Jeannette nicht,
Deren Hüften nicht von so enormem
Umfang sind und solchem Schwergewicht.
Trotzdem schwieg ich. Denn ich überlegte:
Nicht das Wer, das Wie kommt in Betracht,
Außerdem, die Absicht, die sie hegte,
War entschieden löblich ausgedacht.
Was bedeutet dieserhalb ein Name?
In der Liebe ist das einerlei.
Man verlangt nur, daß es eine Dame
Und von angenehmem Fleische sei.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 17:53, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.08.2007, 18:28  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Ludwig Thoma 1877-1926 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45103
Wohnort: Gronau

Des Weisen Lehre

Künstler, wollt ihr Geld verdienen -
Und wer wollte dieses nicht? -
Höret, was mir recht geschienen,
Höret, was der Weise spricht:

Wessen Gunst sollst du erringen
Mit dem Bild, was du gemalt?
Erstens doch vor allen Dingen
Dessen, der den Kitsch bezahlt.

Zweitens fällt der Kritisierer
Bei der Sache ins Gewicht
Denn als Mensch und Zeitungsschmierer
Ist er ohne Einfluß nicht.

Drittens oder allererschtens,
Maler, was du auch gemacht,
Hast du dabei deines Ferschtens,
Deines Landesherrn gedacht?

Seine Huld belebt die Musen,
Und auch die der Malerei.
Sorge, daß in deinem Busen
Dieser Glaube innig sei.

Male, wie du, wenn du laben
Willst dich an des Herrschers Gunst,
Wünschen wirst, gemalt zu haben.
Dieses heißt man auch'ne Kunst.
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