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  Gedichte  -  Friedrich von Schiller 1759-1805 Dichter Dramatiker
Ann
BeitragVerfasst am: 02.03.2006, 17:00  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Friedrich von Schiller 1759-1805 Dichter Dramatiker
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Hast du die Mutter gesehen, wenn sie süßen
Schlummer dem Liebling kauft mit eigenem Schlaf
und für das Träumende sorgt,
mit dem eigenen Leben ernährt die zitternde Flamme
und mit Sorge selbst sich für die Sorge belohnt?
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.03.2006, 20:16  Neue Antwort erstellen
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Aus den Wolken muss es fallen,
aus der Götter Schoß,
das Glück,
und der *ächtigste von
allen Herrschern ist
der Augenblick.
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Apfelbuch
BeitragVerfasst am: 15.03.2006, 23:12  Neue Antwort erstellen
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Neuling
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Anmeldungsdatum: 15.03.2006
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Liebe Ann,
ich habe das Gedicht von Emanuel Geibel gesucht: "Und dräut der Winter
noch so sehr.." und es mit großer Freude unter Deinen Einträgen gefunden.
Besten Dank für Deine *ühen!
Bei einem der im folgenden zitierten Gedichte ist Dir aber ein Irrtum unterlaufen. Das wunderschöne Gedicht: "Geh aus mein Herz und suche Freud .." stammt nicht von Geibel sondern von Paul Gerhardt und ist viel älter.

Mit besten Grüßen und allen guten Wünschen
Gunter Appelt
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Ann
BeitragVerfasst am: 16.03.2006, 00:25  Neue Antwort erstellen
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Vielen Dank Gunter, die Angelegenheit habe ich in Ordnung gebracht. Das Gedich war aber auch unter Paul Gerhard aufgeführt.
Liebe Grüße Ann
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Ann
BeitragVerfasst am: 28.02.2008, 20:24  Neue Antwort erstellen
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An den Frühling


Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei! ei! da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein *ädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das *ädchen,
Und 's *ädchen liebt mich noch!

Fürs *ädchen manches Blümchen
Erbat ich mir von dir -
Ich komm' und bitte wieder,
Und du? - du gibst es mir?

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:29  Neue Antwort erstellen
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Die zwei Tugendwege.

Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend emporstrebt:
Schließt sich der eine dir zu, thut sich der andre dir auf.
Handelnd erringt der Glückliche sie, der Leidende duldend.
Wohl ihm, den sein Geschick liebend auf beiden geführt!
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:31  Neue Antwort erstellen
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Der Abend.
Nach einem Gemälde.

Senke, strahlender Gott - die Fluren dürsten
Nach erquickendem Thau, der Mensch verschmachtet,
Matter ziehen die Rosse -
Senke den Wagen hinab!

Siehe, wer aus des Meers krystallner Woge
Lieblich lächelnd dir winkt! Erkennt dein Herz sie?
Rascher fliegen die Rosse,
Tethys, die göttliche, winkt.

Schnell vom Wagen herab in ihre Arme
Springt der Führer, den Zaum ergreift Cupido,
Stille halten die Rosse,
Trinken die kühlende Fluth.

An dem Himmel herauf mit leisen Schritten
Kommt die duftende Nacht; ihr folgt die süße
Liebe. Ruhet und liebet!
Phöbus, der liebende, ruht.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:32  Neue Antwort erstellen
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Amalia.

Schön wie Engel voll Walhallas Wonne,
Schön vor allen Jünglingen war er,
Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne,
Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.

Seine Küsse - paradiesisch Fühlen!
Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie
Harfentöne in einander spielen
Zu der himmelvollen Harmonie -

Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen,
Lippen, Wangen brannten, zitterten,
Seele rann in Seele - Erd' und Himmel schwammen
Wie zerronnen um die Liebenden!

Er ist hin - vergebens, ach! vergebens
Stöhnet ihm der bange Seufzer nach!
Er ist hin, und alle Lust des Lebens
Wimmert hin in ein verlornes Ach!
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:32  Neue Antwort erstellen
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Der Jüngling am Bache.

An der Quelle saß der Knabe,
Blumen wand er sich zum Kranz,
Und er sah sie fortgerissen,
Treiben in der Wellen Tanz.
Und so fliehen meine Tage,
Wie die Quelle, rastlos hin!
Und so bleichet meine Jugend,
Wie die Kränze schnell verblühn!

Fraget nicht, warum ich traure
In des Lebens Blüthezeit!
Alles freuet sich und hoffet,
Wenn der Frühling sich erneut.
Aber diese tausend Stimmen
Der erwachenden Natur
Wecken in dem tiefen Busen
Mir den schweren Kummer nur.

Was soll mir die Freude frommen,
Die der schöne Lenz mir beut?
Eine nur ist's, die ich suche,
Sie ist nah' und ewig weit.
Sehnend breit' ich meine Arme
Nach dem theuren Schattenbild,
Ach, ich kann es nicht erreichen,
Und das Herz bleibt ungestillt.

Komm herab, du schöne Holde,
Und verlaß dein stolzes Schloß!
Blumen, die der Lenz geboren,
Streu' ich dir in deinen Schooß.
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
Und die Quelle rieselt klar!
Raum ist in der kleinsten Hütte
Für ein glücklich liebend Paar.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:34  Neue Antwort erstellen
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Die Antike an den nordischen Wanderer.

Über Ströme hast du gesetzt und Meere durchschwommen,
Über der Alpen Gebirg trug dich der schwindlichte Steg,
Mich in der Nähe zu schaun und meine Schöne zu preisen,
Die der begeisterte Ruf rühmt durch die staunende Welt;
Und nun stehst du vor mir, du darfst mich Heil'ge berühren,
Aber bist du mir jetzt näher, und bin ich es dir?
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:35  Neue Antwort erstellen
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Archimedes und der Schüler.

Zu Archimedes kam ein wißbegieriger Jüngling.
»Weihe mich,« sprach er zu ihm, »ein in die göttliche Kunst,
Die so herrliche Frucht dem Vaterlande getragen
Und die Mauern der Stadt vor der Sambuca 1) beschützt!« -
»Göttlich nennst du die Kunst? Sie ist's,« versetzte der Weise;
»Aber das war sie, mein Sohn, eh sie dem Staat noch gedient.
Willst du nur Früchte von ihr, die kann auch die sterbliche zeugen;
Wer um die Göttin freit, suche in ihr nicht das Weib.«

1. Anmerkung des Verfassers bei der ersten Ausgabe. Der Name einer Belagerungsmaschine, deren sich Marcellus gegen Syrakus bediente.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:36  Neue Antwort erstellen
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An die Astronomen.

Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen!
Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?
Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume,
Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:37  Neue Antwort erstellen
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Die Gunst des Augenblicks.

Und so finden wir uns wieder
In dem heitern bunten Reihn,
Und es soll der Kranz der Lieder
Frisch und grün geflochten sein.

Aber wem der Götter bringen
Wir des Liedes ersten Zoll?
Ihn vor allen laßt uns singen,
Der die Freude schaffen soll.

Denn was frommt es, daß mit Leben
Ceres den Altar geschmückt?
Daß den Purpursaft der Reben
Bacchus in die Schale drückt?

Zückt vom Himmel nicht der Funken,
Der den Herd in Flammen setzt,
Ist der Geist nicht feuertrunken,
Und das Herz bleibt unergötzt.

Aus den Wolken muß es fallen,
Aus der Götter Schooß, das Glück,
Und der *ächtigste von allen
Herrschern ist der Augenblick.
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BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:38  Neue Antwort erstellen
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Die Begegnung.

Noch seh' ich sie - umringt von ihren Frauen,
Die herrlichste von allen, stand sie da;
Wie eine Sonne war sie anzuschauen,
Ich stand von fern und wagte mich nicht nah.
Es faßte mich mit wollustvollem Grauen,
Als ich den Glanz vor mir verbreitet sah;
Doch schnell, als hätten Flügel mich getragen,
Ergriff es mich, die Saiten anzuschlagen.

Was ich in jenem Augenblick empfunden
Und was ich sang, vergebens sinn' ich nach;
Ein neu Organ hatt' ich in mir gefunden,
Das meines Herzens heil'ge Regung sprach;
Die Seele war's, die, Jahre lang gebunden,
Durch alle Fesseln jetzt auf einmal brach
Und Töne fand in ihren tiefsten Tiefen,
Die ungeahnt und göttlich in ihr schliefen.

Und als die Saiten lange schon geschwiegen,
Die Seele endlich mir zurücke kam,
Da sah ich in den engelgleichen Zügen
Die Liebe ringen mit der holden Scham,
Und alle Himmel glaubt' ich zu erfliegen,
Als ich das leise, süße Wort vernahm -
O droben nur in sel'ger Geister Chören
Werd' ich des Tones Wohllaut wieder hören!

»Das treue Herz, das trostlos sich verzehrt
Und still bescheiden nie gewagt zu sprechen -
Ich kenne den ihm selbst verborgnen Werth;
Am rohen Glück will ich das Edle rächen.
Dem Armen sei das schönste Loos beschert,
Nur Liebe darf der Liebe Blume brechen.
Das schönste Schatz gehört dem Herzen an,
Das ihn erwiedern und empfinden kann.«
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BeitragVerfasst am: 29.03.2008, 18:39  Neue Antwort erstellen
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Berglied.

Am Abgrund leitet der schwindlichte Steg,
Er führt zwischen Leben und Sterben;
Es sperren die Riesen den einsamen Weg
Und drohen dir ewig Verderben;
Und willst du die schlafende Löwin * nicht wecken,
So wandle still durch die Straße der Schrecken.

Es schwebt eine Brücke, hoch über den Rand
Der furchtbaren Tiefe gebogen,
Sie ward nicht erbauet von Menschenhand,
Es hätte sich's keiner verwogen,
Der Strom braust unter ihr spat und früh,
Speit ewig hinauf, und zertrümmert sie nie.

Es öffnet sich schwarz ein schauriges Thor,
Du glaubst dich im Reiche der Schatten,
Da thut sich ein lachend Gelände hervor,
Wo der Herbst und der Frühling sich gatten;
Aus des Lebens *ühen und ewiger Qual
*öcht' ich fliehen in dieses glückselige Thal.

Vier Ströme brausen hinab in das Feld,
Ihr Quell, der ist ewig verborgen;
Sie fließen nach allen vier Straßen der Welt,
Nach Abend, Nord, Mittag und Morgen,
Und wie die Mutter sie rauschend geboren,
Fort fliehn sie und bleiben sich ewig verloren.

Zwei Zinken ragen ins Blaue der Luft,
Hoch über der Menschen Geschlechter,
Drauf tanzen, umschleiert mit goldenem Duft,
Die Wolken, die himmlischen Töchter.
Sie halten dort oben den einsamen Reihn,
Da stellt sich kein Zeuge, kein irdischer, ein.

Es sitzt die Königin hoch und klar
Auf unvergänglichem Throne,
Die Stirn umkränzt sie sich wunderbar
Mit diamantener Krone;
Drauf schießt die Sonne die Pfeile von Licht,
Sie vergolden sie nur und erwärmen sie nicht.
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