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| Gedichte - Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker |
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Verfasst am:
16.01.2008, 20:51

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Münchhausen , Freiherr von ,-Börries -
geb . 20. 03 . 1874 in Hildesheim ,
studierte Rechtswissenschaft ,
lebte auf Windischleuba bei Altenburg ,Thüringen ,
literarischer Tätigkeit ... |
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Sponsor
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Verfasst am:
16.01.2008, 21:15

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Bauernaufstand
Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm ,
der Regen durchrauschte die Straßen ,
und durch die Gocken und durch den Sturm
gellte des Urhorns Blasen .
Das Büffelhorn , das lange geruht ,
Veit Stoßberg nahm's aus der Lade ,
das alte Horn , es brüllte nach Blut
und wimmerte :,, Gott genade !''
Ja , gnade dir Gott , du Ritterschaft !
Der Bauer stand auf im Lande ,
und tausendjährige Bauernkraft
macht Schild und Schärpe zuschande !
Die Klingsburg hoch am Berge lag ,
sie zogen hinauf in Waffen ,
Auframmte der Schmied mit einem Schlag
das Tor , das er fronend geschaffen .
Dem Ritter fuhr ein Schlag ins Gesicht
und ein Spaten zwischen die Rippen ,-
er brachte das Schwert aus der Scheide nicht ,
und nicht den Fluch von den Lippen .
Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft ,
brach Balken , Bogen und Bande ,--
ja , gnade dir Gott , du Ritterschaft :
der Bauer stund auf im Lande ! |
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Verfasst am:
11.03.2011, 21:06

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Meiner Freundin (aus Das Liederbuch)
Wohl brach ich oft die Treue,
Die ich so fest versprach,
Und gab den Schwur auf Neue,
Bis wieder ich ihn brach.
Dir hab ich nicht gegeben
Das oft gebrochne Wort,
Und weiß: mich hält fürs Leben
Das ungesprochne Wort. |
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Verfasst am:
13.03.2011, 16:36

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Große Kinder
Die groß gewordnen Kinder lösen sich
So leicht von uns wie an Oktobertagen
Die Äpfel ohne dass ein Windhauch strich,
Vom Zweige auf den warmen Rasen schlagen.
Die liebe Blüte schützten wir so gern
Und sahen selgen Blicks zur Frucht sie reifen, -
Nun regt sich drinnen schon der braune Kern
Und möchte unsre Sorge von sich streifen,
Sehnt sich zur Erde, sehnt zur Sonne sich,
Sehnt sich nach Untergang und Auferstehen,
Und wir stehn einsam da,- und feierlich
Hörn wir den Herbstwind durch die Blätter gehen. |
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Verfasst am:
18.09.2011, 17:16

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Lebensweg
Ich bin durchs Leben auf dich zugegangen,
So fest und klar, wie übers grüne Land
Die Taube flog, die lange eingefangen
und doch den Weg zur süßen Heimat fand.
Und denke ich an Sturm und Streit und Streben,
An meiner Jugend Wandern dort und hier,
So ist mir oft: Es war mein ganzes Leben
Ein stiller, unbeirrter Weg zu dir. |
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Verfasst am:
18.09.2011, 17:47

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Sehnsucht nach Stille
Wie sehn ich mich nach Stille
Und in des Lebens Fülle
Nach klarer Einfachheit !
Mich drückt das Vielzuviele,
Mich schmerzen Weh und Spiele,
Mich ängstigt Freude ebenso wie Leid !
Ich denk’ nicht mehr geringe
vom Wert der toten Dinge,
Sie haben Ewigkeit,
Ich will mein Herz in Sehnen
An ihre Kühle lehnen
Und will genesen der Lebendigkeit ! |
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Verfasst am:
21.09.2011, 16:16

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Taube Ohren
Ich hörte der Vorzeit Lieder
Herklingen aus Schiefer und Quarz,
Ich hörte den Kanon der Glieder,
Mir sang der Schwalbe Gefieder
Und die raunende Tanne im Harz.
Es wurden so klug meine Ohren,
Sie lauschten im Erdenrund
Nur noch von den ewigen Choren,
Bis ganz das Gehör sie verloren
Für Worte aus menschlichem Mund. |
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Verfasst am:
26.10.2011, 16:34

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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aus Liederbuch
Münchhausen
Die Unersetzlichen
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Vater, wo ist Goethe unsrer Zeit?
Sollt ihr ihnen sagen: “Weit, weit
Hinter der Düna, hinter dem Don
scharrten wir ihn in ein mooriges Grab,
Was wussten wir denn davon,
Als wir ihn senkten hinab!
Was lag an der Menschheit ewgen Gesängen, -
Wir mussten doch eine Brücke sprengen,
Das war das Wichtigste unserer Zeit
Damals …weit …weit!“
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Haben wir einen Rembrandt nicht?
Mögt ihr ihnen sagen
(aber seht ihnen nicht ins Gesicht!):
„In Afrika drüben, bei El Alamein
gruben wir ihn in den Flugsand ein, -
Wir mussten dort einige Klippen halten,
die uns mehr als Rembrandt galten;
Im Schuss er die Bergwand nieder rollte,
der sein Jahrtausend beglücken sollte,
Was galt ein Gefreiter in jener Zeit
Damals…weit…weit!“
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Unser Beethoven, wo ist der?
Könnt ihr Alten nur müde sagen:
„Den wiegt und schaukelt hin und her
Die lange Welle im eisigen Meer.
Weit da oben im höchsten Nord, -
schlug ihn die Sturzsee über Bord,
Wir hörten noch seinen letzten Schrei,
Dann traf ihn vom russischen Flugzeug der Blei.
Der Sturm, der über Finnland zieht,
singt ihm und orgelt in tiefen Akkorden
Ewiges Schlummerlied …
Weit da oben im hohen Norden, -
Und das wäre Beethoven geworden !“
Einst, wenn eure Kinder ergrauen,
Werden sie wohl auch Künstler schauen,
Ragend hoch über ihre Zeit,
weit leuchtend, weit …
Doch die hingemäht waren,
Jene leicht Verletzlichen
Sind die Unvertretbaren,
Ewig Unersetzlichen. –
Neue Bilder, neue Ferse, neue Lieder
Wie sie Gott allen Zeiten verlieh - - -
Aber die Großen des Volkes gibt Gott nicht wieder –
Nie! |
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Verfasst am:
18.12.2011, 12:40

Gedichte
Münchhausen , Freiherr von ,-Börries 1874-1945 Lyriker
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Eine Mutter unterm Apfelbaum
Glücklicher Apfelbaum und der Apfel, Dein Kind,
Trägst es und wiegst es zärtlich im Sommerwind.
Aber gilbt vor der Reife sein Wangenrot,
Fällt er nieder aufs Gras in seinen Tod, -
Glücklicher Apfelbaum, Du verlierst ihn nicht,
Denn Deiner Hände Wurzelgefinger durchflicht
Rings das Lager, darauf er vergehend ruht,
Und er spürt im Sterben wie wohl das tut.
Spürt der Mutterhände leises Gekos,
Sinkt so selig zurück in Mutters Schoß,
Und sie saugt ihn zurück, wie sie einst ihn gebar,
Und sie birgt ihr Kind vor des Winters Gefahr,
Und sie blüht ihn wieder im Maienwind, -
Glücklicher Apfelbaum und der Apfel, dein Kind!
Börries, Freiherr von Münchhausen |
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