|
|
| Autor |
Nachricht |
| Gedichte - Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter |
|
Verfasst am:
17.04.2005, 15:21

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Auch getrennte Freunde mit süßen Banden zu knüpfen,
fand die gute Natur uns eine Sprache: die Schrift!
Sie führt Seelen zusammen, die fern aneinander gedenken,
führt den Seufzer herbei, der in den Lüften verhallt. |
Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 20:11, insgesamt einmal bearbeitet |
|
|
|
|
 |
Sponsor
|
|
 |
|
Verfasst am:
10.11.2006, 16:24

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Denn dem Glück, geliebt zu werden,
gleicht kein anderes Glück auf Erden. |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
08.12.2007, 15:59

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Johann Gottfried Herder , geb. 25.8. 1744.
in Mohrungen (Ostpreußen ),
Lehrer in der Domschule inRiga 1765 ,
Hofprediger in Bückeburg 1770,
Generalsuperintendent in Weimar
dort gestorb.18 .12.1803
Lied des Lebens
Flüchtiger als Wind und Welle
flieht die Zeit ; was hält sie auf ?
sie genießen auf der Stelle ,
sie ergreifen schnell im Lauf ;
das , ihr Brüder , hält ihr Schweben ,
hält die Flucht der Tage ein ;
schneller Gang ist unser Leben ,
laßt uns Rosen auf ihn streun !
Rosen ! Denn die Tage sinken
in des Winters Nebelmeer ;
Rosen ! Denn sie blühn und blinken
links und rechts noch um uns her .
Rosen stehn auf jedem Zweige
jeder schönen Jugendtat .
Wohl ihm , der bis auf die Neige
rein gelebt sein Leben hat .!
Tage, werdet uns zum Kranze ,
der des Greises Schläf umzieht
und um sie im frischem Glanze
wie ein Traum der Jugend blüht !
Auch die dunklen Blumen kühlen
uns mit Ruhe , doppelt süß ,
und die blauen Lüfte spielen
freundlich uns ins Paradies .
Eingetragen von Rita am 08.12.07 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
08.12.2007, 19:44

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Das Flüchtigste
Tadle nicht der Nachtigallen
bald verhallend süßes Lied ;
Sieh , wie unter allen , allen
Lebensfreuden , die entfallen ,
stets zuerst die schönste flieht .
Sieh , wie dort im Tanz der Horen
Lenz und Morgen schnell entweicht ;
wie die Rose , mit Auroren
jetzt im Silbertau geboren ,
jetzt Auroren gleich erbleicht .
Höre , wie im Chor der Triebe
bald der zarte Ton verklingt .
Sanftes Mitleid , Wahn der Liebe ,
Ach das er uns ewig bliebe !
Aber ach ! Sein Zauber sinkt .
Und die Frische dieser Wangen ,
deines Herzens rege Glut ,
und die ahnenden Verlangen ,
die am Wink der Hoffnung hangen -
Ach, ein fliehend , fliehnd Gut !
Selbst die Blüte deines Strebens ,
aller Musen schönste Gunst ,
jede höchste Gunst des Lebens ,
Freund , du fesselst sie vergebens ;
sie entschlüpft , die Zauberkunst .
Aus dem Meer der Götterfreuden
ward ein Tropfe uns geschenkt ,
ward gemischt mit manchen Leiden ,
leerer Ahnung , falschen Freuden ,
ward im Nebelmeer ertränkt .
Aber auch im Nebelmeere
ist der Topfe Seligkeit ;
einen Augenblick ihn trinken
rein ihn trinken und versinken ,
ist Genuss der Ewigkeit .
Eingetragen von Rita am 08. 12 07 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
10.02.2008, 12:35

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Ein Traum ,
ein Traum ist unser Leben auf Erdren hier .
Wie Schatten auf den Wegen
schweben und schwinden wir .
Und messen uns're trägen Tritte
nach Raum und Zeit ;
und sind - und wissen 's nicht -
in Mitte der Ewigkeit .
Johann Gottfried Herder |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
17.01.2010, 20:20

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Die Ameise
Ein Müssiggänger sah die Lilie
des Feldes blühn und hört der Vögel Chor
Lobsingen .Bin ich denn nicht mehr als sie ?
Sprach er .Wohlan , so sei mein Leben
auch Blühn und Verblühn , Anschaun und Gesang !
Er ging zur einsam - frommen Wüstenei
und harrete auf Offenbahrung .Da
rief eine Stimme : ,, Schau zur Erd hinab ,
Simplicius !"
Er sah . Ein wimmelnd Nest
Ameisen war vor ihm in lebender Bewegung .
Diese trugen eine Last ,
viel grösser als sie selbst .Ein andrer Hauf
hielt Kräutersamen in dem Munde , fest
wie mit der Zange .Jene holten Erd
herbei und dämmten ihren breiten Strom .
Die andern trugen für den Winter ein und
schroteten die Körner künstlich ab ,
dass ihre feuchte Wohnung nicht mit Kraut
verwüchse .
Diese hielten einen Zug ;
sie trugen einen Toten aus der Stadt .
Und keiner stört den andern ; jeder wich
beim Ein - und Ausgang seinem Nachbarn aus .
Wer unter seiner Last erlag und wer
die steile Strasse nicht erklimmen konnte ,
dem half man auf , man bot den Rücken dar .-
Simplicius sah's mit Verwunderung
und sähe noch , hätt ihm die Stimme nicht
gerufen :,, Bist du nicht viel mehr als sie ?"
Und vor ihm stand ein Greis : ,, Verlorner Sohn !
Wie ? Hast du keinen Vater ? Keine Mutter ?
Und keinen Freund und Armen , dem du jetzt
beispringen könntest ? Bist vom Himmel du
entsprossen ? Keinem Menschen auf der Welt
verbunden oder wert , dass ihm ein Teil
von dir gehöre ? - Sieh das kleine Volk Ameisen .
Jede wirkt insgemein ,
und ohne Eigentum hat jede g'nug ."
Belehret kehrt' Simplicius zurück
zur muntern Tätigkeit und sah fortan
im grossen Ameisenhaufen dieser Welt
die Gottesstadt ,die (oft unbewusst )
im Wirken fürs Gemeine lebt und webt ,
Niemand für sich , für alle jedermann .
Die Ameise ist evt . nach Prof. Dr .Ulrich Schreiber
eine Vorwarnerin von Erdbeben .
Sie baut ihre Nester entlang der Erkrusten -
Spalten .Die Gase dort , die aus diesen Spalten
kommen , dienen ihr wahrscheinlich zur Wärmequelle
oder bei Hitze zur Kühlung .
Dieses wird noch genau untersucht .
Januar 2010 , im Fernsehen gesehen ,Rita |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
17.01.2010, 20:53

Gedichte
Johann Gottfried von Herder 1744-1803 deutscher Dichter
|
|
|
|
|
Herr Oluf reitet spät und weit ,
zu bieten auf seine Hochzeitsleut .
Da tanzen die Elfen auf grünem Land ,
Erlkönigstochter reicht ihm die Hand .
,, Willkommen , Herr Oluf , was eilst von hier ?
Tritt hier in den Reihen und tanz mit mir !"
,, Ich darf nicht tanzen , nicht tanzen ich mag ,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag ."
,, Hör an , Herr Oluf , tritt tanzen mit mir ,
zwei güldene Sporen schenk ich dir !
Ein Hemd von Seide , so weiss und fein ,
meine Mutter bleicht's mit Mondenschein ."
,, Ich darf nicht tanzen , nicht tanzen ich mag ,
Frühmorgen ist mein Hochzeittag ."
,, Hör an , Herr Oluf , tritt tanzen , mit mir ,
einen Haufen Goldes schenke ich dir !"
,, Einen Haufen Goldes nähm ich wohl ;
doch tanzen ich nicht darf noch soll !"
,, Und willt , Herr Oluf , nicht tanzen mit mir ,
soll Seuch und Krankheit folgen dir !"
Sie tät einen Schlag ihm auf sein Herz ,
noch immer fühlt er solchen Schmerz ."
Sie hob ihn bleichend auf sein Pferd :
,, Reit heim nun zu dein'm Fräulein wert ! "
Und als er kam vor Hauses Tür ,
seine Mutter zitternd stand dafür .
,, Hör an , mein Sohn , sag an mir gleich ,
wie ist dein' Farbe blass und bleich ?"
,,Und sollt sie nicht sein blass und bleich ?
Ich trat in Erlkönigs Reich ."
,,Hör an , mein Sohn , so lieb und traut ,
was soll ich nun sagen deiner Braut ?"
,, Sagt ihr , ich sei im Wald zur Stund ,
zu proben da mein Pferd und Hund !"
Frühmorgen , und als es Tag kaum war ,
da kam die Braut mit der Hochzeitschar .
Sie schenkten Met , sie schenkten Wein,
,, Wo ist Herr Oluf , der Bräut'gam mein ?"
,, Herr Oluf , er ritt in Wald zur Stund ,
er probt allda sein Pferd und Hund ."
Die Braut hob auf den Scharlach rot ,
da lag Herr Oluf , und er war tot . |
|
|
|
|
|
 |
|
|
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde |
|