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| Gedichte Hochzeit - Nichtbiblische Lesungen für die Trauung |
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Verfasst am:
27.04.2005, 10:54

Gedichte Hochzeit
Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
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Obergärtner(in)

Anmeldungsdatum: 26.11.2004
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Als Sonne und Regen noch nichts voneinander wussten, war alles trostlos. Dort, wo der Regen Tag und Nacht auf die Erde prasselte, war es nass und kalt. Es war stockdunkel und alles war überschwemmt. Dort, wo die ganze Zeit die Sonne schien, war es sengend heiß. Der Boden war ausgedörrt und hatte tiefe Risse. Dabei war es so gleißend hell, dass jedes Auge geblendet war. Als Sonne und Regen noch nichts voneinander wussten, gab es kein Leben auf der Erde und alles war tot.
Da geschah es, dass die Liebe auf die Erde kam und sich alles genau anschaute. Als sie da war, verspürten Regen und Sonne plötzlich eine große Sehnsucht in sich. Sie wussten zwar nichts voneinander, aber sie begannen zu ahnen, dass ihnen etwas fehlte. Und sie verließen ihr Zuhause und begannen zu suchen. Lange irrten sie hin und her. Schließlich kam der Regen in den früheren Bereich der Hitze, während die Sonne in die ehemaligen Überschwemmungsgebiete gelangte. Als die Sonne das dunkle Land erhellte und ihre Strahlen auf das viele Nass schickte, begann das Wasser zu verdunsten und fruchtbarer Boden kam zum Vorschein. Auch der Wüstenboden veränderte sich, als die ersten Regentropfen auf ihn fielen. Begierig saugte er das Nass auf und die tiefen Furchen begannen sich zu schließen.
Und es geschah zum zweiten Mal, dass die Liebe kam, um sich alles genau anzusehen. Da wurden Sonne und Regen erneut von großer Sehnsucht erfüllt und sie begannen zu suchen. Sie kehrten in ihre Heimatländer zurück und wunderten sich, dass dort alles anders war.
Zum dritten Mal kam die Liebe und ließ in Sonne und Regen die Sehnsucht erwachen. Da machten sich die zwei erneut auf die Suche. Endlich begegneten sie einander und erkannten sich. Als Sonne und Regen aufeinander trafen, erwachte die Erde zum Leben, und alles begann zu blühen.
Und die Liebe war da und schaute sich alles an. Und sie sah, dass es gut war. |
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Verfasst am:
27.04.2005, 10:56

Gedichte Hochzeit
Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
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Obergärtner(in)

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Der Gärtner und der Rosenstock
Es war einmal ein Gärtner. Der konnte sich nicht entscheiden, ob er die Frau, die erliebte, nun heiraten sollte oder nicht. Eigentlich sprach nichts dagegen. Er fühlte sich in ihrer Nähe wohl, konnte mit ihr sowohl ernsthafte Gespräche führen als auch lachen, war für gemeinsame Kinder offen und wollte mit ihr zusammen alt werden. Aber natürlich beinhaltete ein lebenslanges Ja auch gewisse Risiken. Jeder kam aus einem anderen Elternhaus und würde manches in die Ehe einbringen, das zu einem Streit führen konnte. Auch änderten sich viele Menschen im Laufe der Zeit. Was wäre, wenn sie sich auseinander lebten? Würde ihre Liebe diesen Belastungsproben standhalten können? Grübelnd stand der junge Gärtner beim Rosenbeet und kam zu keiner befriedigenden Antwort.
Da näherte sich ein alter Mann, der für seine Frau einen Rosenstock kaufen wollte. Der Gärtner wusste, dass dieser Mann seit vielen Jahren glücklich verheiratet war. Also bat er ihn um Rat. Doch der alte Mann war so mit dem Aussuchen des Rosenstocks beschäftigt, dass es so wirkte, als habe er die Frage überhört. Er betrachtete jede Pflanze, roch an den Rosenblüten, begutachtete die Stacheln, zählte sogar die vorhandenen Knospen und blieb schließlich vor einem Rosenstock mit unzähligen dunkelroten Blüten stehen. Der Gärtner beglückwünschte den alten Mann: "Sie haben eine gute Wahl getroffen. Dieser Rosenstock ist wirklich etwas ganz Besonderes". Der alte Mann blieb jedoch unsicher und entgegnete: "Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihn wirklich nehmen soll. Oberflächlich betrachtet ist diese Pflanze makellos. Aber wer weiß, was sie für Wurzeln hat. "Schauen Sie die kräftigen Blüten und die dicken Blätter an" sagte der Gärtner. "Der Rosenstock muss einen gesunden Wurzelstock haben, sonst wäre er nicht gewachsen." "Ja, das mag stimmen", meinte der alte Mann. "Aber wer garantiert mir, dass der Rosenstock im nächsten Jahr auch so wunderbar wächst und blüht?" "Im Moment deutet alles darauf hin", erwiderte der Gärtner. "Aber das weitere Wohlergehen des Rosenstocks hängt natürlich auch von Ihnen ab." Da lächelte der alte Mann und sagte: "Ebenso verhält es sich auch mit dem Partner, den man heiraten möchte." Er bezahlte den Rosenstock und ließ einen nachdenklichen Gärtner zurück, der schon bald eine wichtige Entscheidung fällen sollte. |
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Verfasst am:
27.04.2005, 10:57

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Begegnungen
Kurz vor der Hochzeit traf das Brautpaar auf einen Skeptiker.
Der entsetzte sich: "Was - ihr wollt heiraten? Lest ihr denn keine Zeitungen? Mindestens jede dritte Ehe wird heutzutage wieder geschieden. Ist es da nicht töricht, sich lebenslange Treue oder ewige Liebe zu schwören?" Die Braut erwiderte: "Jegliche neue Bindung ist ein Schritt ins Ungewisse, der Mut erfordert. Und jede Beziehung, auf die wir uns wirklich einlassen, birgt das Risiko, Fehler zu machen oder irgendwann wieder allein gelassen zu werden. Aber sollten wir deshalb keine Beziehungen und Bindungen mehr zulassen?" Darüber musste der Skeptiker erst einmal gründlich nachdenken.
Das Brautpaar ging weiter und traf einen Romantiker. Dieser wunderte sich: "Was - ihr wollt heiraten? Wollt ihr eure unbeschwerte Liebe wirklich mit einem Trauschein belasten? Ihr liebt euch doch. Wozu benötigt ihr dann noch den Segen der Kirche?" Der Bräutigam antwortete: "Unsere Beziehung braucht ein solides Haus. Vielleicht ist es gerade der Segen Gottes, der dieses Haus vor dem Einstürzen bewahrt. Warum sollten wir dieses stützende Element nicht in Anspruch nehmen?" Ein nachdenklicher Romantiker blieb zurück.
Die zwei aber gingen unbeirrt weiter und trauten sich, denn sie liebten sich und vertrauten darauf, dass Gott sei bei dem scheinbar Unmöglichen unterstützen würde. |
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Verfasst am:
27.04.2005, 10:58

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Feuer und Wasser
Als Feuer und Wasser sich das erste Mal begegneten, waren sie voneinander fasziniert. Das Feuer war ungestüm und temperamentvoll, leuchtend und heiß, brodelnd und aufregend. Das Wasser hingegen floss ausgeglichen vor sich hin, war klar und beruhigend, glitzernd und erfrischend. Staunend betrachteten sich Feuer und Wasser. Beide entdeckten am anderen unzählige Eigenschaften und Besonderheiten, die sie an sich nicht kannten. Und da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, blieb es nicht aus, dass sich Feuer und Wasser ineinander verliebten. Sie trafen sich, hatten Spaß miteinander, lernten voneinander und ergänzten sich wunderbar.
Weil sie sich gegenseitig so kostbar geworden waren, beschlossen Feuer und Wasser, für immer zusammenzubleiben. Sie feierten ein großes Fest. Viele Gästen waren geladen - auch der Wind. Der schenkte ihnen eine bauchige Flasche mit wertvollem Inhalt. Nach der Feier öffneten Feuer und Wasser die Flasche und entnahmen daraus eine alte Schriftrolle. Auf dem Pergament stand Folgendes geschrieben:
"Passt auf, dass ihr eure Individualität behaltet! Ihr seit so verschieden und schätzt dies aneinander. Hütet diesen Schatz, denn dieser ist das Geheimnis eurer Liebe. Respektiert eure Grenzen! Lernt voneinander, aber versucht nicht, euch gegenseitig umzuerziehen! Entdeckt immer wieder Neues aneinander! Glaubt nie, dass ihr das Geheimnis des anderen gelüftet habt, und achtet einander jeden Tag eures gemeinsamen Lebens!"
Feuer und Wasser lasen die Flaschenpost aufmerksam durch und dachten darüber nach. Dann stellten sie die bauchige Flasche gut sichtbar in ihrer gemeinsamen Wohnung auf, um immer wieder an deren Inhalt erinnert zu werden. |
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Verfasst am:
09.02.2006, 02:04

Gedichte Hochzeit
Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
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| Ein Lichtlein brennt. Erst klein und leise, dann lichterloh. Das Herz schlägt freudig und unbeirrt bis in die Morgenröte. Das flackern der Fackeln erinnert and die Leidenschaft der Nacht. Der neue Tag ist angebrochen und hat den Vorsatz gefestigter Liebe. Das Leben zu Zweit kann schöner nicht sein! |
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Verfasst am:
02.07.2006, 11:35

Gedichte Hochzeit
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Die chinesische Hochzeit
Die Brautleute hatten nicht viel Geld, aber dennoch waren sie der Meinung, dass viele Menschen mitfeiern sollten. Geteilte Freude ist doppelte Freude, dachten sie. Es sollte ein großes Fest werden, beschlossen sie, mit vielen Gästen. Denn warum sollte unsere Freude nicht ansteckend sein? - fragten sie sich. Es herrscht unter den Menschen ohnehin mehr Leid als Freude. Also baten sie die Eingeladenen, je eine Flasche Wein mitzubringen. Am Eingang würde ein großes Fass stehen, in das sie ihren Wein gießen könnten; und so sollte jeder die Gabe des anderen trinken und jeder mit jedem froh und ausgelassen sein.
Als nun das Fest eröffnet wurde, liefen die Kellner zu dem großen Fass und schöpften daraus. Doch wie groß war das Erschrecken aller, als sie merkten, dass es Wasser war. Versteinert saßen oder standen sie da, als ihnen allen bewusst wurde, dass eben jeder gedacht hatte: Die eine Flasche Wasser, die ich hineingieße, wird niemand merken oder schmecken.
Nun aber wussten sie, dass jeder so gedacht hatte. Jeder von ihnen hatte gedacht: Heute will ich mal auf Kosten anderer feiern. Unruhe, Unsicherheit und Scham erfasste alle, nicht nur, weil es lediglich Wasser zu trinken gab. Und als um Mitternacht das Flötenspiel verstummte, gingen alle schweigend nach Hause, und jeder wusste: Das Fest hatte nicht stattgefunden.
Chinesische Parabel |
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Verfasst am:
02.07.2006, 17:56

Gedichte Hochzeit
Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
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Jüdische Hochzeit
Nun gab es im Haus sechs steinerne Wasserkrüge. Man benutzte sie für die Waschungen, die das jüdische Gesetz verlangt. Jeder von ihnen fasste achtzig bis hundertzwanzig Liter. Jesus forderte die Diener auf: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten die Gefäße bis zum Rand. Dann ordnete er an: »Nun bringt dem Mann, der für das Festmahl verantwortlich ist, eine Kostprobe davon!« Dieser probierte den Wein, der vorher Wasser gewesen war. Er wusste allerdings nicht, woher der Wein kam. Nur die Diener wussten Bescheid. Da rief er den Bräutigam zu sich und warf ihm vor: »Jeder bietet doch zuerst den besten Wein an! Und erst später, wenn die Gäste schon betrunken sind, kommt der billigere Wein auf den Tisch. Aber du hast den besten Wein bis jetzt zurück gehalten!«
Und die Moral von der Geschicht': Vergiß' einzuladen die besten Gäste nicht! |
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Verfasst am:
03.07.2006, 10:57

Gedichte Hochzeit
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Obergärtner(in)

Anmeldungsdatum: 26.11.2004
Beiträge: 275
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Nichts gefällt mir besser als du!
Es geschah einmal, daß eine junge Frau in Sidon mit ihrem Mann zehn Jahre lang lebte, ohne daß sie ihm ein Kind gebar. Dem Gesetz in diesen Angelegenheiten folgend, gingen sie zu Rabbi Simeon bar Jochai, um sich scheiden zu lassen.
Der Rabbi sprach zu ihnen: "Bei eurem Leben! So wie ihr, als ihr euch trauen ließet, bei einem festlichen Gelage zusammen kamt, so solltet ihr euch auch jetzt nicht ohne ein festliches Gelage trennen. "
Sie folgten dem Rat des Rabbi und bereiteten ein großes Fest, bei dem die Frau ihrem Mann mehr als gewöhnlich zu trinken gab. Als er sich nun sehr wohl fühlte, sagte er zu seiner Frau: "Töchterlein, du kannst dir aus meinem Hause das mit-nehmen, was dir am besten gefällt; und dann kehre zurück in das Haus deines Vaters."
Was tat sie? Als er eingeschlafen war, befahl sie ihren Knechten und Mägden, ihn und das Bett, auf dem er schlief, in das Haus ihres Vaters zu bringen. Um Mitternacht wachte der Mann auf. Als der Weinrausch ihn verlassen hatte, sah sich der Mann verwundert um und sprach: "Töchterlein, wo bin ich denn eigentlich?
"Du bist", antwortete sie, "im Hause meines Vaters."
"Was habe ich denn mit dem Hause deines Vaters zu tun?"
Sie antwortete: "Erinnerst du dich nicht daran, daß du mir gestern abend gesagt hast, daß ich das, was mir am besten gefällt, mitnehmen kann, wenn ich zu meinem Vater zurückkehre? Nichts gefällt mir besser in der ganzen Welt als du!"
Da gingen sie wieder zusammen zu Rabbi Simeon bar Jochai. Er betete für sie; und die Frau wurde schwanger.
Nach Schir Haschirim Rabbah |
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Verfasst am:
06.07.2006, 14:01

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Könnte es sein, daß zwischen dem
Beten und der Schwangerschaft
noch etwas war? Damals nannte man
es -so weit ich weiß- "beiwohnen!"
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Verfasst am:
04.11.2006, 17:19

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Hallo Sternchen!
Kannst du mir vielleicht mitteilen, von wem dieser tolle Text stammt (Autor von "Der Gärtner und der Rosenstock")? |
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