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  Gedichte Hochzeit  -  Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
Ann
BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:27  Neue Antwort erstellen
Gedichte Hochzeit
Nichtbiblische Lesungen für die Trauung
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Nicht jedes Brautpaar *öchte eine biblische Lesung für seine Trauung. Hier findet Ihr einige Beispiele für nicht-biblische Texte. Ich freue mich über jede Ergänzung!


Die Liebe

Vor langer, langer Zeit existierte eine Insel,
auf der alle Gefuehle der Menschen lebten:
"Die gute Laune", "Die Traurigkeit", "Das Wissen"
und so wie alle anderen Gefuehle, auch "Die Liebe".
Eines Tages wurde den Gefuehlen mitgeteilt, dass die Insel sinken wuerde.
Also bereiteten alle ihre Schiffe vor und verliessen die Insel.
Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten.
Bevor die Insel sank, bat die Liebe um Hilfe.
Der Reichtum fuhr auf einem luxurioesen Schiff an der Liebe vorbei.
Die Liebe fragte: "Reichtum, kannst Du mich mitnehmen?"
"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich
viel Gold und Silber, da ist kein Platz fuer Dich."
Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam:
"Stolz, ich bitte Dich, kannst Du mich mitnehmen?"
"Liebe, ich kann Dich nicht mitnehmen," antwortete der Stolz,
"hier ist alles perfekt. Du koenntest mein Schiff beschaedigen".
Also fragte die Liebe die Traurigkeit, die an ihr vorbeiging:
"Traurigkeit, bitte, nimm mich mit."
"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit,
"ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben muss."
Auch die Gute Laune ging an der Liebe vorbei,
aber sie war so zufrieden, dass sie nicht hoerte, dass die Liebe rief.
Ploetzlich sagte eine Stimme: "Komm, Liebe, ich nehme Dich mit."
Es war ein Alter, der sprach.
Die Liebe war so dankbar und so gluecklich,
dass sie vergass, den Alten nach seinem Namen zu fragen.
Als sie an Land kamen, ging der Alte fort.
Die Liebe bemerkte, dass sie ihm viel schuldete und fragte das Wissen:
"Wissen, kannst Du mir sagen, wer mir geholfen hat?"
"Es war die Zeit", antwortete das Wissen.
"Die Zeit?", fragte die Liebe, "warum hat die Zeit mir geholfen?"
Und das Wissen antwortete: "Weil nur die Zeit versteht,
wie wichtig die Liebe im Leben ist".

Verf. unbekannt


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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:28  Neue Antwort erstellen
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Eine Geschichte
Am Vorabend ihrer Trauung stand eine junge Frau mit ihrer Mutter am Strand.
Sie betrachtete die Sonne, die langsam im Meer versank. Da fragte sie ihre Mutter: Mutter, mein Vater liebt dich und er ist dir immer treu geblieben. Was muss ich tun, damit mein Mann mich immer liebt?
Die Mutter schwieg und dachte nach. Dann bueckte sie sich und fuellte ihre Haende voll Sand. So stand sie bei der Tochter. Ohne etwas zu sagen, streckte sie eine Hand aus und presste ihre Finger immer fester zusammen. Der Sand begann aus ihrer Hand zu rieseln. Je krampfhafter sie ihre Hand zusammenballte, desto schneller rieselte der Sand heraus. Als sie schliesslich ihre Hand oeffnete klebten nur noch ein paar feuchte Sandkoerner an ihren Handballen und ihren Fingern.
Aber die andere Hand hatte die Mutter offen gelassen, wie eine kleine Schale.
Darin blieben die Sandkoerner liegen. Sie glaenzten im Licht der sinkenden Sonne.
Das ist meine Antwort, sagte die Mutter leise.

Verf. unbekannt


Zuletzt bearbeitet von Ann am 28.01.2010, 10:43, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:29  Neue Antwort erstellen
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Aus "Handbuch des Kriegers des Lichts" (Paulo Coelho)

Ein Krieger des Lichts glaubt. Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil er sich sicher ist, dass seine Gedanken sein Leben veraendern koennen, veraendert sich sein Leben. Weil er sicher ist, dass er der Liebe begegnen wird, begegnet ihm diese Liebe auch. Manchmal wird er enttaeuscht, manchmal verletzt. Dann hoert er Kommentare wie diesen: "Wie naiv Du doch bist!"
Aber der Krieger weiss, dass es sich lohnt. Fuer jede Niederlage gibt es zwei Siege. Alle, die glauben, wissen das.

Doch auch ein Krieger des Lichts verliert manchmal den Glauben. Es gibt Augenblicke in denen er an gar nichts mehr glauben kann und dann fragt er sein Herz: "Lohnt so viel
Muehe ueberhaupt?"
Doch sein Herz schweigt und er muss selber entscheiden. Dann sucht er ein Beispiel und erinnert sich daran, dass Jesus Aehnliches erlitten hat. "Lass diesen Kelch an mir vorueber gehen" hat Jesus gesagt. Auch er verlor den Mut und gab dennoch nicht auf.
Der Krieger des Lichts schreitet auch ohne Glauben voran. Er kaempft weiter und am Ende kehrt der Glauben wieder zu ihm zurueck
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:29  Neue Antwort erstellen
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aus:
"Der Prophet"
von Khalil Gibran

Von der Ehe

Und wieder ergriff Almitra das Wort und sprach: "Und wie ist es um die Ehe, Meister?" Und er antwortete also:
Vereint seid ihr geboren, und vereint sollt ihr bleiben immerdar.
Ihr bleibt vereint, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Wahrlich, ihr bleibt vereint selbst im Schweigen von Gottes Gedenken.

Doch lasset Raum zwischen eurem Beinandersein, und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch.
Liebet einander, doch macht die Liebe nicht zur Fessel:
Schaffet eher daraus ein webendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen.
Füllet einander den Kelch, doch trinket nicht aus einem Kelche.
Gebet einander von eurem Brote, doch esset nicht vom gleichen Laibe.
Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich, doch lasset jeden von euch allein sein.
Gleich wie die Saiten einer Laute allein sind, erbeben sie auch von derselben Musik.
Gebet einander eure Herzen, doch nicht in des andern Verwahr.
Denn nur die Hand des Lebens vermag eure Herzen zu fassen.

Und stehet beieinander, doch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen einzeln.
Und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht im gegenseitigen Schatten.
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:31  Neue Antwort erstellen
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Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur
gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Übersetzt von Eva-Maria Busch
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen.
www.brunnen-verlag.de
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Die Stimme der Liebe

Wer die Liebe hat, ist tatkräftig und froh. Er ist frei und durch nichts gebunden. Er gibt alles für alles und hat alles in allem. Er findet seine Ruhe im Allerhöchsten, von dem alles Gute kommt. Er achtet nicht auf die Gaben, die er empfängt, sondern auf den Spender, der sie ihm gibt. Die Liebe ist nicht begrenzt, sondern geht über alles. Die Liebe macht sich keine Sorgen, sie scheut keine *ühe, und die Liebe will mehr, als sie vermag; nichts ist für sie unmöglich, denn sie denkt, daß sie alles kann und darf. Darum findet die Liebe für alles Kraft, erreicht viel und hält durch, wo ein Liebloser den Mut verliert und aufgibt. Die Liebe ist wachsam und erlahmt nicht, sie kennt keine Furcht, sie wird nicht beunruhigt. Die Liebe leuchtet auf wie eine helle Flamme und eine brennende Fackel. Wenn jemand die Liebe hat, kennt er die Stimme der Liebe. In Gottes Ohr klingt das heftige Verlangen eines Menschen, der ausruft: "Mein Gott und meine Liebe, du bist ganz mein eigen, und ich gehöre dir ganz."
Thomas von Kempten in: "Christus Tag für Tag"
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:32  Neue Antwort erstellen
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Kurzversion von: "Der kleine Prinz"

...Da war ein blühender Rosengarten. "Guten Tag", sagten die Rosen. Der kleine Prinz sah sie an. Sie glichen alle seiner Blume. "Wer seid ihr?" fragte er sie höchst erstaunt. "Wir sind Rosen", sagten die Rosen. "Ach!" sagte der kleine Prinz...Und er fühlte sich sehr unglücklich. Seine Blume hatte ihm erzählt, daß sie auf der ganzen Welt einzig in ihrer Art sei. Und siehe!, da waren fünftausend davon, alle gleich, in einem einzigen Garten! Sie wäre sehr böse, wenn sie das sähe, sagte er sich...sie würde fürchterlich husten und so tun, als stürbe sie, um der Lächerlichkeit zu entgehen. Und ich *üßte so tun, als pflegte ich sie, denn sonst ließe sie sich wirklich sterben, um mich auch zu beschämen...Dann sagte er sich: Ich glaubte ich sei reich durch eine einzigartige Blume und ich besitze nur eine gewöhnliche Rose.... Und er warf sich ins Gras und weinte. [...] Dann traf der kleine Prinz einen Fuchs. "Zähme mich", sagte der Fuchs. "Was heißt 'zähmen'?" fragte der kleine Prinz. "Es bedeutet, sich 'vertraut machen', sagte der Fuchs. "Vertraut machen?" "Gewiß", sagte der Fuchs. "Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebensowenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt....". Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen anderen unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Du siehst dort drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich gezähmt hast. Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide liebgewinnen." "Ich beginne zu verstehen", sagte der kleine Prinz. "Es gibt eine Blume... ich glaube, sie hat mich gezähmt...". [...] Als er den Fuchs gezähmt hatte, ging der kleine Prinz, die Rosen wiederzusehen. "Ihr gleicht meiner Rose nicht, ihr seid noch nichts", sagte er zu ihnen. "Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt!" Und die Rosen waren sehr beschämt. "Ihr seid schön, aber ihr seid leer", sagte er noch. "Man kann für euch nicht sterben. Gewiß, irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnele euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glasschurz gestellt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer der zwei, drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist." Und er kam zum Fuchs zurück. "Adieu", sagte er..."Adieu", sagte der Fuchs. "Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich..."

Aus "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupèry
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:33  Neue Antwort erstellen
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Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt

Es war einmal ein Ehepaar, das lebte glücklich irgendwo. Die beiden liebten sich, teilten Freude und Leid, Arbeit und Freizeit, Alltag und Sonntag miteinander. Über Jahre lebte das Ehepaar in diesem Glück, bis eines Tages...
Eines Tages las das Ehepaar miteinander in einem alten Buch. Es las, am Ende der Welt gäbe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berührten. Dort gäbe es das große Glück, dort sei der Himmel. Das Ehepaar beschloß, diesen Ort zu suchen. Es wollte nicht umkehren, bevor es den Himmel gefunden hätte. Das Ehepaar durchwanderte nun die Welt. Es erduldete alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt mit sich bringt. Sie hatten gelesen, an dem gesuchten Ort sei eine Tür, man brauche nur anzuklopfen, hineinzugehen und schon befinde man sich beim großen Glück. Endlich fand das Ehepaar, was es suchte. Die beiden klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete. Und als sie eintraten, blieben sie sofort erstaunt stehen - sie standen in ihrer eigenen Wohnung. Die Wohnung war so, wie sie sie verlassen hatten. Nein, nicht ganz! Da gab es eine neue Tür, die nach draußen führte und jetzt offen stand. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, an dem das Glück zu finden ist, dieser Ort befindet sich auf dieser Erde. Er befindet sich direkt in unserer Umgebung. Wir brauchen nur die Tür zu öffnen. Wir brauchen nur am Leben anderer teilnehmen, andere an unserem Leben teilnehmen lassen.
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:33  Neue Antwort erstellen
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Die Stimme der Liebe

Wer die Liebe hat, ist tatkräftig und froh. Er ist frei und durch nichts gebunden. Er gibt alles für alles und hat alles in allem. Er findet seine Ruhe im Allerhöchsten, von dem alles Gute kommt. Er achtet nicht auf die Gaben, die er empfängt, sondern auf den Spender, der sie ihm gibt. Die Liebe ist nicht begrenzt, sondern geht über alles. Die Liebe macht sich keine Sorgen, sie scheut keine *ühe, und die Liebe will mehr, als sie vermag; nichts ist für sie unmöglich, denn sie denkt, daß sie alles kann und darf. Darum findet die Liebe für alles Kraft, erreicht viel und hält durch, wo ein Liebloser den Mut verliert und aufgibt. Die Liebe ist wachsam und erlahmt nicht, sie kennt keine Furcht, sie wird nicht beunruhigt. Die Liebe leuchtet auf wie eine helle Flamme und eine brennende Fackel. Wenn jemand die Liebe hat, kennt er die Stimme der Liebe. In Gottes Ohr klingt das heftige Verlangen eines Menschen, der ausruft: "Mein Gott und meine Liebe, du bist ganz mein eigen, und ich gehöre dir ganz."

(Thomas von Kempten in: "Christus Tag für Tag")
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BeitragVerfasst am: 15.09.2004, 16:34  Neue Antwort erstellen
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Datum:24.04.04 19:07 Antworten Empfehlen (EzriDax2000@aol.com)

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Ich bin Atheist, wie mein Freund auch und wenn wir nach dem Studium heiraten soll dies hier bei unserer Hochzeit vorgetragen werden. Es ist nicht nur ein Mythos für Star Trek-Fans, sondern meiner Meinung nach auch die schönste Liebesgeschichte der Welt, die verdeutlicht "Zusammen können wir alles schaffen"
Klingonischer Schöpfungsmythos

(Dieser Mythos wird im Rahmen einer traditionellen klingonischen Hochzeit vorgetragen.)

Mit Feuer und Stahl schmiedeten die Götter das klingonische Herz. Es schlug so heftig, sein Klang war so laut, dass die Götter aufschrieen: „An diesem Tag haben wir es erschaffen, das stärkste Herz aller Himmel. Keiner kann sich davor stellen, ohne vor seiner Kraft zu erzittern." Aber dann wurde das klingonische Herz schwächer, sein gleichmäßiger Rhythmus ging verloren und die Götter sagten: „Wieso bist du so schwach geworden? Wir haben dich zu stärksten Herzen der gesamten Schöpfung gemacht.“ Und das Herz sagt: „Ich bin allein.“ Und die Götter wussten, dass sie sich geirrt hatten und sie kehrten zurück in ihre Schmiede und schufen ein weiteres Herz. Aber das zweite Herz schlug stärker als das erste. Und das erste war eifersüchtig auf seine Kraft. Glücklicherweise wurde das zweite Herz durch Weisheit gemäßigt. „Uns kann nichts aufhalten, wenn wir uns zusammen tun.“ Und als die zwei Herzen gemeinsam zu schlagen begannen, da erfüllten sie den Himmel mit einem furchtbaren Klang. Und es verspürten die Götter das erste Mal Angst. Sie versuchten zu fliehen, aber es war zu spät. Die klingonischen Herzen zerstörten die Götter, die sie erschaffen hatten und verwandelten die Himmel in Asche. Bis zum heutigen Tag kann sich keiner dem Schlag von zwei klingonischen Herzen widersetzten.

Verf. unbekannt


Zuletzt bearbeitet von Ann am 28.01.2010, 10:45, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 09.02.2005, 11:48  Neue Antwort erstellen
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Zwei Kugelhaelften

"Als das Leben am Anfang stand, fielen unzählige Kugeln auf die Erde. Bei ihrem Aufprall zersprangen sie in zwei Hälften. Uneben und frei auseinander geteilt symbolisieren sie die unterschiedlichen Charaktere zweier Menschen. Doch jede dieser auch noch so verschiedenen Halbkugeln ist für ein Gegenstück bestimmt, so wie auch zwei Menschen fuereinander bestimmt sind.
Wir alle sind auf der Suche nach unserer anderen Hälfte, eben nach der anderen halben Kugel. Wenn ihr glaubt, ihr habt Eure andere Hälfte gefunden, dann werdet ihr feststellen, dass die beiden halben Kugeln oft nur an einer einzigen kleinen Stelle passen, was Ihr durch sorgfältiges Drehen und Probieren herausfinden könnt. Es ist ganz natürlich, dass es am Anfang hakt und hängen bleibt. Aber genau das macht Sinn - denn: nicht alles kann von vornherein passen und übereinstimmen.

Nun *üssen beide an ihrer halben Kugel arbeiten, schleifen und feilen. Nur langsam und in kleinen Schritten ebnet sich dieser kantige Bruch durch das Geben und Nehmen in der Liebe.

Nach einiger Zeit, wenn sich beide Hälften abgeschliffen haben, lassen sie sich fast reibungslos zu einer Kugel formen. Aber eben nur fast, genau passen - wie am Anfang unserer Zeit - darf es nie, sonst verliert man seine Persönlichkeit und das, was den Menschen an Eurer Seite ausmacht.

Jedoch eines vergesst nie: Ihr sollt nicht an der anderen, sondern stets an der eigenen Hälfte feilen."
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BeitragVerfasst am: 09.02.2005, 11:52  Neue Antwort erstellen
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Muscheln in meiner Hand

Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit, nicht Stunde um Stunde auf die ganz gleiche Weise. Das ist unmöglich. Es wäre sogar eine Lüge, wollte man diesen Eindruck erwecken. Und doch ist es genau das, was die meisten fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens, der Liebe, der Beziehungen. Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe. Wir haben Angst, die Flut würde nie zurückkehren. Wir verlangen Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und die einzig *ögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum, im täglichen Auf und Ab - in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind.


Anne Morrow Lindbergh
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BeitragVerfasst am: 21.02.2005, 11:44  Neue Antwort erstellen
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Die langen Löffel

Ein Rabbi bat Gott einmal darum, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubte es ihm und gab ihm den Propheten Elia als Führer mit. Elia führte den Rabbi zuerst in einen großen Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht stand.
Rundum saßen Leute mit langen Löffeln und schöpften alle aus dem Topf. Aber die Leute sahen blass, mager und elend aus. Es herrschte eisige Stille. Denn die Stiele ihrer Löffel waren so lang, dass sie das herrliche Essen nicht in den Mund bringen konnten.
Als die beiden Besucher wieder draußen waren, fragte der Rabbi den Propheten, welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle.
Darauf führte Elia den Rabbi in einen zweiten Raum, der genauso aussah wie der erste. In der Mitte brannte ein Feuer und kochte ein köstliches Essen. Leute saßen herum mit langen Löffeln in der Hand. Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich. Sie unterhielten sich angeregt. Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern, sondern benutzten die langen Löffel, um sich gegenseitig zu essen zu geben. Dieser Raum war der Himmel.

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BeitragVerfasst am: 21.02.2005, 11:47  Neue Antwort erstellen
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Die Rose

Von Rainer Maria Rilke gibt es eine Geschichte aus der Zeit seines ersten Pariser Aufenthaltes.

Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt. Ohne zu irgendeinem Geber je aufzusehen, ohne ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu äußern als nur immer die Hand auszustrecken, saß die Frau immer am gleichen Ort.
Rilke gab nie etwas, seine Begleiterin gab häufig ein Geldstueck. Eines Tages fragte die Französin verwundert nach dem Grund, warum er nichts gebe, und Rilke gab ihr zu Antwort: "Wir *üssten ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand." Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weisse Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen. Da geschah das Unerwartete:
Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich *ühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.
Eine Woche lang war die Alte verschwunden, der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe.
Nach acht Tagen saß plötzlich die Bettlerin wieder wie früeher am gewohnten Platz. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. "Aber wovon hat sie denn all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?" fragte die Französin. Rilke antwortete: "Von der Rose . . ."

Josef Bill
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BeitragVerfasst am: 27.04.2005, 09:54  Neue Antwort erstellen
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Als Sonne und Regen noch nichts voneinander wussten, war alles trostlos. Dort, wo der Regen Tag und Nacht auf die Erde prasselte, war es nass und kalt. Es war stockdunkel und alles war überschwemmt. Dort, wo die ganze Zeit die Sonne schien, war es sengend heiß. Der Boden war ausgedörrt und hatte tiefe Risse. Dabei war es so gleißend hell, dass jedes Auge geblendet war. Als Sonne und Regen noch nichts voneinander wussten, gab es kein Leben auf der Erde und alles war tot.
Da geschah es, dass die Liebe auf die Erde kam und sich alles genau anschaute. Als sie da war, verspürten Regen und Sonne plötzlich eine große Sehnsucht in sich. Sie wussten zwar nichts voneinander, aber sie begannen zu ahnen, dass ihnen etwas fehlte. Und sie verließen ihr Zuhause und begannen zu suchen. Lange irrten sie hin und her. Schließlich kam der Regen in den früheren Bereich der Hitze, während die Sonne in die ehemaligen Überschwemmungsgebiete gelangte. Als die Sonne das dunkle Land erhellte und ihre Strahlen auf das viele Nass schickte, begann das Wasser zu verdunsten und fruchtbarer Boden kam zum Vorschein. Auch der Wüstenboden veränderte sich, als die ersten Regentropfen auf ihn fielen. Begierig saugte er das Nass auf und die tiefen Furchen begannen sich zu schließen.
Und es geschah zum zweiten Mal, dass die Liebe kam, um sich alles genau anzusehen. Da wurden Sonne und Regen erneut von großer Sehnsucht erfüllt und sie begannen zu suchen. Sie kehrten in ihre Heimatländer zurück und wunderten sich, dass dort alles anders war.
Zum dritten Mal kam die Liebe und ließ in Sonne und Regen die Sehnsucht erwachen. Da machten sich die zwei erneut auf die Suche. Endlich begegneten sie einander und erkannten sich. Als Sonne und Regen aufeinander trafen, erwachte die Erde zum Leben, und alles begann zu blühen.
Und die Liebe war da und schaute sich alles an. Und sie sah, dass es gut war.
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