|
|
| Autor |
Nachricht |
| Gedichte Weihnachten - Advent - Weihnachtsglocken |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:33

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Weihnachtsglocken
Weihnachtsglocken, wieder, wieder
sänftigt und bestürmt ihr mich.
Kommt, o kommt, ihr hohen Lieder,
nehmt mich, überwältigt mich!
Daß ich in die Knie fallen,
daß ich wieder Kind sein kann,
wie als Kind Herr-Jesus lallen
und die Hände fallen kann.
Denn ich fühl’s, die Liebe lebt, lebt,
die mit ihm geboren wurde,
ob sie gleich von Tod zu Tod schwebt,
obgleich er gekreuzigt wurde.
Fühl’s, wie alle Brüder werden,
wenn wir hilflos, Mensch zu Menschen,
stammeln: "Friede sei auf Erden
und ein Wohlgefall’n am Menschen!"
Richard Dehmel 1863 - 1920 |
|
|
|
|
|
 |
Sponsor
|
|
 |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:37

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Weihnachtsidylle
Aus Rauhreif ragt ein Gartenhaus,
das schaut so schmuck, so freundlich aus.
Am blanken Giebel schmiegt sich hold
der Wintersonne Abendgold.
Eiszapfen, Scheiben in rotem Glanz,
die Fenster umrahmt von Waldmooskranz.
Blattgrün, Gelbkrokus, ein rosiger Bube
lächeln aus frühlingswarmer Stube.
Kanarienvogel schmettert so hell;
Kinderlachen und Hundegebell.
Klein Hansemann und Ami spielen
Wolfsjagd, sie balgen sich auf den Dielen.
Die Mutter ging holen den Weihnachtsmann,
der klopft an die Türe brummend an.
Und sieh! Vermummt, ein bärtiger Greis.
Ein Sack voll Nüsse, ein Tannenreis.
"Seid ihr auch artig?" - Stumm nicken die Kleinen
und reichen die Patschhand; eins möchte weinen.
Da prasseln die Nüsse, das gibt ein Haschen!
Der süße Hagel füllt die Taschen - -.
Fort ist der Mann. Mit Lampenschein
tritt nun die liebe Mutter herein.
Gejubel: "Der Weihnachtsmann war da!
O, Nüsse hat er gebracht, Mama!"
Den großen Tisch umringt ein Schwatzen,
Schalenknacken, behaglich Schmatzen.
Die Mutter klatscht in die Hände und zieht
die Spieluhr auf: "Nun singt ein Lied!"
"Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall!"
Fromm tönt’s in die frostige Nacht hinaus.
Ein Stern steht selig über dem Haus. -
Bruno Wille 1860 - 1928 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:39

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Der Sunnwendmann
"Der Sunnwendmann,
wo kommt er her?"
Über Wiesen und Felder,
über Berge und Wälder,
vom weiten, weiten Meer,
da kommt er her.
"Der Sunnwendmann,
wie zieht er ein?"
Auf leuchtendem Schimmel,
wie die Sonn’ am Himmel,
voll spiegelndem Schein,
so zieht er ein.
Der Sunnwendmann,
was bringt er mit?"
Gar köstliche Gaben
für Mädchen und Knaben,
die guter Sitt’;
das bringt er mit.
"Der Sunnwendmann,
wie teilt er’s aus?"
Er legt sie verstohlen,
wo leicht sie zu holen,
ans Fenster, vors Haus,
so teilt er’s aus.
Martin Greif 1839 - 1911 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:42

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Des Armen Christbäumchen
Kind:
O Mutter, was hab’ ich ein Bäumchen gesehn,
War voll von Kerzen, die brannte so schön;
Da glänzten von Gold und von Silber so viel,
Zum Essen so vieles, so Schönes zum Spiel.
Sie sagten das habe zur heiligen Nacht
Christkindchen herab vom Himmel gebracht;
Christkindchen hat uns doch alle so wert,
Warum hat’s mir kein Bäumchen beschert?
Mutter:
Dein Bäumchen steht im Himmel noch
Und hast du’s auch nicht, es gehört dir doch;
Und kommst dereinst zu des Himmels Höh’n,
Dann ist ein Baum gar groß und schön.
Heinrich Bone 1813 - 1893 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:44

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Der Traum
Ich lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.
Und bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher;
die Zweige waren allzumal
von goldnen Äpfeln schwer,
Und Zuckerpuppen hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab’s, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.
Und als ich nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,
nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.
Da wacht ich auf aus meinem Traum,
und dunkel war’s um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find ich dich?
Da war es just, als rief er mich:
"Du darfst nur artig sein;
dann steh ich wiederum vor dir;
jetzt aber schlaf nur ein!
Und wenn du folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil’ge Christ
den schönsten Weihnachtsbaum."
Hoffmann von Fallersleben 1798 - 1874 |
|
|
|
|
|
 |
|
Verfasst am:
22.09.2008, 16:46

Gedichte Weihnachten - Advent
Weihnachtsglocken
|
|
|
|
|
Das Tannenbäumchen
Im Wald, unter hohen Buchen versteckt,
hat sich ein Tannenbäumchen gereckt.
"Ich steh so ganz im Dunkel hier,
keine Sonne, kein Sternlein kommt zu mir,
hört nur die anderen davon sagen,
ich darf mich nicht vom Platze wagen.
Ach, ist das eine traurige Geschicht’,
und ständ so gern auch mal im Licht!"
Hoch durch den weiten Weltenraum
verloren flog ein goldner Traum,
flog hin und her im Lichtgefieder
und dacht: Wo laß ich heut mich nieder?
Ist wo ein Hüttchen dunkel und arm?
Hat wo ein Seelchen Kummer und Harm,
dem ich auf meinen leuchtenden Schwingen
könnt heute eine Freude bringen? -
Das Bäumchen steht in Licht und Schein.
Wie mag das wohl gekommen sein?
Jakob Loewenberg 1856 - 1929 |
|
|
|
|
|
 |
|
|
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde |
|