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  Gedichte  -  Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
Ann
BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 12:52  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Schläft ein Lied in allen Dingen ,
die da träumen fort und fort ,
und die Welt hebt an zu singen ,
triffst du nur das Zauberwort .

Eingetragen von Rita am 13.12.07
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rita
BeitragVerfasst am: 04.01.2008, 22:13  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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mich brennts in meinen Reiseschuhn,
fort mit der Zeit zu schreiten ,
was wollen wir agieren nun vor soviel klugen Leuten ,
Vor soviel klugen Leuten ?

Es hebt das Dach sich von dem Haus ,und die Kulissen rühren
und strecken sich zum Himmel raus , Strom , Wälder musizieren .

Da gehn die einen *üde fort, die andern nahn behände .
Das alte Stück man spielts so fort, und kriegt es nie zu Ende .

Und keiner kennt den letzten Akt von allen , die da spielen ,
nur der da droben schlägt den Takt , weiß , wo das hin will zielen .
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rita
BeitragVerfasst am: 25.01.2008, 20:33  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Fliegt der erste Morgenstrahl
durch das stille Nebeltal ,
Rauscht erwachend Wald und Hügel :
Wer da fliegen kann nimmt Flügel !

Und sein Hütlein in die Luft
wirft der Mensch vor Lust und ruft :
Hat Gesang doch auch noch Schwingen ,
nun so will fröhlich singen !
(aus dem Leben eines Taugenichts .)
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rita
BeitragVerfasst am: 25.01.2008, 20:43  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Joseph Freiherr von Eichendorf
geb.10 . 03. 1788 auf dem Schlosse Lubowitz
bei Ratibor ;
studierte in Halle und Heidelberg die Rechte ,
zog 1813 als freiwilliger Jäger mit gegen Frankreich .
1830 Hilfsarbeiter für katholisches Schulwesen
beim Ministerium für geistliche Angelegenheiten
zu Berlin , seit 1841 Geh. Regierungsrat daselbst .
1844 trat er in den Ruhestand
und starb 26 .11. 1857 zu Reiße
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rita
BeitragVerfasst am: 25.01.2008, 20:56  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Wem Gott will rechte Gunst erweisen ,
den schickt er in die weite Welt ;
Dem will er seine Wunder weisen
in Berg und Wald und Strom und Feld .

Die Trägen , die zu Hause liegen ,
erquicket nicht das Morgenrot ,
sie wissen nur von Kinderwiegen ,
von Sorgen , Last und Not um Brot .

Die Bächlein von den Bergen springen ,
die Lerchen schwirren hoch vor Lust :
was sollt ich nicht mit ihnen Singen ,
aus voller Kehl und frischer Brust ?

Den lieben Gott laß ich nur walten ,
der Bächlein , Lerchen, Wald und Feld
und Erd und Himmel will erhalten ,
hat auch mein Sach aufs best bestellt !
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rita
BeitragVerfasst am: 25.01.2008, 21:24  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

An die Meisten (1810 )

Ist denn alles ganz vergebens ?
Freiheit ,Ruhm und treue Sitte ,
Ritterbild des alten Lebens ,
zog im Lied durch eure Mitte
hohnverlacht als Don Quichote ;
euch deckt Schlaf mit plumper Pfote
und die Ehre ist euch Zote .

Ob sich Kampf erneut vergebliche ,
ob sich roh Gebirgsvolk raufe ,
sucht der Kügere Weg und Schliche ,
wie er nur sein Haus erlaufe .
Ruhet , stützet nur und haltet !
Untersinkt , was ihr gestaltet ,
wenn der Mutterboden spaltet .

Wie so lustig , ihr Poeten ,
an den blumenreichen Hagen
in dem Abendgold zu flöten ,
Quellen , Nymphen nachzujagen !
Wenn erst mut'ge Schüsse fallen ,
von den schönsten Widerhallen
laßt ihr zart Sonette schallen .

Wohlfeil Ruhm sich zu erringen ,
jeder ängstlich schreibt und treibet ;
keinem *öcht das Herz zerspringen ,
glaubt sich selbst nicht , was er schreibet .
Seid ihr *änner , seid ihr Christen ?
Glaubt ihr Gott zu überlisten ,
so in Selbstsucht feig zu nisten ?

Einen Wald doch kenn ich droben ,
rauschend mit den grünen Kronen ,
Stämme brüderlich verwoben ,
wo das a l t e Recht mag wohnen.
Manche auf sein Rauschen merken ,
und ein neu Geschlecht wird stärken
dieser Wald zu deutschen Werken .
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rita
BeitragVerfasst am: 25.01.2008, 21:36  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Sonntag
Die Nacht war kaum verblühet ,
nur eine Lerche sang
die stille Luft entlang .
Wen grüßt sie schon so frühe ?

Und draußen in dem Garten
die Bäume übers Haus
sahn weit ins Land hinaus ,
als ob sie wen erwarten .

In festlichen Gewanden
wie eine Kinderschar ,
Tauperlen in dem Haar ,
die Blumen alle standen .

Ich dacht : ihr kleinen Bräute ,
was schmückt ihr euch so sehr ?
Da blickt die eine her :
,, Still , still , 's ist Sonntag heute .

Schon klingen Morgenglocken ,
der liebe Gott nun bald
geht durch den stillen Wald .''
Da kniet ich froherschrocken .
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rita
BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 20:57  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Wem Gott will rechte Gunst erweisen ,
den schickt er in die weite Welt ,
dem will er seine Wunder weisen
in Berg und Wald und Strom und Feld .

Die Trägen , die zu Hause liegen
erquicket nicht das Morgenrot ,
sie wissen nur vom Kinderwiegen ,
von Sorgen , Last und Not um Brot .

Die Bächlein von den Bergen springen ,
die Lerchen schwirren hoch vor Lust ,
was sollt' ich nicht mit ihnen singen
aus voller Kehl und frischer Brust ?

Den lieben Gott laß ich nur walten ;
der Bächlein Lerchen , Wald und Feld
und Erd und Himmel will erhalten ,
hat auch mein Sach' auf's best bestellt !
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rita
BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 21:20  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Nach Süden nun sich lenken
die Vöglein allzumal ,
viel' Wandrer lustig schwenken
die Hüt' im Morgenstrahl .
Das sind die Herrn Studenten ,
zum Tor hinaus es geht ,
auf ihren Instrumenten
sie blasen zum Valet :
O Prag , wir ziehn in die Weite :
Et habeat bonam pacem ,
Qui sedet post fornacem !

Nachts wir durchs Städtlein schweifen ,
die Fenster schimmern weit ,
am Fenster dehn und schleifen
viel' schön geputzte Leut ' .
Wir blasen vor den Türen
und haben Durst genug ,
Das kommt vom Musizieren ,
Herr Wirt , ein 'n frischen Trunk !
Und siehe , über ein kleines
mit einer Kanne Weines
Ventix ex sua domo
Beatus ille homo 1

Nun weht schon durch die Wälder
der kalte Boreas ,
wir streichen durch die Felder ,
von Schnee und Regen naß ,
der Mantel fliegt im Winde ,
zerissen sind die Schuh ,'
da blasen wir geschwinde
und singen noch dazu:
Beatus ille homo ,
Qui sedet in sua domo ,
Et sedet post fornacem
Et habet bonam pacem
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rita
BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 21:37  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Wohin ich geh und schaue ,
in Feld und Wald und Tal ,
vom Berg' hinab in die Aue :
vielschöne' hohen Fraue ,
Grüß ' ich dich tausendmal .

In meinem Garten find' ich
viel Blumen , schön und fein ,
viel Kränze wohl draus wind ich
und tausend Gedanken bind' ich
und GRÜßE mit darein .

IHR darf ich keinen reichen ,
sie ist zu hoch und schön ,
die *üssen alle verbleichen ,
die Lieb nur ohnegleichen
bleibt ewig im Herzen stehn .

Ich schein' wohl froher Dinge
und schaffe auf und ab ,
und ob das Herz zerspringe ,
ich grab ' mir bald mein Grab .
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rita
BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 21:46  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Fliegt der erste Morgenstrahl
durch das stille Nebeltal
rauscht erwachend Wald und Hügel :
Wer da fliegen kann , nimmt Flügel !

Und sein Hütlein in die Luft
wirft der Mensch vor Lust und ruft :
Hat Gesang doch auch noch Schwingen ,
nun so will ich fröhlich singen !

----------------------------------------------

Der Abend

Schweigt der Menschen laute Lust :
rauscht die Erde wie in Träumen
wunderbar mit allen Bäumen ,
was dem Herzen kaum bewußt ,
alte Zeiten , linde Trauer ,
und es schweifen leise Schauer
wetterleuchtend durch die Brust .


Zuletzt bearbeitet von rita am 26.12.2009, 03:43, insgesamt einmal bearbeitet
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rita
BeitragVerfasst am: 10.02.2008, 18:03  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Von fern die Uhren schlagen,
es ist schon tiefe Nacht ,
die Lampe brennt so düster ,
dein Bettlein ist gemacht .

Die Winde nur noch gehen
wehklagend um das Haus ,
wir sitzen einsam drinne
und lauschen oft hinaus .

Es ist , als *üßtest leise
du klopfen an die Tür ,
du hättst dich nur verirret
und kämst nun *üd' zurück .

Wir armen , armen Toren !
Wir irren ja, im Graus
des Dunkels noch verloren .
Du fanst dich längst zu Haus .
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 12:09  Neue Antwort erstellen
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Entschluss

Noch schien der Lenz nicht gekommen,
Es lag noch so stumm die Welt,
Da hab' den Stab ich genommen,
Zu pilgern ins weite Feld.

Und will auch kein' Lerch' sich schwingen,
Du breite die Flügel, mein Herz,
Lass hell und fröhlich uns singen
Zum Himmel aus allem Schmerz!

Da schauen im Tale erschrocken
Die Wandrer rings in die Luft,
Mein Liebchen schüttelt die Locken,
Sie weiß es wohl, wer sie ruft.

Und wie sie noch steh'n und lauschen,
Da blitzt es schon fern und nah,
All' Wälder und Quellen rauschen,
Und Frühling ist wieder da!
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 12:09  Neue Antwort erstellen
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Schneeglöckchen

's war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
»Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht.« -
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt' die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen *üssen
Von der künft'gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten's nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihrem Grab.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 12:10  Neue Antwort erstellen
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Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.

Jauchzen *öcht ich, *öchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist deine, sie ist dein!
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