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  Kindergedichte und Kinderlieder  -  Gutenachtgeschichten für Kinder
Ann
BeitragVerfasst am: 07.02.2009, 20:36  Neue Antwort erstellen
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Räuber Plotzenhotz 3
Zu einem späteren Zeitpunkt stellte Räuber Plotzenhotz fest, dass es in der näheren Umgebung durch seine Hilfe eigentlich keine armen Menschen mehr gab. Alle dort besaßen genügend zum Essen und mehr brauchten sie auch nicht.
„Ich werde dorthin reisen, wo es noch arme unterdrückte Menschen gibt!", beschloss er und machte sich mit seinem Freund Jonas auf dem Weg.
So geschah es dann, dass sie in ein Land kamen, dass China hieß. Dort gab es Herrscher, die große Flächen Land besaßen. Sklaven mussten gegen einen Hungerlohn für sie sämtliche Arbeiten verrichten.
Die Beiden sprachen mit den Sklaven auf den Reisfeldern und diese berichteten vom großen Herrscher OkkinaTa:
Da saß m einem riesigen Palast auf dicken Teppichen der bullige Herrscher mit seiner Opiumpfeife und blies seinen Sklaven den Rauch ins Gesicht. Er klatschte zweimal in die Hände und zwei Sklavinnen brachten eine schwere Schale mit Trauben und Nüssen.
OkkinaTa ließ sich von zwei Sklaven (es waren noch Kinder) Kühlung zufächern, dabei sah er den hübschen Sklavinnen beim Tanzen zu und spuckte ihnen die Traubenkerne in die Gesichter.
.„Ich möchte Wein!", rief er und schon eilte ein Sklave herbei und schenkte ihm diesen ein. Der Herrscher war so reich, dass er es nicht nötig hatte, auch nur irgendein Glied zu bewegen. Aus dem Grunde war er schon so stinke faul geworden, dass er seine Beine zum Laufen nicht mehr
benutzte. Er saß immer in dicken Kissen auf weichen Teppichen und schnippte nur mit seinen Fingern; wenn er mal aus dem Palast wollte. Dann trugen ihn dürre Sklaven in einer Sänfte und liefen mit diesem Transportmittel, ein Sklave vorn, einer hinten, barfuss durch die
Straßen. Oben aus der Sänfte schaute OkkinaTa hinter den Gardinen hervor und wenn es ihn langweilte, oder wenn er es eilig hatte, rief er den Sklaven zu: „Schneller, schneller, was seid ihr nur für lahme Enten!"

Als Räuber Plotzenhotz das gehört und gesehen hatte, wusste er, er würde bleiben, bis dieser dicke, faule Herrscher mindestens so armselig war, wie seine Sklaven.
„Es ist nicht zu verstehen, wie dieser Mensch so viele Leute beherrschen kann, ihnen kaum etwas zum Leben übrig lässt und sie noch dazu beschimpft.", sprach Plotzenhotz zu Jonas. „Warum gehorchen ihm alle diese Chinesen?"
„Es muss daran liegen, dass diese Leute so besonders freundlich und höflich sind!", war Jonas aufgefallen. Er hatte sich nämlich ein wenig in eine kleine hübsche Chinesin verliebt. Sie trug gerade zwei schwere Wassereimer an einer langen Stange über die Schultern und lief damit barfuss durch den Hintereingang des Palastes über den Innenhof zu OkkinaTa. Sicher hatte er mit den Fingern geschnippt, um sich von ihr seine unnützen Füße waschen zu lassen. Aber es dauerte nicht lange, da sah man die kleine Chinesin wieder hinauskommen. Sie war pitschnass vom Kopf bis zu den Füßen und die Tränen liefen ihr über das Gesicht. Der große Herrscher sei unzufrieden mit ihr gewesen. Sie habe seine Füße unsanft angefasst. Sie sei eine schlechte Sklavin und zu nichts zu gebrauchen. Getreten habe er sie und mit dem Wasser begossen, was sie eben erst aus dem Brunnen geholt habe.
Jonas wurde rot vor Zorn, als er dieses hörte. Die Sklavin erzählte ihm, dass sich gewöhnlich der Herrscher nach dem Fußbad ausruhen würde. Sie versprach, während dieser Zeit mit allen Sklaven im Innenhof bei Plotzenhotz zu erscheinen.
Plotzenhotz und Jonas saßen im Hof und tatsächlich mussten sie nicht lange warten, da erschienen auch schon die Sklaven. Es waren ungefähr 20 Leute: Sänftenträger, Küchenpersonal, Musiker, Tänzerinnen und Boten. Alle beklagten sich, dass sie kaum satt würden von dem, was sie für ihre Arbeit bekämen und tatsächlich sahen auch alle Sklaven dünn und klapprig aus.
Nachdem Plotzenhotz und Jonas alle Leute mit Mengen von Reis und Früchten versorgt hatten, redeten sie mit ihnen. Alle Sklaven wollten streiken. Sobald OkkinaTa mit dem Finger schnippte rührte sich kein Mensch. Stattdessen begaben sie sich auf die Reisfelder, um dort den Reis selbst zu ernten und in ein unterirdisches Versteck zu bringen, welches von einigen Sklaven geschaufelt wurde.
OkkinaTa hatte sich schon die Finger wund geschnippt, geflucht und mit den Füßen gestrampelt, es half nichts, kein Sklave ließ sich blicken. Dabei wollte er doch seine Opiumpfeife gebracht haben. Ebenso wollte er sich den Nacken massieren lassen, da er schlecht geschlafen hatte. Eine Tänzerin hätte er auch sehen wollen (das wäre für ihn so etwas, wie für uns fernsehen) und außerdem quälte ihn schon geraume Zeit der Hunger. Es musste jeden Moment das Küchenpersonal das gewünschte Hühnchen mit Reis servieren, aber zuvor noch eine Muschelsuppe und Bambussprossen und andere Leckereien. OkkinaTa verfügte über einen Riesenappetit. Je mehr er an diese leckeren Sachen dachte, umso zorniger wurde er, dass sich auf sein Rufen und Klopfen hin noch immer kein Sklave in Bewegung setzte. Aber so laut er auch rief, schrie und schimpfte: Es hörte ihn keiner, außer Jonas, der in einem Versteck an der Rückseite des Fensters im Innenhof ein klein wenig schadenfroh lachen musste.
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BeitragVerfasst am: 07.02.2009, 20:39  Neue Antwort erstellen
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Räuber Plotzenhotz 4

OkkinaTas Hunger wurde inzwischen immer größer und ebenso die Lust auf seine Opium-Pfeife. Da er aber weder seine Pfeife, noch seine Speise bekam, musste sich der große Herrscher wohl oder übel erheben. Das war schon lange nicht mehr vorgekommen. Selbst vor einer Woche, als OkkinaTa wegen zu viel Opiumrauchens öfter als sonst seine Kissen verlassen musste, weil es in seinem Leib schrecklich rumorte, selbst da hatte er seine Sklaven, die ihn schneller als sonst zum stillen Örtchen trugen. Also war es wohl das letzte Mal, dass er zu Fuß ging an dem Tag, als ihn eine Biene direkt ins Hinterteil gestochen hatte. Ja, das war jetzt zwei Wochen her. Es war schrecklich. Einen ganzen Tag konnte OkkinaTa nicht sitzen und an den übrigen Tagen war er auch nicht zu genießen. Jeden Tag peitsche er einen Sklaven wegen einer Nichtigkeit aus, nur weil es ihm ungemütlich war, zu sitzen. Aber nun fiel ihm das Gehen noch schwerer, wo ihm keiner aufhalf und er doch so bequem in seinen Kissen lag. Wo befand sich überhaupt die Küche? OkkinasTa hatte in seinem ganzen Leben noch nie die Küche betreten. Ihm schlotterten die Knie, als er sie endlich fand. Da lag es, sein Hühnchen und daneben stand eine Schüssel Reis. Doch wie fühlte es sich an in seinen Händen? Fast hätte er hinein gebissen. Das Hühnchen war roh, der Reis hart. Keine Suppe duftete und keine Leckerbissen waren zu sehen. Seine Hände rissen zitternd alle Schränke auf. Alles Essbare stopfte er sich gierig in den Mund, doch es war nicht viel. Die Früchte hingen noch an den Bäumen und Wasser gab es draußen im Brunnen. Die Opiumpfeife war das Einzige, was ohne Anstrengung zu erreichen war. Sie hing an der Wand. OkkinaTa war am Ende.

So wie es OkkinaTa erging, so wurden noch viele Herrscher von Ländereien in China um ihre Sklaven gebracht. Es gab nach einiger Zeit Herrscher, die ihre eigenen Füße zum Laufen gebrauchten, weil die Sklaven von nun an nicht mehr alles mit sich machen ließen. OkkinaTa allerdings muss laut Berichten aus seinem Opium-Delirium nicht mehr herausgekommen sein. Man fand ihn inmitten seiner Kissen total abgemagert bis auf die Knochen. Während die Sklaven beim Tragen der Sänfte immer gestöhnt hatten, beim Tragen seines Sarges hatten sie keine Last mehr von ihm, denn er wog fast nichts mehr und die Sklaven waren kräftig und gut genährt. Es war der letzte Dienst, den sie ihm noch erwiesen.

Wenn ein Herrscher dafür bekannt war, geizig und gemein zu seinen Sklaven zu sein, hatte er Mühe überhaupt noch Hilfe zu finden. Die Sklaven hielten immer mehr zusammen und waren sich einig, wenn es darum ging einen frechen Herrscher an der Nase herumzuführen.

Nachdem Plotzenhotz und Jonas sich diese Entwicklung einige Zeit mit angesehen hatten, beschlossen sie sich in einem anderen Land umzusehen.

Ach, ihr wollt noch wissen, was denn aus der Liebe zwischen Jonas und der kleine Chinesin geworden ist? Sie hieß übrigens Su. Na was wohl? Jonas liebte nichts mehr als die Freiheit und zog es vor mit Plotzenhotz weiter zu ziehen. Er schrieb Su noch öfter einen Brief aus anderen Ländern. Sie sammelte die Briefmarken für ihre Kinder, denn sie heiratete den Sklaven mit dem sie sich schon immer sehr gut verstanden hatte. Er war ihr ein lieber Mann, mit dem sie sich selten stritt und er war ein Chinese und auch bald nach Abschaffung der Sklaverei ein freier Mann. Trotzdem dachte sie noch oft an ihren wilden Jonas, der so ganz anders war. Jonas lernte noch viele kleine Su's auf seiner Reise kennen und manchmal, wenn er den anderen Su's in die Augen sah, dachte er dabei auch an sie.
@juska
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BeitragVerfasst am: 07.02.2009, 22:12  Neue Antwort erstellen
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Gutenachtgeschichte
„Na gut, ich lese dir eine Geschichte vor! Du musst mir versprechen, dass du dann auch ohne zu
murren einschlafen wirst!"
„Das will ich wohl versprechen, auch wenn ich kein bisschen müde bin! GROSSES EHRENWORT!"

„Saurier Tropfnase machte sich auf den Weg, seine Schwester zu besuchen. Sie hatte sich am Waldrand niedergelassen. Dort, wo Füchse und Hasen sich gute Nacht sagten.
Früher sahen sie sich täglich und sie verstanden sich gut, aber jetzt, wo seine Schwester eine Familie hatte, musste Tropfnase schon zu ihr gehen, denn seine Schwester Zackenliese wollte den weiten Weg nicht mit den Jungen wagen und alleine lassen, wollte sie die Beiden auch nicht.
Natürlich gab es da noch den Partner seiner Schwester, den Stinkstiefel, aber den konnte man ohnehin vergessen!
Tropfnase begegnete ihm, kurz bevor er die Höhle erreicht hatte: „Hallo Stinkstiefel! Ist Zackenliese
zu Hause?" „Weiß ich doch nicht! Sieh doch nach!" Stinkstiefel machte wie immer ein muffiges
Gesicht.
Tropfnase ignorierte seine schlechte Laune und lief an ihm vorbei, der Höhle zu.
Herzlich umarmte er seine Schwester und die Kinder und packte seine Geschenke aus:
Er bestellte Grüße von Sauriopa und Saurioma. Die Jungen rannten wie toll, denn sie bekamen ein
Springseil und jeder von ihnen wollte zuerst damit springen.
Zackenliese freute sich sehr und bot ihrem Bruder ein Taschentuch an. Doch dieser lehnte ihr
Angebot ab. Sie hatte schon damit gerechnet, denn so war es immer mit ihm: Er wollte sich einfach
nicht die Nase putzen. Schon als er noch in der Wiege lag, ließ er keinen an seine Nase heran.
Also schniefte er wie immer in seinen Saurierärmel, was seine Schwester nicht gerne sah.
„Er wird es noch den Kindern beibringen, wie man es nicht machen soll!" raunte sie dem gerade
ankommenden Stinkstiefel zu. Doch diesen interessierte das nicht. Er hatte genug damit zu tun
stinkig zu sein. „Was willst du hier?" sagte er und sah Tropfnase an, als wollte er sie vergiften.
„Ich will mal sehen, wie es euch so geht!" antwortete Tropfnase etwas undeutlich durch die Nase.
Stinkstiefel wendete sich von ihm ab mit den Worten: „Und? Hast du's jetzt?"
Zackenliese zog ihren Bruder am Ärmel: „Setz dich, Tropfnase, mach es dir bequem nach der langen Reise!"
„Ja, das will ich wohl tun, aber lieber noch leg ich mich hin!", sagte dieser. Und dann, was meinst du? Was tat er?"
Er schlief ein!"
Ja genau, mein Engel, er schlief ein und jetzt schlaf auch du schön!"
„Aber ich bin noch gar nicht müde!".
„Du hast es versprochen!"
„Ohmanno!".
Sei kein Stinkstiefel!"
@juska
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Ann
BeitragVerfasst am: 09.02.2009, 18:10  Neue Antwort erstellen
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Riesengipfel
Eine Familie fährt in ihrem Kombi hinter einem Urlaubsort einen unbekannten Berg hinauf. Der Weg wird nach der ersten Kurve immer steiler. Der Wagen zieht nicht mehr an. Mit angezogener Handbremse lässt der Fahrer seine Familienmitglieder aussteigen und den Wagen mitten auf der Straße stehen. Sie entdecken sehr schmale - als Fußweg angelegte- Serpentinen, die aus liegen gebliebenen Fahrzeugen angelegt wurden seitlich neben der Straße auf der ihr Kombi steht. Diese Serpentinen, die bis unten führen, bestehen aus Blech. Es sind lauter aneinander gereihte Fahrzeugdächer. Ein Weiterfahren auf der Straße ist nicht möglich, und wenden wegen der Breite des Fahrzeugs ausgeschlossen. Rückwärtsfahren traut sich der Fahrer wegen der steilen Höhe nicht zu. Alle holen ihre Utensilien aus dem Wagen und versuchen den Serpentinenweg über die Wagendächer nach unten zu laufen. -Schuhe anbehalten geboten- da die Blechstraße von der Sonnenhitze unter den Sohlen brennt- die Serpentinen hinunter.
Am Fuße des Berges, am Ende der Serpentinen, angekommen, finden sie ein kleines Dorf. Dort sucht der Familienvater nach einem Bauern, der fähig ist, ihm den Wagen im Rückwärtsgang bis unten zu fahren. Man schickt ihn zum Bürgermeister des Ortes. Der redet in einem unverständlichen Jargon, gestikulierend und läuft davon. Nach einiger Zeit erscheint er mit vier kräftigen Männern, die ausschauen, als wären sie Überreste von Riesen. Auch sie reden in einem unverständlichen Jargon. Sie zeigen auf eine Kneipe und machen sich in Richtung Serpentinen davon, nicht ohne vorher Seile mitzunehmen. Schwere dicke Hämmer sind auch im Gepäck. Dem Vater ist die Sache nicht geheuer. Er macht sich mit seinem Sohn auf den direkten Weg zu seinem Wagen. Da die Männer noch nicht angekommen sind, weil der Weg über die Serpentinen weiter ist, laufen Vater und Sohn noch ein Stück weiter bergan. Plötzlich stehen sie vor einer Barrikade, keine Wendemöglichkeit, kein Hinweisschild. Der Vater äußert seinem Sohn gegenüber Unmut gegenüber diesen seltsamen Typen. Die Beiden verstecken sich etwas oberhalb ihres Kombis im Gestrüpp und beobachten, wie die Männer Seile an allen Seiten des Wagens befestigen. Aber statt den Kombi abwärts, zurück auf die Talstraße zu befördern, ziehen sie ihn in Richtung des schmalen Serpentinenpfades über die Blechstraße. Gerade entschließt sich der Vater, bei diesem Unterfangen einzuschreiten und ordnet seinem Sohn an, im Versteck zu bleiben, um bei Schwierigkeiten evtl. Hilfe zu holen, da hören sie von der Barrikade her ein Geräusch. Sie ducken sich und an ihnen vorbei wandern vier bärtige Gestalten, die ebenso wie die Riesen aus dem Tal aussehen. Sie begrüßen den Bürgermeister und die Talriesen überschwänglich, packen je einen Reifen und ziehen ihn wie bei einem Spielzeug vom Wagen ab. Schon ziehen die übrigen vier Riesen an ihren Seilen den Wagen über den Blechpfad. Es macht ein grausiges Geräusch, wenn das Metall der Achse über das Blech des Wagenweges kratzt. Inzwischen haben die Bärtigen sich die Hämmer geschnappt und schlagen dort, wo der Pfad schmaler als der Wagen ist, kräftig auf die Seite des Fahrzeugs. Den beiden Zuschauern stehen die Tränen in den Augen. Es ist zu spät. Ihr Wagen ist nicht mehr zu retten. Sie wenden sich ab und stiefeln noch einmal bergan. Vor der Barrikade befindet sich ein Nagelbrett. Kein Reifen würde dieses Hindernis überstehen. Nachdem sie sich vorsichtig an den Nägeln vorbeibalanciert haben, hört der Weg plötzlich abrupt auf. Sie sehen eine Plattform und wundern sich, dass sie nicht schon unten bemerkt haben, dass dem Berg die Spitze völlig fehlt. Es ist ein abgeschnittener Berg. Auf seiner Plattform befindet sich eine riesengroße „fliegende Untertasse“. Die beiden Zuschauer kneifen sich in die Arme, weil sie nicht glauben, was sie jetzt sehen. Sie verstecken sich schnell, denn die Bärtigen kommen zurück. Unter jedem Arm einen Reifen geklemmt, spazieren sie in bester Laune heran. Mit einem Messer werden jetzt die Reifen zerteilt. Es finden sich immer mehr Riesen ein. Die Kinder fallen schon über die kleineren Reifenstücke her. Sie kauen darauf, wie auf Kaugummi.. Nun tauchen aus dem Inneren der Untertasse auch Frauen auf. Sie alle haben Messer in den Händen und gehen den übrigen vier Talriesen entgegen, die gerade ankommen. Unter ihren Armen befinden sich die Sitze des Kombis. Man sieht, dass diese Leute schon lange nichts mehr gegessen haben, denn das Wasser läuft ihnen im Mund zusammen. Nachdem die Teile zerlegt worden sind, greifen sie zu und man hört die ganze Bande genüsslich schmatzen. Die Kinder springen vor Freude und spielen Fangen um die Füße der Untertasse herum. Vater und Sohn warten, bis die Riesenfamilie satt ist und sich ein Schläfchen gönnt. Dann machen sie sich eilig davon. Unten im Tal warten die übrigen
Familienmitglieder des Kombis schon ungeduldig in der Kneipe. Es ist alles so seltsam. Ein Telefon scheint es im ganzen Ort nicht zu geben und überhaupt wollen oder können die Leute einen nicht verstehen. Alle haben sich viel zu erzählen und überlegen, wie sie ohne Auto aus dem Ort herauskommen können. Vater hält es nicht für ausgeschlossen, dass nach den Autoteilen die Touristen auf der Speisekarte der Riesen stehen, darum nehmen sie schnellstens ihr Gepäck und wenden sich zu Fuß Richtung Ortsausgang. Kaum sind sie eine Weile gegangen -Sie befinden sich auf der Talstraße- gegenüber befindet sich die Auffahrt zum Berg- kommt ihnen ein Fahrzeug entgegen. Sie schauen in den Wagen hinein, denn es werden die nächsten Opfer sein. Im Wagen sitzen zwei Bergsteiger. Auf ihr Winken und Zeigen hin, winken sie nur mit Pike und Haken zurück. Tatsächlich parken die beiden den Wagen am Fuße des Berges, winken noch einmal in der Ferne und beginnen den Aufstieg. Gern hätten die Flüchtenden sie noch gewarnt, aber da sie Angst um ihr Leben haben, machen sie sich schleunigst davon.
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von Juska Fortsetzung folgt
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Ann
BeitragVerfasst am: 09.02.2009, 18:13  Neue Antwort erstellen
Kindergedichte und Kinderlieder
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II Riesengipfel
II Riesengipfel Hansi und Eddi
Mit Seil und Haken bewappnet beobachten die beiden Bergsteiger in der Ferne die kleine Fußgruppe. Sehr freundliche Leute. Sie winken immer noch, besonders die Kinder hören nicht auf, ihnen immer wieder zuzuwinken.
Nun aber winkt der Aufstieg und die beiden müssen sich auf den Berg konzentrieren. Hier unten macht sich äußerst hartnäckiges Gestrüpp breit. Die Dornen zwicken sich durch die Strümpfe und zerkratzen den Beiden die Waden. Ein sicheres Zeichen dafür, dass man ein Stückchen unberührte Natur gefunden hat. Als erfahrene alte Bergsteiger waren sie immer wieder auf der Suche nach neuen Bergen. Nicht die Höhe war es, die den Aufstieg für sie so interessant machte, sondern die Wildheit der Natur lockte sie magisch an. Irgendwo noch Eidechsen huschen sehen, Klapperschlangen zu entdecken und andere exotische Wesen aus längst vergangener Zeit, wie Feuersalamander usw; das war es, was sie reizte, sich immer wieder neue Gegenden vorzunehmen.
Hansi Müllermeier mit seiner vor Stößen gut gesicherten Fotoausrüstung, 36 Jahre alt und Eddi, Arzt im normalen Leben, der Abenteurer.
Aber schon oft mussten sie erleben, dass die so vermeintliche unberührte Natur in Wirklichkeit alles andere als unberührt war. Diesmal war wie immer die Hoffnung groß, ein unberührtes Stück Natur gefunden zu haben. Das war im Zeitalter der Technik besonders schön, denn zu ihrer Ausrüstung zählten die modernsten Geräte, wie Handy, ein Laptop im Auto und vieles mehr.
„Du, ich denke diesmal ist es wirklich kein Flop", gibt Eddi seinem Freund Hansi zwischen zwei Atemzügen zu verstehen. Doch da hören beide ein Kinderlachen. Sie verhalten sich ruhig, suchen sich einen Halt zwischen zwei Bäumen und schauen in die Richtung, aus der das Kinderlachen kommt. Es sind zwei kräftige Kinder. Sie laufen mit Riesenschritten den Berg hinab und wieder hinauf. In der Hand halten sie etwas Essbares, an dem sie knabbern, wie an einen Knochen. Sie kauen und stupsen sich, lachen, wenn sie ausrutschen und reden unverständlich daher. Als sie den Beobachtern etwas näher kommen, bemerken diese, dass die vermeintlichen Kinder fast ihre Größe haben, sich aber vom Benehmen her in nichts von Kindern unterscheiden. Gerade hat das Mädchen sich in eine Blättermulde gedrückt, um sich zu verstecken. Als der Junge vorbeiläuft, packt sie ihn mit ihrer großen Hand um sein Fußgelenk und er fällt der Länge nach hin. Das Brot, an dem sie häufig abbissen, fliegt in hohem Bogen fast bis zu den Füßen von Hansi, dem Fotografen. Die beiden Kinder lachen und wälzen sich in der Mulde herum. Hansi spielt mit dem Gedanken, die Kinder anzusprechen, aber beim näheren Hinsehen der vermeintlichen Brotscheibe wittert er etwas ungeheuer Interessantes und hält sich weiter zurück. Er gibt seinem Freund das Zeichen zum Stillschweigen und drückt sich noch enger an den Baum. Als von oben eine Stimme etwas Unverständliches ruft, schütteln sich beide Kinder die Blätter von der Kleidung und beeilen sich, bergaufwärts zu kommen. Es scheint ihnen wenig Mühe zu machen voranzukommen. So ganz ohne Hilfsmittel.
Hansi schafft es noch unbemerkt hinter ihnen ein Foto zu schießen. Dann sind sie so schnell wie sie gekommen sind wieder verschwunden.
Hansi springt an die Stelle, wohin das Brot gefallen ist. Er hebt es auf, aber es ist kein Brot, sondern ein Stückchen Autoreifen. Sein Freund Eddi erklärt ihn für verrückt, als er behauptet, die Kinder hätten daran gebissen. Sie beschließen, Vorsicht walten zu lassen, denn die Größe dieser Kinder kommt ihnen unwahrscheinlich vor. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich jetzt nicht mehr auf die kleinen Lebewesen unten am Boden, sondern alles Ungewöhnliche oberhalb des Berges ist jetzt von größter Wichtigkeit.
Das plötzliche Verschwinden dieser beiden Kinder ist den beiden Kletterern ebenfalls ein Rätsel. Sie beschließen trotzdem, nicht an der gleichen Stelle aufzusteigen, an der die Kinder hinaufstiegen. Sie, die Stelle, aber trotzdem im Auge zu behalten. Der Berg ist dort zwar steiler und hin und wieder müssen sich die Beiden mit dem Seil sichern, aber es erscheint ihnen sicherer, die übrigen Familienmitglieder dieser seltsam großen Kinder nicht so bald und plötzlich kennen zu lernen.
Sie erreichen eine Böschung, an der sie sich hochziehen können und stehen unverhofft vor einer Barrikade. Die Enttäuschung steht ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie die wohl angelegte, steile Auffahrt erblicken. Doch wie seltsam kommt ihnen dieser lange Nagelstreifen mitten über dem Weg vor.
Als sie Stimmen hören, verstecken sie sich im Gestrüpp. Mit großen Schritten kommen zwei Riesenkerle den Weg herunter. Es ist eine Kleinigkeit für sie über den Nagelstreifen zu schreiten. Die Riesen haben gute Laune und schlagen sich auf die Schenkel. Etwas unterhalb der Wegkrümmung scheinen sie links abzubiegen, denn ihre tiefen Stimmen verraten ihre Richtung. Eddi und Hansi vermuten trotzdem, dass es oberhalb des Nagelstreifens noch sehr interessant sein könnte. Sie balancieren sich also sehr vorsichtig an den Nägeln vorbei und schleichen sich immer nahe am Gestrüpp entlang bergauf, bis nach einer Kurve sich plötzlich eine Plattform vor ihren Augen zeigt, auf der ungewöhnliche Dinge vor sich gehen. Besonders auffallend ist hier die übergroße fliegende Untertasse, die auf zwölf Füßen steht und unter deren Schatten eine Riesenfamilie sitzt bzw. liegt. Kleine Riesenbabys kriechen um die Standbeine der Untertasse herum. Sie haben Schnorcheln in ihren Mündern hängen. Die ganz jungen Babys werden von ihren Müttern in Hängematten geschaukelt, die aussehen, wie Stoßstangen von Autos. Es ist ein Bild des Friedens; eine andere Welt.
Die beiden Zuschauer halten sich in einiger Entfernung auf. Es ist leicht möglich, von umher springenden Kindern entdeckt zu werden. Die beiden Kinder aus der Mulde tollen immer noch mit vielen anderen auf der Plattform - dem Berg, dem die Spitze fehlt- herum. Eddi schaut auf seine Armbanduhr. Es ist etwa 18 Uhr. Von dieser Idylle einen Film zu drehen, das wäre das Größte. Das Ganze ist wirklich sensationell. Kein Mensch würde ihnen das glauben. Aber die Gefahr ist groß, von den Riesen entdeckt zu werden. Sie geben sich Zeichen zum Stillschweigen, halten sich in sicherer Entfernung zurück und verfolgen den Tagesablauf der Riesen.
Eine Unruhe kommt über die friedliche Gruppe, nachdem ein lautes knallendes Geräusch den Frieden stört. Die Riesen schauen sich an und blicken in Richtung Nagelstreifen. Genau genommen waren es mehrere knallende Geräusche kurz hintereinander. Es scheint das Zeichen für die Riesen zu sein, ihre Kinder zu rufen, die Babys zu packen und mit ihnen in die oberen Räume der Untertasse zu verschwinden.

@juska
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BeitragVerfasst am: 09.02.2009, 18:15  Neue Antwort erstellen
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III Riesengipfel
Renault Marius
Am Nagelstreifen ist gut hörbar ein kleiner roter Renault 4 angekommen. Dem Studenten Marius Martin zittern noch die Knie. Er öffnet die Fahrertür, die hinter ihm hin- und herpendelt. Er versucht, sie hinter sich zuzuschlagen, aber wegen der Schräglage des Wagens fällt die Tür nicht ins Schloss. Erstaunt besieht er sich die Konstruktion des Nagelstreifens auf dem Weg. Hier muss jedes Fahrzeug, was nicht vorher anhält, die Reifen platt fahren. Aufmerksam besieht er sich die durchstochenen Vorderreifen seines kleinen Wagens. Zur Not könnte er den Ersatzreifen aufziehen, mit dem Handy Hilfe herbeirufen oder den Wagen mit Manneskraft einfach auf dem schmalen Weg drehen und zurück langsam abwärts fahren. Doch zuvor will er etwas anderes versuchen: Er sucht nach seinem Handy, welches in der Innentasche seiner auf dem Rücksitz liegenden Jacke steckt. Schnell wählt er die Nummer seiner WG, um Hilfe von ihnen zu erhalten. Aber es meldet sich dort Keiner. Seltsam! Um diese Zeit muss doch jemand dort sein! Nein, keine Reaktion! Eine Autowerkstatt! Es muss eine Autowerkstatt her! Die Telefonauskunft! Keine Verbindung! Was, um alles in der Welt, hatte er hier nur gewollt?
Es war Neugierde. Im Cafe des Vorortes war ihm eine Familie begegnet. Die Familien-Mitglieder sahen erschöpft aus. Sie zeigten des Öfteren in diese Richtung und aus ihren Gesprächen konnte er entnehmen, dass sie es mit Menschenfressern zu tun hatten, was ihm schier unglaublich erschien. Nun musste er sich entscheiden! Menschenfresser? Auto? Eigene Haut retten? Na gut, er will Journalist werden und sich als solcher üben. Aber wenn es wirklich Menschenfresser oberhalb des Nagelstreifens gibt, haben sie seinen Wagen dann nicht längst gehört? Seine Reifen hatten beim Platzen ja Lärm genug verursacht! Sicher kocht schon das Süppchen für ihn und es wäre gut, sich schnellstens zu verstecken. Er versucht es noch einmal mit dem Handy. Aber es ist nichts zu machen. Keine Resonanz irgendeiner Art. Unschlüssig pult er eine Münze aus seiner Hosentasche. Er verkriecht sich seitlich des Nagelstreifens unter eine Tanne und wirft die Münze hoch, um sie danach gleich wieder aufzufangen und auf seinen Handrücken zu klatschen. Es zeigt sich der Kopf auf der Münze. Zuvor hatte er beschlossen: Kopf= Menschenfresser, Zahl= Abstieg. Das ist also die Entscheidung! Nun ja, an Mut fehlt es ihm nicht. Aber offen will er den Menschenfressern nicht in die Arme laufen. Also zuerst vorsichtig, in Deckung hinauf!
-----------------.
Die beiden Riesen kommen den schmalen Serpentinenweg vom Dorf her zurück. Sie haben wieder einiges im Handgepäck, sprich. in ihren Rucksäcken. Da sie den halben Tag unterwegs waren, konnten sie das laute Knallen der Reifen nicht gehört haben und sie staunen nicht schlecht, als sie den roten Renault erblicken, der mit seinen zerschnittenen Reifen vor der Barrikade steht. Die Beiden sehen sich an, legen die Rucksäcke beiseite und packen sich gleich die Reifen, um sie von dem Fahrzeug abzuziehen. Einer von ihnen trägt gleich alle vier Reifen auf einmal mit zu ihrer Behausung, sprich Flugobjekt. Der Kollege baut derweil die Sitze aus, rümpft die Nase, wegen der billigen Ausführung dieser Sitze -es muss für ihn wie ein Gerippe aus Haut und Knochen sein- und transportiert auch diese bis zu der Untertasse. Dort ertönt ein Pfiff und schon eilen die Bewohner mit ihren Messern bewaffnet zum Abendessen heran. Die männlichen Riesen verschwinden allerdings wieder, nachdem sie die Reifen zerlegt und die Sitze so gut es geht zerteilt haben, um die Überreste des Renaults mit Seilen auf den blechernen Serpentinenweg zu ziehen und dort die mit Fahrzeugen gepflasterte Blechstraße um ein kleines rotes Stückchen zu verlängern. Der eine schnappt sich den Reservereifen, der andere die Rucksäcke und die Sache ist aus der Welt geschafft. Danach erhalten auch sie etwas von den Leckerbissen, die in großen Stücken im Gras unter dem UFO liegen. Schmatzend und kauend reiben sich die Familienmitglieder die Bäuche. Es scheint ihnen zu schmecken. Die Sachen aus dem Rucksack bleiben fürs erste noch eingepackt.

@juska
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BeitragVerfasst am: 09.02.2009, 18:16  Neue Antwort erstellen
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IV Riesengipfel Die Drei

Nun liegt die Plattform mit der Untertasse also alleingelassen vor Hansi und Eddi. Sie nutzen die Gelegenheit, alles auf den Film zu bannen. Hansi läuft rückwärts während er filmt und spricht leise in das Mikrofon an der Kamera. Dabei bemerkt er nicht, dass hinter ihm ein junger Mann durch das Gras kriecht, doch er spürt ihn, als er unmittelbar über ihn fällt. Zum Glück hält er dabei die Kamera gut fest und sie bleibt unversehrt. Er beschwert sich lautstark über das verrückte Benehmen, weil er dieses kriechende Etwas für Eddy hält. Als dieser dann aber plötzlich vor ihm steht, schaut er sich erstaunt um und erblickt diesen jungen Mann, den er noch nie gesehen hat. Marius reißt die Augen weit auf und atmet erleichtert auf, denn er versteht die Sprache und findet das Verhalten dieser Männer äußerst natürlich. Eins steht fest: Diese Leute können keine Menschenfresser sein!
Gerade, als er den Beiden seine Situation erklären will, hören die Drei schwere schlurfende Schritte von der Barrikade herkommen. Ein Riese balanciert mit vier Autoreifen heran und lädt sie vor dem Flugobjekt ab. Dann ertönt aus seinem Mund ein schriller Pfiff, ein Kollege erscheint hinter ihm mit Fahrzeugsitzen unter den Armen und die Riesenfamilie steigt die Treppe hinunter und tritt zur Schlemmer-Mahlzeit an. Nachdem die beiden Bärtigen die Habe verteilt haben, verschwinden diese wieder woher sie gekommen sind.
Marius traut seinen Augen nicht. Er muss den Riesen beim Verspeisen seiner Autoreifen und Sitze tatenlos zusehen Die drei Zuschauer können nicht miteinander reden. Sie hören allerdings ein schepperndes Geräusch, wie wenn Eisen auf Blech kratzt, aus der Richtung unterhalb des Nagelstreifens links.-

Nachdem die Bärtigen wieder bei ihrer Familie ankommen, langen auch sie kräftig zu. Sie rülpsen laut und machen ein Nickerchen im Schatten unter ihrem FO. Langsam und sehr leise schleichen sich inzwischen die drei Zuschauer mit ihren Geräten, wie Kamera und Handys von der Stelle in Richtung Nagelstreifen zurück. Marius Herz klopft wie wild, wenn er daran denkt, dass sein Wagen nicht mehr an der Stelle stehen wird, wo er ihn verlassen hat. Es ist schier unglaublich, was hier vor sich geht!
Seine Vermutung bestätigt sich, nachdem sich die Drei um den Nagelstreifen herumbalanciert haben. Es ist weit und breit kein Renault in Sicht. Vorsichtig platzieren sie die Kamera ins Gebüsch und laufen den Weg hinunter, bis sie den Serpentinenpfad erreichen. Dort wenden sie sich nach links und laufen über die Blechstraße, die sie noch nie gesehen haben, weiter abwärts. Tatsächlich hört sie an der Stelle auf aus Blech zu sein, wo das letzte rote Dach als Gehweg endet. Ab da ist der Pfad dann sehr uneben und jedes Autodach würde den Weg glatter und gehbarer machen. Für die großen Füße der Riesen muss das eine Bereicherung sein, denn auf dem löchrigen Weg werden sie sich schon häufig die Füße umgeschlagen haben.
Bevor sich die Drei unterhalten, suchen sie sich eine Stelle, an der das auch ungesehen möglich ist. Sie kommen nach ihrer Unterhaltung zu dem Schluss, dass diese Riesen schon längere Zeit hier leben müssen, denn die Blechstraße hat schon eine beträchtliche Länge erreicht und glauben, dass die Riesen harmlose Wesen sind, die irgendwann mit ihrer fliegenden Untertasse hier ankamen, weil diese Plattform auf dem Berg sie regelrecht zum Landen einlud. Sie sich eine Möglichkeit geschaffen haben, satt zu werden und sicherlich keine Menschenfresser sind. Ein Rätsel gibt noch das Handy auf. Warum funktioniert es hier oben nicht? Eddy versucht es mit seinem Handy. Er wählt eine bekannte Telefonnummer. Es meldet sich keiner. Nun zweifelt Hansi an seiner Kamera. Er will zurück, um sie zu überprüfen. Hat sie ihm am Ende auch einen Streich gespielt und überhaupt nicht gefilmt? Um das herauszufinden muss er sie sich allerdings erst mal zurückholen. Das ist aber nicht mehr möglich, denn sie haben nicht damit gerechnet, dass die Kinder noch draußen herumtollen und so eine Kamera für sie ein tolles Spielzeug hergibt. Sie werfen sie sich gegenseitig zu, sehen durch die Linse, drehen sich im Kreis und haben dabei die allerbeste Laune. Aber jetzt ertönt wieder ein Pfiff und die Kinder lassen alles stehen und liegen und begeben sich in das Innere ihrer Behausung.

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Riesengipfel V (die Drei)
Nun, da die Riesen sich in das Flugobjekt zur Nachtruhe begeben haben, beschließen die beiden Bergsteiger mit Marius den Abstieg über den normalen bzw. steilen Bergweg; noch schnell die Kamera unbesehen in den Rucksack, da es Zeit wird, der Dunkelheit zuvor zu kommen. Da der Weg einigermaßen befestigt ist, kommen die Drei relativ gut voran. Sie finden ihren Wagen nach wie vor säuberlich geparkt am Fuße des Berges wieder. Der Laptop befindet sich unter dem Sitz und soll gleich, mithilfe der Taschenlampe zur besseren Sicht, in Gang gebracht werden. Hansi beschäftigt sich intensiv mit seiner Kamera und muss feststellen, dass weder Sprache, noch Film funktionieren. Wie schade! Wie kann das sein? Marius hat auf dem Rücksitz des Wagens Platz genommen. Am nächsten Tag planen die Drei den Aufstieg über den Serpentinenweg, da Marius gerne noch seinen Wagen begrüßen möchte. Auch der Laptop zeigt keine Reaktion. Es scheint so, als würde der Berg von jeglichen Wellen verschont. Vielleicht hat es etwas mit dem FO zu tun. Sie fahren zurück in den Ort, in dem sich das Cafe befindet, in dem Marius die erschöpfte Familie beobachtet hatte. Das Cafe hat schon geschlossen und sie suchen eine Unterkunft für die Nacht, die sie in einer kleinen Pension dann auch finden. Noch müde vom Abstieg begeben sie sich gleich in die Betten, schlafen tief und fest und träumen derweil von Riesen und Flugobjekten. Marius schläft sehr unruhig. Er muss sich erst mal an den Gedanken gewöhnen, dass sein kleines rotes Fahrzeug auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist.
Früh am Morgen soll das Abenteuer losgehen. Sie erkundigen sich nach dem Nachbarort, aber darüber weiß die Pensionswirtin wenig zu berichten. Eigentlich gibt es hinter diesem Ort die ehemalige französisch/spanische Grenze und die Bergkette der Pyrenäen. Es besteht kein Kontakt zu diesem Bergvolk, das einen eigenen Dialekt spricht, den die Leute aus der Stadt nicht verstehen. Sie fahren also in den Ort hinein, der am Fuße der Serpentinen liegt und schauen sich dort ein bisschen um. Es gibt eine Kneipe, keine Telefonzelle, aber dafür eine Riesenmüllhalde etwas weiter außerhalb. Da sie sehr besorgt um ihren Wagen sind, stellen sie ihn an der gleichen Stelle ab, wie am Tag vorher, müssen aber, um zu den Serpentinen zu gelangen bis zum Dorf noch ein gutes Stück weit laufen. Kaum haben sie den Aufstieg begonnen, hören sie schon von weitem große Schritte über die Blechstraße poltern. Sie drücken sich unterhalb des Pfades ins Gestrüpp und warten ab, was passiert. Zwei Riesen eilen bergab. Auf ihren Rücken befinden sich Rucksäcke, die noch leer aussehen. Die Drei verfolgen mit ihren Blicken den Weg der Riesen. Es ist nicht zu übersehen, dass sie den Weg zur Müllhalde nehmen. Marius will ihnen folgen, während die anderen beiden sich bis zur Plattform durchschlagen wollen.
Nun trennen sich also ihre Wege. Bis zur Müllkippe muss Marius noch ein Stück laufen, danach kann er aber die beiden Riesen beobachten. Sie stochern mit Stöcken in der Müllhalde herum, reden unverständlich, lachen laut und denken nicht daran, sich wegen der Dorfbevölkerung diskret zu verhalten. Nach einer Weile tauchen plötzlich noch zwei bärtige Halbriesen auf, die ihnen beim Suchen behilflich sind. Des Öfteren wird ein Teil in den Rucksack gesteckt, welches aber nicht zu den normalen Lebensmitteln gehört. Besonders verrückt scheinen die Riesen auf Gummiteile zu sein. Wenn sie einen Schnorchel oder eine Tauchmaske finden, flippen sie fast aus. Es dauert nicht sehr lange, da machen sie kehrt und nehmen mit gefüllten Rucksäcken wieder den Weg nach oben.
Marius wundert sich noch über die herzliche Verabschiedung der Riesen mit den beiden Helfern, macht sich nach einiger Zeit ebenfalls auf dem Weg weit hinter den Riesen hinauf Richtung Plattform. Während seines Aufstiegs hat er Zeit zum Nachdenken. Er weiß jetzt, wie sich die Familie aus der Kneipe gefühlt haben muss,
wenn ihr Wagen auf die gleiche Tour verschwunden ist, wie seiner und nimmt sich fest vor ihn sich genau anzusehen, wenn er über die Blechstraße läuft, denn er muss unmittelbar vor seinem Wagen in den Weg gehämmert worden sein. Nun, auf dem ersten Stück des Weges braucht er allerdings beide Hände, denn der Serpentinenweg ist hier noch sehr holprig.

Auf halber Strecke angekommen, betatscht Marius zunächst seinen roten Renauld oder vielmehr sein Dach und begrüßt es wie einen alten Freund - Das ist alles, was noch von seinem geliebten Gefährt übrig geblieben ist-. Dahinter den Kombi sieht er sich ebenfalls genau an. -Was werden sie mit den Nummerschildern gemacht haben? - überlegt er noch, denn Blechteile essen sie nicht.
Nachdenklich kommt er oben auf der Plattform an, denkt nicht daran vorsichtig zu sein, damit ihn keiner hört, als ihn plötzlich Eddi anspricht:
„Es ist wirklich sensationell, was wir hier erleben. Bitte verhalte dich leise, damit sie uns nicht entdecken. Ich will alles daransetzen diese Riesen vor ein Ultraschallgerät zu bringen. Als Arzt interessiert mich ihr Verdauungssystem sehr. Wie ist es möglich, dass sie Gummiteile essen können.“, flüstert er Marius ins Ohr. Marius muss seine Euphorie allerdings bremsen. Er hält es nicht für wahrscheinlich, dass ein Ultraschallgerät etwas zeigen wird, was eine Kamera und ein Fotoapparat nicht schaffen.
Dass er noch seinem Wagen hinterher trauert, sagt er Marius nicht.
Hansi soll derweil das Filmen dran gegeben haben, verrät Eddi ihm, doch überlegt auch er hitzig, wie er dieses alles der Welt klar machen könnte. Es würde ihn, ärgern, seine Geräte nicht benutzen zu können. Noch sei er oben auf der Plattform im Versteck. Marius gewinnt den Eindruck, dass die Beiden sich beim Aufstieg über den Serpentinenweg gegenseitig angefeuert haben. Hoffentlich konnten die Riesen sie dabei nicht hören. Doch auch er hatte es vorhin ebenfalls vergessen, leise zu sein und er befürchtet, diese Geschichte, könnte noch böse enden, wenn sie nicht endlich ruhiger würden.

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BeitragVerfasst am: 09.02.2009, 18:22  Neue Antwort erstellen
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VI Die Riesen

Tatsächlich entgeht es den Riesen nicht, dass Menschen sich in ihrer Nähe herumtreiben. Dieses seltsame Spielzeug mit dem die Kinder herum gelaufen sind, hat es ihnen verraten. Sie wollen sich auf die Suche machen, denn irgendwo müssen die Menschen doch stecken! Das Leben hier scheint für sie jetzt langsam ungemütlich zu werden.
Denn da, wo viele von diesen Kleinen, sprich Menschen, sich zusammentun, kommt meist nichts Gutes dabei heraus.
Auch die Riesen-Kinder bekommen den Auftrag, die Augen offen zu halten.


Hansi liegt derweil unter einer Tanne mit seiner nicht funktionstüchtigen Kamera auf dem Schoß und sinkt in sich zusammen. Er schläft tief und fest. Was nützt das ganze filmen, wenn es hinterher keinen Film gibt, der gezeigt werden kann?

Die Riesenkinder nehmen ihre Aufgabe sehr ernst – vermutlich wie alle Kinder- und da sie nicht in die Schule müssen, um zu lernen und sie mit der Kamera schon am Tag zuvor wunderbar spielen konnten, greifen sie dem schlafenden Hansi die Kamera von seinen Beinen weg und spielen damit. Diesmal erfahren es allerdings auch die erwachsenen Riesen. Es versammeln sich alle Riesen um die Tanne herum, um Hansi beim Schnarchen zuzusehen.
Obwohl sie kein Geräusch verursachen, wird das Menschlein plötzlich aufgeweckt. Es grinsen den Fotografen rundum Riesengesichter an, die allerdings nicht unfreundlich drein schauen.
Sie laden ihn ein, mitzukommen, wollen ihm ihr Ufo präsentieren. Hansi blickt sich kurz um und erkennt, dass er allein ist. Also lässt er sich auf diese Einladung ein, wenn er die Riesen auch nicht so genau verstehen kann.
Sehr höflich ziehen sie ihn die Treppe hinauf und lassen ihm den Vortritt. Hansi befürchtet nur, dass sich die Türe hinter dem Letzten schließen wird, aber es ist nicht so.
Die Türe bleibt offen, was ihm wieder in seiner Meinung bestätigt: Sie sind friedfertig und nicht auf Ärger aus! Der Größte der Riesen scheint hier das Sagen zu haben. Er lässt sich von den Kindern die Kamera geben und hängt sie Hansi um den Hals. Mit einer Armbewegung zeigt er dann in die Runde und tatsächlich, der Fotograf staunt. So geräumig hatte er sich ihr Flugobjekt nicht vorgestellt. Rundum befinden sich über ihnen die Fenster. Klar, für die Riesen ist es genau die richtige Höhe zum Hinaussehen und dabei können sie ringsherum sitzen und haben alle Platz. Keiner müsste dort bleiben, sollten sie vorhaben, zu verschwinden. Hansi nickt und bringt zum Ausdruck, dass ihm diese fliegende Untertasse gefällt. Alle Riesen machen freundliche Gesichter, auch nicht einer von ihnen schaut mürrisch drein. Er müsste allerdings, um die Instrumente im Raum übersehen zu können, ein Stück größer sein. Er fühlt sich wie in seiner Kindheit: Alles sieht so unerreichbar und groß aus. Somit könnte er auch nicht genau beschreiben, wie die Instrumente aussehen, mit denen sie dieses Ufo bedienen. Gerne hätte er sie gefilmt, doch es leuchtet ihm ein: Unmöglich!
Sie lassen ihn wieder gehen, winken ihm freundlich hinterher und ihm ist es klar: Wir müssen sie in Ruhe lassen!

Beim Ausstieg sieht Hansi seinen Freund Eddi und Marius schon im Gebüsch lauern. Mit einer Handbewegung scheucht er sie fort. Ein Riese zeigt mit seinem Finger unter das Ufo, wo die Renauld-Reifen noch zum Teil in portionierten Stücken lagern; er reibt sich den Magen und lacht. Sicher hält er diesen Wagen für seinen.
Und eigentlich ist es Hansi weniger nach Lachen zumute, aber da er weiß, dass jetzt alle Riesen aus dem Ufo im Begriff sind auszusteigen, hofft er nur darauf, dass sie Eddi und Marius nicht entdecken und er läuft mit der Kamera um seinen Hals ruhig und freundlich blickend Richtung Nagelstreifen oder Weg davon, winkt ihnen zu und nimmt den Weg abwärts. Unterwegs sieht er sich häufig noch mal um. Doch Eddi und Marius folgen ihm nicht. Das ist auch besser so. Unten setzt er sich zunächst in ihren Wagen und hofft darauf, dass die beiden anderen das gleiche machen werden.


Zu den Teilen, die die Riesen unter ihrem FO schön portioniert ins Gras gelegt haben, werden jetzt noch die Teile aus den Rucksäcken dazu gelegt. Die Kinder springen wie immer überall herum und Eddi warnt Marius, auf den Pfiff zu warten, wo sich alle in die Untertasse begeben, um zu essen und zu schlafen. Es wird schon etwas kühler jetzt im Herbst und so eine dicke Haut scheinen die Riesen nicht zu haben, dass sie sich immer noch draußen an der frischen Luft aufhalten.
Sie nehmen ihre Leckerbissen auf die Hand und nehmen sie mit hinein ins Ufo
Eddi und Marius liegen noch im Versteck und sehen auf die Untertasse. „Sie hat rundum Fenster!“, stellt Marius fest.
„Sie können uns von dort oben sehen, wenn wir jetzt losgehen.“
Übervorsichtig schleichen sie sich rückwärts davon. Diesmal passen sie wirklich gut auf und sie nehmen den Umweg über den Serpentinenweg zu ihrem Wagen hin.

Die Riesen hingegen denken gar nicht daran die beiden Menschen mit ihren Augen zu verfolgen. Keiner von ihnen sieht aus dem Fenster. Sie sind alle nur mit sich beschäftigt. Der eine lümmelt sich auf der Bank herum, ein anderer reinigt seine Fingernägel mit einem Blechstückchen, welches noch an seinem Reifenstück hing,
wieder ein anderer wuschelt durch seine Barthaare. Sie alle sind so arglos wie die Kinder und führen nichts Böses im Schilde.

VII Hansi im Auto

Hansi erschrickt, als er ein plötzliches Geräusch an dem Wagen hört. Blitzschnell wird die Beifahrertüre aufgerissen und es werfen sich zwei Personen je auf Vorder- und Rücksitz des Wagens.
Marius und Eddis atmen ist nicht zu überhören. Erschöpft lassen sie sich in die Polster der Sitze fallen. Neugierig löchern sie Hansi damit, Näheres vom UFO zu erfahren. Sie wollen alles ganz genau wissen.
Eddi interessiert sich vor allen Dingen für die Fluginstrumente in dem Riesenteil. Leider kann Hansi ihm dazu nicht sehr viel erzählen, weil diese für ihn unüberschaubar hoch angebracht waren.
Sie fahren gemeinsam zu ihrer Pension, um zu übernachten und am nächsten Tag ausgiebig zu frühstücken. Das Frühstück fällt diesmal für sie sehr üppig aus und es ist schon später Vormittag, als sie auf der Plattform angekraxelt kommen.
Wie wundern sie sich diesmal, als sie die Untertasse nicht mehr erblicken. Gleich wandert ihr nächster Blick zum Horizont und sie können eben noch einige orange leuchtende Lichter in der Ferne erkennen die Hansi in aller Eile auf seinen Film bannt.
Dieses ist der einzige Beweis, den er später der Nachwelt präsentieren kann und immer, wenn er davon erzählt, sehen ihn runde Augen ungläubig an.
Oh doch, einen zweiten Beweis gibt es noch, es ist die Blechstraße. Ihr könnt sie mal besuchen. Wo sie liegt, das wisst ihr bereits! Doch denkt daran, Schuhe anzuziehen. Der Blechweg könnte unter euren Füssen brennen bei der Hitze!

ENDE
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