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| Kindergedichte und Kinderlieder - Gutenachtgeschichten für Kinder |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:20

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Vom Büblein, das überall mitgenommen hat sein wollen
Denk an! das Büblein ist einmal
Spazieren gangen im Wiesenthal;
Da wurd's müd gar sehr
Und sagt: Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist das Bächlein geflossen kommen
Und hat 's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich aufs Bächlein gesetzt
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber was meinst du? das Bächlein war kalt,
Das hat das Büblein gespürt gar bald;
Es hat's gefroren gar sehr,
Es sagt: Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist das Schifflein geschwommen kommen
Und hat 's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich aufs Schifflein gesetzt,
Und hat gesagt: Da gefällt mir's jetzt.
Aber siehst du? das Schifflein war schmal,
Das Büblein denkt: Da fall' ich einmal;
Da fürcht es sich gar sehr
Und sagt: Ich mag nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist die Schnecke gekrochen gekommen
Und hat 's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich ins Schneckenhäuslein gesetzt
Und hat gesagt: Da gefällt mir's jetzt.
Aber denk! die Schnecke war kein Gaul,
Sie war im Kriechen gar zu faul;
Dem Büblein ging's langsam zu sehr;
Es sagt: Ich mag nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Das ist der Reiter geritten gekommen,
Der hat 's Büblein mitgenommen;
Das Büblein hat sich hinten aufs Pferd gesetzt
Und hat gesagt: So gefällt mir's jetzt.
Aber gib acht! das ging wie der Wind,
Es ging dem Büblein gar zu geschwind;
Es hopst drauf hin und her
Und schreit: Ich kann nicht mehr;
Wenn nur was käme
Und mich mitnähme!
Da ist ein Baum ihm ins Haar gekommen
Und hat das Büblein mitgenommen;
Er hat's gehängt an einen Ast gar hoch,
Dort hängt das Büblein und zappelt noch.
Das Kind fragt:
Ist denn das Büblein gestorben?
Antwort:
Nein! es zappelt ja noch!
Morgen gehn wir 'naus und thun's 'runter.
Friedrich Rückert |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:37

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Die weise Schildkröte
Keiner wusste es so genau, wie alt Schildkröte Elisabeth wirklich war, aber sie musste schon uralt sein. Die Tiere kamen immer zu ihr, wenn sie etwas wissen wollten, denn sie verfügte über eine riesengroße Erfahrung.
Diesen Vorteil hatten einige Tiere nicht, weil sie nur kurz auf der Erde lebten und in der Kürze der Lebenszeit kaum Erfahrungen sammeln konnten. So kamen sie also zu ihr, um sie zu fragen. Sie war der Geheimtipp Nr. l unter den Tieren.
Gerade war Fridolin das Eichhörnchen bei ihr. Es war mit seinem buschigen Schwanz an einer frisch gestrichenen Parkbank entlang gestreift. Es konnte das Schild nicht lesen, was darauf angebracht war: VORSICHT FRISCH GESTRICHEN. Dabei hatte man es in großen Buchstaben deutlich darauf geschrieben. Nun hatte Fridolin ständig den Geruch von dieser eklig grünen Farbe in der Nase und alles blieb an seinem früher so schönen buschigen Schwanz kleben.
Elisabeth riet zuerst : „ABWARTEN! Du musst warten, bis die Farbe trocken ist!".
„Aber ich kann nicht warten!", trotzig sah Fridolin Elisabeth in die ach so ruhigen Augen. „Dann kann ich dir nicht raten!", sagte Elisabeth. Komm her, zeig mir mal, was da alles klebt!", wollte Elisabeth wissen.
Fridolin versuchte seinen Schweif möglichst ruhig zu halten, damit Elisabeth nicht grün
wurde.
Doch grün konnte sie kaum noch werden. Es klebten mindestens ein Dutzend Blätter daran
fest, jede Menge Sand und der Rest? Dreck!
Sie besah sich alles genau und empfahl, „Wenn dann alles trocken ist, schlägst du ihn immer wieder gegen einen Baum, bis die Blätter herunterfallen!".
„Wird er denn wieder so schön wie früher?", wollte Fridolin noch wissen.
„Oh", sagte Elisabeth geheimnisvoll „Das kann noch lange dauern!". Das betrübte Fridolin sehr.
Das Eichhörnchen bedankte sich für ihren Rat und hielt seinen Schweif in die Höhe, damit er trocknen konnte. Ab und zu tupfte es daran, ob er noch abfärbte, doch lange musste es nicht mehr warten.
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:43

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Gerade hatte Elisabeth sich auf den Weg gemacht in Richtung Bauernhof, um dort ein Salatblatt zu fressen, da kam aufgeregt ein Bienenschwarm an ihr vorbei. Sie zog den Kopf ein, denn sie wollte nicht mit einem Stachel zusammenstoßen. Was ist los mit euch, wieso seid ihr so aufgeregt?", wollte Elisabeth wissen.
„Die Königskerzen haben ihre Blüten geöffnet. Aus dem Weg! Wir wollen den Honig holen!". Eifrig flog der Schwarm an ihr vorbei auf die gelben Blüten der Königskerzen zu, die am Rand des Flusses mit ihrer leuchtenden Farbe lockten.
Die Blüten freuten sich über ihren Besuch und keine wollte vergessen werden. Sie lockten die Bienchen mit ihrem Duft, denn während sie in ihnen herumkrabbelten, ließen sie ihren Blütenstaub schnell in ihren schwarzgelben Pelz fallen. Dort war er sicher untergebracht und wurde wie ein Paket von ihnen unbeabsichtigt mitgenommen.
Darum wurden sie auch von den Königskerzen Briefträger genannt.
Auch das wusste die weise Schildkröte Elisabeth und sie wusste ebenfalls, dass der Kater Tom ständig keuchte, weil er einen Husten hatte und sie wusste auch, dass der Husten von den Königskerzen wieder fort ging, weil sie ein Hustenkraut waren.
Doch davon besser ein anderes Mal.
Ein neuer Tag war angebrochen und die Tiere erwachten aus ihrem Schlaf. Da war zunächst einmal Kater Tom vom Bauernhof der schon früh von seinem eigenen Keuchen wieder einmal geweckt wurde.
„Ich werde heute die Schildkröte besuchen!", nahm er sich vor. „So geht das nicht weiter! Doch Schildkröten schlafen sicher lange drum werde ich noch ein wenig warten!".
Kurz vor Mittag erschien Tom bei Elisabeth. Als sie den Kopf aus ihrem Panzer streckte, um den Tag zu begrüßen, sah sie direkt auf den Kater. „Weshalb du kommst, brauchst du nicht zu sagen!", sagte sie, noch bevor er überhaupt einen Ton herausbrachte und sie schickte ihn sogleich zu den Königskerzen. „Lecke ihnen die Tautropfen ab und dein Husten wird verschwinden!".
„Ja, wenn's weiter nichts ist, das werde ich schon schaffen", meinte Tom und begab sich direkt dort hin.
Unterwegs kam ihm ein hinkender Igel entgegen. „Was ist mit dir, bist du verletzt?", wollte Tom wissen. Dem Igel liefen die Tränen nur so herunter. „Ich habe mir den Fuß an einer Scherbe aufgeschnitten", gab er schluchzend zu. Tom schickte ihn sogleich zu Elisabeth, denn er wusste ja, wo sie sich aufhielt.
Der Weg für den verletzten Igel war zwar noch ziemlich weit, doch das Laufen tat ihm schon gar nicht mehr so weh, wo er wusste, es kann ihm jemand helfen.
Nachdem Elisabeth sich ein Salatblatt gefressen hatte, war sie unterwegs zum Fluss, um dort die Wasserschildkröten zu begrüßen. Auf dem Weg begegnete ihr der Igel.
Sofort hielt sie an und besah sich den verletzten Fuß und auch ihm konnte sie mit einem Kraut helfen, das direkt vor ihren Füßen wuchs. Sie legte den Spitzwegerich auf die Schnittwunde und riet dem Igel, sich ruhig in die Sonne zu legen und das Laufen einzuschränken.
Die Wasserschildkröten waren schon bis zum Ufer geschwommen und warteten auf Elisabeth. „Gibt es etwas Neues?", wollte die Landschildkröte wissen. „Die Menschen sind unterwegs; sie schneiden am Fluss das Gras, pass auf, dass sie dich nicht sehen, sonst werden sie dich mitnehmen!".
Elisabeth bedankte sich für den Tipp und machte sich schleunigst davon.
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:49

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Flips und der Rabe
Bevor der rothaarige Kater Flips an jenem, warmen Sonntagmorgen seinen üblichen Streifzug durch die nachbarlichen Gärten antrat, schickte er sich an, noch schnell die Maus heim zu bringen, die er unter der Tannenhecke, sie das Grundstück seiner Menschenfamilie einzäunte, gefangen hatte. Mit Stolz geschwellter Brust tapste Flips, seine Beute im Maul tragend, über die Wiese und legte die tote Maus auf die Fußmatte vor die Terrassentür, um sie seinen Leuten zu präsentieren. Um sicher zu gehen, dass die Maus sich auch wirklich nicht mehr rührte, zog er die Krallen ein und tippte kurz mit der rechten Pfote gegen ihr graues Fell und da sich die Maus nicht bewegte, ging Flips auf Entdeckungsreise.
Doch – als der rothaarige Kater zurückkehrte – war seine Maus spurlos verschwunden. Flips suchte die Terrasse ab. Er lugte hinter jeden Blumenkübel, aber die Maus war verschwunden. Ob seine Menschenfamilie die Maus bereits entdeckt hatte?
Flips kratze an der Fensterscheibe der Terrassentür, woraufhin ihm die kleine Liane, das pausbäckige, blonde, 5 – jährige Nesthäkchen der Familie Schömmerling, die Tür öffnete.
„Hey, Flipsi! Da bist du ja.“, sagte Liane und drückte Flips fest an sich. Flips Ohren drehten sich zur Seite. Geknuddelt zu werden passte ihm jetzt überhaupt nicht in den Kram, jetzt, wo er doch nach seiner Maus suchen wollte, aber er ließ die Streicheleinheiten geduldig über sich ergehen, bis Lianes Mutter in die Küche kam.
Flips miaute und starrte Frau Sömmerling an, die sich nun zu ihm runter beugte. „Da bist du ja, mein Süßer. Und? Weshalb mauzt du? Soll ich dir etwas zu Essen geben?“
„Miau!“, sagte Flips, was Frau Sömmerling dazu veranlasste, ihm einen Teller Katzenfutter hinzustellen, den Flips allerdings nicht anrührte. Gewiss. Sein Magen knurrte schon etwas, aber zuallererst musste er wissen, was mit seiner Maus geschehen war. Da keiner seiner Menschen ein Wort über die Maus verlor, hatten sie sie wohl auch noch nicht gesehen. Und auch nach einer weiteren Suche sollte die Maus verschwunden bleiben.
Eine Woche später, die verschwundene Maus war längst vergessen, legte Flips seiner Menschenfamilie eine neue Maus stolz vor die Tür. Doch als er von seinem Streifzug wiederkam war auch diese Maus verschwunden. „Da maus mich doch der Kuckuck! Das geht nicht mit rechten Dingen zu!“, fauchte Flips in Katzensprache.
Beim nächsten Mal, als Flips eine Maus auf die Fußmatte vor die Terrassentür legte, versteckte er sich hinter einem großen Blumenkübel und wartete gespannt ab, was geschehen würde. Und es dauerte nicht lange, da landete ein großer, schwarzer Rabe im Apfelbaum auf der Wiese, sah sich nach allen Seiten um, hüpfte auf die Terrasse, packte die Maus in seinen Schnabel und flog mit ihr über die Tannenhecke hinweg.
Flips flitzte dem Raben hinterher. „He, du elender Mäusedieb! Bleib stehen, Rabe! Gib mir meine Maus zurück!“
Während des Fluges schielte der Rabe zu dem Kater. Er landete zwei Gärten weiter in einem hohen Ahornbaum, nahm die Maus in die linke Kralle und wartete dort auf Flips, der sichtlich außer Atem war, als er endlich den Ahornbaum erreichte.
„He, du Mäusedieb!“, rief Flips dem Raben zu. „Was fällt dir ein, mir meine Maus zu klauen?“
Doch der Rabe lachte bloß krächzend. „Ra! Deine Maus? DEINE Maus? Ra! Von wegen! Diese Maus, mein Guter, habe ich gefunden und was man findet, dass darf man auch behalten! Das ist ein altes Rabengesetz! Ich kenne meine Rechte! Außerdem – woher willst du denn wissen, ob dies hier deine Maus ist? Hast du sie dir so genau angeschaut?“
„So eine Frechheit. Natürlich ist das meine Maus. Ich hab doch gesehen wie du sie von der Fußmatte gestohlen hast!“, protestierte Flips.
„Ach, das kann ja jeder sagen. Das beweist gar nichts. Gut, vielleicht magst du gesehen haben wie ich die Maus von der Fußmatte genommen habe, aber wer sagt mir denn, dass du sie dort hingelegt hast? Ich glaube eher, DU willst MICH bestehlen! Ra!“
Der Rabe hüpfte ein paar Äste tiefer und drehte den Kopf zur Seite, um einen prüfenden Blick auf Flips zu werfen. „Und wenn dies deine Maus wäre, weshalb hast du sie dann weggelegt? War es nicht so, dass du sie nicht mehr haben wolltest und sie deswegen weggelegt hast? Ra! Dann kannst du jetzt aber nicht einfach ankommen und sie zurück fordern. So etwas tut man nicht. Ra! Ra! Ra!“
„Ich … ähm … ich – ich habe die Maus nicht weggelegt, ich habe sie dort absichtlich hingelegt, weil ich sie doch meinen Menschen schenken wollte.“, stammelte Flips.
Da kniff der Rabe seine Augen leicht zusammen. „Deinen Menschen? Ra! Ra! Das ich nicht lache! Menschen fressen keine Mäuse! Ich habe noch nie von einem Menschen gehört, der eine Maus gegessen hat! Deine Menschen können Mäuse doch überhaupt nicht gebrauchen! Und du willst sie ja scheinbar auch nicht essen! Ich hingegen füttere damit meine vier Kinder.“
Flips grübelte kurz, denn der Rabe hatte recht mit dem, was er gesagt hatte. „Gut, Rabe. Pass auf, dann machen wir es so. Wenn ich eine Maus fange, wartest du solange, bis meine Menschen sie gesehen haben. Dann wissen sie nämlich, dass ich ein guter Mäusefänger bin und dann kannst du dir die Maus abholen kommen. Abgemacht?“
„Ra! Abgemacht! Ra! Ra!“
Beide hielten sich an ihr Versprechen und mit der Zeit wurden aus Flips und dem Raben Freunde.
von freche Lola |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:51

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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St. Martin und sein Pferd
In diesem Jahr musste St. Martin abends beim Martinszug ein neues Pferd reiten.
„Da ich es nicht kenne, werde ich es mir zunächst einmal ansehen", sagte er sich, denn er wollte nicht sein blaues Wunder mit ihm erleben.
Er ging er auf die Stute zu. Sie stand allein in der Wiese von Bauer Grote und hatte wegen der Kälte eine Pferdedecke übergestülpt. Unruhig stob sie davon, als ein Windstoß die Blätter einer Birke in der Wiese hoch wirbelte. Als St. Martin an das Gatter trat, kam sie neugierig auf ihn zu. Sie ließ sich von ihm streicheln und lauschte auf seine Worte, die beruhigend klangen.
„Warum lässt man dich hier in der Wiese so allein?", fragte St. Martin. Es kam ihm vor, als würde sie mit dem Kopf nicken und er gab ihr eine Mohrrübe.
St Martin besah sich die Wiese. In ihr stand ein Gefäß mit frischem Wasser und es dämmerte schon. „Wenn ich morgen mit dir reiten soll inmitten der Kinder und der Fackeln, darfst du aber nicht so ängstlich sein, wie jetzt!". Doch gleich beim nächsten Windstoß stob sie wieder ängstlich in die Ecke der Weide Und auch alles Zureden nützte nicht viel.
„Es hat keinen Sinn", sagte der Mann. „Ich muss mit dem Bauern reden!". Er sah noch einmal in die erschrockenen Augen seines Gegenübers und nahm den Weg Richtung Bauernhof.
Bauer Grote war gerade beim Melken der Kühe und sah flüchtig von seiner Arbeit auf. „Wird das Pferd draußen bleiben?", fragte ihn St. Martin. „Ja Pfreili! Es hat doch alles, was es braucht, Eine warme Decke; zu Saufen hat es auch. Was soll es noch brauchen?".
„Ich will es gerne mitnehmen, um mich daran zu gewöhnen!", äußerte sich St. Martin.
„Soso", sagte der Bauer, „Hast du denn Platz?".
„Nein, das nicht, aber es ist nicht so wichtig! Ich nehme es einfach mit in meine Wohnung!".
Bauer Grote schüttelte verwundert seinen Kopf.
„Weißt du wie man das Gatter öffnet?", fragte er nur. „Ich komm schon klar!", sagte St Martin und bald darauf sah man ihn mit dem
Pferd am Zügel in Richtung Dorf laufen.
Es war gar nicht so einfach für ihn, das Pferd in die Wohnung zu bekommen. Er hatte sich das alles etwas leichter vorgestellt. Doch die Unruhe der Stute ließ schon bald nach und man kann
schon behaupten, dass es sich um eine wohlerzogene Stute handelte.
„Es kann ja nicht schaden!", sagte St Martin. „Wir werden uns aneinander gewöhnen und morgen mögen wir uns so sehr, dass es eine Freude sein wird, die Kinder zu beglücken."
Er nahm dem Pferd die Decke ab, denn in der Wohnung war es angenehm warm, schaltete die Heizung aus und legte sich mit dem Pferd auf den Fußboden. Alle vorhandenen Mohrrüben verteilte er um das Tier und bald darauf schliefen sie ein.
Am nächsten Morgen weckte ihn die Stute, indem sie mit den Nüstern nach ihm blies. Zunächst erschreckte sich St. Martin, doch dann erinnerte er sich wieder und flugs sprang er auf seine Beine und führte das Pferd hinaus ins Freie. Er band es dort fest und besorgte Hafer als Futter. Als er dem Pferd in die Augen sah, war sämtliche Angst verschwunden. Er sattelte die Stute und machte seinen ersten Ausritt mit ihr.
Am Abend dann gab es keinerlei Komplikationen.
Hara lief majestätisch zwischen den Fackeln und den Kindern einher, als hätte sie ihr Leben lang nie etwas anderes getan. Nur, dass ausgerechnet der Carlo Claßen in den Pferdeapfel treten musste; das war sein Pech!
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 19:56

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Drachenplan
Die Drachen berieten sich. Wichtig war es schon, wer den längsten Feuerschwall ausstieß. Aber das schienen die meisten von ihnen nicht für so wichtig zu halten.
Nepomuk ignorierte das Thema völlig, wusste er doch, das der Ausstoß seines Feuers nur sehr gering, um nicht zu sagen kaum vorhanden war. Wenn mal wieder ein Wettkampf im Feuerausstoßen angesagt war, konnte man Nepomuk garantiert nirgendwo finden.
Plötzlich und unerwartet hatte er wichtige Dinge zu erledigen. So beschäftigte ihn jetzt bei diesem Gespräch ganz besonders der Ameisenhaufen, durch den sein Schwanzende geschlagen hatte.
Feuerblitz war zweifelsohne als Drachenmutter die beste Feuerspuckerin der gesamten Drachenfamilie. Es waren 2 Flammen, die sie gleichzeitig ausstieß. Manche ihrer Kinder beneideten sie darum.
Diesmal allerdings schien es Feuerblitz von größter Wichtigkeit zu sein, dass alle ihr Bestes gaben, denn sie wollten mit geballter Feuerkraft die Krokodile endgültig von hier vertreiben.
Sie hatten sich enorm vermehrt, die Krokodile und nahmen ihnen die wichtige Nahrung weg. Das konnte so nicht weitergehen. Der Angriff sollte bei Dämmerung stattfinden, wenn das Feuer besonders gut und weit sichtbar war. Meist hielten sich zu der Zeit die Krokodile in den Tümpeln auf, lagen faul herum und passten auch nicht mehr so gut auf.
Nepomuk hatte sich schon unbemerkt leise an den Rand der Versammlung geschlichen. In letzter Minute wurde sein Auskneifen mal wieder verhindert. Diesmal war es Blaufeuer. Klar, dass der sich wichtig tun musste. War er doch der einzige mit blauer Flamme!
Blaufeuer achtete sehr darauf, dass Nepomuk bei ihnen blieb. Er mochte die Krokodile nicht. Sie waren so hinterlistig, lagen irgendwo still herum und schon trat man darauf, wenn man nicht aufpasste. Eines hätte ihm einmal fast die Schwanzspitze abgebissen, das konnte er nicht vergessen.
„Wir werden ihnen den Garaus machen!“, sagte er zu Nepomuk und wich ihm nicht von der Seite. Das sagte er gerade dem Richtigen. Nepomuk wollte sich so schnell es ging verdrücken, doch jetzt war die Gelegenheit recht ungünstig. Ob er wollte oder nicht, es blieb ihm nichts anderes übrig, als mitzulaufen.
Die Krokodile in dem Tümpel konnten schon von Ferne das Getrampel der Drachenhorde vernehmen, es war einfach nicht zu überhören. Sie drehten ihre Krokodilaugen in die Richtung, von der der Lärm zu hören war.
Sie passten schon auf, die Drachen, dass sie nicht versehentlich auf ein Krokodil traten und als das Zeichen von Feuerblitz kam, bliesen sie alle zur gleichen Zeit ihre Feuerfontänen in die Tümpel.
Sogar Nepomuk war stolz auf sich. Aus seinem Rachen kam ein winzig blaues Flämmchen. Er hätte vor Freude fast vergessen, dass noch die Feinde in der Nähe waren. Er war außer sich und überhäufte Blaufeuer mit Fragen, doch dieser hatte nur Augen und Ohren für die Krokodile.
Doch was geschah mit ihnen. Die Krokodile begaben sich ruhig ins Wasser und schwammen behäbig davon. Angst schienen ihnen diese Drachen nicht eingeflößt zu haben.
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:01

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Wenn Gegenstände denken könnten
Der Backofen würde denken:
"Da hat doch die Rotznase einfach an meinem Knopf herum gedreht und dann auch noch auf 2oo°! Die Frau des Hauses bemerkt es natürlich nicht, Sie wäscht sich gerade nebenan die Haare. Der Lümmel spielt inzwischen wieder mit seinen Bauklötzen. Was dem eigentlich einfällt! Hoffentlich kommt er noch einmal vorbei und verbrennt sich ordentlich die Finger an mir. Verdient hätte er es!
Es mach t ihm doch sichtlich Spaß an Knöpfen herumzudrehen! Nicht auszumalen, was da alles passieren könnte! Bisher hat er ja immer noch Glück gehabt.
Ich höre schon über mir die Elektroplatten hämisch lachen Die sind ja nur froh, dass er nicht ihren Knopf erwischt hat. Die ganze Bude könnte abbrennen!
Aha, da kommt der Lümmel! Hmm, hoffentlich fasst er mich an! | Schade, es wäre fast passiert! Er hat nur über mir alle Kochplatten angestellt. Jetzt lachen die nicht mehr! Na, ich glaube, die Frau des Hauses kommt.
Gott sei Dank! Sie dreht die Knöpfe wieder auf Null. Sie redet mit dem Bengel und öffnet meine Klappe.
Puh, ich dampfe noch kräftig und der kleine Racker darf meinen heißen Dampf mal fühlen.
Schließlich kennt er die Gefahr noch nicht. Er ist einfach noch zu klein, um das zu begreifen. Könnte ich ihn nur vorher warnen. Ich glaube, dann würde er die Finger davon lassen."
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:05

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Wenn Gegenstände denken könnten:
Das Fahrrad würde denken:
"Unmöglich, wie die Göre mich behandelt. Zuerst, als ich neu war, hat sie mich fein säuberlich abgestellt und verschlossen, damit nur ja kein anderer auf mir fährt. Noch nicht einmal ihr kleiner Bruder durfte mit mir ein Ründchen drehen.
Jetzt bin ich erst 2 Jahre alt, aber wie ich behandelt werde!
Pfui, pfui, pfui!!! Ich besitze einen sehr schönen Ständer. Aber den könnte ich eben so gut verlieren. Sie benutzt ihn ja doch nicht. Grundsätzlich muss ich im Gras liegen, bis sie mich holt, überall habe ich Kratzer und der Schmutz erst. Geputzt worden bin ich erst einmal. Und dabei hat ihr noch der kleine Bruder geholfen. Wenn doch wenigstens er mich bekommen würde. Ich würde mich freuen. Er benutzt mich jetzt immer öfter. Jetzt ist ihr das auch gleich. Ich bin ja nicht mehr neu.
Immer, wenn der kleine Bursche mit mir herumfährt ist für mich Sonntag. Er kommt zwar noch nicht beim Sattel, aber ich gebe mir Mühe, dass alles klappt. Er lenkt mich immer in den Schatten und schließt mich ab, wenn er geht. Bevor er losfährt prüft er die Luft in meinen Reifen und meistens muss er wieder nachpumpen. Es ist wunderschön so zu fahren» Aber wie lange fahre ich jetzt schon mit plattem Reifen. Mein ganzes Gestänge tut mir weh. Ich habe mir fest vorgenommen, meine Besitzerin beim nächsten 'Freihändig fahren" abzuwerfen. Jawohl - Das wird sie noch lange merken. Sie soll sich ordentlich verletzen. Hoffentlich kommt sie bald. Aha! Da kommt doch jemand!
Oh, heute ist wieder Sonntag»!!
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:11

Kindergedichte und Kinderlieder
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Die Ponywiese
Es war einmal eine wunderschöne, riesengroße, saftiggrüne Ponywiese.
Auf dieser großen Wiese war immer ein kleines braunes Pony mit langem
Zottelhaar. Manchmal war das kleine Pony einsam und schaute lange
über die Zäune hinweg zu dem weißen Pferd, das in einer anderen Wiese
stand.
"Ach, könnte ich nur mit dem schönen weißen Pferd spielen!", dachte
das kleine Pony bei sich und wieherte hinüber. Das weiße Pferd wieherte
dann zurück und das kleine braune Pony freute sich.
Eines Tages, als das Pony gerade wieder sehnsuchtsvoll nach dem weißen Pferd Ausschau hielt, kam der Bauer in die Wiese. Er machte das Gatter auf und fuhr mit seinem Pferdeanhänger direkt vor die Umzäunung.
Als die Klappe vom Anhänger heruntergelassen wurde, sprang ein kleines geschecktes Pony heraus.
Es freute sich sehr, machte eine Ehrenrunde durch die saftiggrüne Wiese und begrüßte das braune Pony, indem es dieses mit seiner Schnauze ganz zärtlich anstupste.
Auch das braune Pony freute sich sehr. Nun war es nicht mehr allein in der großen Wiese. Sie galoppierten gemeinsam durch das Gras, fraßen es gemeinsam und stupsten sich.
Als am nächsten Tag das braune Pony aufwachte, stand das neue Pony schon an seiner Lieblingsstelle und fraß seine Lieblingsgräser und -halme. Da wurde das braune Pony ein wenig traurig.
Am Nachmittag kamen die Kinder, die dem Pony immer Mohrrüben oder Brot mitbrachten. Sie riefen: "Seht nur da, jetzt ist noch ein Pony in der Wiese. Ach, ist das ein schönes geschecktes Pony!". Das braune Pony hatten sie gar nicht beachtet. Die Möhren gaben sie nur dem neuen Pony.
Da war das braune Pony sehr unglücklich und ging dem neuen Pony aus dem Weg. Immer, wenn das gescheckte Pony kam, um mit ihm zu spielen, lief das kleine braune Pony fort.
Das gescheckte Pony freute sich und konnte gar nicht verstehen, warum sein Freund so abweisend war. Immer wieder trabte es zu ihm, um ihn liebevoll zu stupsen. Aber sein Freund mochte ihn nicht leiden.
So ging das nun schon ein paar Tage.
Die Kinder kamen wieder zur Wiese. Das braune Pony lag im Gras. Es stand nicht auf, um sich die Mohrrüben am Gatter abzuholen. Das gescheckte Pony wieherte seinem Freund zu und lief zum den Kindern.
Einem Jungen fiel das braune Pony auf, "Seht nur, das kleine braune Pony liegt dort drüben, ob es krank ist?“
„Wir werden ihm Möhren bringen", sagten sie und kletterten über das Gatter. Da stand das braune Pony auf, wieherte und fraß den Kinder dieMohrrüben aus den Händen, Es stellte sich neben das gescheckte Pony und stupste es sanft an.
Seit dem Tag sprangen beide Ponys wieder wie jeden Tag in der großen Wiese herum. Sie fraßen gemeinsam Gras und ließen sich von den Kindern mit Möhren und Brot füttern.
Ab und zu standen beide Ponys nebeneinander und wieherten dem weißen Pferd in der anderen Wiese zu. Sie waren dicke Freunde geworden und wenn ein Pony einmal nicht in der Wiese war, weil der Bauer es brauchte, dann war das andere Pony immer ein wenig traurig.
von Juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:17

Kindergedichte und Kinderlieder
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Die Hintertupfinger Eisenbahn
Es war einmal eine Eisenbahn.
Die Eisenbahn fuhr jeden Tag von Bahnhof zu Bahnhof. Auf den Bahnhöfen
stiegen Leute ein und stiegen Leute aus.
Eines Tages allerdings, hielt die Eisenbahn im Bahnhof von Hintertupfingen an. Wie jeden Tag, so hatte auch dieses Mal der Bahnhofsvorsteher von Hintertupfingen seine Trillerpfeife an den Mund genommen, seine Kelle mit der roten Seite zur Lokomotive gezeigt und nach dem Pfiff gerufen: "Bahnhof Hintertupfingen! Alles aussteigen bitte!"
Jedoch es stieg keiner aus. "Nanu..," stutzte der Bahnhofsvorsteher und sah sich um: Aber es wollte auch Keiner einsteigen. Der ganze Bahnhof war leer. So etwas war auf dem Hintertupfinger Bahnhof noch nie vorgekommen. Der Bahnhofsvorsteher kratzte sich unter seiner Mütze und überlegte, was zu tun sei. Der Lokomotivführer sah aus seiner Lokomotive und wunderte sich, dass kein Pfiff ertönte, der die Weiterfahrt ankündigte. Der Bahnhofsvorsteher ging hinüber zu ihm und sagte:
"Was soll ich nur machen? ES ist Keiner ausgestiegen und es ist Keiner eingestiegen.
"Nanu", sagte da auch der Lokomotivführer. "Ich werde doch wohl keinen leeren Zug durch die Landschaft fahren?"
Sie stiegen beide in die Waggons und sahen nach, ob nicht wenigstens ein Mensch im Zug saß. Aber nichts! Sie schauten unter die Bänke und über die Bänke und auf die Bänke; der ganze Zug war leer. "Mit einem leeren Zug fahre ich nicht!", sagte der Lokomotivführer. "Na, vielleicht kommt ja noch Einer", meinte der Bahnhofsvorsteher. "Das glaube ich nicht. Der Zug müsste ja schon längst fort sein.", sagte der Lokomotivführer.
"Wir werden uns zusammen auf die Bank setzen und ein Brot essen", beschlossen sie.
Kaum saßen sie und hatten in ihr Brot gebissen, da kam eilig ein Mann
angelaufen.
"Ist der Zug schon weg nach Vordertupfingen? Ich habe mich verspätet."
fragte er den Bahnhofsvorsteher.
"Da steht er", sagte der Lokomotivführer "Aber der Zug fährt heute nicht mehr, Sie sind zu spät gekommen."
"Aber ich muss doch unbedingt zu meiner Oma hin, die hat mich eingeladen. Sie feiert heute Geburtstag." sagte der Mann.
"Kannst Du nicht auch morgen fahren?", fragte der Lokomotivführer. "Der ganze Zug ist nämlich leer und wenn Du nicht gekommen wärst, dann hätte ich hier mein Brot gegessen und wäre nicht mehr gefahren.
"Aber meine Oma freut sich doch so auf mich", sagte der Mann, "ich werde schon warten, bis Du Dein Brot aufgegessen hast."
Naja, und so kam es, dass dann der Bahnhofsvorsteher doch noch in seine Trillerpfeife blies und die Türe zuknallte und rief: " A b f a h r e n, bitte". Dabei zeigte er dem Lokomotivführer seine Kelle mit der grünen Seite und dieser winkte ihm noch einmal zu, hupte bzw. pfiff ein paar mal mit der Lokomotive und fuhr mit 1 Passagier davon.
@juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:22

Kindergedichte und Kinderlieder
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Der goldene Schlüssel
Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bisschen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. "Wenn der Schlüssel nur passt!" dachte er. "Es sind gewiß kostbare Sachen in dem Kästchen. " Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, dass man es kaum sehen konnte. Er probierte, und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:24

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Wie die Christrose entstand
In der Heiligen Nacht sprachen die Hirten zueinander: "Kommt, lasset uns nach Bethlehem gehen und sehen, was da geschehen ist." - Und sie machten sich eilends auf. Jeder nahm ein Geschenk mit: Butter und Honig, einen Krug Milch, Wolle vom Schaf und ein warmes Lammfell. Nur ein Hirtenknabe hatte gar nichts zum Schenken. Er suchte auf der Winterflur nach einem Blümchen. Er fand keins. Da weinte er, und die Tränen fielen auf die harte Erde. Sogleich sprossen aus den Tränen Blumen hervor, die trugen Blüten wie Rosen. Fünf Blütenblätter, zart und weiß, standen zum Kelch zusammen, daraus ein Kranz von goldenen Staubgefäßen gleich einer Krone hervorleuchtete. Voll Freude pflückte der Knabe die Blumen und brachte sie dem göttlichen Kind in der Krippe. Das Jesuskind aber legte segnend das Händchen auf das Wunder.
Seit der Zeit blüht die Blume jedes Jahr in der Weihnachtsnacht auf, und die Menschen nennen sie Christrose. |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:27

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Für Kinder, die nicht einschlafen wollen:
"Du musst ins Bett!", sagte der Vogel, "pip pip!"
"Quak quak", meinte die Ente, "Ich bin nicht müde!"
"Alle Lebewesen brauchen Schlaf, also auch Du!", sagte der Vogel.
"Quak quak, ich nicht, ich brauche keinen Schlaf".
"Pip, pip, nur wer schläft ist gesund", sagte der Vogel.
"Ich will nicht schlafen, basta, quak quak."
"Pip, pip. Dann bist Du genau so störrisch wie das Kind
da drüben in dem Haus. Das behauptet auch es brauche keinen
Schlaf. Ich habe es durchs Fenster beobachtet."
"Na siehst Du! Also müssen nicht alle Lebewesen schlafen und
ich stehe mit meiner Ansicht nicht alleine.", sagte die Ente.
"Dann muss ich Dich bitten, noch ein paar Stunden aufzubleiben. Am besten, Du setzt Dich direkt vor das Fenster. Du wirst ja sehen, dass das Kind bald einschläft, auch wenn es das Gegenteil behauptet", sagte der Vogel.
"Quak, quak", sagte die Ente "Dann würde ich ja vor Langeweile gleich einschlafen".
"Na siehst Du, pip pip! Dann werdet Ihr also gleich beide schlafen.
Was wollt Ihr auch nachts, dann ist doch eh alles langweilig.
pip,pip, schlaf gut.“
@juska |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:30

Kindergedichte und Kinderlieder
Gutenachtgeschichten für Kinder
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Räuber Plotzenhotz l
Es war in einer Zeit, als die armen Leute noch ärmer und die reichen Leute noch reicher waren. Die Reichen wussten mit ihrem Geld nicht mehr wohin und was noch kaufen. Die Armen hatten kaum das Nötigste zum Essen.
Ein Mann namens Plotzenhotz wollte dieser Sinnlosigkeit ein Ende setzen. Er kannte die Wälder der Heimat, wie seine Westentasche. Dort wollte er künftig auf nicht ganz saubere Weise dafür sorgen, dass jeder den gerechten Anteil zum Leben erhalten würde. Ohne Gewaltmaßnahmen gab ja keiner der Reichen auch nur einen Teil seines Geldes oder Besitzes ab. Er würde es ihnen folglich abnehmen ohne einen Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Er wollte ihnen auch nie den ganzen Schatz abnehmen, sondern immer nur einen gerechten Teil des Geldes.
Im Wald war seine Heimat. Mit List und Tücke lockte er die schwer beladenen Kutschen der Reichen auf einen falschen Weg. Dort, wo der Weg zu Ende war, beraubte er sie oft, ohne dass sie es überhaupt merkten.
Natürlich merkten sie es spätestens, wenn ihre Kutsche zu Hause ankam und es sprach sich herum, dass dort im Wald etwas nicht ganz geheuer sei. Deswegen kam es auch immer häufiger vor, dass dort im Wald 2 oder 3 Soldaten nach dem Rechten sehen mussten. Meist nahmen diese Männer aber die Sache nicht so ernst - kamen sie doch selbst aus ärmlichen Verhältnissen - legten sich dort unter einen dicken Baum und ruhten sich aus. Abends ritten sie dann wieder heim mit der Meldung „Nichts gesehen, nichts gehört!"
Eines Tages hatte Räuber Plotzenhotz wieder einmal fette Beute gemacht. Einen großen Sack Geld hatte er den reichen Leuten abgenommen. Aber wie nun das Geld verteilen? Das war gar nicht so einfach! Woran erkennt man einen armen Menschen?
Er ging in die Stadt und schaute sich um. Er sah dort viele Menschen, auch arme Menschen. Aber wer war wohl der ärmste Mensch? Während er noch so da stand und überlegte, ging ein Mann über den Marktplatz. Was heißt ging! Er fiel mehr, als er ging. Bei jedem Schritt fiel der Mann fast auf seine Nase.
„Was ist mit dir, Mann dass du kaum laufen kannst?", fragte ihn der Räuber. „Ach, Herr,“ sagte der Mann „es ist halt so, dass meine Beine alt und krank sind. Ich bin arm und kann mir keinen Krückstock kaufen, also will ich hinter der Stadt einen Ast suchen, der mir beim Gehen etwas hilft." Der Räuber gab ihm so viel Geld, dass er sich davon einen Rollstuhl hätte kaufen können. Aber der alte Mann kaufte sich von dem Geld nur einen Krückstock und nahm das restliche Geld mit nach Hause. Er wollte in aller Ruhe überlegen, was er sich davon noch kaufen konnte. Vielleicht Steine, um damit die Ritzen in seiner Hütte zuzustopfen, in die es ständig reinregnete oder er würde sich eine warme Weste für den Winter kaufen. Ständig sah er den Haufen Geldstücke an und freute sich darüber. |
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Verfasst am:
07.02.2009, 20:33

Kindergedichte und Kinderlieder
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Räuber Plotzenhotz 2
Räuber Plotzenhotz brauchte unbedingt einen Helfer. Er konnte die schweren Geldsäcke
kaum noch allein in seine Höhle bringen, da ja auch immer mehr Soldaten nach ihm suchten.
Er wollte in ein Gasthaus gehen. Dort würde er schon den richtigen Mann finden. Das Gasthaus war voller bärtiger Männer, von denen einige schon sehr mutig aussahen.
„Wer von euch ist der mutigste Mann?", fragte Räuber Plotzenhotz.
„Na, ich!", sagte eine tiefe Stimme, die zu einem Mann gehörte, den sie Jonas nannten. Jonas war eine wüste Erscheinung, vor dem manche Kinder Angst bekämen.
„Sag, kannst du von Bäumen springen und reiten und schwere Lasten tragen?", fragte ihn der Räuber.
„Der Jonas klettert wie ein Eichhörnchen und ist stark wie ein Bär.", sagten die Männer im Gasthaus.
Dann beantworte mir noch eine Frage, Jonas!", sagte Plotzenhotz.
„Was tätest du, wenn du eine Kiste voller Geld hättest?"
„Ich würde das Geld verschenken.", antwortete Jonas. „Ich liebe die Freiheit und das Geld wäre mir nur im Weg".
„Dann bist du der richtige Mann für mich!", sagte also Räuber Plotzenhotz und klopfte ihm auf die Schulter.
Der Räuber hätte keinen besseren Partner als Jonas finden können. Der Bärtige mit der Tiefen Stimme wurde schon nach wenigen Tagen sein bester Freund und das kam so:
Der Herzog von Tufftata hatte seinen Herold mit einer Nachricht geschickt, die sein Kommen ankündigte. Diese auffallende Person mit leuchtender Feder am Hut und gut gekleidet, wie es in dieser Gegend nicht üblich war, entging dem Räuberpaar natürlich nicht ungesehen,
mochte sie auch noch so schnell durch den Räuberwald reiten.
„Es riecht nach fetter Beute!". Plotzenhotz rieb sich die Hände. „Ab heute werden wir uns täglich auf die Lauer legen müssen.". Tatsächlich brauchten die Beiden nur wenige Tage warten, da zog die Kutsche von 8 Pferden gezogen durch den Wald. Sie wurde von beiden Seiten sowie von vorn und hinten bewacht. Eine solche Kutsche zu überfallen war nicht leicht.
Sie ließen die Kutsche unbehelligt durch den Räuberwald ziehen, denn dort passten die Bewacher besonders gut auf. Danach warf Jonas gezielt einen Ast zwischen ein Kutschenrad, gerade als die Gastwirtschaft bereits in Sicht war. So beschlossen der Herzog und seine Leute dort eine Rast einzulegen, den Ast in Ruhe entfernen zu lassen und die Rösser am Brunnen zu tränken. Während der Zeit ließen die beiden Räuber die Schatzkiste verschwinden und tauschten sie unbemerkt gegen eine alte Truhe. Seitdem waren Plotzenhotz und Jonas ein Superteam. Der Schatz kam in ihre Räuberhöhle und sie überlegten, vorerst einmal zu verschwinden, denn es würden jetzt sicher Soldaten verstärkt nach dem Schatz suchen. |
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