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  Kurzgeschichten  -  Der Abschied
Sturm
BeitragVerfasst am: 10.04.2012, 23:59  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Der Abschied
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Stammgast
Stammgast


Anmeldungsdatum: 29.09.2011
Beiträge: 60
Wohnort: Leer

Der Mann an der Front - Der Abschied

Es eine dunkle Nacht. Der wind pfeifte und der Regen klatschte gegen das Fenster. Wir saßen zu sechst drinne im warmen und genossen unser Essen.
Es gab Brathähnchen, dazu Pommes, wahlweise Ketchup oder Mayo. Die Stimmung ist leicht gekinickt, da es für mich vorerst das letzde Essen bei meiner Familie ist.
Ich wurde eingezogen an die Front. Nach einer halben Stunde frohen Beisammenseins hörten wir einen Wagen, der auf der auffahrt hielt. Alles wurde ruhig. Im Gesicht meiner Frau Doris konnte man sehen, dass sie es ahnte. Doch konnte man sehen, dass sie hoffte.
Es klopfte, beim ersten Mal regte sich keiner.
Beim zweiten Mal ging meine Frau langsam zur Tür.
Mein Sohn Leon fragte :"Papa, wer klopt denn so spät noch an unserer Tür?"
Ich war den Tränen nahe, Ich nahm Ihn auf meine Schoß und antwortete, dass Ich für eine kurze Zeit weg sei, da wichtige *änner mit mir reden *üssten. Doch diese Lüge bereute Ich sofort.
Währrend dessen trat der General Steiner in die Stube ein. Er war wie immer in seiner grauen. schlichten Uniform und hatte seine *ütze in der Hand. Seine, schon teilweise grauen Haare, standen ihm überall hin, was meinen Jungen Joel zum lachen brachte.
Er begrüßte mich recht freundlich und fragte nach meiner Gemütslage.
Dann war es Zeit.
Ich musste gehen.
Ich nahm meine Kinder zu mir, und hielt sie eine Zeit lang im Arm und erzählte Ihnen, das Ich bald wieder da sei und sie sich keine sorgen zu machen brauchten.
Dann ging Ich zu meiner Frau.
Man merkte, dass Doris sehr nervös war, traurig, voller Angst zugleich. dennoch verständlich.
Ich nahm ihre rechte Hand, streichelte über Ihren Zeigefinger. Dann küsste Ich sie. Es war ein langer, intensiver Kuss, wie wir Ihn schon lange nicht mehr hatten. Wie sehr habe Ich solche Momente vermisst.
Doch leider kann Ich diesen Moment nicht verlängern, den der General drängte.
So nahm Ich dann meine zwei prallgefüllten Koffer, packte sie hinten in den Jeep und steig sehr langsam ein. Ich blickte für lange Zeit zum Haus.
Frau und Kinder standen an der Tür.
Und so fuhr Ich los.
Dies war eventuell der letzde Blick auf meine Kinder.
Ich blickte noch lange zurück, selbst als das Haus vor lauter nebel nicht mehr zu sehen war, wollte Ich den Blick nicht abwenden.
Am liebsten wäre Ich zuhause geblieben.
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Juska
BeitragVerfasst am: 11.04.2012, 17:52  Neue Antwort erstellen
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Der Abschied
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5974

Hallo Sturm,
heute wird es solche Geschichten wohl nur noch für Freiwillige geben.
Natürlich wird es denen auch schwer fallen, doch sie haben es nicht anders gewollt. Das Land verteidigen; muss das noch sein?

Liebe Grüße Juska
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Ann
BeitragVerfasst am: 11.04.2012, 18:32  Neue Antwort erstellen
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Der Abschied
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Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44687
Wohnort: Gronau

Hallo Sturm,

sicher ist das eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Mir ist nicht bekannt, dass die Leute abgeholt wurden. In unserer Familie und unserem Ort mussten die Soldaten immer mit dem Zug fahren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir meinen Vater zum Bahnhof brachten. Mir fällt da gerade eine Geschichte aus dem Krieg ein, die in unsrem Ort passiert ist:

"Lebe wohl, du kleine Monika ...

Erzählung



Kurz vor dem zweiten Weltkrieg eröffnete ein junges Konditorehepaar in meiner Heimatstadt ein kleines, romantisches Café in der Nähe des Bahnhofes.
Dann brach der Krieg aus und machte vor dem jungen Paar nicht Halt. Der Ehemann wurde von der deutschen Wehrmacht eingezogen.
Während er an der Front kämpfte, gebar seine Frau ihr erstes Kind, eine kleine Tochter. Sie nannte sie Monika, ein damals sehr verbreiteter Name. Es gab sogar einen Schlager, der besonders bei den Soldaten beliebt war, mit dem Titel: „Lebe wohl, du kleine Monika“.
Als Monika ein paar Monate alt war, kam ein Bahnbediensteter ins Café gelaufen und teile der Mutter mit, dass am Bahnhof ein Militärzug stünde, in dem sich auch ihr Mann befände. Die Mutter legte ihr Kind in den Kinderwagen und rannte damit zum Bahnsteig. Alle Zugfenster waren geöffnet und die Soldaten schauten heraus. Sofort entdeckte sie ihren Mann und hob ihm sein Töchterchen entgegen, das er noch nie gesehen hatte. Fast im selben Moment setzte sich der Zug in Bewegung.
Aus allen Fenstern scholl aus heiseren Kehlen: „Lebe wohl, du kleine Monika!“
Monika durfte ihren Vater nie wiedersehen."

Mein Vater ist auch gefallen.

Liebe Grüße
Ann
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Sturm
BeitragVerfasst am: 12.04.2012, 13:44  Neue Antwort erstellen
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Stammgast
Stammgast


Anmeldungsdatum: 29.09.2011
Beiträge: 60
Wohnort: Leer

Liebe Ann, eigentlich weiß Ich selbst nicht, aus welcher Zeit es sein soll, weil es einfach meiner Fantasie entsprungen ist,* bzw., Ich das verlangen hatte sowas zu schreiben.
Für mich geht es mehr darum, das der Vater gehen muss, obwohl er lieber zuhause geblieben wäre und den Kindern nicht selbst sagen kann/will das er eventuell nie wieder kommt.

Liebe Grüße
Sturm
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