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  Kurzgeschichten  -  In Leben
Kleine Lilie
BeitragVerfasst am: 04.09.2009, 13:44  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
In Leben
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Grünling
Grünling


Anmeldungsdatum: 03.09.2009
Beiträge: 15

Wenn ich daran denke, was eine alles auf einen ganz normalen Weg nach Hause alles passieren kann, möchte ich ihnen meine Geschichte erzählen. Denn das was mir widerfahren ist, überschreitet die Vorstellung.
Es war ein ganz normaler Tag,an dem ich auf dem Weg vom Park nach Haus ging. Es war sonnig, aber nicht richtig warm. Der Wind rauschte in den Baumkronen und bunte Blätter lagen auf den einfachen Schotterweg. Jeden Tag kam ich hier her, nach der Arbeit, um Mina, meinen Hund, auszuführen. Sie war eine junge Golden Retriever Hündin und sehr schön. Sie war auch die Einzige, mit dem ich mein kleines Apartment teilte. Nun war ichmit ihr auf dem Weg zu Park um ihr ein wenig Freilauf zu gewähren. Mein Job ist es den Studenten die hohe Kunst der Theologie beizubringen. Es war zwar immer angenehm sich einen so unkomplizierten Thema zu widmen, doch wenn ich an einen meiner Schüler dachte wurde mir mulmig zu mute. Sein Name war Tobi Walter. Er war einer der Besten in der Klasse. Ihm war anzusehne, dass er irgendwann mal ein sehr guter Pastor werden würde. Manchmal schien es mir jedoch, als ob nicht er die antworten geben würde, sondern eine viel höhere Macht. Das was er sagte, schlug wie Tränengas auf dei ganze Klasse ein. Mitreißend und Gefühlvoll klangen seine Worte und dabei begannen die sensibelsten ( ab und an sogar die sonst so coolen Jungen) sich in Tränen aufzulösen. Aber nicht nur das war das bemerkenswerte an ihm. Er schien mir schon seit einigen Tagen immer wieder, über den Weg zu laufen. Besonder dann, wenn ich mit Mina gassi ging. Er zog dabei keine Mine oder so. Er war ganz normal.
Erst dachte ich mir auch nichts dabei, aber dann häuften sich die Begegnungen und als ich ihn einmal darauf ansprach, meinte er nur: "Zufälle, Miss. Das waren ganz sicher alles Zufälle." Dann musste ich ihn immer wieder mit verdatterten Blicken ansehen um dann, in kleine histeri, davon zulaufen.
Diesmal, aber wollte ich mich nicht von seinen Auftauchen verunsichern lassen. Mina und ich waren schließlich im Park angekommen und sahen, dass dort einige Jugendliche, die wohl zu tief ins Glas geschaut hatten. Wie nasse Säcke hingen sie über die Treppenstufen, die zum Paveliong hinauf führten. Ich schenkte ihnen einen mistrauischen Blick, aber ging dann weiter auf die Wiese zu, um mit Mina ein wenig "Fang-den-Ball" zu spielen. Mina nahm das Spiel, laut bellend, an und wedelte heftig mit dem Schwanz. Zunächst machte es mir auch großen Spaßen die Freude meiner Freundin zu sehen, doch plötzlich sah ich ihn. ES war Tobi Walter, der lässig auf eine Parkbank saß und in meine Rischtung sah. Seine Erscheinen lies mich die Stirn runzeln und ich bemerkte nicht, dass Mina mich auffordent ansah. Ich tat ihr den Gefallen und warf so weit wie ich konnte. Dann sah ich wieder zu Tobi, aber musste sehen, dass er verschwunden war. Ich blickte mich um, doch konnte ihn nicht finden. Schade, dachte ich, denn ich hätte ihn gerne gefragt, was er ihr mache. Ich wartete also bis min wieder zurück war steckte den Ball ein, leinte sie wieder an und machte mich mit ihr auf den Weg nach Hause. Ich ging erneute an den Jugendlichen vorbei und sah, dass drei von ihnen auf mich zu torkelten. Der Erste war noch zimlich benommen, der zweite hatte seine Fassung wieder erlangt, doch der dritte sah mich finster an. Ich erschrack ein wenig und wurde schneller. Doch die Drei holten mich ein und stellten sich mir in den Weg. "Los! Gib
uns das Geld!" Mein Atem stockte, als der eine ein kleines Taschenmesser zückte. Mina begann zu knurren. Ein anderer gab ihr jedoch einen Tritt, sodass sie schmerzerfüllt aufheulte. Ich hatte große Angst. Mit zitteriger Stimme sagte ich leise: "Ich....Mein....Meine Tasche....die....d...die...ist zu Hause." Der Kerl mit dem Messer schien wütend zu sein und brüllte: "Wie kein Geld?! Bist du total bescheuert. Du weißt wohl nicht mit wem du es zu tun hast!" Er holte mit dem Messer leicht aus, doch wurde gestoppt. Es war Tobi! Mein sonderbarer Schüler. Er stand nun zwischen mir und den Kerlen.
"Lasst sie bitte in ruhe.", sprach er mit ruhiger Stimme. Der noch benommene begann heiser zu kichern. "Ohh....der bettelt um sein Leben!"
Er und seine Freunde mussten grölend lachen. "Ich meine es ernst! Ich möchte nicht, dass ihr dieser Frau etwas antut" Er schrie nicht, aber doch klang seine Stimme machtvoll und einschüchternd. Der mit dem Messer zögerte "Was willst du denn tun?" Tobi schloss die Augen und sprach weiter " Du sollst nicht töten. Du sollst nicht begeren wieder deines nächsten! Sei mit dem was du hast zufrieden. Du sollst nicht stehlen. Sonst bist du ein böser Mensch und wirst vor Gottes Gnaden hart bestraft. Wenn du dich nun zu besseren wendest wird er dich verschonen." Wie im Unterricht, schien es als würde jemand anderes sprechen. Wie aus heiteren Himmel sahen die Kerle ein was sie getan hatten. Sie schüttelten sich leicht und entschuldigten sich. Dann gingen sie davon. Ich sah Tobi verwundert an "Wie hast du das gemacht?!", fragte ich laut. Er sah mich sanft an und meinte leise "Gott hat seine Wege."

Ich bin davon überzeugt, dass Tobi nicht von dieser Welt stammte. Die Tage darauf erschien er nicht mehr beim Unterricht.
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Juska
BeitragVerfasst am: 06.09.2009, 19:58  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 3257

hallo kleine Lilie,
danke für deine Geschichte! Sie trifft bei meinem Gedicht "grauenvoll" den Nagel auf dem Kopf.

Herzlich willkommen auf unserer Seite! Ich hoffe du fühlst dich bald wieder besser.

Liebe Grüße Juska
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Raina J.
BeitragVerfasst am: 07.09.2009, 17:48  Neue Antwort erstellen
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Gärtner(in)
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Anmeldungsdatum: 13.05.2008
Beiträge: 199
Wohnort: Karstädt

Hallo kleine Lilie,

manchmal schickt Gott an Stelle eines Engels auch einen Menschen.

Liebe Grüße
Raina
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