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| Autor |
Nachricht |
| Kurzgeschichten - Der halbe Tag ist versaut |
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Verfasst am:
17.11.2009, 11:47

Kurzgeschichten
Der halbe Tag ist versaut
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Dabei war der Abend so harmonisch.
Sie hatten sich nicht gestritten und
waren sogar seit langem wieder einmal
gemeinsam zu Bett gegangen.
Nur, da er Nachttrinker ist, stellt er
sich immer eine Tasse Milch auf den Nachtschrank.
Ein böser Traum will es, dass er nachts
um zwei erwacht und es ihn nach etwas Milch
dürstet.
Er greift also nach der Tasse und ungeschickt, wie
schlaftrunken zugleich, bleibt er mit seinem
noch schlafenden Ellenbogen am Kopfkissen
hängen und schwapp, kippt er die ganze Ladung
Milch aus.
"Iiiiiihhhhhhh", Du Schwein, kreischt da plötzlich
die aufgeschreckte Frau neben ihm. Nicht nur beide
Kopfkissen hat die Milch getroffen, sondern auch die
Wange des so unsanft geweckten Weibes, das sogleich
sich den Lichtschalters bemächtigt und mitten im
Schlafzimmer steht.
"So eine Sauerei, Du immer mit Deiner blöden Milch",
faucht Sie wie eine Furie und reißt an der Schranktür.
Sogleich holt Sie -nur für sich- einen neuen
Kissenbezug heraus und mit einem eckig hysterisch
aufgeladenen Temperament, tauscht Sie ihn wütend
auf ihrer Seite aus.
Devot schweigend mit Dackelblick, trottet er ebenfalls
zum Schrank und kramt in der frischgewaschenen
Bettwäsche, bevor zwei Deckenbezüge zu Boden fallen
unter denen sich auch endlich eine weiterer Kissenbezug
befindet.
Nach einer Viertelstunde, geht das Licht wieder aus.
Um sechs Uhr klingelt Ihr Wecker, um sechs Uhr
dreissig fährt Sie zur Arbeit, in das nahegelegene
Alten- und Pflegeheim.
Er hingegen, lässt sich für einen halben Tag krankschreiben.
Zu tief, sitzen der Schock und das damit verbundene
Schuldgefühl immer noch in Ihm.
Benommen sitzt er nun am Fenster und beobachtet den
trüben Herbstvormittag.
Sollte seine Frau am Ende doch einen tollpatschigen
Trottel geheiratet haben?
(c) teelicht23 |
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Verfasst am:
17.11.2009, 16:47

Kurzgeschichten
Der halbe Tag ist versaut
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Hallo teelicht,
wenn einmal so eine Panne passiert, braucht sich doch niemand als "Trottel" zu bezeichnen. Den Menschen möchte ich einmal sehen, dem noch nie eine ein Missgeschick passiert ist. Natürlich kann man sich dann entschuldigen, aber keinen Weltuntergang daraus machen.
Hoffentlich benimmt sich diese Dame in ihrem Beruf anders. In der Altenpflege werden sicher häufiger solche kleinen Unglücke geschehen.
Kopf hoch, das ist alles menschlich.
Liebe Grüße
Ann |
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